Bedenklich verbissen und fanatisch: Max Mayr-Melnhofs Anwalt treibts immer wilder

Klage um Klage lässt er gegen mich einbringen. Egal, wieviele er davon verliert. Ein Max Mayr-Melnhof, so scheint die Devise, lässt sich seine Gatterjagd nicht verderben. Mit mir will er ein Exempel statuieren. Soll sich niemand mehr trauen, laut und deutlich Kritik an seiner Jagdpraxis zu äußern. Bis jetzt ging allerdings alles in die Hose. Von den bisherigen 5 Verfahren hat er 4 verloren, das Urteil zum 5. steht noch aus. Und nun läuft bereits das 6. Diesmal eine Privatanklage wegen Beleidigung und Übler Nachrede. Kernstück ist der Vorwurf, dass von zwei jungen Frauen Pickerl aufgeklebt wurden, die ihn beleidigen sollen, weil er darauf als „perverser Tierquäler“ tituliert wird. Nun ist der erste Verhandlungstag vorbei und Anwalt Maximilian Schaffgotsch sieht offenbar seine Felle davon schwimmen. Also schickt er Schriftsatz nach Schriftsatz, mit immer wilderen Anschuldigungen und einer immer längeren Liste von ZeugInnen. Am nächsten Prozesstag sollen die Chefs von den Vier Pfoten und dem WWF einvernommen werden, in der Hoffnung, dass sie mich als radikal bezeichnen und selbst nichts gegen das Jagdgatter von Mayr-Melnhof haben. Wir werden sehen, ob es dazu kommt.

Dem neuesten Schriftsatz von heute legte Schaffgotsch obiges Plakat bei, in dem ich als perverser Tierquälerei bezeichnet werde, weil mein Hundefreund bei mir vegan lebt. Das sei legitim, wenn meine Argumentation stimme, dass man andere straflos als perverse Tierquäler bezeichnen könne, so Schaffgotsch dazu. Sehr überzeugend!

Konkret bringt Mayr-Melnhof folgende neuen Argumente vor:

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Also erstens argumentiert er, dass der Oberste Gerichtshof (OGH) zwar anerkenne, dass man legale Tierhaltungsformen als Tierquälerei bezeichnen dürfe, aber nur, weil sie dem Tierschutzgesetz unterliegen. Da das Jagdgatter von Mayr-Melnhof dem Jagdgesetz und nicht dem Tierschutzgesetz unterliegt, gelte das dort nicht.

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Zweitens haben AgentInnen von Mayr-Melnhof sämtliche Emaillisten für Aktive des VGT infiltriert und nun will er anhand von Emails nachweisen, dass die beiden Frauen (im Text als Zweit- und Drittangeklagte bezeichnet), die Pickerl aufgeklebt haben, in engem Kontakt zum VGT (Viertangeklagter) und zu mir (Erst- und Hauptangeklagter) stünden, was aber nicht stimmt. Dazu ist er auch ihre Facebook-Seiten sowie die Events von Facebook VGT-Austria durchgegangen und hat genau geschaut, wann sie was geliked haben, ob sie sich für Events interessiert haben und was für Fotos und persönliche Postings sie online gestellt haben. Daraus will Mayr-Melnhof nun erkennen, dass die beiden Frauen beim VGT aktiv waren. Wenn sie dann Pickerln aufhängen, müsse sich das, so die Logik, der VGT zurechnen lassen und daher sei der VGT verantwortlich.

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Und drittens, für den Fall dass der Richter immer noch der Ansicht ist, dass mit dem Vorwurf der Tierquälerei kein Straftatbestand sondern einfach das Quälen von Tieren gemeint ist, will Mayr-Melnhof beweisen, dass seine Gatterjagd nichts mit Tierquälerei zu tun hat. Dazu beantragt er doch allen Ernstes einen Lokalaugenschein im Jagdgatter in Salzburg. Und die Einholung eines wildbiologischen Gerichtsgutachtens. Letzteres in der offensichtlichen Hoffnung, dass in diesem Fall ein Gutachter bestellt wird, der finanziell von der Jägerschaft abhängt und ihr daher nach dem Mund redet.

Naja, es bleibt nur das alles mit einem Lächeln zu nehmen. Je hysterischer Mayr-Melnhof herumschreit, umso mehr spürt er offenbar die gesellschaftliche Ächtung für seine perversen Jagdpraktiken, und desto früher werden wir auch in Salzburg das Gatterjagdverbot erreichen. Faktum ist und bleibt, dass ich mir nichts zu Schulden kommen ließ und ich daher auf die Weisheit der RichterInnen vertraue, das auch zu erkennen und die tatsächliche Stoßrichtung dieser Klagen mit ihrer politischen Komponente zu durchschauen. Das Verbot des Aussetzens von Zuchttieren tritt jedenfalls demnächst in Kraft, und damit ist zumindest sichergestellt, dass Mayr-Melnhof diesen Herbst in seinem Jagdgatter keine Zuchtenten beschießen wird können. Der Rest ist auch nur mehr eine Frage der Zeit.

10 thoughts on “Bedenklich verbissen und fanatisch: Max Mayr-Melnhofs Anwalt treibts immer wilder

  1. Sabri sagt:

    WANTED:
    Ein sozial kompetenter, autonomer, körperlich fitter, ausdauernder, körperlich gesunder Hund, der möglichst schon in die Jahre gekommen ist: KUKSI!
    Sollte die Gerontologie auf die Erforschung der Hundegesundheit ausgeweitet werden, wäre dieser Hund ein erstaunlicher Forschungsgegenstand. Wer so alt in so erstaunlicher Fitness ist, obwohl er in jungen Jahren eine äußerst schwere Krankheit überwinden musste, kann nicht so schlecht ernährt sein, sondern es sind in jeder Hinsicht günstige Lebensumstände anzunehmen.

  2. healeyone sagt:

    @MB
    genauso so Tierschutzaffin wie Sie, nur nicht so radikal sondern, wie in einer normalen Gesellschaft üblich, mit Respekt jedem Menschen gegenüber! Und natürlich auch den Tieren gegenüber…

  3. Martin Balluch sagt:

    @healeyone:

    Sie brauchen nicht so zu tun, als wären sie tierschutzaffin und wüssten nichts von meinem veganen Hund. Das kennen Sie doch sicher:
    http://www.martinballuch.com/?s=vegane+Hunde

    Und da Sie ja sicherlich JägerIn sind, haben Sie vielleicht die 15. Österr. Jägertagung besucht. Im Vortrag über Jagdhunde wird wörtlich gesagt: „Ernährt wurden die Jagdhunde überwiegend mit Getreidebrei, vor allem aus Hafer“. Also vegan. Sie finden das hier im Protokoll der Tagung auf Seite 5:
    http://www.bundesforste.at/fileadmin/jagd/2009_Tagungsband_Jaegertagung.pdf

  4. healeyone sagt:

    das Plakat finde ich eigentlich ganz nett 😉
    Stimmt es denn, dass es Menschen gibt, die ihre Hunde zwingen, vegan zu leben bzw. sie vegan ernähren? Das wäre freilich ein Wahnsinn und erbärmliche Tierquälerei! Man sollte Tiere schon artgerecht halten!!
    Und wenn es solche Menschen gäbe, dann würden diese doch nicht anfangen in einem Glashaus mit Steinen zu werfen, oder?

  5. Konrad sagt:

    „Stimmt es denn, dass es Menschen gibt, die ihre Hunde zwingen, vegan zu leben bzw. sie vegan ernähren? Das wäre freilich ein Wahnsinn und erbärmliche Tierquälerei! Man sollte Tiere schon artgerecht halten!“
    Was ist an veganer Hundeernährung „Tierquälerei“? Ich bitte um rational haltbare Belege für diese Behauptung. (Tradition zählt nicht.)

  6. Martin Balluch sagt:

    @Thomas: Kein Problem, wenn er die Zuchtschweine in seinem Gatter in Ruhe lässt. In einer entwickelten Zivilgesellschaft kann man doch nicht wirklich erwarten, in aller Ruhe 500 Wildschweine zum Spaß zu Tode hetzen und abknallen zu können, oder?

  7. Konrad sagt:

    Lustiges Plakat. Ich habe einen Vorschlag: Dieses wird verteilt und die Kläger ziehen die dümmlichen Verfahren zurück, die unsere Zeit und viel Geld verschwenden. Offenbar hat Mayr-Melnhof zuviel davon. Eventuell wird er nicht richtig besteuert und bedient sich unredlicher Geschäftspraktiken … Es gäbe reichlich Gelegenheiten überschüssiges Geld ethisch zu investieren.

  8. Thomas sagt:

    Ich bin mir sicher, er würde es auch lieber „ethisch“ richtig investieren, würde man Ihn in Ruhe lassen.

  9. Konrad sagt:

    „Ich bin mir sicher, er würde es auch lieber ethisch richtig investieren, würde man Ihn in Ruhe lassen.“ Interessant. Halten Sie die aktive Ausübung der Gatterjagd für ethisch richtig? Immerhin betreibt er die schon wesentlich länger als es die Kampagne gegen die Gatterjagd gibt.

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