Biologie

Japanische Forschung: Hunde urteilen moralisch

Jedes Mal, wenn ich Hardcore Jäger Rudolf Gürtler treffe und mit ihm ein Wort wechsel, erzählt er mir wieder, dass ich mich irre, wenn ich bei Tieren und insbesondere Hunden ein bewusstes Denken und bewusste Entscheidungsfähigkeit annehme. Was ich auch immer für Beispiele bringe, für ihn heißt das nichts. Hunde seien einfach instinktgetriebene Biomaschinen, die man am besten mit Elektroschocks, jedenfalls mit Belohungs- und Strafreizen „erzieht“ und basta.

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Wildlife suffering – wildlife intervention?

A new proposal is floating through the movement, wildlife intervention to prevent wildlife suffering. If you are new to this topic, you might be forgiven for thinking wildlife suffering is referring to hunting, or trapping, or „pest control“ or car accidents. No, it is not. The proponents of this idea are talking about the, as they call it, „most abundant animal suffering on the planet“, the suffering of wild animals due to interpersonal conflict between themselves, predation and natural hardship. The solution proposed ranges from extending civilizational technologies into the wild to genetic modification of predators so that they become natural vegans. If you think that is a fringe issue, maybe it is, hopefully, actually, but I hear some people are preparing a conference on solely that question in Berlin next year.

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Die menschliche Nase funktioniert – laufende Motoren stinken!

Als ich bei einer Podiumsdiskussion über mein Buch von meiner engen Freundschaft mit Hund Kuksi sprach und meinte, der einzig richtig wesentliche Unterschied zwischen uns bestünde darin, dass meine VorfahrInnen vom Äquator kommen und ich daher nicht nackt im Schnee stehen kann – und zwar überhaupt nicht! –, sagte Prof. Ludwig Huber, nein, es gebe größere Unterschiede, z.B. die Nase. Nun, meine Aussage hat sich hauptsächlich darauf bezogen, dass viele PhilosophInnen einen qualitativen, unüberbrückbaren Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren in der Sprache sehen. Menschen nutzen die Sprache zum Denken, Hunde nicht, daher sind sie unvergleichbar. Meine Erfahrung in der Wildnis ist das nicht. Dort denke ich auch ohne Sprache. Wenn Kuksi und ich uns überlegen, wie wir eine Felsstufe überwinden, die sich vor uns aufbaut, dann machen wir das auf dieselbe Art. Ebenso bei einem wilden Fluss, der zu überqueren ist, oder anderen Gefahren. Wir entscheiden beide vernünftig und beide auf der Basis mentaler Bilder, mit denen wir uns die Überwindung des Hindernisses zunächst ausmalen, bevor wir es in der Realität angehen.
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Anthropozentrismus revisited – „Lone Survivors“ von Chris Stringer

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Eine andere Menschenart, bis vor 20.000 Jahren in Afrika noch am Leben

Für meine Dissertation 2005 in Philosophie habe ich mich auch eingehend mit dem Neandertaler beschäftigt. Dennoch ließ mir das Buch „Lone Survivors“ von Chris Stringer im Times Books Verlag aus dem Jahr 2012 die Augen übergehen, wie es mir vorführte, was sich seither alles zu diesem Thema Neues entwickelt hat! Man geht mittlerweile davon aus, dass in den letzten 2 Millionen Jahren etwa 10 verschiedene Menschenarten zumeist gleichzeitig auf der Erde existiert haben – natürlich mit allen kontinuierlichen Übergängen dazwischen. Welche davon sollen jetzt im Ebenbild des christlichen Bibelgottes geschaffen sein? Welche davon bilden gemeinsam das „menschliche Bewusstsein“, das laut Sozialwissenschaften die Wirklichkeit konstruiert, und welche davon sind nach unserem Gesetz Personen und welche Sachen?

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Intelligente Schweine

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Viel Denken strengt an

Das Messerli-Institut in Wien veranstaltete am 7. November 2013 im Rahmen seines Mensch-Tier Seminars einen Vortrag von Christian Nawroth vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg über die Intelligenz von Schweinen. Ab April wird das Messerli-Institut eine Forschungsstelle am Haidlhof bei Bad Vöslau in NÖ mit 10 Hektar Freiland zu diesem Zweck eröffnen. Dabei geht es nicht um die Erforschung der bestmöglichen Haltungsform dieser Tiere, sodass ihre Nutzung in möglichst tiergerechter Form von statten gehen kann. Nein, bei dieser Forschung werden die Forschungssubjekte als intelligente Wesen gesehen, deren kognitive Fähigkeiten der Gegenstand der Forschung ist. Was wir von Primaten und Wildtieren kennen, wird jetzt nicht nur auf Hunde sondern auch auf Hausschweine angewandt. Die Konsequenzen könnten weitreichend sein. Denn Studien zeigen, dass die Einschätzung von Tieren als Nahrungsmittel von Menschen, also ihre „Essbarkeit“, nicht durch ihre Leidensfähigkeit, und wenig durch ihr niedliches Äußeres oder ihre soziale Bindungsfähigkeit an Menschen beschränkt wird, sondern hauptsächlich durch ihre Intelligenz. Umso intelligenter ein Tier wahrgenommen wird, umso eher wird es vom Speisezettel gestrichen. Kognitionsforschung also, die die Intelligenz der Schweine nachweist, hat demgemäß ein großes Veränderungspotenzial für die Nutzung dieser Tiere in der Gesellschaft.
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Tierarten gibt es nicht – die genetische Trias Gene, Epigenetik und Mikroben

Selbst Nobelpreisträger Konrad Lorenz ging noch von einem Arterhaltungstrieb in allen Tieren aus, die z.T. durch das Opfern ihres Lebens ihre Tierart erhalten würden. Das Individuum sei nichts, seine Art alles. Der Nationalsozialismus spitzte diese Annahme darauf zu, dass das Individuum in aller erster Linie seinem Volk zu dienen habe. Heute hören wir diese Idee häufig als Argument gegen Tierrechte: es sei dem Menschen angeboren, seine eigene Art anderen Tierarten vorzuziehen, und daher wäre der Speziesismus natürlich und ethisch richtig.

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