Buchrezension

Mein neues Buch: „Im Untergrund“, Promedia Verlag, € 19,90

Im Alter von 25 Jahren ging ich an die Uni Cambridge in England, um am Institut von Stephen Hawking in angewandter Mathematik als Universitätsassistent zu arbeiten. Schon am Abend meiner Ankunft sah ich ein Plakat am Busbahnhof hängen, auf dem für den nächsten Tag eine Podiumsdiskussion über „Animal Welfare versus Animal Warfare“ angekündigt wurde. Ohne soziale Kontakte dort, schien mir das eine gute Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen. So geriet ich sehr rasch in den Sog der dortigen Tierrechtsbewegung.

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Jäger und Förster Peter Wohlleben fordert die Abschaffung der Jagd

Peter Wohlleben ist Jäger und Förster. In seiner Jugend hat er mit einer gewissen Begeisterung auf Hirsche geschossen. Heute betreut er den Gemeindewald von Hümmel in der Eifel im Westen Deutschlands. Ökologie und Tierschutz sind ihm mittlerweile zweifellos ein großes Anliegen, wie er in seinen vielen Büchern, insbesondere „Der Wald. Ein Nachruf“, beweist. Und für die Jagd kommt er darin zu besonders beeindruckenden Schlussfolgerungen.

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Ein Vorbild für Kanzler Kurz: Orbans Ungarn (Buch von Paul Lendvai)

Paul Lendvai flüchtete nach dem Ungarn Aufstand 1956 nach Österreich und wurde hier zusammen mit hundert tausenden Menschen gegen die Aufregung von rechts aufgenommen. Heute, schreibt er, ist ihm Österreich längst eine liebe Heimat geworden. Umso besorgter blickt er auf sein Vaterland Ungarn über die Grenze. Dort etabliert sich gerade eine „illiberale Demokratie“ (O-Ton Victor Orban selbst) mit autoritären Strukturen. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat diesem illiberalen Demokraten Orban kürzlich den ersten Staatsempfang der neuen ÖVP-FPÖ Regierung bereitet und in höchsten Tönen von ihm geschwärmt. Vizekanzler Strache wollte auch unbedingt mitmischen und gab sich in der ungarischen Botschaft ein Stelldichein. Kurz und Strache entschuldigten sich quasi für die Kritik der Vorgängerregierung an den ungarischen Verhältnissen und wollten bei in der Öffentlichkeit den Eindruck erwecken, als ob sie jeweils ein besseres Verhältnis zu Orban haben als der andere. Ein peinliches Trauerspiel. Aber jedenfalls Grund genug, einen Blick über die Grenze zu wagen. Und das am besten unter professioneller Anleitung. Das Buch „Orbans Ungarn“ ist 2016 im Kremayr&Scheriau Verlag Wien erschienen.

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Der Wolf kehrt zurück – ein Buch über das Zusammenleben in der Kulturlandschaft

Endlich eine vernünftige Stimme in der zunehmend irrationaler werdenden und von den kommerziellen Medien angeheizten Stimmung gegen den Wolf. Und was für eine Stimme. Elli Radinger und Günther Bloch befassen sich seit Jahrzehnten wissenschaftlich mit freilebenden Wölfen, und zwar hauptsächlich im Banff Nationalpark in Kanada und im Yellowstone Nationalpark in den USA. Dabei hatten die beiden ständig Zusammentreffen mit Wölfen, allein in den Jahren 1992 – 2014 sogar in 7673 dokumentierten Fällen. Und das ist die gute Nachricht dieses Buches: nie ist es dabei zu gefährlichen Situationen gekommen, selbst wenn sich die ForscherInnen nahe der Wolfshöhle mit den Jungtieren aufhielten oder sich bei der Begegnung auf den Boden legten. Manchmal schnupperten die Wölfe sogar an den ganz ruhig liegenden Menschen und zogen dann weiter. Also Entwarnung durch ExpertInnen: es ist sehr unwahrscheinlich, dass Wölfe Menschen angreifen. In wenigen Ausnahmefällen kann das passieren, aber dann ist Tollwut oder Selbstverteidigung nach einer Schussverletzung durch JägerInnen der Grund. Doch die Tollwut gibt es bei uns gar nicht mehr!

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„Gemüseheilige“ – Eine Geschichte des veganen Lebens in Deutschland

Da gibt es schon wieder eine neue Fleischalternative, dort endlich auch vegane Daunen, hier sogar besonders tolles veganes Leder. Wenn man so im Veggieboom lebt, möchte man meinen, die vegane Welt wird gerade erfunden. Insbesondere junge Menschen, die sich der Bewegung anschließen und ihre ersten veganen Flugblätter verteilen, denken sich meiner Erfahrung nach oft, dass diese Bewegung mit ihren Innovationen funkelnagelneu ist – und deshalb bald eine neue Zeit anbricht. Ist aber nicht so. Vegane Fleisch-, Daunen, Leder-, Butter-, Milch- und sonstige -alternativen gibt es schon seit ewiger Zeit. Da ist gar nichts neu. Vielmehr wirkt das eher nach Hamsterrad: alle 100 Jahre flammt der vegane Gedanke neu auf, entwickelt sich, als hätte es ihn nie gegeben, und stirbt dann wieder, um wie Phönix aus der Asche später neu zu entstehen.

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Ziviler Ungehorsam im Dritten Reich? – „Kurt Gerstein oder die Zwiespältigkeit des Guten“

Ziviler Ungehorsam ist ein ganz wesentliches Mittel des Widerstands der Ohnmächtigen und der außerparlamentarischen politischen Kampagnenarbeit in einer Demokratie. Als ich mich in den 1970er und 1980er Jahre für Umwelt- und Tierschutz zu engagieren begann, war ziviler Ungehorsam bei uns hier gerade im Entstehen. Der Spirit der „Alternativbewegung“ hat sich daraus genährt. Es war ein Teil des politischen Selbstverständnisses, offen Gesetze zu brechen und der Staatsmacht dabei in die Augen zu schauen. Eigentlich hatte ich damals gedacht, dass das der neue Politstil wird, im Fahrwasser von Martin Luther King und der 1968er Bewegung, und dass Demokratie in den 2000er Jahren dadurch definiert sein wird. Doch irgendwie stimmt das nicht. Es gibt einen Backlash, erschreckender Weise. Ziviler Ungehorsam wird immer mehr skandalisiert und als radikal verfolgt. Der Staat, insbesondere der Überwachungsstaat, versucht mit scharfer Repression Zivilen Ungehorsam zu verunmöglichen. Und eine neue Generation einer politisch angepassten Jugend, so meine Wahrnehmung, lässt sich davon beeindrucken.

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„Schwein ohne Schwein“ – ein Buch von Veganpionier Charly Schillinger

Fehlt noch ein Weihnachtsgeschenk? Dann kann ich dieses Buch nur empfehlen. Die ersten 27 Seiten sind eine wirklich unterhaltsam geschriebene Zusammenfassung des Weges des Autors bis zum veganen Landgasthaus in Großmugl, irgendwo im Weinviertel. Landgasthaus und vegan ist keine Begriffskombination, die häufig zu finden ist. Bis heute erstaunt, wie er das hinbekommen hat. Und der Weg dorthin war nicht geradlinig. Die restlichen 115 Seiten sind Rezepte für die deftige vegane Hausmannskost dort, mit vielen Tipps und Ideen, wie man es sich einfach machen kann.

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Buch: Chris Moser’s „viva la rebellion“ im Kyrene Verlag

Wer Chris Moser kennenlernt, kann nicht umhin, ihm fasziniert zuzuhören. Er kann erzählen. Authentisch. Und er hat viel zu erzählen. Von einem rebellischen Leben. Aufgewachsen in dem eher provinziellen Landeck, wurde er bald zum landesweit bekannten Graffiti-Aktivisten. Nach entsprechenden Konflikten mit der Behörde, ging er dazu über, seine Kunst auf Ausstellungen statt auf Hausmauern zu platzieren. Daneben nahm er an zahlreichen Protestaktionen teil, darunter seit 2001 auch für Tierrechte im Rahmen des VGT. Als würde das noch nicht den Tag füllen, arbeitet er als Restaurator und lebt mit seinen 3 selbstredend veganen Kindern und seiner Frau in einem uralten Bauernhaus in der Wildschönau in Tirol. Ein Haus, das im Übrigen auch viel Zeit für Pflege benötigt.

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„Secret Manoeuvres in the Dark“ – ein Buch über die unglaubliche Infiltration der Zivilgesellschaft durch Spitzel der Multinationalen Konzerne

Wer die Spitzelaktivität der Polizei in der Tierschutzszene schon für demokratiepolitisch bedenklich und eine Zumutung hält, siehe , den/die wird dieses Buch noch ein stückweit mehr entsetzen. „Secret Manoeuvres in the Dark“ von Eveline Lubbers, 2012 im Verlag PlutoPress erschienen, hat mir die Augen geöffnet. Lubbers ist seit langem als Wissenschaftlerin, aber auch als Journalistin und politische Aktivistin, darin engagiert, die undemokratischen Machenschaften Multinationaler Konzerne aufzudecken. Dazu bietet sie auch Beratung für NGOs an. Und diese würde uns allen helfen, wenn die Fakten betrachtet, die Lubbers für ihr Buch zusammen getragen hat.

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