Feminismus

Intersektionalität: oft zu Lasten der Tiere

Es gibt viele Diskriminierungsformen in der Gesellschaft, manche sprechen von 15 und mehr. Da geht es um Diskriminierung nach der Hautfarbe, der ethnischen Herkunft oder des Geschlechts, aber auch nach der gesellschaftlichen Klasse, der sexuellen Orientierung oder des Alters. Für uns ist natürlich die Diskriminierung nach der biologischen Art zentral, der Speziesismus, auch wenn er von der Diskriminierungsforschung oft vergessen wird. Tatsächlich ist die Diskriminierung nach der Art mit Sicherheit die größte und brutalste.
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Kommentar zu Kim Socha „Animal Liberation and Atheism“

Kim Socha ist Universitätsprofessorin für Englisch an der Indiana University of Pennsylvania in den USA und Tierbefreiungsaktivistin. Sie hat mir netter Weise ihr neues Buch zu Tierbefreiung und Atheismus geschickt, um es zu kommentieren. Laut einer Studie von 2010, die im Buch zitiert wird, sind weltweit 32% aller Menschen ChristInnen, 23% Moslems, 15% HinduistInnen, 7% BuddhistInnen, 6% AnhängerInnen von Naturreligionen, 0,2% JüdInnen und 1% zugehörig zu anderen Religionsgemeinschaften. D.h. immerhin, dass 16% der Menschen agnostisch oder atheistisch eingestellt wären. Doch Socha geht es darum, zu zeigen, dass ausnahmslos alle Religionen anthropozentrisch und speziesistisch sind, es lasse sich ganz grundsätzlich nicht religiös für Tierbefreiung argumentieren. Die Autorin benutzt dafür als Metapher die Sage von Prokrustes. Dieser Riese der griechischen Mythologie ließ Wanderer zwar bei sich übernachten, passte sie aber in der Größe seinem Bett an, indem er ihnen die Beine abhackte oder sie streckte, anstatt für sie eine passende Schlafstätte zu finden. Das, so Socha, zeichne auch alle religiösen Argumente für Tiere aus: die Bibel z.B. würde gestreckt oder beschnitten, um tierfreundlich interpretierbar zu werden, man deute das Neue Testament so um, dass Jesus vegan wird, usw. Wer gegen alle Formen der Unterdrückung von Tieren ist, müsse jede Religion fallen lassen, aber auch umgekehrt, wer AtheistIn ist, müsse für Tierbefreiung sein. Letzteres folge aus der evolutionären Verwandtschaft von Tier und Mensch.
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Beim VGT gibt’s einen sehr großen Gender Pay Gap!

Zum Weltfrauentag wurde überall vom Gender Pay Gap gesprochen, das ist die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Stundenlohn für Männer und dem für Frauen. Diese Zahl wird als sehr signifikant angesehen, als der Beweis, dass Frauen in unserer Gesellschaft unterdrückt werden. Die Medien waren voll davon. Zum Beispiel schrieb Doris Knecht in ihrer Kolumne im Kurier vom 8. März 2015 vom Gender Pay Gap: „Solange das so ist, soll keiner behaupten, die Frauen seien doch eh längst gleichberechtigt. Solange das so ist, soll keiner sagen, eine Quote brauche es nicht.“
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Zu Sexismus bei Nacktaktionen – ein Workshop am Tierrechtskongress

Nach einer Human-Animal-Studies Konferenz habe ich die Frage auf meinem Blog angerissen: sind politische Nacktaktionen auf der Straße sexistisch, http://www.martinballuch.com/sind-nackt-aktionen-sexistisch/? Zugegeben, in der österreichischen Tierrechtsbewegung zumindest scheint das kaum ein Thema zu sein, jedenfalls gab es dazu meines Wissens intern kaum Diskussionen. Ich möchte nicht anregen, dass sich das ändern sollte, fast im Gegenteil, ich möchte Verständnis dafür wecken, dass man auch in so heiklen Fragen mit guten Gründen sehr verschiedener Ansicht sein kann, was zu mehr Toleranz anderer Meinungen führen könnte.
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Ein feministisches Argument gegen den ethischen Vegetarismus

Es gibt tatsächlich viele Stimmen mit feministischem Hintergrund, die sich für Veganismus aussprechen – wenn auch Tierrechte oft als patriarchales Konzept dabei abgelehnt werden. Aber es gibt auch feministische Argumente gegen Veganismus, die strukturell ähnlich sind, was in meinen Augen die Beliebigkeit sozialwissenschaftlicher Schlussfolgerungen widerspiegelt. Ein Beispiel dafür ist Kathryn Paxton George, die in zahlreichen Publikationen den ethischen Vegetarismus quasi als patriarchale Unterdrückungsstrategie gegen Frauen darstellt. Im Wesentlichen sagt sie, dass gesund vegan zu leben eigentlich nur für Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren möglich ist und durch Verbreitung der Forderung, vegan zu leben, werden Frauen, deren Körper das nicht vertragen würden, physisch geschwächt und leichter unterdrückbar gemacht. Wenn man nur genügend lange dreht und symbolisiert ist scheinbar jedes gesellschaftliche Phänomen als patriarchales Konzept zur Unterdrückung der Frauen interpretierbar.
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Ein kritischer Blick auf den Ökofeminismus

Viele philosophische Traditionen und sozialen Bewegungen haben einen eigenen Zugang zu Tierschutz, Tierrechten und Tierbefreiung entwickelt, und das ist gut so. Müsste man erst einer gewissen Tradition oder Bewegung angehören, bevor man sich für Tiere engagieren kann, wäre das eine völlig unnötige Einschränkung. Und so hat auch der Feminismus eine eigene Version von Tierethik entwickelt, den Ökofeminismus, wie er z.B. von Carol Adams, Josephine Donovan und Barbara Noske propagiert wird.
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Sexismus im Kontext

Schistar Marcel Hirscher als Sexobjekt. Nicht sexistisch? Freundin Laura gesteht im Interview, sie wäre gerne an seiner Stelle fotografiert worden.

Schistar Marcel Hirscher als Sexobjekt. Nicht sexistisch? Freundin Laura gesteht im Interview, sie wäre gerne an seiner Stelle fotografiert worden.

PETA hat seit geraumer Zeit fast keine AktivistInnen mehr. Dieses Problem habe ich von Stuttgart bis London erzählt bekommen, und in den USA dürfte es ähnlich sein. Auch aus der Organisation der amerikanischen Tierrechtskongresse ist PETA ausgestiegen. Der Grund für die Isolation im Aktivismusbereich ist der Sexismusvorwurf wegen Werbesujets mit halbnackten Frauen. Andere Kritik, wie das Töten von Streunertieren, die Holokaust-auf-dem-Teller Kampagne oder die strikte Hierarchie in der Organisation mit Ingrid Newkirk an der Spitze, sind dagegen völlig untergeordnet. Sexismus durch Bilder von Frauen ist also ein relevantes Thema in der Aktivismusszene und kann große Organisationen ins Abseits manövrieren.

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Sind Nackt-Aktionen sexistisch?

IMG_2363kleinDieses Foto zeigte ich im Rahmen meiner Präsentation am sozialwissenschaftlichen Kongress zu „Critical Animal Studies“ in Karlsruhe. Darauf sind 3 Personen zu sehen – in diesem Fall in Innsbruck 2 Frauen und 1 Mann, aber die Aktion fand in vielen Städten Österreichs statt und da waren im Schnitt gleich viele Männer wie Frauen dabei, einmal sogar nur 3 Männer – die sich „oben ohne“ im Kaninchenkostüm mit aufgemalten Brandwunden in einem Käfig präsentieren, um auf das Leid in Tierversuchen aufmerksam zu machen. Anlass waren die Reform des Tierversuchsgesetzes und ein realer Tierversuch in Wien, in dessen Verlauf 50 Kaninchen durch kochendheißes Wasser Brandwunden zugefügt worden waren.
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Gibt es „Sexual Politics of Meat“?

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Auch zum Verzehr bestimmt? Eine aktuelle Werbung für den Mucha-Verlag mit einem sexuell präsentierten Männerkörper ohne Gesicht, den Frauenhände abgreifen. Ich vermute allerdings, dass der Mann stolz auf dieses Bild ist und dadurch an Selbstvertrauen gewonnen hat, und sich nicht abgewertet und objektiviert fühlte.

Was hat das Leben von Supermodel Heidi Klum mit dem eines Schweins aus einer Tierfabrik gemeinsam? Nicht viel, würde man meinen. Heidi Klum ist reich, bekannt, sehr beliebt und bewundert, hat 2,5 Millionen Likes auf Facebook und wirkt selbstbewusst und lebenslustig. Im Gegensatz dazu ist ein Schwein in einer Tierfabrik völlig unbekannt, leidet und stirbt hinter verschlossenen Türen, vegetiert auf Vollspaltenböden über dem eigenen Kot dahin, in ständigem Gedränge, ohne frische Luft, ohne Sonne, ohne auch nur irgendeine Lebensqualität. Wenn es männlich ist wurde es ohne Betäubung kastriert, in jedem Fall wurden ihm routinemäßig der Schwanz und die Zähne kupiert. Die Liste der schrecklichen Lebensumstände ließe sich verlängern.
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