Footprint

Ökologischer Footprint Teil 2: Kritik an einem anthropozentrischen Konzept

Die Berechnung des Ökologischen Footprints an sich ist eine naturwissenschaftliche Aufgabe, die keine Werthaltung voraussetzt. Es wird im Wesentlichen festgestellt, wieviel Land man verbraucht und die Einschränkung dieses Verbrauchs entsteht hauptsächlich durch die große Anzahl von Menschen, die heute auf der Erde leben. Der Ökologische Footprint sagt noch nichts darüber aus, ob die Rechte von Lebewesen missachtet werden, oder auch, ob ein Verbrauch besonders umweltbelastend ist. Würde man einige Menschen als SklavInnen halten, könnte man den eigenen Footprint senken, weil in die Footprintberechnung eines Produkts auch der für die ArbeiterInnen geleistete Aufwand einfließt. Genauso ist der Footprint bei einem Turbolegehuhn, das innerhalb von 1 Jahr so viele Eier legt, dass es dann zusammenbricht und stirbt, geringer, als bei einem Biofreilandhuhn einer alten Rasse mit geringerer Legeleistung. Und Holz hat einen hohen Footprint, weil Bäume viel Platz brauchen und langsam wachsen, auch wenn Holz an sich ein nachhaltiger und umweltverträglicher Rohstoff wäre. In der Geschichte der Menschheit haben Jäger-Sammler-Gemeinschaften ihre Umwelt relativ wenig belastet, aber viel Land für ihren Lebensstil gebraucht. Sie haben also einen viel höheren Footprint, als die Menschen nach der neolithischen Revolution mit Ackerbau und Viehzucht, was sich auch an der Bevölkerungsexplosion nach dieser Revolution ablesen lässt. Dieser Lebensstil schädigt zwar die Umwelt mehr, kann aber aus derselben Grundfläche viel mehr Ressourcen entnehmen und daher viel mehr Menschen ernähren. Das zeigt uns schon die Grenzen des Konzepts des Ökologischen Fußabdrucks auf.

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Ökologischer Footprint Teil 1: Wir werden uns einschränken müssen

Wir sind bald 8 Milliarden Menschen auf dieser Erde, und wir werden immer mehr. Jeder von uns hat Bedürfnisse, wir wollen wohnen, essen, reisen und konsumieren. Und wir verlangen eine Infrastruktur in unserer Gesellschaft, die uns Sicherheit bietet, wie z.B. Spitäler, oder das Leben erleichtert, wie Straßen. All das verschlingt Ressourcen, die aber auf unserer Erde naturgemäß beschränkt sind. Die Idee des ökologischen Fußabdrucks ist nun, diesen Ressourcenverbrauch in ein Flächenmaß umzurechnen, das benötigt wird, um den jeweiligen Ressourcenverbrauch zu generieren. Das kann dann mit der verfügbaren Fläche auf der Erde verglichen werden. Der ökologische Fußabdruck einzelner Menschen ist also ein naturwissenschaftlich berechenbares Maß dafür, welchen Anteil der Erdressourcen der jeweilige Mensch verbraucht.

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