Philosophie

Und doch: die Wissenschaft verwendet Daten von brutalen Menschenversuchen ohne Zustimmung der Betroffenen

Welche TierschützerInnen kennen das nicht, das Lieblingsargument der Tierversuchsseite: „Wenn ihr gegen Tierversuche seid, dann dürft ihr auch keine Medikamente verwenden“. Also erstens gibt es ja auch Forschung ohne Tierversuche, ja, wie wir wissen, sind Tierversuche oft sogar kontraproduktiv, siehe New Scientist http://www.martinballuch.com/new-scientist-sagt-tierversuche-sind-der-falsche-weg-in-der-forschung-fuer-menschen/. Aber zweitens sind auch TierexperimentatorInnen hoffentlich für Menschenrechte, also gegen invasive Menschenversuche ohne Zustimmung der Betroffenen. Aha, dann dürften sie auch nicht Dinge verwenden, die von Daten solcher Versuche stammen, oder?

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Über den sogenannten „KZ-Vergleich“

Als Flüchtlinge in einem Container erstickten, nutzte das der Falter wieder für einen Seitenhieb auf die „pathologische Empathie“ von TierschützerInnen, siehe oben. Jaja, der KZ-Vergleich. Wenn man kein anderes Argument mehr hat, dann war Hitler Vegetarier, Peter Singer ein Eugeniker und die TierschützerInnen antisemitisch wegen dem Vergleich von Tierfabriken mit KZs des Dritten Reichs. Ermüdend langweilig. Aber, ich muss zugeben, dass diese Vorwürfe heute deutlich weniger häufig geäußert werden, als noch vor 20 Jahren. Damals, etwa 2000, schrieb ich den folgenden Text zum sogenannten KZ-Vergleich, der bis heute für mich Gültigkeit hat und alles dazu sagt, was man vernünftiger Weise dazu sagen kann. Mein Artikel ist zwar noch online, http://archiv.veggie-planet.at/warumvegan/tierrechte/ueber_den_sogenannten_kzvergleich.html, aber ich vermute nicht sehr bekannt. Deshalb möchte ich ihn nun hier auf meinem Blog sozusagen archivieren.

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Unfassbar: Plädoyer für Tiere als Sachen von Georg Geismann an der Uni Wien!

Seit 1989 steht im Österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Zivilrecht, in Paragraph 285a der Satz „Tiere sind keine Sachen“. Zwar, wir wissen es alle, wird das im nächsten Satz desselben Paragraphen relativiert, dass also auf Tiere dennoch bis auf Weiteres das Sachenrecht anzuwenden ist, und zwar wissen wir ebenso, dass § 285 a bisher in allen Gerichtsverfahren, in denen wir ihn zu verwenden versucht haben, keine konkrete Anwendung hatte, er sozusagen als Nullgesetz ohne Konsequenz gehandelt wird, so ist doch unbestritten, dass der parlamentarischen Entscheidung zu § 285a eine politische Botschaft zugrunde liegt: es ist falsch, Tiere als Sachen anzusehen. Tiere sind de facto keine Sachen, sie können fühlen, erleben die Welt subjektiv bewusst und können daher auch bewusste Entscheidungen auf Basis dieser Erlebnisse treffen. D.h. sie haben eine Persönlichkeit, die ihre eigene Sicht auf die Welt bedingt und die ihre Entscheidungen, wie sie handeln wollen, prägt.

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Wildlife suffering – wildlife intervention?

A new proposal is floating through the movement, wildlife intervention to prevent wildlife suffering. If you are new to this topic, you might be forgiven for thinking wildlife suffering is referring to hunting, or trapping, or „pest control“ or car accidents. No, it is not. The proponents of this idea are talking about the, as they call it, „most abundant animal suffering on the planet“, the suffering of wild animals due to interpersonal conflict between themselves, predation and natural hardship. The solution proposed ranges from extending civilizational technologies into the wild to genetic modification of predators so that they become natural vegans. If you think that is a fringe issue, maybe it is, hopefully, actually, but I hear some people are preparing a conference on solely that question in Berlin next year.

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Radical Utilitarianism – a new rift in the animal movement

20 years ago, the primary line of conflict within the animal rights movement was between grassroots groups and big national organisations. The former claimed the latter were too mainstream, only after money and image without being effective, and not idealistic anymore. The other lamented the opposite, too radical, too scruffy, too non-conformist, too violent and without effect as well. The arguments circled around the justification and effectivity of illegal direct action and other than public pressure on the animal abuse industry.

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Tierschutz als Tischsitte – Eindrücke aus dem Nordiska Museet in Stockholm

Mit der Zivilisierung des Bürgertums, mit seinen Tischsitten und dem Ende von Folter und öffentlichen Hinrichtungen, ging auch das Verbannen der Tötung der Tiere aus dem öffentlichen Raum einher. Das mag eine parallele Entwicklung sein, oder Ausdruck ein- und derselben Distanzierung von Tieren und der Natur. Letzterem entsprechend wäre Tierschutz als gesellschaftliches Phänomen gar nicht aufgrund eines höheren Respekts gegenüber Tieren entstanden, sondern nur Ausdruck einer besonderen Form von „Sauberkeit“ bzw. „Anständigkeit“, wie Tischsitten eben. Diesen Verdacht habe ich bereits im Nachwort meines Buches „Der Hund und sein Philosoph“ geäußert.

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Wenn ein Stier einen Torero tötet

Vorgesehen ist das offenbar nicht als möglicher Ausgang dieses lächerlich machohaften, tierquälerischen Spektakels, dass der Stier einmal den Torero tötet, statt umgekehrt. Warum sonst die Aufregung? Rasch wird nicht nur der „Mörder“, wie man den Stier in den spanischen Medien nennt, umgebracht, sondern auch seine Mutter, damit nicht weitere „Mörder“ geboren werden. So hart sind die Herren und Damen Toreros dann offenbar doch nicht.

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Leidminimierung bei Konflikten unter Wildtieren?

Kürzlich bei einer Konferenz über Effektiven Altruismus in Berlin hielt jemand einen Vortrag über das Leid von Wildtieren, wenn sie in der Kälte ohne Heizung in der Wildnis stehen, oder wenn sie sich gegenseitig töten und essen. Dieses Leid, so der Vortragende, sei wesentlich schlimmer weil von der Anzahl betroffener Tiere her größer, als das Leid der sogenannten Nutztiere in Tierfabriken. Seine Tierschutzgruppe würde deshalb wild lebende Paarhufer in Spanien im Winter füttern. Bei einem anderen Vortrag wurde sogar gesagt, es sei gut, wenn ein wilder Wald abgeholzt und zubetoniert werde, weil dann gibt es weniger Lebensraum für Wildtiere und diese leiden doch so viel, sodass es global gesehen weniger Leid bedeutet, wenn es weniger Wildtiere gibt.

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Computer Artificial Intelligence (AI) kann niemals zu Bewusstsein führen

Sie werden doch immer besser, die Computer. Jetzt hat kürzlich das Programm eines Supercomputers sogar einen der weltbesten Go-Spieler, ich glaube aus Südkorea, besiegt. Und ich erinnere mich noch gut, so Ende der 1990er Jahre, als der erste Computer den regierenden Weltmeister im Schach schlug. Na, wer so gescheit ist und so komplexe Probleme lösen kann – noch besser als Menschen – der muss doch Bewusstsein haben, oder?

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Autonomie der primäre Wert: das emotionale Argument

Es wirkt zunächst so plausibel: da leidet jemand, aber wer will schon leiden, also ist es besser, dieser Jemand leidet nicht oder weniger, also ist Leidvermeidung gut. Diese Schlussfolgerung setzt aber nicht nur voraus, dass kein leidensfähiges Lebewesen leiden will, sondern auch, dass es die ethische Verpflichtung gäbe, den Willen leidensfähiger Lebewesen zu ignorieren und sie zu ihrem Glück, nicht leiden zu müssen, zu zwingen, wenn man meint, es besser zu wissen.

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