Geschichte

Aufarbeitung der Nazizeit: Schindler, Göth und das Zwangsarbeitslager Plaszow

Ich stehe auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeitslagers und später auch KZs Plaszow in Krakau, Polen. Etwa 10.000 Lagerinsassen wurden hier ermordet, zusätzlich zahlreiche Personen zur Erschießung auf diesen Hügel im Lager gebracht. Dort oben steht heute zwar ein Denkmal, aber das Lagerareal ist ein Erholungsgebiet. Im Gelände spielen Kinder, ein Mann übt Schüsse mit Pfeil und Bogen, eine Familie lässt sich ein Picknick in der Sonne schmecken. Auf dem Hügel waren die Erschossenen von ZwangsarbeiterInnen zunächst vergraben, dann wieder herausgeholt und verbrannt worden. Die Erde muss von Blut getränkt sein. Heute genießen hier die Menschen unbekümmert ihre Freizeit.
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Die Partisanen im Hochschwab

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Die Gegend um das Achnertörl, einem Partisanenstützpunkt im Hochschwab, 70 Jahre nach den Geschehnissen

Genau 70 Jahre ist es jetzt her! Heute wandern wir mit Schi durch den dichten Wald, entlang des uralten Weges, den auch die Partisanen genommen haben müssen. Gute 2 Stunden von der letzten Straße entfernt kommen wir am Achnertörl in 1400 m Höhe an. Düster liegt der Nebel im Wald, die Abenddämmerung hat schon eingesetzt. Hier sind die Überreste einer alten Holzknechthütte – einer der Stützpunkte der Partisanen im Hochschwab!
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Das Schicksal der ersten österreichischen Demokraten: der Galgen am Schottentor 1795

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Die Hinrichtung Franz Hebenstreits am Schottentor vor der Stadtmauer Wiens am 8. Jänner 1795

Anfang des 18. Jahrhunderts sind in Österreich die staatstragenden Klassen Adel und Klerus fest im Sattel. Das Bürgertum ist noch völlig machtlos. Mit der Aufklärung wird an dieser Hierarchie gerüttelt. Die religiösen Gebote sollen durch vernünftige Regeln ersetzt werden, im Zentrum wird der Mensch und seine grundsätzliche Gleichheit stehen – nicht mehr Kaiser, König oder Gott. Bald spüren die Mächtigen die ersten gesellschaftlichen Folgen der neuen Denkströmung und versuchen, sie zu unterdrücken. Die FreidenkerInnen mussten in den Untergrund und trafen sich z.B. in Freimaurerlogen. Die Kaiser Joseph II und Leopold II akzeptierten die Freimaurerei, weil sie sich dadurch Verbündete gegen die Allmacht des Adels und der Kirche erhofften. Bis Ende der 1780er Jahre waren viele hohe Militärs, Minister und Staatsfunktionäre im Freimaurerbund. Doch mit Kaiser Franz II sollte alles anders werden.
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Partisanen im Widerstand

 

Ich muss zugeben, schon seit Kindertagen am Partisanenkampf in Österreichs Bergen gegen den Nationalsozialismus interessiert gewesen zu sein. Durch meinen Großvater, der in Südkärnten lebte, kam ich mit der Gegend und dem Andenken an den vor allem von Kärntner SlowenInnen geführten Partisanenkampf in Berührung. Allerdings wollte man sowohl vom offiziellen Kärnten her, als auch von Seiten der Mehrheit der Bevölkerung, entweder nichts davon wissen oder wenig Gutes daran lassen. So verschlang ich zwar das Buch „Gemsen auf der Lawine“ von Karel Prusnik-Gasper und besuchte alle darin erwähnten Orte, konnte aber aus Geschichtsbüchern oder Museen praktisch nichts zu dem Thema erfahren.

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