Linguistischer Gutachter

Wird Linguist Schweiger seinem Namen endlich gerecht?

Erstmals habe ich von Wolfgang Schweiger in einem Internetcafe in Neuseeland gehört. Nach meiner Freilassung aus der U-Haft war ich auf eine Vortragstournee nach Neuseeland geladen worden. Dort hielt ich mich durch die gelegentliche Nutzung von Internetanschlüssen über die Entwicklungen in Österreich am Laufenden. Und plötzlich stand da: linguistischer Gutachter stellt fest, dass Martin Balluch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Bekennerschreiben zu Straftaten verfasst hat. Ich war fassungslos! Wie ist so etwas möglich? Sofort rief ich Sprachwissenschaftler Univ.-Prof. Manfred Kienpointner von der Uni Innsbruck an und beauftragte ihn, ein Gutachten über das linguistische Gutachten der Staatsanwaltschaft zu erstellen. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass Gegengutachten der Verteidigung vor Gericht überhaupt keine Rolle spielen. Ein Gutachten der Staatsanwaltschaft gilt als objektiv und Punkt. Die Verteidigung dagegen sei sowieso einseitig, entsprechende Gutachten daher unglaubwürdig und irrelevant. Erst langsam sollte mir die Macht von gerichtlich beeideten Sachverständigen klar werden.
(mehr …)

Fortführungsantrag zu Anzeige gegen linguistischen Gutachter Schweiger

Zum Thema dieses Artikels gibt es auch eine Tierrechtsradiosendung von mir:
http://www.tierrechtsradios.at/audio/tierrechtsradio-2012-01-27-tierschutzprozess-linguist-wolfgang-schweiger.mp3

Wir erinnern uns: Schweiger war die Lachnummer des Tierschutzprozesses. Zugegeben, er hat sich tatsächlich ein bisschen verrückt präsentiert und gleich 178 Fehler in jene Texte eingebaut, die er dann linguistisch analysieren sollte. Es war auch Schweiger, der diese Fehler mit seinem „ultimate power scanner“ erklären wollte.

Allein, ich habe das untrügliche Gefühl seine „Verrücktheit“ hatte System. Er wusste schon genau, was er wollte. Und das war jedenfalls eine fürstliche Bezahlung für sein Gutachten. Er erhielt € 50.000 dafür, und zwar deswegen, weil er Computer für dumm erklärte und statt den überall erhältlichen Softwareprogrammen für Wortstatistiken selbst mit der Hand 10.000e Worte und 100.000e Buchstaben zählte. Er nannte das die „Hosenbodenmethode“.
(mehr …)

Wie es ausging, mit Linguist Schweiger

 

Die letzten Prozesstage waren so lang und so dicht, dass alle Personen, die damit zu tun hatten, für sonst nichts mehr Zeit haben konnten. Deshalb möchte ich jetzt langsam die letzten Tage aufarbeiten.

Am 29. März 2011 war der linguistische Gutachter Schweiger ein letztes Mal zur Befragung im Gericht. Weder ich noch sonst jemand der Angeklagten ist dazu gekommen, auch nur eine Frage an ihn zu stellen. Und von den AnwältInnen konnte nur mein Anwalt Stefan Traxler Schweigers Thesen kritisch in Augenschein nehmen. Aber selbst da zeigte sich schon ganz deutlich, wes Geistes Kind Schweiger ist.

(mehr …)

Die Statistik bei Linguist Schweiger ist ohne Aussage

Die Richterin hat den linguistischen Gutachter Wolfgang Schweiger doch wieder aufgerufen. Der letzte Prozesstag mit ihm dauerte von 9-21:15 Uhr und war schlicht ein Alptraum. Ich werde noch davon berichten. Trotzdem Schweiger jetzt schon zum 6. Mal vor Gericht war, habe ich ihn immer noch nichts fragen können. Deshalb habe ich ihm jetzt schriftlich mitgeteilt, warum, mathematisch gesehen, seine Statistik, mit der er die Autorenschaft nachweisen will, völlig ohne jede Aussage ist.

(mehr …)

Nach Schweiger: Ich bin Autor eines Presse-Artikels

Der linguistische Gutachter im Tierschutzprozess, Wolfgang Schweiger, hat eine neue Methode, das „Indizienranking“, erfunden, um zu beweisen, dass ich Autor verschiedener Texte bin. Diese Methode wird detailliert im Folgenden getestet. Dabei ergibt sich, dass ich laut dieser Methode mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Autor eines Presseartikels von Manfred Seeh sein muss!

(mehr …)

Schweigers Ausrede: die Fehler stammen von seinem Kopiergerät – oder dem Scanner

 

Am Ende der Marathonsitzung am 11. März im Tierschutzprozess wurde Gutachter Schweiger gefragt, wie er sich die 178 Fehler erklären kann, die er in die Texte eingefügt hatte. Seine Antwort ist bemerkenswert:

Zuerst habe er die Texte kopiert und dann eingescannt. Dabei müssen die Fehler entstanden sein, entweder durch den Kopierer oder den Scanner. „Ein Patzerl oder eine Falte könnten den Scanner verwirrt haben“.

(mehr …)

178 Fehler vom linguistischen Gutachter Schweiger

 

Heute mussten wir Gutachter Schweiger bereits den 5. Tag ertragen – und die Verteidigung konnte noch immer keine Fragen stellen! Dafür hat die Richterin, und das muss man ihr zugute halten, sorgfältig alle Texte angeschaut, die Schweiger begutachtet hat. Es stellte sich dabei heraus, dass es viele Unterschiede zwischen den Originaltexten und jenen Texten gab, die Schweiger begutachtet hat. Mit anderen Worten: Schweiger hat 178 (!) Fehler in die Originaltexte eingebaut, bevor er sie einer Begutachtung unterzog. Und dann interpretierte er in mindestens 5 Fällen die von ihm gemachten Fehler als Hinweise darauf, dass ich die Texte geschrieben haben soll bzw. wie ich Texte schreibe.

(mehr …)