Tierfabrik

Es ist soweit: die ersten Bakterienstämme sind gegen alle Antiobiotika resistent

Gewarnt wurde ja schon lange, dass die ständige Abgabe von Antibiotika resistente Bakterien produziert. Doch dessen ungeachtet wurden letztes Jahr weiterhin 63.000 Tonnen Antibiotika in Tierfabriken an Nutztiere verfüttert, einerseits um die Keime in diesen Betrieben in Schach zu halten und andererseits um die Gewichtzunahme der Tiere zu fördern. So wichtig ist billiges Fleisch als Massenware, dass wir dafür die Gesundheit der Menschen weltweit aufs Spiel setzen. Bekannt war, dass dadurch ständig neue Formen von Antibiotika gefunden werden mussten, weil die Bakterien ja reagieren und nur jene überleben, die resistente Gene entwickeln. Und diese resistenten Gene breiten sich dann rasant aus. Doch jetzt ist es aus mit neuen Antibiotika.

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Sackgasse Industrialisierung: wie der Bauernhof zur Tierfabrik wurde

Im 18. Jahrhundert nannte es sich „ökonomische Aufklärung“. In Preußen zog man gegen die Sommerweide der Kühe zu Felde. Die Weide sei eine Seuchenfalle, die Wiesen würden verwüstet, es würde Zeit, dass die Kultur über die Natur siege. Das Tier sei wie ein Mensch ohne „Seelenkraft“, also wie ein geistig verwirrter Mensch, auch in der Gefangenschaft glücklich. Die Freiheit an sich habe für das Tier keinen Wert (1772). Die Preußische Akademie der Wissenschaften konstatierte 1787: die Sommerstallfütterung, d.h. die ganzjährige Anbindehaltung von Kühen, ist die wichtigste Revolution in der Landwirtschaft. 1799 wurden vom „Vater der deutschen Landwirtschaft“, Albrecht Thaer, Kühe explizit als „Maschinen“ bezeichnet, die Futter in Milch verwandeln. Man müsse also Maßnahmen setzen, die diesen Prozess modern und effizient gestalten. Der Schritt zur Industrialisierung auch der tierlichen Landwirtschaft war getan.
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Im Gespräch mit der österreichischen Bergbauernvereinigung ÖBV

 

Die österreichische Berg- und KleinbäuerInnen Vereinigung ÖBV-Via Campesina hat mich für die neue Ausgabe Nr. 326 Ihrer Zeitung „Wege für eine bäuerliche Zukunft“ interviewt. Diese dem Thema „Tierschutz“ gewidmete Ausgabe ist jetzt erschienen. Neben 3 Seiten über mich handeln die Artikel über eine Themenpalette von Veganismus, allerdings unter der Prämisse, die Umweltbelastung zu reduzieren, bis zur expliziten Tierschutzfeindlichkeit, bei der Tierschutz nur als Auflage gesehen wird, die das Tiereswohl über das Bauernwohl stelle. In einem Artikel wird sogar gesagt, ich ernähre meinen Hund vegan und das sei erlaubt, aber wenn wiederkäuende Kühe ein unnatürliches Kraftfutter bekommen, um mit ihrer Milchleistung mithalten zu können, weil selbst 24 Stunden am Tag Gras zu essen würde nicht genug Energie liefern, dann sei das Tierquälerei. Hunde an der Leine zu führen sei erlaubte Anbindehaltung, für Kühe sei aber die Anbindehaltung verboten. Nach Ansicht dieses Autors würden also Nutztiere viel besser geschützt als Haustiere, weil man in der Gesellschaft offenbar so bauernfeindlich wäre.

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