Tierrechte

Die englische Tierrechtsaktivistin Joan Court ist tot – ein Nachruf

„Granarchists“ nannten wir in England jene älteren Damen mit klassisch englisch aristokratischem „upper class“ accent, die sich mit solcher Vehemenz und Radikalität für Tiere einsetzten, dass man nur staunen konnte. „Granny“ für „ältere Dame“ und „anarchists“ für den radikalen Aktivismus. Sie ketteten sich an, blockierten mit ihrem Körper Kälbertransporte, gingen in wochenlangen Hungerstreik, entblößten ihre Brüste aus Protest und unterstützten andere AktivistInnen mit allem, was sie hatten, bis zur Selbstaufgabe. So habe ich sie jedenfalls in meiner Zeit in England von 1989-1997 erlebt, und so gibt es sie sicherlich heute noch.

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Unfassbar: Plädoyer für Tiere als Sachen von Georg Geismann an der Uni Wien!

Seit 1989 steht im Österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Zivilrecht, in Paragraph 285a der Satz „Tiere sind keine Sachen“. Zwar, wir wissen es alle, wird das im nächsten Satz desselben Paragraphen relativiert, dass also auf Tiere dennoch bis auf Weiteres das Sachenrecht anzuwenden ist, und zwar wissen wir ebenso, dass § 285 a bisher in allen Gerichtsverfahren, in denen wir ihn zu verwenden versucht haben, keine konkrete Anwendung hatte, er sozusagen als Nullgesetz ohne Konsequenz gehandelt wird, so ist doch unbestritten, dass der parlamentarischen Entscheidung zu § 285a eine politische Botschaft zugrunde liegt: es ist falsch, Tiere als Sachen anzusehen. Tiere sind de facto keine Sachen, sie können fühlen, erleben die Welt subjektiv bewusst und können daher auch bewusste Entscheidungen auf Basis dieser Erlebnisse treffen. D.h. sie haben eine Persönlichkeit, die ihre eigene Sicht auf die Welt bedingt und die ihre Entscheidungen, wie sie handeln wollen, prägt.

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„Hope For All“ – ein beeindruckendes Filmdokument über die Ausbeutung sogenannter Nutztiere

Eine 28 Jahre alte junge Frau beschließt einen Film über Veganismus zu machen. Sie hat kein Budget, keine Erfahrung mit Kameraführung, keine Ausbildung in Filmregie. Die Verbreitung der veganen Lebensweise ist ihr aber ein Anliegen, vor allem aus Mitgefühl mit Tieren. Jahrelang reist sie durch die Welt, von den USA bis nach Indien, auf eigene Kosten. 6 Monate lang bekniet sie Jane Goodall für ein Interview. 8 Jahre später ist der Film tatsächlich fertig. Kürzlich hatte er seine Premiere in Österreich. Ich war dabei. Nina Messinger heißt diese bemerkenswerte Frau.

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The International Animal Rights Conference 2016 in Luxemburg

It was 2002, when we held our first animal rights conference in Austria. From the start, the question was hotly debated if the conference language should be English or German. We chose German for 2002 and 2004, but took on English in 2006. In 2008, we switched back to German again. The organisers in Luxemburg, seemingly inspired by our style of conference, never had these quarrels. English it should be from the start, to become a truly international European animal rights conference. And so it was this year with a few hundred participants as well.

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Zum Buch „Tiere klagen an“ vom ehemaligen Tieranwalt in Strafverfahren aus Zürich, Antoine Goetschel

Gut 15 Jahre hat es die Position des „Rechtsanwalt für Tierschutz in Strafsachen des Kantons Zürich“ bereits gegeben, als Antoine Goetschel sie 2007 für 3 Jahre übernahm. In dieser Zeit stand er in 700 Strafverfahren wegen Tierquälerei auf der Seite der Opfer, der Tiere. Doch das Buch „Tiere klagen an“ im Scherz Verlag, S. Fischer Verlags GesmbH Frankfurt am Main 2012 erschienen, handelt nur peripher von seinen Erfahrungen dabei. Vielmehr stellt der Autor 10 Fragen zu Tierschutz und versucht die LeserInnen dazu zu motivieren, selbst AnwältInnen für Tiere zu werden, und zwar weniger im rechtlichen Sinn sondern im täglichen Leben.

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Der Menschenaffenprozess Hiasl in Wien für eine Sachwaltschaft – Personenstatus

Wir haben diesen Prozess schon vor 10 Jahren geführt, lange vor den Habeus Corpus Prozessen jetzt in den USA. Nur leider, trotz großer Medienberichterstattung damals, geht das im internationalen Dialog über dieses Thema völlig unter. Ich habe damals mit unserem Rechtsexperten einen englischen Artikel im ALTEX, einem peer reviewed Journal, über den Fall veröffentlicht. Ich setze das jetzt hier auf meinem Blog online, damit es eine Referenz gibt, die man zitieren kann – und auf Suchmaschinen findet!

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Autonomie der primäre Wert: das emotionale Argument

Es wirkt zunächst so plausibel: da leidet jemand, aber wer will schon leiden, also ist es besser, dieser Jemand leidet nicht oder weniger, also ist Leidvermeidung gut. Diese Schlussfolgerung setzt aber nicht nur voraus, dass kein leidensfähiges Lebewesen leiden will, sondern auch, dass es die ethische Verpflichtung gäbe, den Willen leidensfähiger Lebewesen zu ignorieren und sie zu ihrem Glück, nicht leiden zu müssen, zu zwingen, wenn man meint, es besser zu wissen.

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Autonomie der primäre Wert: das theoretische Argument

In letzter Zeit ist es immer öfter zu hören, obwohl ich es schon längst für völlig diskreditiert halte: der primäre Wert in der Ethik sei Leidvermeidung bzw. Leidminimierung. Wirklich seltsam, dass das so vielen Menschen so leicht über die Lippen kommt. Vielleicht minimieren gewisse Tierversuche das Gesamtleid aller Wesen auf der Erde, aber ist das den benutzten Tieren gegenüber gerecht? Warum schließen wir dann Menschenversuche zum Vorteil der Menschheit aus? Tierrechte schützen genau davor, unschuldig für den Vorteil anderer herhalten zu müssen. Tierrechte und Leidminimierung schließen sich also gegenseitig aus. Gar nicht zu reden von Tierbefreiung, d.i. die soziale Befreiung von menschlicher Dominanz und menschlichem Paternalismus. Nun, was soll es sein, Leidvermeidung oder Tierrechte bzw. Tierbefreiung? Ist das einfach Sache der persönlichen Vorliebe?

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Wenn ein Hund bewusst entscheidet

In meinem Buch „Der Hund und sein Philosoph“ argumentiere ich, dass Hunde autonome und vernünftige Wesen sind, die bewusst entscheiden können, ganz unabhängig von ihrer Konditionierung. Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Argumente dafür klar und deutlich dargelegt wurden und kein Zweifel mehr bestehen bleibt. In der Praxis begegnet mir dennoch ununterbrochen auch unter Tierschützer- und TierrechtlerInnen die Idee, dass Hunde nur mit Versuch und Irrtum auf Basis von Konditionierung lernen können, dass ihre Handlungsantriebe nur Reizreaktionen oder Triebe und Instinkte sind, dass es da keine Freiheit zur Entscheidung hinter diesen Schlappohren gibt.

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10.500 Jahre alte Menschenrasse gefunden – was sagt der Humanismus dazu?

Der Humanismus, und damit meine ich die Idee, dass die gesamte Menschheit eine große Familie prinzipiell gleicher Individuen bildet, ist natürlich eine sehr positive Neuerung gegenüber dem Aristotelischen Perfektionismus, und eine Antwort auf den Sozialdarwinismus. Er hat aber auch eine Kehrseite. Wenn alle Menschen gleich sind, dann sind die Tiere eben anders. Z.B. ist die Antwort des Humanismus auf den Rassismus nicht, dass es ethisch irrelevant sein muss, wie intelligent oder leistungsfähig ein Mensch ist, sondern dass es überhaupt keine Rassen gäbe. Letztere These wird damit begründet, dass Menschen schwarzer Hautfarbe untereinander eine größere Genvariation zeigen, als z.B. einzelne unter ihnen im Vergleich zu Menschen mit weißer Hautfarbe. Ebenso wird das Prinzip des „Survival of the fittest“ nicht an sich ethisch abgelehnt, sondern der Mensch als Sonderwesen einfach aus der Natur herausgenommen. Für ihn gäbe es keinen Kampf um Ressourcen, der Hunger wäre nur ein Verteilungsproblem. Deshalb ist es typischer Weise HumanistInnen auch sehr wichtig zu behaupten, dass es Kannibalismus nie gegeben habe. Alle diese „tierischen“ Aspekte des Lebens seien auf den Menschen nicht anwendbar. In Wahrheit seien die Unterschiede zwischen den Menschen nur kulturell und sozial geprägt, im Grunde wären alle Menschen gleich.

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