Tierrechtsbewegung

Über den sogenannten „KZ-Vergleich“

Als Flüchtlinge in einem Container erstickten, nutzte das der Falter wieder für einen Seitenhieb auf die „pathologische Empathie“ von TierschützerInnen, siehe oben. Jaja, der KZ-Vergleich. Wenn man kein anderes Argument mehr hat, dann war Hitler Vegetarier, Peter Singer ein Eugeniker und die TierschützerInnen antisemitisch wegen dem Vergleich von Tierfabriken mit KZs des Dritten Reichs. Ermüdend langweilig. Aber, ich muss zugeben, dass diese Vorwürfe heute deutlich weniger häufig geäußert werden, als noch vor 20 Jahren. Damals, etwa 2000, schrieb ich den folgenden Text zum sogenannten KZ-Vergleich, der bis heute für mich Gültigkeit hat und alles dazu sagt, was man vernünftiger Weise dazu sagen kann. Mein Artikel ist zwar noch online, http://archiv.veggie-planet.at/warumvegan/tierrechte/ueber_den_sogenannten_kzvergleich.html, aber ich vermute nicht sehr bekannt. Deshalb möchte ich ihn nun hier auf meinem Blog sozusagen archivieren.

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Aus der Erfahrung lernen: das Verbot des Fasanaussetzens und Reformismus versus Abolitionismus

Jede soziale Befreiungsbewegung, wie die Tierrechtsbewegung, führt dieselbe Diskussion über ihr taktisches Vorgehen und die Grundsatzpositionen: Reformismus versus Abolitionismus, also sollen wir bereit sein, über Reformen zu verhandeln und Kompromisse einzugehen, oder sollen wir das nicht. Auch bei den Grünen in Deutschland war diese Diskussion einmal virulent, nämlich Realos versus Fundis. Wie überhaupt in Deutschland derartige Diskussionen viel virulenter zu sein pflegen, als in Österreich. Die Reformismus-Abolitionismus Diskussion hat aber weltweit an Fahrt gewonnen, als Gary Francione seine Thesen zu verbreiten begann. Lustig, weil er selbst vormals ein Legebatterieverbot z.B. als sehr positiv bewertet hatte. Dann plötzlich der dramatische Wechsel: wer auch nur die geringste Reform im Tierschutz will, sei ein „new welfarist“, der in Wahrheit die Totalausbeutung der Tiere fördere. Als US-amerikanischer Universitätsprofessor im Elfenbeinturm seines Instituts, suchte er sich ausgerechnet den VGT aufgrund unserer erfolgreichen Reformkampagnen als punching ball aus und nannte uns das größte Hindernis in der Umsetzung von Tierrechten.

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Die englische Tierrechtsaktivistin Joan Court ist tot – ein Nachruf

„Granarchists“ nannten wir in England jene älteren Damen mit klassisch englisch aristokratischem „upper class“ accent, die sich mit solcher Vehemenz und Radikalität für Tiere einsetzten, dass man nur staunen konnte. „Granny“ für „ältere Dame“ und „anarchists“ für den radikalen Aktivismus. Sie ketteten sich an, blockierten mit ihrem Körper Kälbertransporte, gingen in wochenlangen Hungerstreik, entblößten ihre Brüste aus Protest und unterstützten andere AktivistInnen mit allem, was sie hatten, bis zur Selbstaufgabe. So habe ich sie jedenfalls in meiner Zeit in England von 1989-1997 erlebt, und so gibt es sie sicherlich heute noch.

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