Tierschutz

Die Österreichische Jägerschaft will schon wieder die Wölfe ausrotten!

Letzte Woche noch saß ich um 22:30 Uhr bei Vollmond am Lagerfeuer vor unserem Zelt mitten in den Südkarpaten in Rumänien. Plötzlich schlägt mein Hundefreund Kuksi an. Immer wieder einmal hat er mit einem kurzen Gebell vor einer für mich unsichtbaren Gefahr gewarnt, doch diesmal ist es anders. Er ist sich ganz sicher. Es ist todernst. Er stampft mit seinen beiden Vorderbeinen auf und bellt und bellt. Ich richte den Strahl meiner Stirnlampe – auf Scheinwerfer verstärkt – in die Richtung seines Gebells und mache dunkle Schatten am 70 m entfernten Waldrand aus. Zwei Augenpaare leuchten gespenstisch in unsere Richtung. Wölfe!

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Mord an einem Jäger!

Wir schreiben das Jahr 1919, der Weltkrieg ist gerade zu Ende gegangen. Die Menschen leiden Hunger, auch mitten in den Bergen der Obersteiermark. 3 junge Burschen aus dem Knappengraben sind gesund vom Krieg zurück gekehrt. Um ihre Familien zu ernähren, gehen sie auf die Pirsch, mit rußgeschwärztem Gesicht. Wilderer.

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Liebe Männer, überwinden wir doch den „Nagl“ in uns

Kürzlich wurde im New Scientist berichtet, dass bereits mehrmals Buckelwale gesichtet wurden, die ganz gezielt Seehunde retten, die von Orcas bedrängt werden. Bei einem der beschriebenen Augenzeugenberichte saß ein Seehund auf einem winzigen Eisfloß fest, während ein Orca versuchte, so wild Wellen zu schlagen, dass der Seehund vom Eis in das Wasser rutschen muss. Da griff ein Buckelwal ein, vertrieb den Orca und geleitete den Seehund in Sicherheit. Oder ein anderes Beispiel. Ein Video auf Youtube zeigt, wie ein Eisbär in einem Zoo eine Krähe sieht, die in seinem Gehege ins Wasser gefallen ist. Der Eisbär läuft hin, ergreift die Krähe – man hält kurz vor Entsetzen den Atem an – und setzt sie dann einfach vorsichtig ans Ufer. Oder ein weiteres Beispiel. Ein Nashornkind ist im Morast stecken geblieben, seine Mutter wartet, kann ihm aber nicht heraushelfen. Das Kind ist in Panik, gerät aber immer tiefer in das Schlammloch. Da kommt ein Elefant seines Weges, sieht die Situation und zieht das Nashornkind – gegen den Willen von dessen lautstark protestierender Mutter, die sich offensichtlich ängstigt – mit dem Rüssel aus dem Morast.

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New Scientist sagt: Tierversuche sind der falsche Weg in der Forschung für Menschen

Ich lese das New Scientist, ein naturwissenschaftliches Wochenmagazin aus England mit sehr internationaler Ausrichtung, regelmäßig, um am Ball zu bleiben, was sich in diesem Metier so tut. Manchmal ist das relativ schwer zu ertragen, wenn z.B. der technische Fortschritt in den Himmel gelobt und von Tierversuchen völlig unkritisch berichtet wird. Eines kann man dem Magazin wirklich nicht nachsagen: nämlich auf der Seite der Tiere zu stehen. Zwar haben auch Peter Singer und Mark Bekoff darin ihre sehr tierfreundliche Meinung kundtun dürfen, aber viel öfter ist der Jargon von völliger Respektlosigkeit gegenüber Tieren geprägt. Schade, eigentlich. Weil für mich schließen sich Naturwissenschaft und Tierschutz bzw. Tierrechte überhaupt nicht aus, im Gegenteil. Gerade die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zur Kognition und Schmerzempfindung bei Tieren müssten doch zur Tierschutzaffinität veranlassen.

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Die Ethik von Schitouren

Schitour. Das heißt für mich meine Tourenschi auf der Lauffläche mit einem Fell überziehen – vegan, versteht sich – und hinaus in den Wald und in die Berge zu gehen. Schitourengehen ist wie das sommerliche Wandern, nur eben im Winter im Schnee. Die Schi mit den Fellen dienen dazu, nicht zu tief im Schnee einzusinken und beim Bergaufgehen nicht zurück zu rutschen. Ansonsten geht das Wandern damit genauso, wie mit Bergschuhen im Sommer. Die Menschen im Hohen Norden gehen schon seit mindestens 10.000 Jahren mit Schi im Winter. Anders ginge es gar nicht. Abfahrten sind kein notwendiger Teil einer Schitour, zentral ist für mich einfach, zusammen mit meinem Hundefreund Kuksi draußen zu sein, oft mit dem Zelt.

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Was denkt ein Jäger in der Stunde seines Todes?

Kürzlich ist eine Tierschutzaktivistin überraschend verstorben. Sie hatte sich seit vielen Jahren beim VGT engagiert, war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde, betreute Infotische, verteilte Flugzettel und setzte sich insbesondere in der Kampagne für ein Verbot der furchtbaren Kastenstände für schwangere Mutterschweine ein, also gegen diese körpergroßen Käfige, die wie mittelalterliche Foltergeräte anmuten. Sie konnte zweifellos mit sich zufrieden sein, als sie starb. All die vielen Tiere, denen sie geholfen hat, ihr selbstloser Einsatz für das Gute, ihr bescheiden veganes Leben mit möglichst geringem ökologischen Fußabdruck. Kein Zweifel, ihr Tod war furchtbar tragisch, aber ihr Leben unbestritten eine große Hilfe für so viele andere Wesen.

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Gatterjagdverbot und Anderes im neuen Burgenländischen Jagdgesetz

Das neue Burgenländische Jagdgesetz ging am 26. Jänner 2017 durch seine Lesung im Landtag, wird im März abgestimmt und tritt am 1. Mai 2017 in Kraft. Wir haben uns seit Juli 2015 sehr intensiv um eine Reform dieses Jagdgesetzes bemüht und insbesondere in der Jagdsaison 2015/16, aber auch 2016/17 die Jagden auf Zuchttiere im Burgenland dokumentiert. Zahlreiche Eingaben und Pressekonferenzen sowie wissenschaftliche Gutachten über die Gatterjagd und das Aussetzen von gezüchtetem Federwild hatten zuletzt doch eine Auswirkung. Das neue Gesetz verbietet die Gatterjagd ab 1. Februar 2023, schränkt die Gatterjagd bis dahin drastisch ein und erschwert auch das Aussetzen von Federwild für die Jagd. Zusätzlich sind nun Zuchtgatter für die Jagd verboten. Dazu gelang es uns auch bei einigen anderen Punkten im Jagdgesetz, die im Begutachtungsentwurf noch enthalten waren, kleine Veränderungen im Sinne des Tierschutzes anzubringen.

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Tierschutzrat beschließt EINSTIMMIG Verbot des Aussetzens von Zuchttieren für die Jagd!

Der Tierschutzrat wurde mit Einführung des Bundestierschutzgesetzes 2005 gegründet. Bis dahin galt Tierschutz nicht wirklich als politisches Thema, eher etwas für die persönliche Vorliebe. Die Parlamentsparteien hatten keine TierschutzsprecherInnen. Doch das sollte mit dem neuen Gesetz anders werden. Man dachte daher auch über Plattformen nach, auf denen sich die politischen Player im Tierschutz treffen und diskutieren konnten. Dafür wurde der Tierschutzrat mit § 42 eingeführt, als beratendes Organ für das Tierschutzministerium.

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Tierexperimentator Hess gewinnt Einstweilige Verfügung: ich darf seine Tierversuche vorerst nicht mehr kritisieren!

Das ist genau der Grund für die sogenannten SLAPPs: irgendwann irgendwo findet man eine Richterin oder einen Richter, die einem Recht geben, auch wenn man überhaupt nicht Recht hat. Das Risiko für die AktivistInnen aus der Zivilgesellschaft ist ungleich höher, steht hinter ihnen eben keine große Institution oder gar Universität, die lächelnd für alle Unkosten aufkommt. Im vorliegenden Fall habe ich lediglich aus einer Beschreibung des Tierversuchs, die von Hess selbst stammt, zitiert. Die Richterin war nun der Ansicht, ich müsse auch die andere Begründung für die Tierversuche, die Hess nennt, erwähnen, nämlich dass er quasi aus Tierliebe handelt. Alles andere werde mir unter Strafe gerichtlich untersagt. Schon ein ziemlich starkes Stück.

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Tierschutz, Flüchtlinge und Zuwanderung

Kürzlich war ich auf dem großen Krampuslauf in Mariazell in der Obersteiermark. Es erstaunte mich zu sehen, wie viele Leute dabei Pelz trugen. Wie ist das möglich, fragte ich mich, soviel Pelz habe ich in Österreich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Und tatsächlich, kurz darauf stellte sich heraus, dass tausende TouristInnen in 250 Bussen aus Tschechien für den Event angereist waren. Es waren also TschechInnen, die den vielen Pelz trugen, nicht ÖsterreicherInnen. Und das ist kein kultureller Unterschied im engen Sinn. Wien war um 1900 eines der großen Handelszentren für Pelz weltweit. Bis in die 1980er Jahre war Tierfell absolut omnipräsent auf Österreichs Straßen. 1988 brach der Handel plötzlich ein, und zwar ziemlich dramatisch. Heute dümpelt der Pelzhandel hierzulande bei der 10 % Marke vom Umfang der 1970er Jahre dahin.

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