Tierschutz

Kommentar zum Tierschutz-Volksbegehren

Volksbegehren gibt es in Österreich seit meiner Geburt. Irgendwie ist mir das Volksbegehren gegen das Wiener Konferenzzentrum, das Vienna International Centre, in Erinnerung. Es war eine Art Denkzettel Aktion gegen den damaligen Bundeskanzler Kreisky. Mit 1.361.562 Personen oder 25,74 % unterschrieben damals mehr Menschen, als jemals vorher oder nachher ein Volksbegehren unterschreiben sollten. Und was tat Kreisky? Er sagte einfach, er gehe davon aus, dass die restlichen 75 % für das Konferenzzentrum seien, und baute es trotzdem, ohne mit der Wimper zu zucken. Heute ist es völlig etabliert. Ein ähnliches Schicksal hatte das zweitbeste Volksbegehren, jenes gegen Gentechnik, und auch das drittbeste gegen die Abtreibung usw. War Ihnen eigentlich bekannt, dass von 25. März bis 1. April 2019 zwei Volksbegehren zur Unterschrift auflagen? Vollständig von den Medien boykottiert, es kam kein einzige_r Journalist_in zu den Pressekonferenzen der Initiator_innen, wurden beide von weniger als 0,5 % der Menschen unterschrieben, obwohl die Forderungen total sinnvoll und gut waren (Volksabstimmung über CETA und für verpflichtende Volksabstimmungen bei Volksbegehren). Die Geschichte der Volksbegehren in Österreich ist eine von Initiativen ohne jede Wirkung. Das trifft leider auch auf die EU-Bürgeriniativen zu. Im Tierschutz erreichten jene gegen Tierversuche, gegen Tiertransporte und jetzt gegen die Käfighaltung von Nutztieren jeweils deutlich über 1 Million Stimmen, nur um im EU-Parlament sang- und klanglos unterzugehen.

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Die Einstellung von Kindern zu Natur, Tieren und Gewalt

Es ist für mich sehr spannend, meine Tochter aufwachsen und ihre Meinungen bilden zu sehen. Zwar habe ich nicht den Eindruck, dass ein Kind in seiner Einstellung zur Welt sozusagen am Anfang eine Tabula rasa wäre, also ohne jede eigene Persönlichkeit, wie ein leeres Blatt, bereit, vollständig von außen beschrieben zu werden. Aber zweifellos sind Kinder sehr offen und wissbegierig. Sie wollen über ihre Umgebung alles lernen und sie achten genau darauf, wie man ihnen diese Umgebung näher bringt und welche Perspektiven man bietet.

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ORF-Redakteurin Ulli Wolf aus Salzburg ist eng mit der Jägerschaft verbandelt

Ulli Wolf macht häufig Beiträge im „ORF-Salzburg Heute“, die mit der Jagd zu tun haben. Sehr freundlich ist sie zu mir auch nicht. So erreichte mich ein bösartiger Kommentar von ihr zu einem Bild von mir mit meinem lieben Hundefreund Kuksi, als wir letzten Winter im Schnee im Wald unterwegs waren. Tierschützer dürfe man sich ihrer Ansicht nach offenbar nicht nennen, wenn man mit dem Hund im Schnee im Wald spazieren geht. Was anderes habe ich damals nicht gemacht. Ich wohne allerdings im Wald und will ich mit meinem Hundefreund spazieren gehen, na dann gehts im Winter raus in den Schnee. Naja, ob mich Frau Wolf einen Tierschützer nennt oder nicht, ist mir sowieso herzlich egal.

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Tierversuche: da ist Licht am Horizont

Die Situation für die in Tierversuchen verwendeten Wesen in Österreich ist seit vielen Jahren eine einzige Katastrophe. Unser so konstruktiver Versuch, den Genehmigungsprozess für Projektanträge mittels eines Kriterienkatalogs zu objektivieren, um wenigstens die sinnlosesten Tierversuche auszuschließen, war insofern erfolgreich, als dass das Tierversuchsgesetz jetzt einen solchen Katalog vorschreibt. Nur leider ist er vollkommen nutzlos, weil nach einem mehrjährigen Projekt dreier extra dafür angestellter Wissenschafter_innen zwar ein detaillierter Katalog von 110 Fragen mit objektiv numerischer Zuordnung entstanden ist, dieser aber mit dem lapidaren Argument, er würde die Freiheit der Wissenschaft einschränken, auf 9 Fragen, die noch dazu nur zur Anregung dienen, reduziert wurde. Faktum bleibt leider weiterhin, dass ausnahmslos jeder noch so sinnlose Tierversuch in Österreich genehmigt wird. Und Faktum bleibt weiterhin, dass für diese Genehmigungen keine Kommissionen gesetzlich vorgesehen sind, wie in anderen Ländern, sondern jeweils einzelne Beamt_innen der Bundesländer. Und Faktum ist noch dazu, dass in der gesamten Zeit der Existenz eines Tierversuchsgesetzes noch nie irgendjemand wegen einer Übertretung zum Schaden der Tiere bestraft wurde. Das ist die Situation in Österreich.

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Ein neues Wildtierspital der Stadt Wien

Momentan bin ich aus Tierschutzsicht ein Fan der rot-grünen Wiener Stadtregierung, da kann die Zeitung Österreich vom angeblichen „rot-grünen Chaos“ in Wien schreiben, so oft sie will. Wien hat vorbildlich den Lainzer Tiergarten von einem Jagdgatter zu einem Vorzeigenaturschutzgebiet umgestaltet und dabei auch die Jagd auf dem Rest ihres Grundbesitzes (vor allem in der Steiermark und in NÖ) sehr vernünftig eingeschränkt. In Wien kam als erstem Bundesland ein Gatterjagdverbot und das Verbot der Jagd auf ausgesetzte Zuchttiere. Wien hat jetzt gerade eine Resolution an das Parlament verabschiedet, die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenboden zu verbieten. Wien hat die am besten ausgestattetste Tierschutzombudsschaft aller Bundesländer. Und wenn die Fiaker gegen die Stadtregierung demonstrieren, wie dieser Tage, dann muss diese auch etwas richtig gemacht haben, auch wenn wir da gerne viel mehr Aktivität sehen würden. Ja, und Wien hat jetzt ein eigenes Wildtierspital gegründet.

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Tierschutz und Tierrechte: verschieden oder doch gleich?

4 Jahre Kampagne gegen die Gatterjagd und das Aussetzen gezüchteter Tiere für die Jagd in Österreich hat die konventionelle Trophäenjägerschaft in Aufruhr versetzt. Da bilden sich sogar Aktionsgruppen, die dann versuchen, zu diesem oder jenem Thema Shitstorms gegen den VGT oder den Tierschutz auszulösen. Na fein, sei ihnen unbenommen (wenn es da nicht manchmal sehr infantil zuginge). Sogar die FPÖ-Chefin Svazek und die ORF-Redakteurin Ulli Wolf sind auf den Zug aufgesprungen. Einer dieser Schachzüge, auf die sie sich offenbar viel einbilden, ist, zu behaupten der VGT (und andere Gruppen, eigentlich alle Gruppen, die sich in der Öffentlichkeit für Tierschutz engagieren), seien eigentlich Tierrechtsorganisationen und da gäbe es einen großen Unterschied. Die wirklichen Tierschützer_innen sind natürlich die Jäger_innen, die ja voller Liebe 70.000 Füchse pro Jahr, Tag wie Nacht und Winter wie Sommer, über den Haufen schießen und andere offensichtlich tierschutzbewegte Schritte setzen, wie Schnepfen, Auerhähne, Murmeltiere oder Dachse töten, die Gatterjagd betreiben und Zuchtenten aus Massentierhaltungen ankaufen, um die dann in Massen wieder aus der Luft zu knallen.

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Bei mir ist ein Spaziergang mit meinem Hundefreund eine Schitour

Das Foto oben zeigt die Situation bei mir zu Hause. Ich wohne in einer Blockhütte am Wald. Den Zugang zur Hütte muss ich fast täglich mühsam freischaufeln. Will ich einen Schritt aus dem Haus gehen, muss ich meine Schi anziehen. Wenn mein Hundefreund Kuksi und ich also spazieren gehen, dann ist das ganz automatisch eine Schitour. Kann sich so ein Grünrock, der irgendwo in der Zivilisation wohnt und immer mit dem SUV unterwegs ist, vermutlich nicht vorstellen. Aber so ist es.

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Antwort auf ORF-Journalistin Ulli Wolfs Facebook-Kommentar

Auf obiges Bild, das auf einer Facebookseite erschien, postete die ORF-Journalistin Ulli Wolf, die bekanntlich seit geraumer Zeit ununterbrochen seichte Beweihräucherungsbeiträge für Mayr-Melnhof bringt, folgenden Kommentar, wie oben zu lesen: „Bravo Herr Balluch – als vermeintlicher Tierexperte sollten Sie eigentlich wissen, dass freilaufende Hunde im Wald – noch dazu bei dieser Schneelage – ein absolutes No Go sind, um das Wild nicht zu stressen“

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Zu Wildfütterungen und angeblich so „tierlieben“ Hirschflüsterern

Bauernfängerei nennt man so etwas, wenn jemand ein emotional leicht eingängliches Motiv vortäuscht, und dabei in Wahrheit das Gegenteil im Schilde führt. Und genau darum geht es bei den angeblich so „tierlieben“ Wildfütterungen der Jägerschaft. Die Jäger_innen sagen, die Tiere seien so arm im Winter, es sei ihnen kalt und sie würden nichts zu essen finden (abgesehen davon, dass sie vom Wolf bedroht werden). Und da würden sich die Jäger_innen nun tapfer auf den Weg machen, die Heuballen schultern und den armen bedrohten Tieren die Rettung bringen. Klingt großartig, oder? Und am besten, das wird noch mit dem Vorwurf an die Tierschützer_innen garniert, die Tiere da draußen hungern zu lassen. Wer seien also die wahren Tierschützer_innen?

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Marode Vet Uni Wien bezahlt Kosten für sinnlose Klagen von Tierexperimentator Hess

SLAPP nennt man Zivilklagen, von denen man eigentlich weiß, dass sie nicht gerechtfertigt sind, die man aber dennoch einbringt, um einen Kritiker bzw. eine Kritikerin mundtot zu machen. Das funktioniert, wenn man deutlich mehr Geld hat und daher keine Angst vor verlorenen Gerichtsverfahren. Eine gute Verteidigung kostet mehr, als man als Verteidigungskosten zurück bekommt, selbst wenn man gewinnt. Abgesehen davon bedeutet jeder Gerichtsprozess Stress und ist mit dem Risiko verbunden, eine_n Richter_in zu bekommen, die politisch ideologisch gegen jene Position eingestellt ist, die man vertritt.

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