Jagd

Die Österreichische Jägerschaft will schon wieder die Wölfe ausrotten!

Letzte Woche noch saß ich um 22:30 Uhr bei Vollmond am Lagerfeuer vor unserem Zelt mitten in den Südkarpaten in Rumänien. Plötzlich schlägt mein Hundefreund Kuksi an. Immer wieder einmal hat er mit einem kurzen Gebell vor einer für mich unsichtbaren Gefahr gewarnt, doch diesmal ist es anders. Er ist sich ganz sicher. Es ist todernst. Er stampft mit seinen beiden Vorderbeinen auf und bellt und bellt. Ich richte den Strahl meiner Stirnlampe – auf Scheinwerfer verstärkt – in die Richtung seines Gebells und mache dunkle Schatten am 70 m entfernten Waldrand aus. Zwei Augenpaare leuchten gespenstisch in unsere Richtung. Wölfe!

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Mord an einem Jäger!

Wir schreiben das Jahr 1919, der Weltkrieg ist gerade zu Ende gegangen. Die Menschen leiden Hunger, auch mitten in den Bergen der Obersteiermark. 3 junge Burschen aus dem Knappengraben sind gesund vom Krieg zurück gekehrt. Um ihre Familien zu ernähren, gehen sie auf die Pirsch, mit rußgeschwärztem Gesicht. Wilderer.

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Die Ethik von Schitouren

Schitour. Das heißt für mich meine Tourenschi auf der Lauffläche mit einem Fell überziehen – vegan, versteht sich – und hinaus in den Wald und in die Berge zu gehen. Schitourengehen ist wie das sommerliche Wandern, nur eben im Winter im Schnee. Die Schi mit den Fellen dienen dazu, nicht zu tief im Schnee einzusinken und beim Bergaufgehen nicht zurück zu rutschen. Ansonsten geht das Wandern damit genauso, wie mit Bergschuhen im Sommer. Die Menschen im Hohen Norden gehen schon seit mindestens 10.000 Jahren mit Schi im Winter. Anders ginge es gar nicht. Abfahrten sind kein notwendiger Teil einer Schitour, zentral ist für mich einfach, zusammen mit meinem Hundefreund Kuksi draußen zu sein, oft mit dem Zelt.

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Was denkt ein Jäger in der Stunde seines Todes?

Kürzlich ist eine Tierschutzaktivistin überraschend verstorben. Sie hatte sich seit vielen Jahren beim VGT engagiert, war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde, betreute Infotische, verteilte Flugzettel und setzte sich insbesondere in der Kampagne für ein Verbot der furchtbaren Kastenstände für schwangere Mutterschweine ein, also gegen diese körpergroßen Käfige, die wie mittelalterliche Foltergeräte anmuten. Sie konnte zweifellos mit sich zufrieden sein, als sie starb. All die vielen Tiere, denen sie geholfen hat, ihr selbstloser Einsatz für das Gute, ihr bescheiden veganes Leben mit möglichst geringem ökologischen Fußabdruck. Kein Zweifel, ihr Tod war furchtbar tragisch, aber ihr Leben unbestritten eine große Hilfe für so viele andere Wesen.

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Gatterjagdverbot und Anderes im neuen Burgenländischen Jagdgesetz

Das neue Burgenländische Jagdgesetz ging am 26. Jänner 2017 durch seine Lesung im Landtag, wird im März abgestimmt und tritt am 1. Mai 2017 in Kraft. Wir haben uns seit Juli 2015 sehr intensiv um eine Reform dieses Jagdgesetzes bemüht und insbesondere in der Jagdsaison 2015/16, aber auch 2016/17 die Jagden auf Zuchttiere im Burgenland dokumentiert. Zahlreiche Eingaben und Pressekonferenzen sowie wissenschaftliche Gutachten über die Gatterjagd und das Aussetzen von gezüchtetem Federwild hatten zuletzt doch eine Auswirkung. Das neue Gesetz verbietet die Gatterjagd ab 1. Februar 2023, schränkt die Gatterjagd bis dahin drastisch ein und erschwert auch das Aussetzen von Federwild für die Jagd. Zusätzlich sind nun Zuchtgatter für die Jagd verboten. Dazu gelang es uns auch bei einigen anderen Punkten im Jagdgesetz, die im Begutachtungsentwurf noch enthalten waren, kleine Veränderungen im Sinne des Tierschutzes anzubringen.

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Ein Antrag auf Jagdfreistellung vor dem Verfassungsgerichtshof in öffentlicher Sitzung

Es ist nicht üblich, dass der Verfassungsgerichtshof öffentliche Verhandlungen abhält. Das macht er nur bei Verfahren, „an denen ein breiteres öffentliches Interesse besteht“. Beim Antrag auf Jagdfreistellung ist das offensichtlich der Fall. Ein Kärntner Waldbesitzer hatte die Freistellung seines Grundstückes von der Jagd beantragt, und war damit erwartungsgemäß auf den ersten beiden Ebenen abgeblitzt. Am 1. Juli 2015 brachte er seine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof VfGH ein: http://www.martinballuch.com/jagdfreistellungsantrag-nun-vor-dem-verfassungsgerichtshof/. Sein Argument: er wolle aus ethischen Gründen keine Jagd auf seinem Grundstück dulden müssen. Dabei berief er sich auf 3 Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte EGMR, bei denen jeweils gegen Frankreich, Luxemburg und Deutschland entschieden wurde, dass diese Länder eine Jagdfreistellung von Grundstücken aus ethischen Gründen im Jagdgesetz vorsehen müssen, weil sonst das Eigentumsrecht der GrundbesitzerInnen verletzt ist. Die Jagd, so stellten die HöchstrichterInnen dabei fest, ist nur ein Privatvergnügen und kein öffentliches Interesse.

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Wenn „Stücke“ „zeichnen“ – der Film „Safari“ von Ulrich Seidl

„Stücke“ ist der jagdliche Terminus für „Tiere“ und „Zeichnen“ ist das Aufbäumen, wenn sie getroffen werden. Das lernt man in Ulrich Seidls Film. Und noch mehr. Er schieße in einer Afrikanischen Hunting Lodge in Namibia auf Gnus und Gazellen mit besonders großen Hörnern, um sie zu „erlösen“, erklärt ein junger Mann seiner Schwester vor laufender Kamera. Jaja, sterben müssen wir alle, fügt er an. Und der Besitzer der Farm, beim fröhlichen Füttern von Warzenschweinen zu sehen, die dann auch bald zahlenden Jagdgästen zugeführt werden, meint, er müsse sich nicht rechtfertigen. Menschen seien nun einmal schlecht und der Natur würde es viel besser ohne sie gehen, sagt er noch, und führt sich auf wie der ärgste Barbar. Die Farm stammt aus der deutschen Kolonialzeit, die Meinung des Betreibers passt dazu. Scharze seien nun einmal anders. Im Film kommen sie nicht zu Wort. Regisseur Seidl stellt eine Afrikanerin zwischen die Trophäen und die ZuschauerInnen wissen warum.

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Wenn die Jäger überschnappen: Es war einmal in der Obersteiermark …

Im Alter von 4 Jahren habe ich meine erste mehrtägige Bergtour unternommen und bin seither immer wieder unterwegs gewesen, im Mittel 100 Tage im Jahr. Natürlich sind mir dabei auch ab und zu narrische Jäger und Jägerinnen begegnet, wie z.B. einer aus dem Gebüsch sprang und herumschrie, ich solle mich nicht wundern, wenn er mich erschieße, statt dem Hirsch, den er gerade schießen will, wenn ich mich um die Uhrzeit hier aufhalte. Es war 15 Uhr und ich saß mit meiner Mutter auf einer Bank an einer Forststraße neben dem Annakreuz. Ich habe auch Jäger dabei erwischt, wie sie Markierungen von Wanderwegen entfernt haben, gefälschte Schilder „Wildschutzgebiet“ aufgestellt haben, oder generell Wanderer mit falschen Behauptungen von Wegeverboten angegangen sind. Aber was ich an diesem Wochenende in der Obersteiermark erlebt habe, schlägt wirklich dem Fass den Boden aus. So verrückt waren sie noch nie.

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Ein Ethik-Kodex für die Jägerschaft

Auf der jagdlichen Fachtagung in Stainz in der Steiermark im November 2015 forderte Rudolf Winkelmayer einen Paradigmenwechsel in der Jagd. Ausgelöst dürfte diese Ansicht durch mehrere Faktoren sein. Da ist einerseits der Umstand zu nennen, dass die heutigen Jagdgesetze nicht nur keinen Tierschutz kennen, die Ausübung der Jagd ist sogar aus dem Tierschutzgesetz explizit ausgenommen. Zwar könnte man die geforderte Weidgerechtigkeit als eine Art von Tierschutz ansehen, doch trifft das in weiten Bereichen nicht zu, wenn nur auf laufende Hasen und fliegende Vögel geschossen werden darf. Das mag den Tieren eine bessere Chance zu entkommen geben, aber die Jagd sollte ja nicht eine Art Wettbewerb auf Kosten der Tiere sein. Auf bewegliche Ziele zu schießen erhöht jedenfalls die Wahrscheinlichkeit, nicht genau zu treffen, und damit die Verletzungsgefahr.

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Die Gatterjagd im „Tiergarten“ Esterhazy im Burgenland

Ähnlich wie den Lainzer Tiergarten als ehemaliges kaiserliches Jagdgatter in Wien, gibt es auch nordöstlich von Eisenstadt ein historisches Gatter, das 1756 gegründet wurde, der Familie Esterhazy gehört und von einer Mauer umgeben ist. Dort werden Rothirsche, Wildschweine, Mufflons, Damhirsche und Rehe gezüchtet und vor allem ausländischen Jagdgästen zum teuren Abschuss angeboten. Aus der Werbung: Durch die kontinuierliche Aufbauarbeit ist der Tiergarten heute eines der wenigen Jagdgatter Europas, in dem stärkste Trophäen beim Rot-, Schwarz- und Muffelwild auf gleicher Fläche heranwachsen und zum Abschuss freigegeben werden.

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