Jagd

Reaktion der Hardcore Jägerschaft 1: Stellungnahme Landesjagdverbände

Ich bin immer für Gespräche und die Ausarbeitung von Kompromisslösungen. Bisher wirkte die gesamte Jägerschaft auf mich so, als wäre sie grundsätzlich nicht gesprächsbereit. Im Rahmen unserer Kampagne gegen die Jagd auf Zuchttiere aber, begann sich die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine ganze Reihe auch einflussreicher JägerInnen kontaktierten mich und waren an Zusammenarbeit und gemeinsamem Vorgehen interessiert, bis heute erreichen mich fast täglich neue Emails interessierter JägerInnen, einer darunter sogar vegan oder eher „jegan“, ein Mann, der vegan lebt mit Ausnahme von Wildbret, das von Tieren stammt, die er selbst schießt. Ich bin für Zusammenarbeit und pragmatische, reale Lösungen, so wie im Fall des Lainzer Tiergartens.

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40 Jahre Jagdverbot im Kanton Genf – eine Bestandsaufnahme

Kommen wir ohne die Jagd aus oder nicht? Wie oft hören wir, dass die Populationen vieler Wildtiere, oder zumindest der Paarhufer, reguliert werden müssen, weil sie sonst überhand nehmen. Fehlen Luchs, Wolf und Bär? Oder bedeutet das Überhandnehmen lediglich einen Profitverlust für Forst- und Landwirtschaft? Oder ist es tatsächlich auch für die betroffenen Tiere und/oder ihr Ökosystem besser, wenn Menschen regulierend eingreifen? Zahlen und Fakten als Antwort auf diese Fragen zu finden ist sehr schwer. Niemand hat dazu ein ausreichend umfassendes Experiment gemacht. Jene winzigen Regionen in Österreich, in denen nicht gejagt wird, sind so mit bejagten Revieren verzahnt und verflochten, dass man nicht sagen kann, was passieren würde, wenn es tatsächlich völlig ungeregelte Populationen von Paarhufern gäbe.

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Eine Fachtagung des Grünen Kreuzes über Jagdethik: Stainz am 12. 11. 2015

Das Grüne Kreuz hat beim Tierschutz nicht den besten Ruf. Obwohl es zwar Jäger und Jägerinnen gibt, denen Tierschutz tatsächlich ein Anliegen zu sein scheint, und die ihren Jagdspaß nicht über den Tierschutz und den Erhalt des Ökosystems stellen, so findet man diese mehrheitlich nicht in dieser Organisation. Vielmehr hat gerade das Grüne Kreuz den Ruf, den radikalen JägerInnen ohne Reformbereitschaft das Wort zu reden. Die längste Tierschutzdemonstrationstradition richtet sich auch gegen eine Veranstaltung des Grünen Kreuzes, nämlich den alljährlichen Jägerball in der Hofburg. Seit den frühen 1980er Jahren wird dort jedes Jahr auf die Missstände in der Jagd aufmerksam gemacht.

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Meine wechselnde Perspektive auf die Jägerschaft

Als Teenager schon ging ich mit großer Begeisterung in den Wald und über die Berge. Damals vor 40 Jahren waren konfrontative Begegnungen mit JägerInnen wirklich Alltag. Ein Jäger im Wienerwald schrie mich an, weil die Abenddämmerung schon eingesetzt hatte und ich noch immer unterwegs war, ein anderer bedrohte in Annaberg meine Mutter und mich um 15:30 Uhr auf einer Forststraße mit dem Gewehr, weil wir seinen Hirsch vertrieben hätten, wiederum andere entfernten einfach die Markierungen auf Wanderwegen wie z.B. auf das Hennesteck bei Mariazell, oder sie verboten das Weitergehen auf Forststraßen weil es sich um eine Jagdsperre handle usw. Meine zunehmende Ablehnung und richtige Allergie gegen alles, was mit der Jagd zu tun hatte, führte mich schließlich dazu, in England 8 Jahre lang im Vorstand der Hunt Saboteurs Association aktiv zu sein. Zweimal pro Woche konfrontierte ich JägerInnen vor allem bei Hetzjagden, aber auch bei den Schüssen auf gezüchtete Moorhennen im englischen Hochland oder auf Fasane in East Anglia.
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„Ein Beitrag zur Jagdethik“ von Rudolf Winkelmayer

Im Österreichischen Jagd- und Fischereiverlag ist 2014 dieses dünne Heftchen erschienen. Das ist eigentlich ein Verlag, von dem ich mir keine lesenswerten Beiträge erwarten würde, aber dann wird man doch immer wieder überrascht. Ein radikales Anti-Jagd-Buch ist es nicht, aber es ist gegenüber vielen Aspekten der Jagd sehr kritisch, insbesondere der Jagd auf gezüchtete Tiere, die als Abschießbelustigung bezeichnet wird. Winkelmayer verteidigt die „Ultima Ratio“-Jagd, d.h. die Jagd als gelindestes Mittel, um ein ökologisches Ungleichgewicht wieder herzustellen. Zwar erwähnt er weder diesen Begriff in dem Buch, noch macht er das so explizit klar, doch der Großteil seines Werks handelt von tierethischen Diskussionen auf durchaus akademischem Niveau.
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So sieht die Bärenjagd in Rumänien aus!

In den Südkarpaten gibt es noch die ursprünglichen Raubtiere, verspricht eine Annonce in einer Jagdzeitschrift, über einen Jagdveranstalter kann man dort Bären schießen gehen. Großartige Trophäen werden versprochen, und das lockt den großen weißen Jäger aus Westeuropa und den USA. Oder auch die Jägerin, wie uns Melissa Bachmann beweist, siehe z.B. http://www.mirror.co.uk/news/world-news/melissa-bachman-sparks-outrage-after-2798136. Diese Dame schießt Löwen in Südafrika, und eine ganze Reihe anderer exotischer Tiere. Von einem eingerichteten Versteck aus. Und kommt aus dem Schwärmen ob ihres tollen Jagdglücks gar nicht mehr heraus.
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Die Zucht von Fasanen für die Jagd

Im Mittelalter, als die Feudalherren ihre Jagdleidenschaft entdeckten, schaute man sich nach einem geeigneten Objekt für die Vogeljagd um. Es sollte langsam und schlecht fliegen, sodass es ein gutes Ziel abgibt, und lustig bunte Federn haben. Mangels eines ideal geeigneten Tiers züchtete man sich kurzerhand ein neues: den sogenannten Jagdfasan, eine Kreuzung von Kupferfasan, einem Waldvogel aus dem Schwarzmeergebiet, Ringfasan aus den Steppengebieten des westlichen China und Mongolfasan aus der Steppe Kasachstans. Das muss man sich einmal vorstellen: eine künstlich erzeugte Tierart, deren Name schon festlegt, dass sie als Kanonenfutter für schießwütige Menschen dient. Respektloser geht es kaum noch!
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Hunt Saboteurs Association: Sabotage von Fuchsjagden

Als ich nach England kam, um dort an der Uni zu arbeiten, stieß ich bereits in den ersten Tagen zu einem Treffen der „Cambridge Anti Bloodsports Society“ (CABS). Mit Blutsport ist die Jagd gemeint. Zunächst hatte ich wenig Vorstellung, was die CABS eigentlich so tat und bei den Treffen in den ersten Monaten geschah absolut überhaupt nichts. Erst später fand ich heraus, dass mich die „Sabs“ (steht für Saboteurs, also die gegen die Jagd agierenden TierschutzaktivistInnen) für einen Polizeispitzel gehalten hatten und daher bei den Treffen solange über nichts sprachen, solange ich anwesend war. Schließlich schmolz das Eis aufgrund meiner Hartnäckigkeit und nachdem man meine Arbeitsstelle am Department for Applied Mathematics an der Uni Cambridge besucht hatte.
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Die Fuchsjagd in England

Es war lange Zeit die bevorzugte Jagdart des Adels, die Hetzjagd mit Hundemeuten. Sie wurde in Österreich mit der Abschaffung des Adels nach dem 1. Weltkrieg beendet, doch in England praktiziert man sie bis zum heutigen Tag. Zwar beschloss dort das Parlament am 18. November 2004 ein Verbot, doch man hält sich nicht daran. Im House of Lords, dem Oberhaus im Parlament, in dem adelige Abgeordnete sitzen, die niemals gewählt wurden, ist die große Mehrheit selbst in die Hetzjagden involviert. Fast alle der GroßgrundbesitzerInnen unterstützen diese Tradition. Vor dem Gesetz sind doch nicht alle gleich.
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