Jagd

Dieter Nagl vom Öffentlichkeitsausschuss des nö Landesjagdverbands bezeichnet mich als „Abschaum“

Irgendwie gehen dem fanatischen Teil der Jägerschaft gerade die Sicherungen durch. Aus allen Ecken und Enden des Landes hört man Ordnungsrufe der Führerschaft unter den JägerInnen, man dürfe auf gar keinen Fall mit mir oder anderen TierschützerInnen zusammenarbeiten. Und gegen jene, die das doch tun, wird scharf geschossen.Vorerst noch nur mit Worten, doch wenn man den Schuss auf mich aus dem Jagdgatter Hausbrunn betrachtet, siehe http://www.martinballuch.com/anzeige-wegen-mordversuch-bei-gatterjagd-hausbrunn/, dann ist mit allem zu rechnen. Diese Leute tragen tödliche Schusswaffen! Einer davon ist Dieter Nagl, seines Zeichens Mitglied des Öffentlichkeitsausschusses des niederösterreichischen Landesjagdverbands. Und in einem Posting zu seiner Facebookgruppe bezeichnet er mich als „Abschaum“.

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Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz von Baden-Württemberg in Deutschland

Unsere Kampagne gegen die Jagd auf Zuchttiere hat Reformprozesse zu den Jagdgesetzen der Bundesländer ausgelöst. Das ist sehr gut, wenn nun der Tierschutz erstmals dabei Gehör finden sollte. Dazu werde ich öfters gefragt, ob es vom Standpunkt des Tierschutzes aus ein sehr gutes Jagdgesetz gibt, das man sich als Vorbild nehmen könnte. In diesem Zusammenhang wird oft das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz in Baden-Württemberg in Deutschland genannt, das erst im Sommer 2015 in Kraft getreten ist. Im Zuge der Beschlussfassung zu diesem Gesetz gab es angeblich Demos von tausenden aufgebrachter JägerInnen, die zu viel Tierschutzeinfluss befürchteten. Auch in Österreich hat sich der nun schon sattsam bekannte fanatische Jäger Rudolf Gürtler vehement gegen dieses Gesetz ausgesprochen. Grund genug, sich das Ganze einmal genauer anzuschauen.

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Kommentar zum Ökologischen Jagdverband

Ich habe ein ethisches Ideal, und das ist ein möglichst gewaltfreier Umgang mit allen Tieren. Sie sind autonomiefähige Lebewesen und aus Vernunftgründen, wie Kant uns lehrt, sollten wir daher ihre Autonomie respektieren. Aber ich lebe in einer realen Welt, in einer Gesellschaft, die ganz anders tickt, und daher gehe ich die Sache pragmatisch an. Während ich in meinem Leben die Autonomie aller Tiere so weit, wie es mir möglich ist, respektiere, arbeite ich politisch mit allen Organisationen und Menschen zusammen, die bereit sind, zunächst einmal in dieselbe Richtung zu gehen.

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Reaktion der Hardcore Jägerschaft 2: Brief von Rudolf Gürtler

Rudolf Gürtler ist kein Unbekannter. Schon vor 15 Jahren belästigte er uns bei unseren Kundgebungen am Stefansplatz in Wien und erzählte stolz, wie er in seinem Jagdrevier am Hochschwab Tiere totschießt. Nach dem Tierschutzprozess rief er dazu auf, einen Fonds zu gründen, um mich mit ständigen Zivilklagen mudtot zu machen, siehe http://www.martinballuch.com/jager-will-detektive-auf-tierschutzvereine-ansetzen/. Er war es auch, der die harmlosen Mountainbiker in Lilienfeld durch Klagen disziplinieren wollte und der bei Verfassungsgericht beanstandete, dass das Tierschutzgesetz in seine Eigentumsrechte eingreift, wenn es ihm verbietet, seine Jagdhunde mit Elektroschockgeräten zu traktieren. Und dieser Rudolf Gürtler hat nun ein Rundschreiben verfasst, das ich kommentarlos online stellen will, weil es sich selbst ad absurdum führt:

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Reaktion der Hardcore Jägerschaft 1: Stellungnahme Landesjagdverbände

Ich bin immer für Gespräche und die Ausarbeitung von Kompromisslösungen. Bisher wirkte die gesamte Jägerschaft auf mich so, als wäre sie grundsätzlich nicht gesprächsbereit. Im Rahmen unserer Kampagne gegen die Jagd auf Zuchttiere aber, begann sich die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine ganze Reihe auch einflussreicher JägerInnen kontaktierten mich und waren an Zusammenarbeit und gemeinsamem Vorgehen interessiert, bis heute erreichen mich fast täglich neue Emails interessierter JägerInnen, einer darunter sogar vegan oder eher „jegan“, ein Mann, der vegan lebt mit Ausnahme von Wildbret, das von Tieren stammt, die er selbst schießt. Ich bin für Zusammenarbeit und pragmatische, reale Lösungen, so wie im Fall des Lainzer Tiergartens.

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40 Jahre Jagdverbot im Kanton Genf – eine Bestandsaufnahme

Kommen wir ohne die Jagd aus oder nicht? Wie oft hören wir, dass die Populationen vieler Wildtiere, oder zumindest der Paarhufer, reguliert werden müssen, weil sie sonst überhand nehmen. Fehlen Luchs, Wolf und Bär? Oder bedeutet das Überhandnehmen lediglich einen Profitverlust für Forst- und Landwirtschaft? Oder ist es tatsächlich auch für die betroffenen Tiere und/oder ihr Ökosystem besser, wenn Menschen regulierend eingreifen? Zahlen und Fakten als Antwort auf diese Fragen zu finden ist sehr schwer. Niemand hat dazu ein ausreichend umfassendes Experiment gemacht. Jene winzigen Regionen in Österreich, in denen nicht gejagt wird, sind so mit bejagten Revieren verzahnt und verflochten, dass man nicht sagen kann, was passieren würde, wenn es tatsächlich völlig ungeregelte Populationen von Paarhufern gäbe.

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Eine Fachtagung des Grünen Kreuzes über Jagdethik: Stainz am 12. 11. 2015

Das Grüne Kreuz hat beim Tierschutz nicht den besten Ruf. Obwohl es zwar Jäger und Jägerinnen gibt, denen Tierschutz tatsächlich ein Anliegen zu sein scheint, und die ihren Jagdspaß nicht über den Tierschutz und den Erhalt des Ökosystems stellen, so findet man diese mehrheitlich nicht in dieser Organisation. Vielmehr hat gerade das Grüne Kreuz den Ruf, den radikalen JägerInnen ohne Reformbereitschaft das Wort zu reden. Die längste Tierschutzdemonstrationstradition richtet sich auch gegen eine Veranstaltung des Grünen Kreuzes, nämlich den alljährlichen Jägerball in der Hofburg. Seit den frühen 1980er Jahren wird dort jedes Jahr auf die Missstände in der Jagd aufmerksam gemacht.

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Meine wechselnde Perspektive auf die Jägerschaft

Als Teenager schon ging ich mit großer Begeisterung in den Wald und über die Berge. Damals vor 40 Jahren waren konfrontative Begegnungen mit JägerInnen wirklich Alltag. Ein Jäger im Wienerwald schrie mich an, weil die Abenddämmerung schon eingesetzt hatte und ich noch immer unterwegs war, ein anderer bedrohte in Annaberg meine Mutter und mich um 15:30 Uhr auf einer Forststraße mit dem Gewehr, weil wir seinen Hirsch vertrieben hätten, wiederum andere entfernten einfach die Markierungen auf Wanderwegen wie z.B. auf das Hennesteck bei Mariazell, oder sie verboten das Weitergehen auf Forststraßen weil es sich um eine Jagdsperre handle usw. Meine zunehmende Ablehnung und richtige Allergie gegen alles, was mit der Jagd zu tun hatte, führte mich schließlich dazu, in England 8 Jahre lang im Vorstand der Hunt Saboteurs Association aktiv zu sein. Zweimal pro Woche konfrontierte ich JägerInnen vor allem bei Hetzjagden, aber auch bei den Schüssen auf gezüchtete Moorhennen im englischen Hochland oder auf Fasane in East Anglia.
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„Ein Beitrag zur Jagdethik“ von Rudolf Winkelmayer

Im Österreichischen Jagd- und Fischereiverlag ist 2014 dieses dünne Heftchen erschienen. Das ist eigentlich ein Verlag, von dem ich mir keine lesenswerten Beiträge erwarten würde, aber dann wird man doch immer wieder überrascht. Ein radikales Anti-Jagd-Buch ist es nicht, aber es ist gegenüber vielen Aspekten der Jagd sehr kritisch, insbesondere der Jagd auf gezüchtete Tiere, die als Abschießbelustigung bezeichnet wird. Winkelmayer verteidigt die „Ultima Ratio“-Jagd, d.h. die Jagd als gelindestes Mittel, um ein ökologisches Ungleichgewicht wieder herzustellen. Zwar erwähnt er weder diesen Begriff in dem Buch, noch macht er das so explizit klar, doch der Großteil seines Werks handelt von tierethischen Diskussionen auf durchaus akademischem Niveau.
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