Tierversuche

Tierversuche: da ist Licht am Horizont

Die Situation für die in Tierversuchen verwendeten Wesen in Österreich ist seit vielen Jahren eine einzige Katastrophe. Unser so konstruktiver Versuch, den Genehmigungsprozess für Projektanträge mittels eines Kriterienkatalogs zu objektivieren, um wenigstens die sinnlosesten Tierversuche auszuschließen, war insofern erfolgreich, als dass das Tierversuchsgesetz jetzt einen solchen Katalog vorschreibt. Nur leider ist er vollkommen nutzlos, weil nach einem mehrjährigen Projekt dreier extra dafür angestellter Wissenschafter_innen zwar ein detaillierter Katalog von 110 Fragen mit objektiv numerischer Zuordnung entstanden ist, dieser aber mit dem lapidaren Argument, er würde die Freiheit der Wissenschaft einschränken, auf 9 Fragen, die noch dazu nur zur Anregung dienen, reduziert wurde. Faktum bleibt leider weiterhin, dass ausnahmslos jeder noch so sinnlose Tierversuch in Österreich genehmigt wird. Und Faktum bleibt weiterhin, dass für diese Genehmigungen keine Kommissionen gesetzlich vorgesehen sind, wie in anderen Ländern, sondern jeweils einzelne Beamt_innen der Bundesländer. Und Faktum ist noch dazu, dass in der gesamten Zeit der Existenz eines Tierversuchsgesetzes noch nie irgendjemand wegen einer Übertretung zum Schaden der Tiere bestraft wurde. Das ist die Situation in Österreich.

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Marode Vet Uni Wien bezahlt Kosten für sinnlose Klagen von Tierexperimentator Hess

SLAPP nennt man Zivilklagen, von denen man eigentlich weiß, dass sie nicht gerechtfertigt sind, die man aber dennoch einbringt, um einen Kritiker bzw. eine Kritikerin mundtot zu machen. Das funktioniert, wenn man deutlich mehr Geld hat und daher keine Angst vor verlorenen Gerichtsverfahren. Eine gute Verteidigung kostet mehr, als man als Verteidigungskosten zurück bekommt, selbst wenn man gewinnt. Abgesehen davon bedeutet jeder Gerichtsprozess Stress und ist mit dem Risiko verbunden, eine_n Richter_in zu bekommen, die politisch ideologisch gegen jene Position eingestellt ist, die man vertritt.

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Endlich wieder ein vernünftiges Urteil: OLG Wien erlaubt Kritik an Tierexperimentator Hess

Nun ist es rechtskräftig und die Saga ist beendet. Hier zur vielschichtigen Vorgeschichte: http://www.martinballuch.com/?s=Hess. Kurz zusammengefasst: Ich hatte einen Antrag an die Bundestierversuchskommission gestellt, den Opfern von Tierversuchen ein Denkmal zu setzen. Weil ich als Beispiel eines Tierversuchs den Experimentator Hess und seine Putenversuche genannt hatte, klagte er mich auf Unterlassung und Widerruf. Die Richterin vom Handelsgericht Wien gab ihm sowohl in der Einstweiligen Verfügung als auch in der Klage in jeweils erster Instanz recht. Beides hat das Wiener Oberlandesgericht aufgehoben und die Klage in allen Punkten abgewiesen. Ein wichtiges Urteil, weil sonst kaum mehr Kritik an Tierversuchen möglich gewesen wäre. Das Gericht in erster Instanz hatte nämlich den Experimentator und Universitätsprofessor als unhinterfragbaren Experten für seine eigenen Versuche herangezogen. Ein perfider Trick, um Kritik auszuhebeln. Ich wünschte, bei Prozessen gegen Tierrechtsaktivismus würde ich als Experte für Tierrechtsaktivismus als unhinterfragbare Instanz vom Gericht betrachtet werden, welche Aktionen gerechtfertigt sind und welche nicht. Das wäre lustig. So lächerlich das klingen mag, aber es war der Richterin in der ersten Instanz selbstverständlich, z.B. zu sagen, dass wenn Hess seine eigenen Tierversuche als geringes Leid einstuft, dann ist das objektiv so, oder wenn Hess meint, seine Tierversuche aus Tierliebe durchzuführen, dann muss diese Motivation als Faktum akzeptiert werden und alles andere wäre üble Nachrede.

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Urteil: Richterin verbietet mir Kritik an Putenversuchen!

Die Mayr-Melnhof-Prozesse in Salzburg sind ja schon ziemlich ernüchternd, was den Glauben an den Rechtsstaat betrifft. Wie in meinen Berichten festgestellt – und durch die Befangenheitserklärung einer Richterin bestätigt – geht da nicht so alles mit rechten Dingen zu. Aber leider nicht nur in Salzburg. Am Handelsgericht Wien wurde nun ein Urteil erlassen, das wirklich absolut bemerkenswert einseitig ist. Um das zu unterstreichen, habe ich zunächst alle Argumente veröffentlicht, die ich im Gerichtsverfahren vorgebracht habe: http://www.martinballuch.com/sammlung-der-fakten-gegen-die-klage-von-tierexperimentator-michael-hess/

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Profil Tierversuchsartikel: dritter offener Brief

Mir wurde mitgeteilt, dass Menschen, die an Profil kritische Leserbriefe wegen des Artikels zu Tierversuchen schreiben und dabei Bezug auf meine offenen Briefe nehmen, die folgende Antwort erhalten:

eine Anmerkung zu Ihrem Schreiben, vielleicht gibt sie ja Anlass, Ihre Position zu überdenken bzw. zu hinterfragen, für welche Agenda Sie hier eingespannt werden
> sollen: Ich habe Herrn Balluch geantwortet, und zwar bereits zwei Mal. Allerdings hat er nicht mehr geantwortet, ich hab ich nie wieder was von ihm gehört. Die
> Behauptung, wir würden auf seine Schreiben nicht reagieren oder eine sachliche Debatte verweigern, ist also schlicht unwahr.

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Weiterer offener Brief an die Profilredaktion zu Tierversuchen

Sehr geehrter Herr Rainer,
sehr geehrter Herr Schönberger,
sehr geehrte Redaktion,

wie zu erwarten haben Sie auf mein untiges Email nicht geantwortet, obwohl Sie sehr wohl auf andere Emails antworten, die sich zu diesem Tierversuchsartikel kritisch äußern. Aber mir ist nicht entgangen, dass Sie ganz gezielt diese „Diskussion“ daran aufhängen, dass Sie Tierschützer_innen als emotional gesteuert darstellen wollen, während die Tiernutzungsseite (ob Tierversuche oder auch bei Ihrem Artikel zur Gatterjagd) als intellektuell und objektiv präsentiert wird. So macht man sich die eigene Realität zurecht. Das Email unten passt daher nicht in das Konzept Ihrer „Bubble“ und wird entsprechend einfach ignoriert.

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Tierversuche an Puten von Tierexperimentator Michael Hess von der Vet Uni Wien

Er wolle nicht kritisiert werden, meinte Tierexperimentator Michael Hess heute vor Gericht zu mir, er wolle nicht, dass ich seinen Namen erwähne. Es sei mir unbenommen, Tierversuche grundsätzlich zu kritisieren, aber nicht seine, nicht mit seinem Namen, nicht Tierversuche an der Vet Uni Wien, und schon gar nicht konkret. Das ginge zu weit, das sei eine Art Hetzkampagne. Da müsse er gerichtlich dagegen vorgehen.

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Und doch: die Wissenschaft verwendet Daten von brutalen Menschenversuchen ohne Zustimmung der Betroffenen

Welche TierschützerInnen kennen das nicht, das Lieblingsargument der Tierversuchsseite: „Wenn ihr gegen Tierversuche seid, dann dürft ihr auch keine Medikamente verwenden“. Also erstens gibt es ja auch Forschung ohne Tierversuche, ja, wie wir wissen, sind Tierversuche oft sogar kontraproduktiv, siehe New Scientist http://www.martinballuch.com/new-scientist-sagt-tierversuche-sind-der-falsche-weg-in-der-forschung-fuer-menschen/. Aber zweitens sind auch TierexperimentatorInnen hoffentlich für Menschenrechte, also gegen invasive Menschenversuche ohne Zustimmung der Betroffenen. Aha, dann dürften sie auch nicht Dinge verwenden, die von Daten solcher Versuche stammen, oder?

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