VGT-Kampagnen

Audiobericht: Heutiger Prozess Max Mayr-Melnhof gegen mich

Heute fand Verfahren Nummer 5, Max Mayr-Melnhof gegen mich, statt. Bisher habe ich alle gewonnen, Mayr-Melnhof musste mir alles zusammen € 5000 zahlen, siehe http://www.martinballuch.com/naechster-gerichtserfolg-gegen-mayr-melnhof-besitzstoerungsklage-abgewiesen-und-e-1600-an-vgt/. Im heutigen Prozess ging es um eine Klage, dass ich nicht mehr ein Bild von ihm im Rahmen unserer Aktionen verwenden darf. Das Gericht soll uns in Essenz die Kampagne gegen seine Gatterjagd untersagen. Einvernommen wurden Max Mayr-Melnhof und ich, dann schloss der Richter das Verfahren und wird das Urteil schriftlich erlassen.

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Klagsbeantwortung: Michael Hess, Josef Mengele und Tierversuche an Puten

Ich habe nun die Klage von Michael Hess gegen mich, siehe http://www.martinballuch.com/unfassbar-tierexperimentator-michael-hess-von-der-vet-uni-wien-klagt-schon-wieder/, beantwortet:

Der Kläger behauptet, der Beklagte habe festgestellt, dass die vom Kläger durchgeführten Tierversuche mit Menschenversuchen in Konzentrationslagern im Dritten Reich völlig parallel seien. Das ist nicht richtig. Im genannten Zitat wurde vielmehr ganz klar eine Parallele zwischen der Rechtfertigung der Menschenversuche im Dritten Reich von den Tätern und Täterinnen auf der Anklagebank im Nürnberger Prozess, mit der Rechtfertigung der Tierversuche in Österreich vom Beklagten gezogen. Beide, so das Zitat, würden sich darauf berufen, nur Gutes für Artgenossen und Artgenossinnen ihrer Opfer zu wollen, und bei beiden, so das Zitat, sei diese Behauptung gleichermaßen zynisch und unglaubwürdig. Es handelt sich also überhaupt nicht um einen Vergleich zwischen den Versuchen selbst, oder den historischen Situationen, sondern zwischen den jeweiligen Rechtfertigungen für die Versuche durch die Täter und Täterinnen. Und diese sind in der Tat parallel.

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Unfassbar: Tierexperimentator Michael Hess von der Vet Uni Wien klagt schon wieder!!

Erneut SLAPP-Alarm, er kanns nicht lassen. Offenbar bringt es ihn und sein meinem Eindruck nach sehr hierarchisches Weltbild arg durcheinander, wenn er „von unten“ kritisiert wird. Michael Hess führt Tierversuche an Puten durch. An über 100 Puten. Und zwar Tierversuche, die schweres Leid verursachen. Die Haltung der Puten dürfte dabei auch ganz entsetzlich sein. Obiges Foto ist in der Geflügelklinik von Herrn Hess aufgenommen. Jedenfalls bemüht er nun schon zum wiederholten Mal das Gericht, um mir Kritik an seinen tierquälerischen Tierversuchen zu untersagen. Tierversuche, die schweres Leid verursachen, sind Tierquälerei, ganz egal ob sie legal durchgeführt werden oder nicht. Es gibt eben auch legale Tierquälerei. Was waren denn die Legebatterien anderes, die übrigens von Hess mir gegenüber zur Zeit, wie sie noch existierten, verteidigt worden sind. Er sagte mir sogar damals, dass er selbst in seinem Institut Hühner in Käfigen für Tierversuche halte und war sichtlich stolz darauf. Er wollte mich meinem Eindruck nach möglichst verletzen, weil er erkannte, dass ich mit Hühnern Mitgefühl hatte. Diese Art von Mensch ist Hess.

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Staatsanwaltschaft Wien erhebt Anklage gegen 3 Polizisten und den Jagdaufseher von Mensdorff-Pouilly

Es geht um den Vorfall am 20. 11. 2015 im Jagdgebiet von Alfons Mensdorff-Pouilly im Bezirk Güssing, siehe http://www.martinballuch.com/landesverwaltungsgericht-eisenstadt-verurteilt-polizei-und-jagdaufseher-wegen-einsatz-bei-mensdorff-pouilly-gegen-mich/. Wie in dem Link zu lesen, haben zuerst die JagdhelferInnen auf Anweisung des Jagdaufsehers von Mensdorff-Pouilly, und dann die herbeigerufene Polizei, mich auf einer öffentlichen Straße 90 Minuten lang blockiert, um zu verhindern, dass ich die Jagdvorgänge dokumentieren kann. Eine Maßnahmenbeschwerde gegen die 4 war bereits erfolgreich, d.h. es wurde gerichtlich festgestellt, dass meine Rechte verletzt wurden. Jetzt hat aber die Staatsanwaltschaft Wien auch Anklage gegen die 4 wegen Amtsmissbrauch erhoben. Das Verfahren wird am 21. Februar 2017 ab 9:30 Uhr im Saal 1 des Landesgerichts Eisenstadt stattfinden. Es ist öffentlich, Eintritt frei.

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Nächster Gerichtserfolg gegen Mayr-Melnhof: Besitzstörungsklage abgewiesen und € 1600 an VGT

Die stadtbekannte Klagswut des Herrn Max Mayr-Melnhof gegen mich und andere KritikerInnen seiner Gatterjagdpraxis geht zunehmend nach hinten los. Bisher ist jedes Urteil gegen ihn ausgegangen. Da war einmal der Antrag auf Einstweilige Verfügung, dass wir keine Demonstrationen und Aktionen, wie die Überreichung des satirischen Gatterjagdwards „Das Steinerne Herz“, mehr durchführen dürfen: abgelehnt in allen Instanzen, Zahlung von € 2000 an den VGT. Da Herr Mayr-Melnhof seine Schulden nicht beglich, musste ein Exekutionsantrag gestellt werden, der erfolgreich war. Noch einmal etwa € 700 an den VGT. Dann nannte mich Mayr-Melnhof einen „faschistoiden Populisten, der lügt sobald er den Mund aufmacht“: € 480 an den VGT und Widerruf in der Bezirkszeitung auf seine Kosten. Nun wurde seine Klage wegen Besitzstörung und Unterlassung der Dokumentation seiner Gatterjagd vom Gericht abgewiesen: € 1600 an den VGT. Der nächste Prozess findet am 13. Februar 2017 um 10:30 Uhr im Handelsgericht Wien, 23. Stock Saal 5, statt. Max Mayr-Melnhof wird persönlich anwesend sein und einvernommen. Wieder will er, dass uns das Gericht untersagt, sein Konterfei und seinen Namen im Rahmen von Aktionen zu verwenden.

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Gatterjagdverbot und Anderes im neuen Burgenländischen Jagdgesetz

Das neue Burgenländische Jagdgesetz ging am 26. Jänner 2017 durch seine Lesung im Landtag, wird im März abgestimmt und tritt am 1. Mai 2017 in Kraft. Wir haben uns seit Juli 2015 sehr intensiv um eine Reform dieses Jagdgesetzes bemüht und insbesondere in der Jagdsaison 2015/16, aber auch 2016/17 die Jagden auf Zuchttiere im Burgenland dokumentiert. Zahlreiche Eingaben und Pressekonferenzen sowie wissenschaftliche Gutachten über die Gatterjagd und das Aussetzen von gezüchtetem Federwild hatten zuletzt doch eine Auswirkung. Das neue Gesetz verbietet die Gatterjagd ab 1. Februar 2023, schränkt die Gatterjagd bis dahin drastisch ein und erschwert auch das Aussetzen von Federwild für die Jagd. Zusätzlich sind nun Zuchtgatter für die Jagd verboten. Dazu gelang es uns auch bei einigen anderen Punkten im Jagdgesetz, die im Begutachtungsentwurf noch enthalten waren, kleine Veränderungen im Sinne des Tierschutzes anzubringen.

Das Gatterjagdverbot

§ 10 (3) des neuen Jagdgesetzes stellt fest, dass nur Jagdgatter, die vor 2017 bewilligt waren, weiter geführt werden dürfen. § 170 (3) schließlich setzt die Frist bis 1. Februar 2023, bis wann alle Jagdgatter aufgelassen werden müssen. Es handelt sich also um ein echtes Gatterjagdverbot. Ein großartiger Erfolg.

Die Übergangsfrist bis Februar 2023 hat 2 Gründe. Erstens endet dann die laufende Jagdperiode und zweitens sehen beide vorhandenen Gutachten zur verfassungsrechtlichen Beurteilung eines Gatterjagdverbots vor, dass ausreichende Übergangsfristen eingehalten werden müssen. Alfons Mensdorff-Pouilly hat bereits mit einer Verfassungsklage gedroht, entsprechend wichtig ist es, dass man bei der Formulierung des Verbots auf der sicheren Seite ist.

Übergangsbestimmungen für Jagdgatter

Ab 1. Mai 2017 treten aber bereits die neuen Bestimmungen für Jagdgatter in Kraft, und die haben auch eine gewisse Wirkung. § 10 (4) schreibt allen GatterbetreiberInnen vor, ein tagaktuelles Gatterbuch zu führen, in dem die Herkunft und Anzahl der Tiere, sowie die Zu- und Abgänge zu registrieren sind. Anlieferungen von Tieren ins Jagdgatter müssen nach § 10 (7) sogar 4 Wochen vorher mit Begründung unter Angabe von Anzahl, Alter, Geschlecht und Herkunft behördlich gemeldet werden. Die Tiere dürfen nach § 10 (6) nur zwischen Oktober-Dezember in das Gatter kommen und müssen dann noch 4 Monate in einem Separationsgatter gehalten werden, bevor man sie bejagen darf. Mit anderen Worten: Jedes angelieferte Tiere muss praktisch zuerst ein Jahr gehalten werden, bevor man es jagen darf. Beachtet man die bisherige Jagdpraxis, dann ist das eine sehr große Einschränkung!

§ 10 (5) beschränkt die Zeit für Treibjagden im Gatter auf Oktober-Jänner, wobei im Jänner nur dann mit Hunden getrieben werden darf, wenn sich im Gatter nachweislich nur Wildschweine befinden. Meiner Erfahrung nach trifft das auf kein Gatter zu. Zusätzlich dürfen nicht mehr als 5 Treibjagden pro Jahr stattfinden. Die Jagdtermine müssen der Behörde 2 Wochen vorher gemeldet werden.

Verbot von Zuchtgattern für die Jagd

§ 10 (1) legt fest, dass Wildgehege zur Zucht von Wildtieren nur der Schaustellung der Wissenschaft oder der Produktion von Fleisch bzw. anderen tierlichen Produkten dienen dürfen. Letztere unterliegen sowohl in Haltung als auch Tötung dem Tierschutzgesetz. Nach § 20 (1) muss in Wildgehegen die Jagd ruhen. Es ist daher verboten, in Wildgehegen zu jagen oder von Wildgehegen aus Tiere an Jagdgatter zu liefern. Sehr gut.

Einschränkung der Jagd auf gezüchtetes Federwild

Neben der Gatterjagd hat sich unsere Kampagne auf das Aussetzen von gezüchteten Fasanen, Rebhühnern und Enten konzentriert. Hier ist das neue Jagdgesetz im Burgenland leider wesentlich weniger streng, als z.B. die Bestimmung im steirischen Jagdgesetz. Konkret normiert § 95 (1) Ziffer 14, dass eingefangenes oder aufgezogenes Federwild spätestens 8 Wochen vor Beginn der Schusszeit ausgesetzt worden sein muss. Für Enten bedeutet das bis Mitte Juni, für Rebhühner bis Mitte Juli und für Fasane bis Anfang August. Gegenüber der heutigen Jagdpraxis ist das schon eine große Einschränkung. Problematisch ist nur, dass es sehr schwer sein wird, das zu kontrollieren. Aber wenn das Aussetzen bereits so lange vor der Jagd abgeschlossen sein muss, dann werden die meisten dieser zahmen Tiere, die in der freien Wildbahn völlig hilflos sind, bis zur Jagd schon gestorben sein. Es ist zu hoffen, dass die meisten Jagdgesellschaften daher lieber gar nicht mehr aussetzen werden.

Weibliche Tiere einer Wildart, die ausgesetzt wurde, dürfen im Aussetzungsjahr nicht beschossen werden, außer das Aussetzen geschah in offener Gehegehaltung, d.h. in Volieren ohne Abdeckung, sogenannten Remisen, sodass das Ein- und Ausfliegen der Tiere immer gewährleistet ist. Das schränkt auch die Auswilderungspraxis ein bisschen ein, obwohl man natürlich leicht die Abdeckung der Volieren entfernen kann. Jedenfalls ist das auch eine weitere Hürde, die vielleicht einige vom Aussetzen in Zukunft abschreckt.

Interessant dazu noch § 3 (8), bei dem zur Definition der offenen Gehegehaltung der Passus hinzugefügt wurde, dass das Federwild „nicht durch Aufscheuchen, Schabelbrennen, Schnabelsperren oder Flügelstutzen gequält werden darf“. Gequält, steht da! Eine amtliche Bestätigung also, dass es sich dabei um Tierquälerei handelt.

Abschuss von Hunden und Katzen

Dass sämtliche Jagdgesetze in Österreich den Abschuss von Hunden und Katzen erlauben, ja manche sogar vorschreiben, ist ein echter Skandal. Begründet wird das damit, dass Hunde ja Rehe verletzen könnten. Und um diese potenzielle Verletzung hintan zu halten, verletzt man Hunde, die noch gar nichts getan haben? Nein, in Wahrheit ist diese Bestimmung ebenfalls auf die Feudalzeit zurück zu führen, in der sich adelige Jagdherren über die Haushunde der Bauernschaft geärgert haben und einfach sofort schießen können wollten. Dem Jagdherren ist das Reh so viel mehr wert, als der Haushund einer Familie, dass man selbst die potenzielle Gefährdung des Ersteren durch die Tötung des Letzteren abwehren können soll. Eigentlich haben sich die Wertungen diesbezüglich längst geändert, aber leider sitzt der ehemalige Adel noch immer an den Schalthebeln der Macht.

In Vorarlberg und Kärtnen muss man im Falle von umherstreifenden Hunden zuerst die HalterInnen auf ihre Verwahrungspflicht hinweisen, bevor man sie abschießen darf. Im Burgenland hatten JägerInnen bisher sogar die Pflicht, Hunde, die außer Ruf- und Reichweite ihrer HalterInnen sind, zu töten.

Das neue Jagdgesetz sieht in § 70 (3) und (4) vor, dass JägerInnen Hunde und Katzen, die sich außer Ruf- und Reichweite ihrer HalterInnen befinden und die weiter als 200 m von Gebäuden entfernt sind, abzuschießen! Zusätzlich verbietet § 101 (1), Hunde und Katzen in einem Jagdgebiet herumstreifen zu lassen. Also ist jede Freigängerkatze eine Verwaltungsübertretung, und jeder Hund, der vom Haus weg ein bisschen herumläuft, auch, egal ob er schon viel zu alt ist, um irgendeinem Wildtier gefährlich zu werden oder dergleichen. Wir sind also noch immer weit davon entfernt, in dieser Frage von der Feudaljagdpraxis abzugehen.

Fütterungen

Neben der Jagd auf Zuchttiere und dem Abschuss von Familienitgliedern ist die totale Überfütterung der Wildtiere im Wald, um möglichst viel „Abschussmaterial“ zu liefern, das größte Tierschutzanliegen in der Jagd. Die Überpopulation erzeugt einen großen Stress unter den Tieren, verbreitet Parasiten und andere Krankheiten – weshalb bei Fütterungen häufig Medikamente zugemischt werden – und führt zu hohen Unfallzahlen im Straßenverkehr. Zusätzlich wird so der Wald geschädigt und das Wildtier vom Menschen abhängig gemacht.

Das neue Jagdgesetz verbietet die Fütterung per se, schreibt sie nur verpflichtend zu Notzeiten vor. Eine solche Notzeit dürfen sich die JägerInnen aber nicht selbst ausdenken, sondern sie muss behördlich für einen Bezirk per Verordnung festgelegt werden und muss die große Ausnahme sein. So steht es in § 88 (1) des Gesetzes. Dazu herrscht ein absolutes Fütterungsverbot von Mai-Dezember. Das ist auch eine große Neuerung, wenn man bedenkt, dass sich im Jagdrevier von Mensdorff-Pouilly im Dezember immer große Haufen von Futter befunden haben.

Leider gibt es Ausnahmen. So darf es sogenannte Kirrungen für Wildschweine geben. Dabei legt man Futter aus, um diese Tiere anzulocken und abzuschießen. Das Gesetz erlaubt jetzt maximal 1kg Futtermittel täglich an maximal 3 Stellen pro 100 ha. § 88 (5) erlaubt zusätzlich Ablenkungsfütterungen von maximal 1 kg pro Tag, allerdings nur in der Zeit von März-Oktober. Im Umkreis von 200 m darf dort kein Hochstand mehr stehen.

Ob diese Maßnahmen dazu führen, dass die weitverbreitete Fütterungspraxis, und damit die Überpopulation der Wildtiere und der große Wildschaden im Wald, zurück geht, wird die Zukunft weisen. Immerhin zeigt sich ein guter Wille. Das ist eine Weichenstellung in die richtige Richtung.

Festnahme von TierschützerInnen

In Österreich geht man zunehmend dazu über, LandwirtInnen und JägerInnen die Befugnis zu geben, über TierschützerInnen herzufallen, weil man offenbar in diesen Kreisen der Ansicht ist, dass die Polizei zu lax agiert. So auch in diesem Gesetz – wenn auch die Bestimmung gegenüber dem Begutachtungsentwurf entschärft wurde.

§ 70 (2) erlaubt sogenannten Jagdschutzorganen, die Identität von TierschützerInnen festzustellen, wenn diese jagdrechtlichen Vorschriften zuwider handeln, also z.B. ein Jagdgebiet während einer Treibjagd abseits von Wegen betreten. Sollten sich die TierschützerInnen weigern, ihre Identität preis zu geben, oder wenn sie in der Gesetzesübertretung verharren, darf das Jagdschutzorgan sie nach § 76 (2) sogar festnehmen. Aber immerhin dürfen die Kleidung, Behältnisse und Fahrzeuge der TierschützerInnen nicht mehr durchsucht werden, wie noch im Begutachtungsentwurf vorgesehen, und es darf auch nichts beschlagnahmt werden. Das bleibt der Polizei vorbehalten.

Sonstiges von Tierschutzrelevanz

Das neue Jagdgesetz ist im Gegensatz zur bisherigen Version vereinfacht und enthält trotzdem 171 Paragraphen! Die allermeisten davon handeln aber davon, wer wann wo und unter welchen Voraussetzungen jagen darf. Für Tiere relevant sind vielleicht noch folgende Punkte:

– Die Jagd muss sich laut Präambel an den Grundsätzen der Weidgerechtigkeit orientieren. Es gibt kein Verbot der Baujagd im Gesetz, sie wird aber auch nicht erwähnt. Vielleicht kann man sie als nicht mehr weidgerecht betrachten?

– Tierschutz kommt im Gesetz überhaupt nicht vor. Im § 1 ist wenigsten die Ökologie am Rande erwähnt: Ziel dieses Gesetzes ist es, gesunde und stabile Wildpopulationen unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und ökonomischer Belange zu erhalten.

– In § 3 (1) sind Braunbär, Wolf und Goldschakal unter jagdbarem Wild angeführt.

– Nach § 64 verlieren JägerInnen ihre Jagdkarte für mindestens 1 Jahr und maximal 3 Jahre, wenn sie nach dem Strafgesetz wegen Tierquälerei verurteilt werden oder wenn sie nach dem Tierschutzgesetz wegen einer besonders verabscheuungswürdigen Tierquälerei oder wegen wiederholter Tierquälerei verurteilt werden.

– Nach § 78 (2) gibt es weiterhin keine Schonzeiten für wilde Kaninchen, Füchse, Waldiltisse, Steinmarder, Wildschweine außer säugende Mütter, kleine und große Wiesel, Marderhunde und Waschbären.

– Die grauenhaften Totschlagfallen, wie z.B. das Abzugseisen, bleiben im Ausnahmefall nach § 93 (3) erlaubt. Abzugseisen sind riesige Bügel, die, wenn man ein Futterstück in der Mitte wegzieht, mit 180 kg zusammen schnappen. Ein Menschenkind, das da hinein gerät, kann sich niemals selbst befreien. Und trotz des großen Gewichts töten diese Fallen nicht unbedingt, wenn sie z.B. an der Hüfte treffen. Jedenfalls darf man sie gegen Haarraubwild zwischen November-Februar örtlich begrenzt mit einer Genehmigung, die für 9 (!) Jahre gilt, aufstellen, wenn das im öffentlichen Interesse ist. Als Beispiele sind Tierseuchen oder übermäßige Vermehrung genannt.

Jagdfreistellung eines Grundstücks in Spittal an der Drau: Beschwerde zum EGMR

Es hat so kommen müssen. Als der Besitzer eines Grundstücks – ein Funktionär des VGT und praktisch vegan – Ende Oktober 2014 die Freistellung seines Grundstücks von der Zwangsbejagung beantragte, war der Weg Richtung Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bereits vorgezeichnet. Denselben Weg waren GrundbesitzerInnen in Luxemburg, dann Frankreich und zuletzt auch Deutschland gegangen. In jedem Fall waren die Höchstgerichte der entsprechenden Länder nicht bereit, die Jagdfreistellung anzuerkennen, obwohl es bereits in den letzten beiden Fällen Präzedenzfälle beim EGMR gab. So auch in Österreich. Auch das hiesige Verfassungsgericht konnte sich nicht dazu durchringen, einen ethisch tierschutzaffin eingestellten Grundbesitzer vom Zwang zu entheben, zulassen zu müssen, dass auf seinem Grund in jeder beliebigen Form – auch durch Aussetzen von Zuchtfasanen oder durch den Abschuss von harmlosen Schnepfen – auf Tiere geschossen wird. Die Geschichte bisher: http://www.martinballuch.com/?s=Jagdfreistellung

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Offener Brief an Alfons Mensdorff-Pouilly zum neuen Jagdgesetz im Burgenland

Sehr geehrter Herr Alfons Eduard Alexander Antonius Maria Andreas Hubertus Christoph Mensdorff-Pouilly,

wir hatten seinerzeit bei unserem gerichtlichen Vergleich am Bezirksgericht Güssing vereinbart, dass wir uns für Ihre nächste Jagdsaison absprechen, sollte es zu einem neuen Jagdgesetz im Burgenland kommen. Dieser Fall ist nun eingetreten und deshalb wende ich mich an Sie, und zwar öffentlich, da Ihre Jagdpraktiken ja von großem öffentlichen Interesse sind.

Das neue Jagdgesetz sieht ein Verbot der Gatterjagd ab 1. Februar 2023 vor. Sie haben nicht nur ein Jagdgatter in Bildein, sondern auch noch Zuchtgatter in Punitz. Was werden Sie nun tun? Werden Sie sich an das demokratisch legitimierte Gesetz halten, werden Sie dem Volkswillen entsprechend mit dieser Jagdart aufhören, oder werden Sie einfach tun und lassen, was Ihnen passt, ohne jede Rücksicht auf Tier und Mensch? Sollte Letzteres Ihr Vorhaben sein, darf ich Ihnen schon jetzt ankündigen, dass wir nach Hinweisen aufmerksamer AnrainerInnen Anzeige erstatten werden, und dass wir Ihre Praktiken bereits dokumentiert haben und damit belegen können, wie tierquälerisch sie sind. Der Verfassungsgerichtshof hat in einer Reihe von Erkenntnissen immer dem öffentlichen Interesse an Tierschutz den Vorrang vor Privatinteressen an Tierquälerei gegeben.

Wofür, darf ich fragen, benötigen Sie die 6 Jahre Übergangsfrist bis das Gatterjagdverbot in Kraft tritt? Welche Investitionen müssen sich noch amortisieren? Der Zaun um Ihre Gatter steht seit Menschengedenken unverändert und einfach damit aufzuhören, Zuchttiere über den Haufen zu schießen, muss wohl keine 6 Jahre dauern. Also wie werden Sie es halten?

Das neue Burgenländische Jagdgesetz sieht auch eine verlängerte Frist von 8 Wochen zwischen dem Aussetzen von gezüchtetem Federwild und dem Beginn der Jagdzeit vor, also 4 Mal so lange wie bisher. Die Lieferungen ihrer Zuchtvögel aus Ungarn treffen üblicherweise um den 10. August ein. Das wirft mehrere Fragen auf:

– Unter den an Sie gelieferten Tieren befinden sich immer Enten, die Sie in Ihre Kunstteiche setzen (zuletzt rechtswidrig mit öffentlichem Wasser aufgefüllt) und dann beschießen. Nun, die Schusszeit auf Enten beginnt am 17. August. Das neue Gesetz verpflichtet Sie ohne Übergangsfrist die Tiere spätestens 8 Wochen davor, also Mitte Juni, auszusetzen. Wie werden Sie mit dieser Auflage umgehen?

– Den Großteil der an Sie gelieferten Zuchtvögel stellen die Fasane. Deren Schusszeit beginnt am 1. Oktober, 8 Wochen davor wäre Anfang August. Werden Sie sich an das Gesetz halten? Wenn ja, bauen Sie auch ihre mehr als 25 Fasankäfige ab, die in Ihrem Jagdrevier herumstehen und für das rechtswidrige Aussetzen der Fasane benützt wurden? Und wofür werden Sie Ihre großangelegten Fasanvolieren benötigen, wenn zwischen Anlieferung und letztem Aussetzzeitpunkt überhaupt keine Zeitspanne existiert?

– In Ihrem Jagdrevier gibt es keine einzige offene Voliere. Das ist aber nach dem neuen Jagdgesetz Voraussetzung dafür, auf weibliche Fasane, die ausgesetzt wurden, Jagd zu machen. Nun, bei Ihnen wird ausgesetzt und Sie machen Jagd auf weibliche Fasane. Werden Sie sich in Zukunft also an dieses Verbot halten?

– Die Lieferung von Zuchtvögeln an Sie enthält auch immer einige Rebhühner. Die Schusszeit auf Rebhühner beginnt am 16. September, 8 Wochen davor wäre Mitte Juli. Ihre Lieferung kommt deutlich nach diesem Termin an. Werden Sie also das Aussetzen von Rebhühnern beenden oder wie werden Sie mit dieser neuen Gesetzeslage umgehen?

Auch in diesen Fragen darf ich Sie auf unsere Aufgabe als Tierschutzverein aufmerksam machen, Hinweisen von AnrainerInnen nachzugehen und im Bedarfsfall Anzeige zu erstatten.

Sie haben bereits mehrere Klagen gegen uns eingebracht, die noch anhängig sind. Das ist kein Problem, Sie dürfen sich an uns gerne austoben und ihre Wut auslassen. Dafür bitte ich Sie, die Jagd auf Zuchttiere nun zu beenden. Diese Wesen haben jetzt den Schutz des Gesetzes. Und auch wenn bisher dieser Schutz von der Exekutive nur sehr bedingt gewährt wurde, so kann ich Ihnen versichern, dass in Zukunft jemand darauf achten wird, dass Polizei und Behörden auf die Einhaltung des neuen Jagdgesetzes pochen. An Zuchttieren, den armseligen Zuchtenten und den Fasanen mit ihren ungarischen Schnabelsperren, werden Sie Ihre Wut jedenfalls nicht mehr auslassen können.

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Balluch
Obmann des VGT

Tierschutzrat beschließt EINSTIMMIG Verbot des Aussetzens von Zuchttieren für die Jagd!

Der Tierschutzrat wurde mit Einführung des Bundestierschutzgesetzes 2005 gegründet. Bis dahin galt Tierschutz nicht wirklich als politisches Thema, eher etwas für die persönliche Vorliebe. Die Parlamentsparteien hatten keine TierschutzsprecherInnen. Doch das sollte mit dem neuen Gesetz anders werden. Man dachte daher auch über Plattformen nach, auf denen sich die politischen Player im Tierschutz treffen und diskutieren konnten. Dafür wurde der Tierschutzrat mit § 42 eingeführt, als beratendes Organ für das Tierschutzministerium.

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Max Mayr-Melnhof zahlt VGT € 480 und widerruft öffentlich seine Beleidigung

Da wird dem VGT immer wieder seitens der Jägerschaft Radikalität vorgeworfen, man könne mit uns nicht diskutieren blabla. Auf primitive Weise ausfällig wird aber nur die Gegenseite. In Bälde gibt es einen Prozess gegen einen Funktionär des nö Landesjagdverbandes, weil er mich als „Abschaum“ bezeichnet hat und das vor Gericht auch noch damit verteidigt, dass ich einer wäre. Und Max Mayr-Melnhof, das Liebkind der Salzburger Hofmedien, nannte mich einen „faschistoiden Populisten, der lügt sobald er den Mund aufmacht“. Siehe: http://www.martinballuch.com/max-mayr-melnhof-nennt-mich-faschistoiden-populisten-der-luegt-sobald-er-den-mund-aufmacht/

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