Tierversuche

Offener Brief an Vet Uni Wien Rektorin Sonja Hammerschmid

Sehr geehrte Frau Rektorin,

Sie haben kürzlich dem VGT eine Klagsdrohung wegen eines Tierversuchs geschickt, der der Effizienzsteigerung der Nutztierindustrie dient. Es war Ihnen ein großes Anliegen zu betonen, dass dieser Versuch nicht an Ihrer Universität stattgefunden hat, weil: „Die Veterinärmedizinische Universität Wien lehnt jede Verletzung des Tierschutzes und seiner rechtlichen Grundlagen ab.“ Jetzt haben Sie in der Tageszeitung „Der Standard“ eine 4-seitige Anzeige geschaltet, in der der Leiter der Universitätsklinik für Geflügel, Michael Hess, über seine Forschungsarbeit an der Schwarzkopfkrankheit bei Puten Auskunft gibt. Nun, zu diesem Thema gab es 2 Tierversuchsprojekte im Jahr 2014 in Österreich, in deren Verlauf insgesamt 150 Puten und 100 Hühner mit dieser Krankheit infiziert wurden. Tatsächlich gibt es sehr ähnliche Tierversuche in Österreich seit über 10 Jahren, ohne erkennbares Resultat. Den Angaben des Wissenschaftsministeriums ist zusätzlich zu entnehmen, dass diese Tierversuche schweres Leid verursachen, das ist die höchste der Stufen für Tierleid bei Tierversuchen.
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Strenge Kontrollen von Tierversuchen? – In Österreich jedenfalls nicht!

Wie oft haben wir das schon gehört: Tierversuche in Österreich hätten strikte Auflagen, Ethikkommissionen würden alles genau prüfen, die Behörden würden streng kontrollieren, der Wissenschaftsminister schwärmt von den „3-R“ – ja, wir BürgerInnen dürfen beruhigt sein, wirklich nur die notwendigsten Tierversuche würden durchgeführt, und es gehe ja schließlich um Leben und Tod von Menschen. Wenn man dann hinter die Kulissen blickt, sieht man ein Potemkinsches Dorf, gähnende Leere. Keine Kontrollen, keine Auflagen, keine Anzeigen, alle Tierversuche werden durchgewunken, für die verrücktesten Zwecke und ohne jede kommissionelle Prüfung.
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Tierversuche: Offener Brief an Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner

Sehr geehrter Herr Wissenschaftsminister,

das unten angeführte Email haben Sie auf die Frage einer besorgten Bürgerin, ob der kommende Kriterienkatalog für die Schaden-Nutzen Abwägung bei Tierversuchen über das „3-R-Prinzip“ hinausgehen wird, als Antwort geschickt. Es wurde mir weitergeleitet und löst in mir große Besorgnis aus. Die EU-Richtlinie und das Tierversuchsgesetz jedenfalls erfordern von diesem Kriterienkatalog, deutlich darüber hinaus zu gehen. Das „3-R-Prinzip“ wägt, wie sie richtig anführen, nicht ab, ob der Zweck eines Tierversuchs für die Lebensqualität von Mensch und Tier so viel Nutzen bringt, dass dieser den durch den Tierversuch angerichteten Schaden überwiegt. Aber genau das muss laut EU-Richtlinie und Tierversuchsgesetz dieser Kriterienkatalog leisten. Können Sie uns garantieren, dass er das auch wird? Sie schreiben, dass manche Tierversuche leider für Medikamente und Therapien notwendig seien. Schön, aber was ist mit Tierversuchen, die z.B. dazu dienen, die Legeleistung von Hühnern zu erhöhen? Sind diese leider notwendig und müssen dafür leider 24 Hühner schweres Leid ertragen?
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Tierversuchspetition: Schreiben an den Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf die Pro-Tierversuchspetition auf Ihrer Webseite.

Sie rechtfertigen dort Tierversuche in der biomedizinischen Forschung, weil dadurch bessere Heilungschancen für menschliche Krankheiten bestehen würden. Aber die Petition, soweit ich das sehe, verteidigt grundsätzlich alle Tierversuche in allen Themenbereichen. Deshalb meine Frage: Verteidigen Sie auch Tierversuche in der Veterinärmedizin? Und in der Verhaltensforschung? Und in der Nutztierindustrie? Zu letzterer Thematik, also zur Effizienzsteigerung von der Nutzung von Tieren  zur Herstellung von Tierprodukten, gab es im Jahr 2014 insgesamt 36 Tierversuche. Mich würde interessieren, ob Sie auch diese Tierversuche verteidigen, und wenn ja, mit welchem Argument. Eine Verbesserung der Heilungschancen für menschliche Krankheiten kann dabei ja wohl keine Rolle spielen, sogar im Gegenteil, die Effiziensteigerung in der Tierindustrie wird zu mehr menschlichen Krankheiten führen.

Wieso machen Sie also keine Petition nur für Tierversuche in der biomedizinischen Forschung? Oder unterstützen Sie tatsächlich Tierversuche in anderen Sparten auch? Und wenn ja, warum führen Sie dann keine Argumente, die auch eine Rechtfertigung dieser Tierversuchszwecke umfassen, an? Als WissenschaftlerInnen sind wir einer Ethik der argumentativen Redlichkeit verpflichtet. Und diese zwingt uns, nicht Scheinargumnte vorzubringen, also z.B. so zu tun, als wären alle Tierversuche der Heilung menschlicher Krankheiten gewidmet. Die Redlichkeit verpflichtet, Argumente für alle Tierversuche, die wir vertretbar finden, anzuführen, und nicht ganze Sparten zu verheimlichen und mit der auf diese Weise erschlichenen Unterschrift für eine Petition mit zu unterstützen.

Es würde mich sehr interessieren, wie Sie dazu stehen. Wenn Sie Tierversuche z.B. für die Nutztierindustrie oder in der Verhaltensforschung oder der Veterinärmedizin aus ethischen Gründen ablehnen, warum sagen Sie das dann nicht öffentlich?

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Balluch

Tierversuche: Schreiben an die Rektorin der Veterinäruniversität Wien

Sehr geehrte Frau Rektorin Dr. Hammerschmid,

ich habe eben eine Anzeige wegen eines Tierversuchs eingebracht, siehe http://www.martinballuch.com/anzeige-wegen-tierversuch-fuer-tierfabriken/.

Im Jahr 2014 wurden in Österreich 36 Tierversuche mit dem Ziel durchgeführt, die Intensivierung der Tierindustrie und damit die Effizienz der Ausbeutung von Nutztieren, zu steigern. Viele dieser Versuche haben vermutlich an Ihrer Universität stattgefunden, Sie können mich gerne korrigieren. Dagegen gab es nur 2 Tierversuche, die der Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren dienen. Die Liste finden Sie hier: http://www.martinballuch.com/tierversuche-in-oesterreich-2014-versuche-zur-profitsteigerung-in-tierfabriken/

Das Tierversuchsgesetz schreibt eine Abwägung von Schaden und Nutzen jedes Versuchs vor, und nur jene, deren Nutzen den Schaden überwiegt, dürfen stattfinden. Sie haben auch eine Ethikkommission an Ihrer Universität, die angblich Tierversuche überprüft und nur ethisch akzeptable genehmigt. Können Sie mir bitte ein einziges Argument nennen, warum solche Tierversuche gerechtfertigt sind? Können Sie diese Tierversuche in der Öffentlichkeit vertreten? Wenn nein, warum sprechen Sie sich nicht öffentlich dagegen aus? Lassen Sie zu, dass solche Tierversuche zum Schaden aller – außer einer handvoll Personen, die von der Tierindustrie profitieren, inklusive Ihre KollegInnen, die daraus Drittmittel beziehen – stattfinden dürfen? Gibt es nicht eine Art von Hippokratischem Eid auch in der Veterinärmedizin, die Sie dem Wohlergehen der Tiere verpflichtet? Wie kann man nur so herzlos sein!

Jetzt ist bewiesen, dass dieses ganze Gerede von Kontrollen, hohen Standards und strengen Bestimmungen nur heiße Luft ist. Wenn solche Versuche ungestraft stattfinden dürfen, dann gibt es keine ethischen Schranken, dann ist alles erlaubt. Oder nennen Sie mir bitte einen Tierversuch, der wissenschaftlich Sinn macht, der aber in Ihren Augen unethisch wäre und von Ihrer „Ethikkommission“ abgelehnt würde?

Das ist eine unfassbar große Schande für die Naturwissenschaft, die mir so am Herzen liegt, aber auch für unsere gesamte Gesellschaft. Ich kann Ihnen versprechen, dass ich das nicht ruhen lassen werde, sondern die Öffentlichkeit so breit wie möglich informieren, bis dieser alptraumhafte Spuk ein Ende hat!

Martin Balluch

Tierversuche 2014 in Österreich: eine Übersicht

Als ich an der Uni Tübingen mit einigen TierexperimentatorInnen bei einer Podiumsdiskussion zu Tierversuchen saß, meldete sich ein honoriger Professor zu Wort, fragte die Zuhörerschaft, ob sie oder ihre Verwandten diese oder jene Krankheit hätten und erklärte dann, dass ohne Tierversuche keine Aussicht auf Heilung bestünde. Der Eindruck wurde bewusst erweckt, dass es bei allen Tierversuchen nur um die menschliche Gesundheit ginge. Wie bei der Jagd wird in den Raum gestellt, dass man entweder für alle Tierversuche oder gegen alle sein müsse, pragmatische Reformen, das Infragestellen von gewissen Tierversuchszwecken, ist offenbar absurd.
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Tierversuche in Österreich 2014 zur Profitsteigerung in Tierfabriken

Die Grundidee des Kriterienkatalogs für Genehmigungsanträge von Tierversuchen, siehe http://www.martinballuch.com/tierversuche-kriterienkatalog-oder-3r-optimierung/, ist es, zwischen nützlichen und unnützen Zwecken für die Versuche zu unterscheiden. Es macht einen großen Unterschied im Nutzen aus, ob an einem Medikament gegen eine bedrohliche Krankheit für Menschen gearbeitet wird, oder an der „Optimierung“ der Nutztierhaltung im Sinne der Profitinteressen der Tierindustrie. Letzteres ist ein Zweck, der keinen öffentlichen Nutzen hat, sondern, im Gegenteil, in jeder Hinsicht schädlich ist. Die Nutztierindustrie ist für Tierquälerei, Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung verantwortlich. Je profitorientierter sie arbeitet, desto schlechter für alle in unserer Gesellschaft, insbesondere für die betroffenen Tiere. Die Effizienz dieser Industrie durch Tierversuche zu fördern, dürfte also niemals genehmigt werden!

Im Jahr 2014 gab es in Österreich dazu folgende Tierversuche:

•    An 600 Masthühnern aus der kommerziellen Tierindustrie wurden Futterzusätze getestet, die eine antibiotika-ähnliche Wirkung erzielen, insbesondere schnelleres Wachstum, ohne aber Antibiotika zu sein.
•    Bei 144 Masthühnern wurden Muskelmagenerosionen künstlich erzeugt und dann verschiedene Futtermittel auf ihre Auswirkung getestet, da dieser Zustand, wie angegeben wird, ökonomische Verluste für die armen Tierfabriken bringe. Das Ziel sei, wörtlich, „die Optimierung von Fütterungsprogrammen in der kommerziellen Hühnermast“.
•    An 12 Pferden wurden chemische Mittel zur Fruchtbarkeitssteigerung ausprobiert.
•    30 Schweine wurden mit einem PRRS-Virus infiziert, um die Immunantwort des Körpers zu untersuchen. Dieser und verwandte Schweineviren würden ökonomische Verluste für die Schweineindustrie bedeuten.
•    80 Milchkühe wurden für einen Tierversuch herangezogen, bei dem Milchleistungsverluste durch Ketose dokumentiert wurden.
•    300 Hühner verschiedener Rassen setzte man verschiedenen Krankheitserregern aus, um den genetischen Einfluss zu untersuchen.
•    20 Milchkühe wurden in einer Studie verwendet, um Milchleistungskontrollparameter für eine effiziente Zucht zur Turbokuh zu ermitteln.
•    An 102 Mastschweinen wurden verschiedene, kommerziell erhältliche Futtervariationen danach getestet, wie effizient sie vom Schweinekörper verwertet werden, d.h. wie rasch die Tiere dadurch mehr Körpermasse bekommen.
•    Milchkühe „müssen“ heute ja widernatürliche Kraftnahrung zu sich nehmen, weil eine so hohe Milchleistung von ihnen verlangt wird, dass reines Grünfutter dafür zu wenig Energie liefert. Deshalb hat man nun an 18 Milchkühen Getreide mit oder ohne Milchsäurezusatz ausprobiert, um mittels Pansenkanülen und Blutproben die Unterschiede in der Verdaulichkeit zu ermitteln.
•    Um bei weiblichen Pferden die fruchtbaren Tage verlässlich künstlich auslösen zu können, hat man 12 Stuten Hormone injiziert und die Wirkung beobachtet.
•    An 2 Ochsen wurden Futtermitteltests durchgeführt, um eine Effizienzsteigerung zu erreichen.
•    100 Hühner und 100 Puten wurden mit der Schwarzkopfkrankheit infiziert. Der unbehandelte Krankheitsverlauf wurde beobachtet. Diesen Tierversuch gibt es unverändert seit weit über 10 Jahren, um, wie es heißt, „die wirtschaftlichen Verluste für die Geflügelbranche“ zu reduzieren.
•    An 30 Schafen wurden Euterentzündungen ausgelöst, um Wege zu finden, trotz hoher Milchleistung keine ökonomischen Einbußen zu erleiden.
•    In einem weiteren Tierversuch wurden 20 Schweine mit PRRS-Schweineviren infiziert, um an ihnen Impfungen zu testen.
•    12 Schafe wurden Futtertests für eine Steigerung der Milchleistung unterzogen. Es sei ein Problem bei Wiederkäuern, den Magen-Darm-Trakt dazu zu bringen, Kraftfutter zu verwerten. Dafür wurden die Schafe über längere Zeit in winzigen Stoffwechselkäfigen gehalten. Dieser Tierversuch habe den Schafen schweres Leid zugefügt, wird von den ExperimentatorInnen selbst angegeben.
•    24 Legehühner wurden in klassische, alte Legebatteriekäfige der Größe 50 cm x 50 cm Grundfläche und 76 cm Höhe gesteckt. Dann testete man an ihnen Maßnahmen zur Verbesserung der Futterverwertung von Körnermais. Der Experimentator – jeder kennt ihn, er hält seit Jahrzehnten Hühner zu Tierversuchen in Legebatteriekäfigen! – bemerkte dazu süffisant: „Eine geeignete Futterverwertung schont die begrenzten pflanzlichen Ressourcen innerhalb der Produktion tierischer Lebensmittel“. Die „Leistung“ der Hühner wurde anhand der Anzahl gelegter Eier, der Eimasse und der Futterverwertung geprüft. Auch hier wird als Schweregrad des Leids die höchste Stufe „schwer“ angegeben.
•    An 40 Milchkühen wurden Ergänzungsfuttermittel getestet, um eine hohe Milchleistung zu ermöglichen.
•    Das Labemagengeschwür bei Rindern sei eine ökonomische Frage, begründet eine Forschergruppe ihren Tierversuch an 160 Mastkälbern, denen Zuckermischungen verabreicht und Blut abgenommen wurde, bevor man sie tötete und untersuchte.
•    Weiteren 40 Milchkühen reicherte man Heu mit Zucker als Energielieferant an, mittels Pansenkanüle wurde dann die Verdauung beobachtet. Die Milchleistung und Milchqualität waren die Maßstäbe des Anwendungserfolgs. Der Schweregrad des Leids wurde mit „mittel“ angegeben.
•    24 Ferkeln gab man Futterzusätze und lieferte sie einem „Hitzestress“ aus. Das mussten sie in einem winzigen Stoffwechselkäfig erdulden. Ziel sei es, die Auswirkungen auf das Körperwachstum zu ermitteln, es gebe nämlich „Leistungseinbußen“ in der Schweinemast.
•    An 60 weiteren Schweinen wurden die Auswirkungen verschiedener Antibiotika in der Schweinemast getestet.
•    An 50 Rindern testete man verschiedene Formen der Besamung durch Injektion in den Eileiter, statt auf die herkömmliche Weise, um die Effizienz zu steigern.
•    An 25 Pferden wurden gesundheitliche Untersuchungen geübt, um TierpflegerInnen in der Pferdezucht auszubilden.
•    Weitere 50 Puten wurden wieder einmal mit der Schwarzkopfkrankheit infiziert. Zum x-ten Mal sollen Erreger isoliert werden – mit denen man dann weitere Tiere infizieren kann. Diesmal hat man die Puten mit verschiedenen neuen Virenstämmen infiziert und neue Techniken der Virenisolierung getestet.
•    Zukünftige SchweinemästerInnen durften an 600 Schweinen „klinische Untersuchungen, praktische Handgriffe und Tätigkeiten aus der Praxis“ ausprobieren. Das Tierleid wurde mit „mittlerer Schweregrad“ angegeben.
•    An 6 Milchkühen hat man neue Methoden zur Fruchtbarkeitsbestimmung getestet.
•    28 Schweine wurden mit Schweinegrippeviren infiziert. Diese Krankheit würde Schweinemastbetriebe wirtschaftlich schädigen. Deshalb wolle man ein leicht anwendbares, prophylaktisches Vakzin entwickeln, das in den bereits bestehenden Futtercocktail gemischt werden kann.
•    An 20 Schweinen wurden Virulenzstudien neu isolierter PRRF-Virenstämme ausprobiert. Selbst die ExperimentatorInnen geben zu, dass es hier zu einer hochgradigen Belastung der Tiere mit schrecklichsten Symptomen kommt. Aber für die Billigproduktion der Massenware Schweinefleisch ist kein Tierleid zu groß!
•    Parasiten würden das Wachstum von Ferkeln verlangsamen, was einen Profitverlust bedeute. Daher führte man an 300 Schweinen Immunisierungsexperimente durch.
•    Und noch ein Tierversuch mit PRRS-Viren, mit denen 20 Schweine infiziert wurden, um neue Impfstoffe zu testen.
•    Und weitere 20 Ferkel wurden neuen Feldvirusstämmen des PRRSV ausgesetzt.
•    Bei 36 Ferkeln versetzte man das Futter mit Schimmelpilzen, wie das oft in der Schweinemast auftritt. Die verschiedene Behandlung des Futters wurde dann getestet.
•    Bei 100 Milchkühen wurde eine Gebärmutterschleimhautentzündung hervorgerufen. Dann testete man verschiedene Methoden der Diagnose.
•    Bei 80 Hühnern wurden neue Krankheitsbilder unterschiedlicher Viren beobachtet, die sich in letzter Zeit in Tierfabriken gebildet haben.
•    12 Ferkel wurden giftige Schimmelpilze verfüttert und die Wirkung beobachtet.
•    An 20 Rindern, 50 Schafen, 20 Ziegen und 10 Kamelen durften zukünftige TierhalterInnen praxisnah klinische Untersuchungen üben.

Eine unfassbare Liste des Grauens von Tierversuchen zur Effizienzsteigerung der maximalen Tierausbeutung. Dagegen gab es 2014 in Österreich genau 2 Tierversuche mit Nutztieren, die darauf abzielten, die Behandlung bzw. Haltung dieser Tiere im Sinne des Tierschutzes zu verbessern:
•    Mit 3140 Schweinen wurden Abferkelbuchten ohne Kastenstand getestet.
•    An 60 Ferkeln testete man neue Betäubungsmittel aus der Humanmedizin bei der Kastration.

Nutztiere im Tierversuch gab es im Übrigen noch wesentlich mehr als hier angeführt. Allerdings bezogen sich diese Experimente auf den Menschen, für den die Opfer lediglich „Tiermodelle“ waren.

Das wäre doch eine interessante Basis für eine Diskussion über Tierversuche. Statt ständig davon zu reden, wie sehr Tierversuche Menschen helfen, würde ich von ApologetInnen der Tierversuchsindustrie gerne einmal hören, wie sie obige Liste von Tierleid rechtfertigen wollen!

Tierversuche: Kriterienkatalog oder „3R-Optimierung“

Heute ist wieder einmal Weltversuchstiertag, der 24. April. Ein Tag im Jahr, an dem an die gut 130 Millionen Tiere gedacht werden sollte, die weltweit jährlich in Tierversuchslabors leiden und sterben. Das ist das Faktum: das millionenfache Leiden und Sterben. Die einen sehen es als Verbrechen, die anderen als notwendiges Übel. Doch das sollte auch Letztere nicht daran hindern, diesen Wesen zu gedenken, die da angeblich notwendiger Weise, aber auf jeden Fall qualvoll, für den Vorteil der Menschen umkommen müssen. Hier scheiden sich aber bereits die Geister. Die Tierversuchsindustrie widmet ihren Opfern keinen einzigen Gedanken. Ja, aus den Berichten, die auf der ministeriellen Webseite von den Tierversuchen veröffentlicht werden, ist zu entnehmen, dass die allermeisten TierexperimentatorInnen überhaupt nicht in der Lage sind zu erkennen, dass sie Tieren einen Schaden zufügen. Für sie sind diese Tiere lediglich „Tiermodelle“ oder experimentelles Material.
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