Hubertusmesse Salzburg: Brief an Erzbischof Dr. Franz Lackner

Am 28. Oktober 2018 fand im Salzburger Dom eine Hubertusmesse statt, bei der die Jagd verherrlicht wurde. Der Salzburger Gatterjägermeister Mayr-Melnhof, von dem das Landesverwaltungsgericht Salzburg festgestellt hat, dass er einem Tierschützer widerrechtlich mit Gewalt die Videokamera entwendet hat, ihn dabei verletzt hat, danach vor Gericht die Unwahrheit gesagt hat und sogar versucht hat, diesbezüglich Beweismittel zu fingieren, sprach auch von der Kanzel herab. Und während mit einem Fackelzug vor dem Dom ein erschossener Hirsch auf einer Kutsche vorgefahren wurde, hielt Erzbischof Dr. Franz Lackner eine Predigt. Ich selbst war im Dom nicht anwesend, sehr wohl aber eine Christin, die von dieser Predigt entsetzt war. Hier ist ihr Brief an den Erzbischof:

5 thoughts on “Hubertusmesse Salzburg: Brief an Erzbischof Dr. Franz Lackner

  1. regina says:

    Danke Julia, eigentlich sollte man bei Hubertusmessen und sonstigen Jagdsegnungen die Predigten aufzeichnen und Kleriker, die die Tatsachen verdrehen wie Dr. Lackner wegen Verleumdung anzeigen. Vielleicht ist ein Jurist unter den LeserInnen und kann klären, ob und wie man gegen Derartiges juristisch vorgehen kann.

  2. julia says:

    Liebe Regina, ich fürchte, es gibt im Strafrecht keinen Paragraphen, den man anwenden könnte, wenn jemand Franz von Assisi verunglimpft oder irreführende Aussagen in den Mund legt. Oder romantisch verbrämten Unsinn über die Jagd verzapft.
    Was ich wichtig finde, ist, dass Menschen wie wir das nicht unwidersprochen lassen, sondern solchen fragwürdigen oder sogar schießwütigen Pfarrern beider Konfessionen deutlich genug mitteilen, dass und warum die Jagd nicht mit der Lebensweise eines Christen/einer Christin vereinbar ist – und letzten Endes auch nicht der Fleischkonsum überhaupt, gerade in einer Welt, in der dadurch nicht nur Tiere leiden, sondern auch Menschen durch „unseren“ Konsum hungern.
    Zum Glück gibt es ja immer mehr Menschen, auch in den Kirchen, die so denken wie wir. Ich hoffe, die Rückständigen darin werden irgendwann ausgestorben sein wie Dinosaurier.

  3. jo says:

    Ob es da wohl ein Antwortschreiben gegeben hat ?

    Jede Christin, jeder Christ sollte sich, die Mühe machen, zu ergründen, wie das alles entstanden ist, was in der der Kirche gelehrt und praktiziert wird … und dann entscheiden, ob sie/er, all das, für sich selbst verantworten und mittragen kann …

  4. regina says:

    Großartig geschrieben – ich stimme in jedem Punkt zu. Eines ist mir nicht klar: Franz von Assisi hat Tiere als seine Schwestern und Brüder bezeichnet – ist Dr. Lackners Aussage zu ihm gelogen oder doch irgendwo überliefert?

  5. julia says:

    Liebe Regina,

    es ist in der Tat Unsinn, was der Herr da zu Franziskus verzapft. Bzw. eine ziemliche Verdrehung der Tatsachen und der Intention der franziskanischen Regel. Franziskus hat einen Bettelorden gegründet, das heißt einen Orden von Männern, die predigend umherzogen und selbst nichts besaßen: Daher hat er, im Vergleich zu den „klassischen Orden“s mit Kloster und Küche, seinen Mitbrüdern erlaubt, wenn sie unterwegs waren oder in Notzeiten, weniger streng zu fasten, als das üblichen Klostervorschriften entspricht. Und da die Franziskaner bettelnd umherzogen, steht in der Ordensregel, dass sie essen sollen, was man ihnen anbietet. So steht es in der Ordensregel:
    https://franziskaner.net/bullierte-regel/Dass der Herr Bischof diese aus der Demut geborene Haltung nun in eine Art Lizenz zum Fleischgenuss umwandelt, ist theologisch und kirchenhistorisch gesehen eine ziemliche Frechheit. Ist er wirklich so ignorant oder tut er nur so? Ich vermute letzteres.

    Zudem ist gerade von Franziskus überliefert, dass er sich oft wie ein moderner Tierbefreier verhielt. Er hat, wie in den ältesten Lebensbeschreibungen berichtet wird, nicht nur Vögeln gepredigt, er hat auch Lämmer vom Schlachter freigekauft, mit Gegenständen, die ihm reiche Gönner für sich selbst gegeben hatten, und dafür gesorgt, dass sie bei einem Bauern unterkamen und nie geschlachtet wurden. Er hat Tiere, die ihm selbst als „Lebensmittel“ geschenkt worden waren, als Freunde behandelt und freigelassen. Das alles steht in den ältesten Lebensberichten über Franziskus.
    Mehr über Franziskus und die Tierre findest Du zB hier: http://www.berlin-vegan.de/2014/11/warum-sollen-tiere-nicht-einfach-nur-leben-so-wie-wir/

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