Passt das Wort „Vergewaltigung“ auch auf Tiere?

Ich habe kürzlich aus Tierrechtskreisen gelesen, dass man bei Tieren nicht von Vergewaltigung sprechen dürfe. Tiere seien nun einmal nicht so intelligent wie Menschen und könnten daher das Ausmaß einer solchen Tat als Opfer nicht realisieren. Durch die Reflexionsfähigkeit des Menschen sei auch bei biologisch gleichem Vorfall von einer ganz anderen Dimension des Leids auszugehen.

Dieses Argument ist problematisch. Die Herrschenden haben den von ihnen Beherrschten in der Geschichte immer schon gleichwertige Fähigkeiten abgesprochen, um ihre Herrschaft zu rechtfertigen. Wenn man mit einer unterschiedlichen Reflexionsfähigkeit argumentiert, wo ist dann die Grenze? Sind dann nicht Leid und Tod bei Tieren per se weniger relevant?

Als ich einen Dokumentarfilm über Schweinefabriken erstellte, sprach ich im Kommentar von hochschwangeren Mutterschweinen, die ihre Kinder im Kastenstand gebären müssen. Skandal, schrie die Schweineindustrie. Das sei eine extremistische Sprache. In Wahrheit handle es sich um hochträchtige Muttersauen, die ihre Jungen im Ferkelschutzkorb werfen. Man spürt die Macht der Sprache. Trächtige Muttersauen kann ich ohne Gewissensbisse ganz anders behandeln, als schwangere Mutterschweine.

Wenn wir also bei gleichem biologischen Vorfall von fressen statt von essen, von Kadaver statt von Leiche, von Keulung statt von Mord sprechen usw., dann betonieren wir ein Machtgefälle und eine Ungleichheit. Gut so, werden die Speziesist_innen sagen. Menschen seien nun einmal ganz anders und unendlich viel wichtiger. Doch Antispeziesist_innen müssten diesen Speziesismus der Sprache hinterfragen.

Versuchen wir also Objektivität in das heikle Kapitel der Vergewaltigung zu bringen. Würden wir davon ausgehen, dass das Trauma aufgrund einer Vergewaltigung nur aufgrund kultureller Prägung auftritt, dann würden wir Personen anderer Kulturen ihr Leid absprechen. Das ist nicht nur soziologisch problematisch, dafür ist das Trauma auch viel zu elementar, meinem Eindruck nach.

Was für andere elementare Schmerzen fallen mir ein? Zahnweh. Klar evolutionär erklärbar: wenn ich meine Zähne verliere, dann werde ich nichts mehr essen können und nicht mehr überleben, also sollen mich die Zahnschmerzen dazu bringen, auf meine Zähne besonders aufzupassen. Deswegen sind sie entsprechend heftig. Oder Hodenschmerzen. Wer nicht auf seine Hoden aufpasst, kann sich nicht mehr fortpflanzen. Evolutionär haben sich also jene Menschen durchgesetzt, die durch besonders schmerzempfindliche Hoden auf diese so aufgepasst haben, dass sie sich vermehren konnten.

Ähnlich nun das Vergewaltigungstrauma einer Frau. Wer einmal mitbekommen hat, wie körperlich und seelisch aufwendig und gefahrvoll für eine Frau Schwangerschaft, Geburt und Kinderpflege sind, kann sich vorstellen, dass die Evolution Gefühle fördert, die eine Frau sehr aufpassen lassen werden, von wem sie ein Kind bekommt. Ist es der Falsche, dann muss sie sehr viel Lebenszeit und -energie in ein sozusagen „falsches Projekt“ investieren und ihr Leben dabei riskieren. Entsprechend naheliegend ist es dann, dass die Natur Vergewaltigung mit starken traumatischen Emotionen verbindet. Diese zwingen die Frau, aufzupassen, genauso wie oben die Menschen aufgrund von drohendem Zahnschmerz auf ihre Zähne oder aufgrund von drohenden Hodenschmerzen auf ihre Hoden aufpassen.

Ich weiss, dass ein Mann, der vergewaltigt wird, ebenfalls stark traumatisierenden Gefühlen ausgesetzt wird. Sagen wir, er wurde von einem Mann vergewaltigt. Widerspricht das nicht obiger Erklärung, wo dadurch ja kein Kind entstehen kann und der Mann ja auch nicht so stark in Schwangerschaft und Geburt investieren muss? Naja. Männer haben auch Brustwarzen, obwohl das nur für säugende Frauen einen Sinn macht. Was sich bei einem Geschlecht entwickelt, kann also durchaus, vermutlich aus genetischen Gründen, auch beim anderen auftreten, obwohl es dort seinen Sinn verfehlt. Nein, also ich glaube nicht, dass das die obigen Überlegungen obsolet macht.

Zurück zur Ausgangsfrage. Natürlich gilt das gleiche Argument für Säugetiere und auch für Vögel, in geringerem Ausmaß vielleicht für Tiere, die Eier legen und sich dann nicht mehr kümmern. Die Hypothese ist dann: Je mehr ein Tier relativ zu seiner Lebenszeit und -energie in ein Kind investieren muss, desto stärker wird es durch eine Vergewaltigung traumatisiert werden. Kühe investieren in Schwangerschaft und Geburt genau gleich viel wie Menschen. Bei ihnen wird also das Vergewaltigungstrauma ähnlich stark sein, wenn mein Argument zutrifft.

Todesangst ist Todesangst. Die können wir alle empfinden, die wir an unserem Leben hängen, egal ob Mensch oder Tier. Aus naheliegenden Gründen: wir haben jeweils unser einziges Leben zu verlieren, sozusagen alles, was wir haben. Wesen, die mehr reflektieren, haben keine größere Todesangst. Mein Argument sagt nun, dass Gleiches für das Vergewaltigungstrauma gilt. Wenn man also bei Tieren unter gleichen Umständen nicht von Vergewaltigung sprechen könnte, würde man ihrem Wesen nicht gerecht. Das wäre die Sprache der Herrschenden.

Manche sagen nun, ja, Tiere können Vergewaltigung ebenso traumatisch wie Menschen empfinden, aber dennoch sollten wir aus Rücksicht vor den menschlichen Opfern einer Vergewaltigung bei Tieren nicht dieses Wort gebrauchen, ähnlich wie wir nicht vom Holokaust bei Tieren sprechen sollten. Das Argument gegen die Verwendung des Begriffs „Holokaust“ oder KZ bei Tieren basiert aber auf deren historischer Singularität. Für Vergewaltigung gilt das nicht. Daher ist dieses Argument in meinen Augen nicht gültig.

Man stelle sich vor weiße Rassist_innen argumentieren, man dürfe bei Schwarzen nicht von Vergewaltigung sprechen. Und ohne Zweifel hat das irgendwann schon irgendwer argumentiert. Wäre das nicht eine katastrophale Abwertung dieser Menschen? Warum soll dann das gleiche Argument gegenüber Tieren nicht auch katastrophal abwertend sein?

Wie man es dreht und wendet, klar ist, dass Tiere dieselben Gefühlslagen wie wir Menschen kennen, und daher dafür dieselben Begrifflichkeiten zu verwenden sind, wenn wir ihnen entsprechenden Respekt entgegenbringen wollen. Ich plädiere dafür, in der Terminologie nicht zwischen Mensch und Tier zu unterscheiden.

9 thoughts on “Passt das Wort „Vergewaltigung“ auch auf Tiere?

  1. Hugo says:

    Michael schriebt: „Hand eingeführt wird, wäre es für mich nicht als die gleiche Vergewaltigung zu sehen, wie es Menschen erleben, die durch Unterdrückung, Machtfantasien und sexuelle Lust beeinflusst werden..“
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    Alle Milch-Kühe werden aus Machtfantasie und Lust heraus gefoltert und vergeweltigt. Zeigen sie mir bitte ein Tier, das die Muttermilch einer anderen Species will oder braucht. Alles was am Bauernhof passiert basiert auf perverse Lustfanatsien.
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    Ist doch symatisch egal ob fisten mit Verwandschaftssamen technisch auch Penis-Vergewaltigung ist wenn das Trauma das gleiche ist? Das Trauma is klar da.
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    PS: Wenn Fische aufgrund von negativer Erfahrungen Depressive und truamtisiert werden können, da sie wir wir das gleiche Nerven-, Hormon- und Gehirnstrukuren haben, dann können das auch Kühe. Hoffe das ist klar. Wir vergleichen nicht Grammatik sondern Stress und Trauma!!
    https://www.nytimes.com/2017/10/16/science/depressed-fish.html

  2. Martin C. says:

    Und nicht zu vergessen: Tiere sterben ja auch nicht, sie verenden nur …

  3. Hugo says:

    Wie sagt man so schön, vergewaltigt man eine Person kommt man ins Gefängniss, vergewaltigt man Millarden mit Samen der Verwandtschaft, wird man zum Held der Grünen Revolution. Nimmt man einer Mutter das Kind weg ist man ein Monster, macht man das mit allen und immer ist man… Bauer oder Züchter.
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    Sowohl Bullen als auch Kühe werden mishandelt. Das wir uns immer erzählen, die fühlen nichts, können sich an nichts erinnern oder es ist ihnen nicht so wichtig ist schlichtweg lächerlich. Trauma bedingte Depression ist in fast allen Tieren inklusive Fischen nachgewiesen. Deswegen funktioniert auch Prozac bei Fischen. Gleiches Neversystem, Hormon-System wir wir und gleiche Gehirnregionen, geliche Self-Awarnes.

    Ist Inzucht ok ist natürlich Vergewaltugung, aka Artificial Insimination, auch ok. Die zwei hängen am modernen Bauernhof zusammen. Die erzwungene Inzucht und Inzest bei Millarden Tieren, die erst letztes Jahrhundert in großem Masse began, geht ohne Massenvergewaltigungen gar nicht auf. Sir Robert Bakewell hat Inzest erst vor kurzer Zeit zur Norm auf Erden gemacht und wurde von niemanden hinterfragt.
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    Ich frage mich oft, warum nicht mehr Fleischesser ein Problem damit haben, dass sie täglich konzentrierte Inzest und Vergewaltigung essen. Inbreeding depression ist kein Scherz und führt zu Prion Krankheiten wir Mad Cow Disease. Desto länger dieser Wahnsinn anhält, desto schlimmer wird die genetic depression auf der Welt und wir wissen oft nicht was auf den „Bauerhöfen“ um uns los ist: https://en.wikipedia.org/wiki/Inbreeding_depression
    .
    Cloning stopped Evolution. Inzucht macht Gene schwach und krank bis sie nicht zu gebrauchen sind.

  4. Michael says:

    Ich glaube, dass hier was falsch verstanden wurde. Eine Mutterkuh, der eine menschliche Hand eingeführt wird, wäre es für mich nicht als die gleiche Vergewaltigung zu sehen, wie es Menschen erleben, die durch Unterdrückung, Machtfantasien und sexuelle Lust beeinflusst werden. Bei Mutterkühen ist dies nicht der Fall. Anders wäre es wenn Tiere aus genau diesen Motiven missbraucht werden.

  5. Astragon says:

    Die Hypothese ist dann: Je mehr ein Tier relativ zu seiner Lebenszeit und -energie in ein Kind investieren muss, desto stärker wird es durch eine Vergewaltigung traumatisiert werden. Kühe investieren in Schwangerschaft und Geburt genau gleich viel wie Menschen. Bei ihnen wird also das Vergewaltigungstrauma ähnlich stark sein, wenn mein Argument zutrifft.

    Meines Erachtens ist diese These nicht haltbar. Ein Trauma, also eine massive seelische Verletzung, ist das Ergebnis eines Erlebnisses, in dem das Opfer das Gefühl völliger Machtlosigkeit und (Todes-)Angst durchlebt. Es wird zum willenlosen Objekt degradiert. Eine Vergewaltigung impliziert die massive Verletzung der Intimssphäre, einen höchst privaten Bereich. Das Opfer muss ohnmächtig miterleben, wie seine Körpergrenze oder allgemeiner seine Intimssphäre massiv verletzt wird. Dies ist auch der Grund, warum ein Einbruch ins eigene Heim traumatische Folgen haben kann, wenn der Täter in den höchstprivaten Bereich eines Opfers eingedrungen ist. Naturgemäß ist Sexualität und Scham, also das Gefühl, welches auftritt, wenn etwas offenbar wird, das man lieber verborgen hätten, eng miteinander verbunden. Wenn ein Mensch freiwillig seinen Intimbereich preisgibt, findet keine Grenzverletzung statt, ist sie allerdings erzwungen, ist das sehr unangenehm und schmerzhaft. Schmerz ist ein Signal dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Bei erzwungenen sexuellen Handlungen ist die körperliche Verletzung meist nicht nachweisbar, aber dennoch ist der seelische Schaden massiv. Er resultiert aus der Schamhaftigkeit des Menschen und dem Bewusstsein, das man der Situation völlig ausgeliefert war, also der eigene Wille absolut negiert wurde. Folgerichtig ist die erzwungene Besamung der Kuh uangenehm und angstbesetzt, aber das Erlebenis kann niemals dieselbe negative Qualität wie beim Menschen erreichen.

  6. Martin Balluch says:

    @Astragon
    Würden Sie also sagen, bevor ein Kind in das Alter kommt, Scham empfinden zu können, ist eine Vergewaltigung keine, d.h. das Kind empfindet das als „unangenehm und angstbesetzt, aber das Erlebnis kann niemals dieselbe negative Qualität wie beim [erwachsenen] Menschen erreichen“? Wäre das nicht gewagt, so etwas zu behaupten?

    Was ich von Tieren jedenfalls weiß, ist, dass sie darunter leiden, respektlos und entwürdigend behandelt zu werden. Tiere haben ja, wie glaube ich klar ist, ein Selbstbewusstsein und ein Selbstbild. Dieser Aspekt kommt sicher bei dieser Art von Missbrauch als Leid dazu. Aber respektloser und entwürdigender als bei der künstlichen Befruchtung in Tierfabriken kann man kaum behandelt werden.

  7. Anonymous says:

    1.) Ich habe mich unklar ausgedrückt. Bereits Babys und Kleinkinder reagieren äußerst verstört auf sexuelle Handlungen (die kindliche einvernehmliche Erforschung des Körpers unter gleich entwickelten Kindern ausgenommen). Es kann sie weder einordnen, noch hat es eine adäquate Sprache dafür. Dennoch fühlt es deutlich, dass es das (eigentlich) nicht will (selbst wenn der Erwachsene, dem es vertraut, das Gegenteil behauptet). Wenn die Grenze zwischen wohltuendem Körperkontakt und unangenehmen Berührung im Intimbereich verschwimmen, stürzt dies das Kind in große Verwirrung und Verzweiflung. Diese totale Nichtachtung der (körperlichen) Intimssphäre, die jeder Mensch von Anfang an hat, ist äußerst unangenehm. Der Körper sagt, das ist furchtbar. Selbst wenn das Kind (im Gegenzug von Geschenken oder auf Druck) zustimmen sollte, kann es nicht abschätzen, was das für seine Empfindungen später noch bedeuten wird. Auch eine Grenzverletzung, die noch nicht als solche wahrgenommen wird, kann rückblickend als solche empfunden werden. D.h. es ist dieses deutliche Gespür für die eigenen Körpergrenzen bzw. die eigene Intimssphäre, welches so massiv verletzt wird. (Das resultierende quälende Gefühl habe ich [eigenwillig] als Scham bezeichnet.) Außerdem wiederholt sich die Traumatisierung, wenn dem Kind vollends bewusst wird, dass sein Vertrauen nur missbraucht wurde und seine sexuelle Integrität verletzt wurde. Erst dann findet es Worte für das, was ihm wiederfahren ist.

    Er durchdringt alles: das Selbstgefühl, nahe Beziehungen, die Sexualität, die Mutterschaft, das Arbeitsleben, die geistige Gesundheit. Wohin man blickt finden sich seine Auswirkung.
    Die Erfahrungen von absoluter Ohnmacht, Hilflosigkeit und Schwäche in den Situationen des Missbrauchs und der Gewalt zerstören das seelische Gleichgewicht, die Basis für die Entwicklung zum gesunden Erwachsenen ist gestört. Der sexuelle Missbrauch in Kindheit und Jugendlichenalter verursacht eine tiefe, bis ins innerste dringende Beschädigung der natürlichen Körperempfindungen, des Selbstwertes und des Urvertrauens.
    http://www.missbrauch-opfer.info/main.asp?IDS=9

    2.) Inwiefern und inwieweit alle Tiere Bewusstsein und Selbstbewusstsein besitzen, ist fraglich. Dass Menschenaffen, Elefanten, Delfine etc. über sehr komplexe, emotionale und soziale Fähigkeiten besitzen, ist außer Frage. Aber gilt das auch für Kühe, Mäuse, Fische und Insekten oder gar Pflanzen? Ich weiß es nicht. Mir ist klar, dass ein Mensch es als erniedrigend und entwürdigend erlebt, wenn er zu einem willenlosen Objekt degradiert wird. Aber bei (zumindest nicht so hochentwickelten) Tieren ist es so, dass ihre Bedürfnisse wie nach Bewegungsfreiheit, Schmerzfreiheit, Ruhe etc. missachtet werden, wodurch sie (schrecklich) leiden, nicht weil sie sich als fremdbestimmte, willenlose Objekte wahrnehmen oder sich dessen bewusst sind, dass sie der Willkür stets völlig ausgeliefert sind. So sehe ich zumindest die Sachlage, aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

  8. Martin Balluch says:

    @Anonymous

    ad 1) Das, was Sie über Babys und Kleinkinder schreiben, trifft auch auf Tiere zu, oder?

    ad 2) Selbstbewusstsein bei Hunden: Meinem Hundefreund ist vollkommen klar, ob er an einer Leine hängt oder nicht. Und zwar nicht erst, wenn er beim Weggehen an das Ende der Leine stößt und zurückgerissen wird, sondern die ganze Zeit. Er handelt und agiert ganz anders, wenn er angehängt ist, als wenn nicht. Das ist das Bewusstsein davon, dass man frei ist oder eben nicht. Da geht es eindeutig nicht um Bewegungsfreiheit, weil die hätte er ja bis zur Leinengrenze und die wäre ausdehnbar, indem man die Leine verlängert. Ist nur die Leine genügend lange wäre ansonsten ja die Leine so gut wie keine. Ist sie aber nicht, eindeutig. Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen angeleint oder nicht in der subjektiven Wahrnehmung des Hundes, unabhängig von der Leinenlänge. Der Gesetzgeber hat das auch erkannt und das Halten von Hunden an der Kette oder einer irgendwo fixierten Leine grundsätzlich verboten, egal wie lange die Kette bzw. Leine ist.

    3) Grundsätzliches: Ich will Ihren Ausführungen überhaupt nicht widersprechen. Deswegen kann trotzdem die Intensität dieser traumatisierenden Gefühle aufgrund des von mir vorgeschlagenen angeborenen Mechanismus erklärt werden, halt menschlich interpretiert. Erstens ist die Intensität so groß, dass da meinem Empfinden nach etwas Fundamentales stattfinden muss, und zweitens ist eigentlich vom Standpunkt der Evolution völlig zu erwarten, dass eine erzwungene Befruchtung mit ganz intensiven Abwehrgefühlen verbunden sein muss, weil es sozusagen um alles geht. Wie Todesangst.

    Ich habe ein Problem damit, wenn begonnen wird, den Menschen aus der Biologie und der Evolution auszunehmen. Das ist definitiv ideologisch motiviert und führt früher oder später wie selbstverständlich in eine radikale Anthropozentrik. Da muss man sehr aufpassen, nicht in eine Rhetorik der Herrschenden zu geraten, die allen, die sie ausbeuten, jegliche Ähnlichkeit absprechen, um diese Ausbeutung kleinzureden. Statt also ideologisch würde ich mit offenem Herzen und offenem Hirn an Tiergefühle herangehen, und sie nicht von vornherein aus Prinzip ausschließen.

  9. Martin Balluch says:

    @Michael
    Was ich falsch verstanden haben könnte, erschließt sich mir jetzt nicht. Das hieße doch, ich hätte auf irgendeine Aussage geantwortet, was ich aber nicht habe.
    Es ist richtig, dass es einen faktischen Unterschied macht, ob jemand mit der Hand oder mit einem Penis vergewaltigt wird. Das Gefühl kann trotzdem gleich oder ähnlich sein. Ich würde sagen, das muss dem Opfer überlassen bleiben. Das Bild oben zeigt jedenfalls die Besamung einer Kuh durch erzwungenen Geschlechtsverkehr und es ist schwer, das nicht als Vergewaltigung zu bezeichnen.

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