Aktivismus

Käfige in der Bodenhaltung von Legehennen ist Tierquälerei

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Und das nennt sich Bodenhaltung von Legehühnern. Ein Betrieb mit AMA-Gütesiegel!

Anfang April 2013 hat der VGT eine Tierfabrik mit Bodenhaltung von Legehennen besetzt, in der die Tiere in Käfigen gehalten werden: http://www.martinballuch.com/?p=2347.  Bodenhaltung mit Käfigen? Ja, solange die Käfige offen bleiben und die Tiere in die Gänge hinausgehen dürfen, sind die formalen Vorgaben einer Bodenhaltung erfüllt. Schon im April haben wir aber darauf aufmerksam gemacht, dass diese Haltungsform vielleicht formal – wenn die Käfige offen stehen – aber sicherlich nicht nach Ansicht der Öffentlichkeit einer Bodenhaltung entspricht. Und natürlich auch nicht vom Standpunkt der Hennen. Selbst mit offenen Käfigen können die Tiere nicht aufflattern, von einem erhöhten Sitzplatz quer über den Gang zum nächsten segeln, in den Scharraum hinunterspringen und einfach den dreidimensionalen Raum nutzen. Als ehemaliger Häftling weiß ich nur zu gut, wie es sich anfühlt, in einem engen Bereich mit Gitter in (fast) allen Richtungen zu sitzen. Ein offener Raum fühlt sich ganz anders an!
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Sexismus im Kontext

Schistar Marcel Hirscher als Sexobjekt. Nicht sexistisch? Freundin Laura gesteht im Interview, sie wäre gerne an seiner Stelle fotografiert worden.

Schistar Marcel Hirscher als Sexobjekt. Nicht sexistisch? Freundin Laura gesteht im Interview, sie wäre gerne an seiner Stelle fotografiert worden.

PETA hat seit geraumer Zeit fast keine AktivistInnen mehr. Dieses Problem habe ich von Stuttgart bis London erzählt bekommen, und in den USA dürfte es ähnlich sein. Auch aus der Organisation der amerikanischen Tierrechtskongresse ist PETA ausgestiegen. Der Grund für die Isolation im Aktivismusbereich ist der Sexismusvorwurf wegen Werbesujets mit halbnackten Frauen. Andere Kritik, wie das Töten von Streunertieren, die Holokaust-auf-dem-Teller Kampagne oder die strikte Hierarchie in der Organisation mit Ingrid Newkirk an der Spitze, sind dagegen völlig untergeordnet. Sexismus durch Bilder von Frauen ist also ein relevantes Thema in der Aktivismusszene und kann große Organisationen ins Abseits manövrieren.

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Critical Animal Studies Konferenz in Karlsruhe

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Ein Bild von Hartmut Kiewert, das auf der CAS Konferenz präsentiert wurde

Critical Animal Studies (CAS) nennt sich eine Strömung der Sozialwissenschaften, die in diesen werte-anthropozentrischen Bereich eine kritische, antispeziesistische Sicht einbringen will. Im deutschsprachigen Raum gibt es da z.B. den Chimaira – Arbeitskreis für Human-Animal-Studies, der im Transcript-Verlag einen Sammelband herausgegeben hat. Die 3. Europäische Konferenz zu Critical Animal Studies wurde Ende November 2013 in Karlsruhe abgehalten.
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Sind Nackt-Aktionen sexistisch?

IMG_2363kleinDieses Foto zeigte ich im Rahmen meiner Präsentation am sozialwissenschaftlichen Kongress zu „Critical Animal Studies“ in Karlsruhe. Darauf sind 3 Personen zu sehen – in diesem Fall in Innsbruck 2 Frauen und 1 Mann, aber die Aktion fand in vielen Städten Österreichs statt und da waren im Schnitt gleich viele Männer wie Frauen dabei, einmal sogar nur 3 Männer – die sich „oben ohne“ im Kaninchenkostüm mit aufgemalten Brandwunden in einem Käfig präsentieren, um auf das Leid in Tierversuchen aufmerksam zu machen. Anlass waren die Reform des Tierversuchsgesetzes und ein realer Tierversuch in Wien, in dessen Verlauf 50 Kaninchen durch kochendheißes Wasser Brandwunden zugefügt worden waren.
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250 Tiere, die sterben mussten, weil sie in unserer Gesellschaft nur Sachwert haben!

P1000369kleinWas für eine großartige Aktion! 250 Menschen meldeten sich bereitwillig, für jeweils ein totes Tier einzutreten, es eine Stunde lang in den Armen zu halten und für seinen Tod die Gesellschaft anzuklagen. Die Tiere waren
•    67 männliche Eintagsküken, die am ersten Tag ihres Lebens vergast wurden, weil sie in einer Legerasse geboren, die eine Funktion, die ihr Leben für die Eierindustrie profitabel macht, nicht ausfüllen konnten: Eier zu legen
•    52 Mäuse, 21 Ratten und 3 Kaninchen aus den Tierversuchslabors der pharmazeutischen Industrie, die dort mit verschiedenen Substanzen vergiftet wurden
•    35 Ferkel, in der Kastenstandhaltung in Schweinefabriken erdrückt oder an den Haltungsbedingungen zugrunde gegangen, die nur auf die Welt gebracht wurden, um die menschliche Gier nach Fleisch zu befriedigen
•    17 Legehühner aus Bodenhaltung, nach 1-jährigem Dauer-Ei-Legen getötet und durch jüngere Tiere ersetzt, weil die Legeleistung und damit der Profit zurückging
•    10 Fische, davon 2 mit Driftnetzen aus dem Ozean gefangen und 8 in österreichischen Fischfarmen an den ungesunden Bedingungen dort gestorben, die die Gier nach Fischfleisch hätten stillen sollen
•    7 junge Puten aus Mastgeflügelfabriken, zu so schnellem Wachstum mit überdimensionalem Brustfleisch gezüchtet, dass sie einfach zugrunde gingen
•    5 Lämmer, an ihren Haltungsbedingungen gestorben, mit € 1,78 pro kg Lebendgewicht auf dem Markt gehandelt, als „Lämmer für Schlemmer“ beworben
•    Feldhasen, Marder und eine Krähe, Opfer der Jagd: die einen nach einer Treibjagd auf dem Feld zurückgelassen, die anderen in Fallen als „Raubzeug“ zu Tode gekommen
•    6 Streunerkatzen, ausgesetzt und gestorben, weil sie den Menschen, die sie zunächst zu ihrer Unterhaltung gekauft hatten, zu mühsam geworden waren
•    5 Stadttauben, von einem Gericht als Schädlinge eingestuft, mit Fütterungsverbot belegt, von einer Ungeziefervernichtungsfirma getötet
•    Igel und Ziesel, Wildtiere, die im Stadtgebiet lebten und von den menschlichen Bedürfnissen nach mehr Wohnraum verdrängt wurden
•    Ein Singvogel aus einer Falle der oberösterreichischen Singvogelfänger im Salzkammergut, die 35.000 dieser Tiere pro Jahr nur aus dem Grund fangen, um sie einsperren und angaffen zu können
•    Eine Schlange aus einer Reptilienbörse, wo sie in einem kleinen Plastikbehälter auf ihre KäuferInnen hatte warten müssen, nur, um dann am falschen Umgang mit ihr zu sterben
•    Kaninchen, Meerschweinchen und Frettchen, im Tierheim gestorben, wohin sie abgegeben worden waren, weil sich niemand mehr um sie kümmern wollte, nachdem man sie gekauft hatte
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Tierrechte jetzt! – Aufruf zur Teilnahme an einer beeindruckenden Aktion

Bild01mittelTiermissbrauch geschieht hinter verschlossenen Türen. Das Fleisch erfordert einen Schlachthof, dessen Bilder man aus dem Bewusstsein verbannt. Eier und Milch bedeuten überzählige männliche Küken und Kälber, die gleich vergast oder per Tiertransport weit weg verschickt werden. Tierversuchslabors sind von hohen Zäunen und Sicherheitskameras umgeben, was darin passiert gilt als Staatsgeheimnis, auch mit dem neuen Tierversuchsgesetz wird nach erfolgreichem Pharmalobbyismus davon nichts Relevantes nach außen dringen. Die Jagd führt man abseits der Öffentlichkeit durch, gegen Tierschutzkameras wird mit Gewalt und mit eigens dafür geschriebenen Gesetzen vorgegangen. Haustiere entsorgen wir, wenn sie lästig fallen, ohne zu sehen, wie es ihnen dann in den überfüllten Tierheimen geht. Aus den Augen aus dem Sinn. So kann das Mitgefühl ausgeschalten und das Gewissen beruhigt werden.

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Die Einseitigkeit der Behörde gegenüber AktivistInnen

ZirkusdemoIch bin kürzlich in Wien den Grünen Berg hinunter gefahren. Dort hängen am Begrenzungszaun der Straße alle 5 m kleine Tafeln mit der Aufschrift „Plakatieren verboten“. Das war nicht immer so. Also verboten war es zwar schon, dort zu plakatieren, aber die Tafeln selbst haben ihre Geschichte. Und diese Geschichte ist für mich ein sehr gutes Beispiel für die Einseitigkeit der Behörden, wenn es um Aktivismus für Tiere oder Umweltschutz geht.

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Konfrontative Kampagnen für Gesetzesänderungen – ein österreichisches Unikat?

BlockadeLAWIMinisteriumTierschutzorganisationen und –gruppen investieren den Großteil ihrer Zeit zumeist darin, die Öffentlichkeit aufzuklären und für Tierleid zu sensibilisieren. Diese Grundlagenarbeit ist die Basis für jede Änderung in der Gesellschaft. Darüber hinaus werden von vielen Organisationen konkrete konfrontative Kampagnen gegen Firmen durchgeführt, die für Tierquälerei verantwortlich sind, um sie dazu zu bringen, eine tierfreundlichere Geschäftspolitik zu praktizieren. Solche Kampagnen können sich gegen den Verkauf von Pelz richten, aber auch gegen Pelzfarmen, gegen Fluglinien, die Versuchstiere transportieren, genau so, wie gegen Pharmafirmen, die Tierversuche durchführen oder gegen Tierzirkusse, Zoos, Schlachthöfe, Tiertransportunternehmen usw. Kampagnen dieser Art gibt es viele, weltweit. In Österreich wird von Staatswegen gerade versucht, diese Kampagnen als schwere Nötigung zu kriminalisieren. Die Neuauflage des Tierschutzprozesses mit dieser Anklage beginnt Anfang 2014.

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Kampagnenerfolg „Verschärfung des Tierschutzgesetzes“

Ferkel54kleinKürzlich nahm ich an einer Diskussion über die Frage der Charakteristik der österreichischen Tierschutzbewegung teil. Ich war schon in verschiedenen anderen Ländern aktiv, nicht nur als Besucher, sondern auch als Organisator von Kampagnen über längere Zeit. Und mit meiner Erfahrung wurde mir beim Austausch in diesem Gespräch bewusst, dass sich die Bewegungen verschiedener Länder tatsächlich oft dramatisch unterscheiden. Aktivitäten, die in einem Land selbstverständlich sind, können in einem anderen als völlig absurd abgelehnt werden. Die Tierschutzszenen mancher Länder sind für gewisse Ideen oder Kritiken empfänglich, andere wieder überhaupt nicht. Offenbar entwickeln sich auch Kampagnenstil und ideologischer Überbau einer sozialen Bewegung im Rahmen der Geschichte ihres Landes und der eigenen Erfahrungen ihrer Bewegung, obwohl die aktivistische Lebenszeit der meisten Menschen relativ kurz ist und maximal einige Jahre beträgt.

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Nick Cooneys Fakten gegen den „mad abolitionism“ von Gary Francione

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Nick Cooney bei seinem Vortrag in Wien

„New welfarism“ nennt Gary Francione, Rechtsprofessor aus den USA, verächtlich jede Kampagnenarbeit für Tierschutz und Tierrechte, die nicht vegan outreach in seinem Sinne ist. Jede Kampagne z.B. für ein Pelzfarmverbot oder gegen spezifische Tierzirkusse sei kontraproduktiv, meint er. Der VGT ist deshalb laut Francione das größte Hindernis in der Entwicklung zu Tierrechten.

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