Hunde

Operante Konditionierung entspricht Computerprogramm

Die klassische Konditionierung nach Pawlow verbindet einen Reiz mit einer Reaktion, die vom bewussten Lebewesen gar nicht bemerkt werden muss. Typisches Beispiel dafür ist beim Menschen ein unspürbar schwacher Luftstrahl, der bei einem gewissen Ton menschlichen ProbandInnen ins Aug geblasen wird, sodass sich dieses schließt. Ein paar Mal wiederholt und die Menschen schließen bei diesem Ton kurz von selbst die Augen. Pawlows Versuche mit Hunden, die bei einem Ton Leckerlis bekamen und ihnen bald darauf beim Ton allein schon der Mund wässrig wurde, sind der Klassiker.
(mehr …)

Mein Hundefreund im Straßenverkehr: wie ein Hund lernt

Wenn wir entlang vielbefahrener Straßen gehen, dann bleibt mein Hund von sich aus bei jedem Gehsteigrand stehen, wartet auf mich, und geht direkt neben mir über die Straße. Dabei können wir auch durchaus nur die eine Fahrbahnseite kreuzen, auf die Autos der anderen Fahrbahnseite warten und erst zuletzt bis ganz hinüber queren. Ist die Straße schmaler und kommt kein Verkehr, so läuft er auch manchmal von sich aus hinüber. Zuweilen fährt dann ein Auto zwischen ihm und mir durch, er wartet, und kommt erst wieder zurück, wenn die Fahrbahn frei ist. Im Dunkeln auf kleinen Seitengassen beachtet er keine Regeln, sondern läuft kreuz und quer, um dort zu schnüffeln, wo es interessant riecht. Auf der Autobahnstation lasse ich ihn aussteigen und gehe dann auf die Toilette. Er bleibt heraußen, sieht sich selbst um, begrüßt mich, wenn ich wiederkomme, und steigt dann mit mir ins Auto ein. Wenn wir nach einer Wanderung auf eine Bundesstraße stoßen, auf der die Autos mit 110 km/h daher rasen und kaum mehr als 1 m neben uns vorbei fahren, geht er betont aufmerksam, immer dicht hinter mir, und überquert die Straße nur im Galopp.
(mehr …)

MRI-Scans von Hundehirnen beweisen: Sie können verstehen und lieben

„How Dogs Love Us“ heißt das 2013 erschienene Buch von Gregory Berns, einem Neurowissenschaftler der Emory Universität in Atlanta, Georgia, USA, und handelt von seinen Experimenten mit Magnetresonanzscans (MRI) von Hundehirnen. Eigentlich arbeitet er seit Jahrzehnten mit Menschenhirnen, als eine seiner Hundefreundinnen ihn eines Tages auf die Idee bringt, selbiges auch bei Caniden zu probieren. Berns platziert dabei seine ProbandInnen – ob Hunde oder Menschen – in einem MRI-Gerät und induziert dann durch die Präsentation von Zeichen, Bildern oder auch Gerüchen Gefühle, die in den Gehirnscans als Aktivitäten gewisser Hirnteile sichtbar werden.
(mehr …)

„die einzigartige intelligenz der hunde“, ein Buch von Alwin Schönberger, 2005 im Piper Verlag erschienen

Das obige Bild finde ich sehr beeindruckend: ein Gehirnscan mit Magnetresonanz links eines Hundes und rechts eines Menschen. Spot the difference! Es mag Unterschiede geben, aber am meisten sticht die verhältnismäßig große Ähnlichkeit ins Auge!

Alwin Schönberger, ein Wiener Wissenschaftsjournalist, der durch das Zusammenleben mit einem Hund auf das Thema der Hundeintelligenz gestoßen wurde, schrieb ein Buch über die kognitiven Fähigkeiten dieser Tiere und bietet uns darin eine breite Palette von publizierten Artikeln über wissenschaftliche Versuche, die die Fähigkeit von Hunden zur Problemlösung analysieren. Im Wesentlichen zeigt sich, dass Hunde erstaunlich wenig abstrakt und kausal denken können, aber eine sehr hohe soziale Intelligenz haben, also sehr gut Emotionen in anderen verstehen und darauf reagieren.
(mehr …)

Hundespiel: Anthropomorphismus oder doch Anthropozentrismus?

Ein Beispiel von vielen. Ein kleines Video zeigt einen Hund, der heimlich aufgenommen wurde, nachdem die menschlichen Kumpanen die Wohnung verlassen hatten. Er sollte nicht auf das Bett gehen, die Hauskatze durfte allerdings schon. Er nähert sich dem Bett, tankt Selbstvertrauen, springt dann aufs Bett hinauf und rollt sich dort begeistert herum, voller Freude und Spielwut. Das Video ist hier:
http://io9.com/do-dogs-experience-joy-you-be-the-judge-1545099349
(mehr …)

Neurowissenschaftler Gregory Berns zur Konditionierung

Ich bin ja der Ansicht, dass ausschließlich die Qualität von Argumenten dafür ausschlaggebend sein soll, ob man sie ernst nimmt oder nicht. Leider ist das meiner Erfahrung nach aber nicht die gängige Praxis. Da wird nämlich eine These dann erst interessant, wenn sie entweder von vielen Personen wiederholt oder von gewissen Autoritäten geäußert wird. Zur Einschätzung von Konditionierung konkret bei Hunden, aber allgemeiner für Lebewesen mit Bewusstsein, habe ich bemerkenswerte Zitate von Univ.-Prof. Gregory Berns von der Emory Universität in Atlanta, USA, gefunden. Vielleicht beeindrucken sie jemanden, den/die meine Argumente allein noch nicht überzeugen.
(mehr …)

Mein Problem mit der Konditionierung

Es ist sicherlich richtig, dass vieles, was wir Menschen und Hunde tun, auf Konditionierung basiert, die sozusagen ohne bewussten Einfluss stattgefunden hat. Ich z.B. esse sehr gerne Grieskoch, weil ich damit das Gefühl von Geborgenheit verbinde, das ich in der Kindheit beim Essen von Grieskoch empfunden habe. Dass ich gerne Grieskoch esse ist also eine Folge von Konditionierung.
(mehr …)

Hunde: Lernen durch Verstehen statt Konditionierung und Dominanz

Cesar Millan gilt in gewissen Kreisen als Koryphäe in der Hundeausbildung, als „Hundeflüsterer“. Doch wohl nur unter einer speziellen Kategorie von Menschen, die noch immer meinen, die „wilde, tierische Gefahr“, die angeblich von Hunden ausgeht, lässt sich „nur“ durch Dominanz, und sei es mit Gewalt, in den Griff bekommen. Aber Gewalt bricht die zarte Hundeseele und macht sie erst asozial und unberechenbar und potenziell bedrohlich. Ich hoffe es gelingt uns, die gemeingefährliche Show dieses Mannes in der Wr. Stadthalle zu verhindern. Weder im Hunde- noch im Wolfsrudel gibt es eine ausgeprägte Dominanz, definitiv ist die Beziehung von mir zu meinem Hund nicht dadurch bestimmt, dass ich ihn dominiere und er ständig nach der Chance äugt, „Alpha“ zu werden. Ich entschuldige mich bei meinem Hund, ich bedanke mich bei meinem Hund und er kann durchaus zuerst essen oder höher sitzen als ich oder einen Raum zuerst betreten. In einer auf Dominanz aufbauenden Hundeschule wird nämlich gelehrt, all das unbedingt zu unterlassen, weil der Hund sonst aufbegehre und nicht mehr zu bändigen sei. Völliger Unsinn!
(mehr …)

Die Schnüffelleistung von Hunden

100_0487kleinMein voriger Hund empfand ein Schnüffelspiel als Herausforderung. Dafür legte ich eine Spur an, in dem ich einfach einige 100 m durch Wald und Wiese ging, jeweils auf einer Geraden mit einer Ecke und einer weiteren Geraden, an einer Stelle, die ich für mich markierte, und ließ ihn dann den Geruch suchen. In 50% der Fälle konnte er das Problem meistern und die Spur bis zu Ende verfolgen.

Mein jetziger Hund ist da ganz anders. Ich nehme mir 5 Minuten Vorsprung und laufe auf beliebigem Weg wild durch die Natur. Er folgt meiner Spur im Galopp und hat mich bald eingeholt. Jedes Mal. Er kann auch der Spur anderer Menschen folgen, selbst welchen, die er kaum bis gar nicht kennt. Und das alles ohne spezifisches Training mit Leckerlis. Es ist eine Freude, ihm bei der Schnüffelarbeit zu zu sehen. Seine diesbezüglichen Fähigkeiten scheinen keine Grenzen zu kennen.

(mehr …)

Gelebte Utopie: ein Tag im Leben mit meinem Hund

P1010680kleinDie Nacht verbrachten wir gemeinsam zusammengekuschelt auf einer Matratze in einer Blockhütte. Mit dem Aufstehen ließen wir uns Zeit, doch um 9 Uhr krochen wir beide zur Kochstelle, um uns einen Grießbrei mit Sojamilch zu bereiten. Bald darauf sind wir im Wald unterwegs, beschnüffeln die Pflanzen, pflücken Himbeeren und Erdbeeren von den Stauden in Waldlichtungen und finden hier und da bereits die ersten Schwammerl.

(mehr …)