Karl Latschenberger

Legebatterien: wenn uns die Vergangenheit einholt

Anfang der 1990er Jahre, in den Kindertagen der modernen österreichischen Tierschutzbewegung, wurden praktisch ausnahmslos alle Legehühner in Käfigen gehalten. Diese Legebatterien waren geschlossene Fabrikshallen ohne Fenster, mit ausschließlich künstlichem Licht, das lange angeschalten blieb, um den Tieren einen Frühling – die Zeit des Eierlegens – vorzugaukeln. Käfig neben Käfig, oft in 5 langen Reihen übereinander, alles vollautomatisiert. Die BetreiberInnen legen nur einen Schalter um, dann fährt das Futter auf einem Förderband hinein, Eier und Kot kommen auf anderen Bändern wieder heraus. Man brauchte diese Betriebe über 12 Monate hindurch gar nicht zu betreten, automatisierte Eierfabriken eben. Oft fanden wir 3 cm tiefe Staubschichten auf den Gängen ohne menschliche Spuren. Nur die Eierproduktionsrate wurde akribisch verfolgt. Ging diese bergab war es Zeit die Häscher zu rufen, um die Tiere mit frischen Hühnern zu ersetzen. Aus den Käfigen gerissen, an deren Gitterböden die Tiere manchmal festgewachsen waren, weil ihre nie gestutzten Krallen die Drähte umschlossen, stopfte man sie in Transportkisten. Am Weg zum Schlachthof war die Ausfallsrate oft 30% und mehr. Die ausgelaugten Tierkörper konnten nur mehr als Suppenhühner gebraucht werden, ein so geringer Wert, dass sich ein tierfreundlicherer Transport finanziell nicht auszahlte.
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Kommt bald das letzte Huhn aus dem Legebatteriekäfig?

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Besetzung der konventionellen Legebatterie von ÖVP-Bürgermeister Karl Latschenberger am 2. 11. 2009, mehr als 10 Monate nachdem diese Legebatterien verboten worden waren!

Morgen den 11. Oktober 2013 ist Tag des Ei’s. Ein wirtschaftliches Konzept, das werbewirksam sein soll und den Profit erhöhen. Ich spreche lieber vom Tag der Legehenne. Und da gibt es – möglicherweise – etwas zu feiern: wir stehen knapp davor, das allerletzte österreichische Huhn aus dem Legebatteriekäfig zu bekommen! Und das deshalb, weil der Betrieb Latschenberger – ursprünglich jener ÖVP-Bürgermeister, der noch Monate nach dem Verbot 2009 eine konventionelle Legebatterie weitergeführt hatte, die deshalb vom VGT besetzt wurde – heute bankrott gegangen ist.

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