Konditionierung

Konditionierungstrainng für Hunde: gewaltige Unterschätzung ihrer Fähigkeiten

Letzten Freitag gabs in der Volkshochschule Ottakring in Wien eine Podiumsdiskussion über „Hundetraining“, zu der ich freundlicher Weise eingeladen war. Gemeinsam war uns DiskutantInnen die Ablehnung des dominanzbasierten Umgangs mit Hunden. Doch einmal mehr fiel mir auf, was für Welten meine Vorstellung eines partnerschaftsbasierten Zusammenlebens mit Hunden und jene des konditionierungsbasierten Zusammenlebens auseinander liegen. Die Unterschiede sind nicht marginal, das Bild von Hunden fundamental verschieden.
(mehr …)

Wenn sich das Großhirn des Hundes einschaltet

Kürzlich habe ich im Text einer sehr tierfreundlichen Hundetrainerin, die Hunde durchaus auch als autonome Wesen sieht, die ohne Befehle auskommen und bewusst frei entscheiden können, gelesen, dass die Begegnung mit anderen Hunden für einen Hund ein Reiz sei, auf den adäquat zu reagieren gelernt werden müsse und dafür positive Verstärkung nötig wäre. Gleich vorweg: ich habe mit dieser Frau nachher korrespondiert und wir sind überein gekommen, dass Konditionierung und Verhaltenstherapie bei schwer verhaltensgestörten Hunden (wie z.B. manche Hunde aus dem Tierheim), aber auch bei Menschenkindern, durchaus notwendig sein kann. Aber mir fiel auf, dass heute gerade in der progressiven „Hundeszene“, die sich explizit gegen die Hundeerziehung mit Gewalt und Dominanz stellt, kaum Sensibilität bzgl. eines behavioristischen Jargons herrscht. Skinner ist der Vorzeigebehaviorist der 1950er Jahre, er erarbeitete das Konzept der operanten Konditionierung und benannte sie. Er und seine Denkschule sind dafür verantwortlich, dass in den USA die vergleichende Verhaltensforschung, die Wildtiere beobachtete und ihnen Gefühle und Verstand zubilligte, jahrzehntelang nicht Fuß fassen konnte. Skinner und der Behaviorismus sind der Urfeind der Tierschutzbewegung und der Anerkennung von Tieren als fühlende und denkende Wesen überhaupt.
(mehr …)

Operante Konditionierung entspricht Computerprogramm

Die klassische Konditionierung nach Pawlow verbindet einen Reiz mit einer Reaktion, die vom bewussten Lebewesen gar nicht bemerkt werden muss. Typisches Beispiel dafür ist beim Menschen ein unspürbar schwacher Luftstrahl, der bei einem gewissen Ton menschlichen ProbandInnen ins Aug geblasen wird, sodass sich dieses schließt. Ein paar Mal wiederholt und die Menschen schließen bei diesem Ton kurz von selbst die Augen. Pawlows Versuche mit Hunden, die bei einem Ton Leckerlis bekamen und ihnen bald darauf beim Ton allein schon der Mund wässrig wurde, sind der Klassiker.
(mehr …)