Kuksi

Ohne Leine? Dem Hund vertrauen!

Von der Podiumsdiskussion über Hunde in der Volkshochschule Ottakring in Wien am 12. Juni 2015 sind noch einige weitere Eindrücke bei mir hängen geblieben. Eine Mitarbeiterin der Veterinäruni Wien saß neben mir am Podium und stellte fest, dass sie nie im Leben ihren Hund irgendwo in der Nähe einer Straße von der Leine lassen würde. Das sei unverantwortlich. Man wisse nie, was einem Hund einfalle und was er als nächstes tun werde. Eine andere Diskussionsteilnehmerin kritisierte mich, weil ich meinen Hundefreund Kuksi mit einem Kollegen aus dem Büro spazieren gehen ließ, ohne diesen Mann vorher auf seine Hundetauglichkeit zu überprüfen.
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Die menschliche Nase funktioniert – laufende Motoren stinken!

Als ich bei einer Podiumsdiskussion über mein Buch von meiner engen Freundschaft mit Hund Kuksi sprach und meinte, der einzig richtig wesentliche Unterschied zwischen uns bestünde darin, dass meine VorfahrInnen vom Äquator kommen und ich daher nicht nackt im Schnee stehen kann – und zwar überhaupt nicht! –, sagte Prof. Ludwig Huber, nein, es gebe größere Unterschiede, z.B. die Nase. Nun, meine Aussage hat sich hauptsächlich darauf bezogen, dass viele PhilosophInnen einen qualitativen, unüberbrückbaren Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren in der Sprache sehen. Menschen nutzen die Sprache zum Denken, Hunde nicht, daher sind sie unvergleichbar. Meine Erfahrung in der Wildnis ist das nicht. Dort denke ich auch ohne Sprache. Wenn Kuksi und ich uns überlegen, wie wir eine Felsstufe überwinden, die sich vor uns aufbaut, dann machen wir das auf dieselbe Art. Ebenso bei einem wilden Fluss, der zu überqueren ist, oder anderen Gefahren. Wir entscheiden beide vernünftig und beide auf der Basis mentaler Bilder, mit denen wir uns die Überwindung des Hindernisses zunächst ausmalen, bevor wir es in der Realität angehen.
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Hund Kuksi auf Vortragstournee

In meinem Buch „Der Hund und sein Philosoph“ ist Kuksi ja eigentlich die Hauptperson. An der Beziehung zu ihm ist das Argument aufgebaut, dass Tiere sich selbst Zwecke setzen und dadurch auch im Kantschen Sinn autonom sind. Meine Schlussfolgerung ist letztlich die Forderung nach Personenrechten für Tiere, und nach Bürgerrechten für Hunde. Zu letzteren gehören nicht nur die Rechte, in der menschlichen Gesellschaft existieren zu dürfen und bei politischen Entscheidungen die eigenen Interessen vertreten zu bekommen, sondern auch das Recht auf politischen Aktivismus, d.h. die Möglichkeit, sich aktiv für die eigenen Vorstellungen der Gesellschaftsgestaltung zu engagieren. Und wie ich meine hat Kuksi das u.a. dadurch getan, dass er mit mir bei meinen letzten Vorträgen und Buchpräsentationen aufgetreten ist bzw. auch auftreten durfte, was manchmal nicht so einfach war und sogar von ihm erst erkämpft werden musste.
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Ein Blick auf den Hundeverstand

Ach könnte ich nur einmal mit einem Hund tauschen, um zu wissen was er denkt, seufzte ein Wissenschaftler im Gespräch mit mir. Was denkt er bloß? Der Hund, das nicht vrstehbare Wesen? Da lieber sicherheitshalber wegsperren, Leinenpflicht und Beißkorbzwang sind die Konsequenzen. Was, bitte schön, ist am Hundeverstand so schwer nachzuvollziehen? Im sehr engen Zusammenleben mit meinem Hundefreund Kuksi habe ich praktisch nie das Gefühl, überhaupt nicht zu verstehen, was in ihm vorgeht, was er gerade denkt. Also mir scheint das jedenfalls oft viel nachvollziehbarer, als was in manchen Menschen so vorgeht. Selbst wenn sie mir in Worten farbig schildern, was sie denken, verstehe ich oft nur Bahnhof. Kein Wunder, ich kenne sie ja gar nicht persönlich genauer – im Gegensatz zu Kuksi, mit dem ich mehr oder weniger ununterbrochen zusammen bin, Tag und Nacht, und das seit bald 7 Jahren!
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Freiheit: wenn die Hundeleine das Bewusstsein ändert

Rumms fiel das Tor ins Schloss und das anschließende metallische Geräusch machte mir klar, dass ich nun eingesperrt war. Das Schlimme daran, in einer Zelle im Gefängnis zu sitzen, ist weniger der verkleinerte Lebensbereich. Vermutlich sitzt man öfters einmal über viele Stunden oder sogar Tage völlig freiwillig in einem kleinen Raum, ohne ihn zu verlassen. Das Schlimme am Gefangensein ist der Verlust der Autonomie. Es macht einen sehr großen Unterschied, ob man eingesperrt ist oder nicht, ob man einen Raum jederzeit verlassen könnte, auch wenn man das gar nicht will.
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Wenn Hunde Menschen helfen

Nachdem wir letzten Samstag eine Treibjagdgesellschaft beim illegalen Aussetzen von Zuchtfasanen überrascht hatten, blieb meinem Hundefreund Kuksi und mir nur der Sonntag für eine lange Wanderung durch die herbstliche Bergwelt. Die Wahl fiel auf ein verstecktes Waldgebiet im Hochschwab, in dem wir bisher noch nie gewesen waren. Wir sind ja ständig auf der Suche nach wilden, möglichst unberührten Wäldern, abseits von Forststraßen und Fichtenmonokulturen. Und immer wieder werden wir fündig. So auch diesmal.
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