Lainzer Tiergarten

Auflösung eines Jagdgatters: der Stand im Lainzer Tiergarten

Das Bild oben zeigt links das Jagdgatter Mayr-Melnhof und rechts den Lainzer Tiergarten

Als der VGT im Frühjahr 2015 seine Kampagne gegen die Gatterjagden in ganz Österreich begann, gab es noch immer die Massenabschüsse im Jagdgatter Lainzer Tiergarten. Mit 16 Futterstellen für Wildschweine und 11 für Rothirsche, Damhirsche und Mufflons gab es viele Tiere zum Abschuss. Bei den Wildschweinen sind 1500 pro Jahr verbürgt. Die Stadtregierung hatte uns in den Jahren davor erklärt, dass über die Gatterjagd so viel Geld eingenommen werde, dass man das nicht einfach beenden könne. Nach wenigen Wochen Demos des VGT vor dem Lainzer Tor beschloss die Stadt Wien aber den Versuch zu wagen, gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Eine eigene Arbeitsgruppe wurde gegründet und ein Ausstieg aus der Gatterjagd bis Anfang 2021 beschlossen. Dann sollten auch Grünbrücken über die denkmalgeschützte Mauer eröffnet werden.

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Die bewegte Geschichte des größten Jagdgatters Österreichs: Der Lainzer Tiergarten

100 Jahre ist er 2019 alt, der Lainzer Tiergarten, dieses einerseits beliebte Ausfliegsziel der Wiener_innen, dessen liebliche Landschaft aber andererseits die düstere Geschichte von Massenabschüssen eines Jagdgatters überdeckt. Aus Anlass des Jubiläums hat die Stadt Wien nun ein Buch mit dem Titel „Der Lainzer Tiergarten einst und jetzt“ herausgegeben. Eigentlich ist es eine Neuauflage, weil ein Buch mit demselben Titel bereits 1923 erstmals erschienen ist. Und eigentlich ist es kein Jubiläum, weil der Lainzer Tiergarten unter dem Namen „kaiserlicher Tiergarten“ eine viel längere Geschichte hat. Das Buch ist aber äußerst spannend und allen zu empfehlen, die sich auch ein bisschen für die Grätzelgeschichten der Friedensstadt und der Gegend um die Kirche St. Hubertus interessieren. Ein bisschen ist es auch eine Geschichte der Jagd in Österreich und eine Geschichte des Verhältnisses der Menschen zur Natur. Auch der VGT wird im Buch als Teil der Geschichte des Lainzer Tiergartens erwähnt.

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Auflösung des Jagdgatters Lainzer Tiergarten: die Natur atmet auf

Der Lainzer Tiergarten war einmal ein Jagdgatter, wenn auch ein sehr großes, ein kaiserliches, mit 2400 ha Grundfläche. Bis zur bürgerlichen Revolution 1848 hatte nur der Adel in Österreich das Jagdrecht, egal wem der Wald gehörte und wer darauf lebte. Der Adel hatte eben die Macht im Land. Und wie es nun einmal so ist, wenn Menschen eine absolute Macht haben, konnte der Adel nicht genug bekommen, von seinen infantilen Belustigungen. Man hatte ja sonst nichts zu tun, also tötete man Tiere. So viele wie möglich. Und da ja die Landwirt_innen die zu bejagenden Tiere unter Androhung hoher Strafen nicht von ihren Feldern vertreiben durften, zäunten die netten Adeligen ihre Jagdgründe ein, wenn sie dort hohe Tierpopulationen züchteten. Ein Maximilian Mayr-Melnhof verteidigt sein Jagdgatter heute ähnlich: wenn er nun einmal 600 Wildschweine im Jahr schießen will, dann ist es doch nett, dass er das in einem eingezäunten Wald tut. Man stelle sich vor, was passiert, wenn diese Wildschweinhorden über die angrenzenden Äcker und Wiesen herfallen. Aber wenn dieselben Wildschweinhorden über die Wiesen und Wälder innerhalb des Jagdgatters herfallen und damit die Natur zerstören, dann juckt das die Adeligen offenbar nicht. Wer nur ans Konsumieren und an hedonistische Freuden denkt, dem sind Natur und Tiere egal.

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Wien: das neue Gesetz zum Verbot der Jagd auf gezüchtete Tiere ist in Begutachtung

Die Jagd ist Landessache in Österreich, und deshalb müssen die Verbote der Gatterjagd und der Jagd auf gezüchtete Fasane in den Landtagen erlassen werden. Eines der 9 österreichischen Bundesländer ist Wien und dort hatten wir mit der rot-grünen Landesregierung sehr bald ein gutes Gesprächsklima. Der Lainzer Tiergarten ist ja ein Jagdgatter und die Gemeinde Wien ist der zweitgrößte Jagdanbieter Österreichs. Umso erfreulicher, dass nun auch ein neues Jagdgesetz in Wien mit entsprechenden Verboten in Begutachtung gegangen ist, wenn auch mit einem Wermutstropfen, dem zweimal verwendeten Wörtchen „ausschließlich“. Aber alles der Reihe nach.

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Ein historischer Moment: Pressekonferenz mit dem Forstdirektor von Wien

Heute war Pressekonferenz im vegetarischen Restaurant Yamm am Universitätsring in Wien. Heuer habe ich schon einige solcher Events hinter mich gebracht und war dementsprechend wenig nervös. Doch da war dennoch eine Besonderheit des Augenblicks, die ich empfand, die aber an den hektisch um mich hin und her laufenden Menschen vorbei zu gleiten schien. Neben mir wird der Forstdirektor der Stadt Wien sprechen, also der Chef des zweitgrößten Jagdanbieters von Österreich, verantwortlich auch für die Gatterjagd im Lainzer Tiergarten. Zugegeben, der Lainzer Tiergarten ist mit 2500 ha größer als jedes andere Gatter in Österreich und historisch als Jagdrevier des Kaisers gewachsen. Aber auch eine noch so große Länge einer Kette ändert nichts daran, dass der Hund, der daran hängt, ein Kettenhund ist. Da geht es ums Prinzip.

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