Natur

Wildnis Teil 3: Mein Coming out

Vor genau 6 Jahren saß ich mit Banker Helmut Elsner in einer Zelle im Gefängnis. Es war ihm sehr wichtig, ständig klassische Musik und vor allem Opernarien zu hören. Ich ließ ihn gewähren. Als ich einmal in 105 Tagen 3 Bücher aus der Gefängnisbibliothek bekam, fragte er mich, worum es darin gehe. Eines handelte davon, dass ein Pärchen die Winternacht über dem 80. Grad nördlicher Länge im Franz-Josefs Land verbracht hatte. Niemals würde er das tun wollen, sagte er, da bleibe er lieber für immer hier im Gefängnis. Seltsam, meinte ich, da würde ich viel lieber dort sein, als frei in einer Stadt. Das Geheul wilder Wölfe würde mich viel mehr berühren, als jede Opernarie jemals könnte. Das wollte er mir gar nicht glauben.
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Wildnis Teil 2: Die Natur ist nicht so grausam

Am bekanntesten ist vermutlich die Betonung des angeblichen Schreckens des Naturzustandes in Thomas Hobbes‘ „Behemoth“, in dem der Kampf alle gegen alle dargestellt wird und nur durch eine staatliche Zivilisation überwunden werden kann. Vom „survival of the fittest“ und „nature red in tooth and claw“ schreibt auch Richard Dawkins in seinem Buch „The Selfish Gene“. Und Immanuel Kant sieht sogar eine moralische Verpflichtung des Menschen darin, sich von der Natur loszusagen und staatlich zu organisieren, um die Freiheit erst zu ermöglichen. Die Natur sei also ein ständiger Kampf ums Überleben, grausam, brutal, kurzlebig. Auch die Giordano Bruno Stiftung spricht davon, wie grauenhaft es in der Natur zuginge, weshalb u.U. sogar angedacht werden müsste, zivilisatorisch einzugreifen. Heute merken wir diese Einstellung u.a. daran, dass Nutztiere in Tierfabriken weggesperrt und Haustiere, wie Hunde, aus immer größeren Bereichen der Gesellschaft verdrängt werden. Das bürgerliche Bedürfnis nach Sauberkeit umfasst eine Ablehnung von Tieren, eine Abgrenzung der Zivilisation von der Natur.
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Endlich wieder frische Luft!

P1000799kleinViel zu lange mussten mein Hundefreund und ich jetzt schon warten, wieder in die Natur gehen zu können. Doch jetzt ist es so weit. 3 Nächte und 2 ½ Tage draußen! Ich fühle mich wie nach Hause gekommen. Die Luft! Sie ist so klar und kalt, erfrischend wie Wasser. Kein Geruch von Autoabgasen. Erst hier fällt einem das so richtig auf. Fährt unten auf der Forststraße im Wald einmal ein Jäger im Auto vorbei, stinkt es noch 10 Minuten danach nach Abgasen. In der Stadt merkt man das kaum, hier heraußen aber könnte die Wirkung nicht deutlicher sein.
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Waldschaden durch die Jagd: mit dem Förster unterwegs

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer ehemalige Landwirtschaftsminister und ÖVP-Chef, nö Landesjägermeister Josef Pröll jagt dort. Und zwar zusammen mit Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly, mit dem Chef der Landesjagdverbände und damit oberstem Jäger Österreichs Peter Lebersorger und mit Christian Konrad, kürzlich noch Raiffeisen-Chef und selbst nö Landesjägermeister. Sozusagen also jene Clique, die im Film „Der Prozess“ zusammen am Jägerball in der Hofburg gezeigt wurde. Allesamt vehemente Tierschutzgegner. Und genau durch dieses Jagdgebiet wurde ich vor einigen Tagen von dem Förster geführt.
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Tatort Wald

Georg Meister hat die Jagd sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. Sein Vater ging mit ihm von Kindheit an auf die Pirsch, mit 12 war sein schönstes Geburtstagsgeschenk eine Jagdflinte und die ersten selbst erschossenen Tiere erzeugten in ihm eine überwältigende Begeisterung. Eine Biographie, die schwerlich Kern eines jagdkritischen Buchs sein kann, meint man. Und doch gelingt Claus-Peter Lieckfeld mit seinem Buch „Tatort Wald“ im Westend Verlag genau das. Meister bekehrte sich nämlich vom Saulus zum Paulus, im Alter von 25 Jahren vom fanatischen Jäger zum jagdkritischen Förster. Wobei allerdings aus Tierschutzsicht der Wandel nicht komplett ausfiel: zwar kritisiert Meister die Jagd mit jedem Satz, praktiziert sie aber weiterhin selbst, wenn auch nur, um ihre Fehler wieder auszugleichen. Er reduziert, wo er kann, die durch die Fütterungen überzüchteten Überpopulationen. Das Buch verfolgt in einer engen Verschränkung Georg Meisters Leben und seinen waldbaulichen und sehr jagdkritischen Einsichten und liefert zahlreiche faktische Belege für seine Behauptungen.
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Wo bleibt der Winter!?

Südföhn! Schon wieder Südföhn! Ein Phänomen, das in üblichen Wintern vielleicht 1-2 Mal auftritt, ist seit Dezember 2013 zum Dauerzustand geworden. Ein Tief über dem Mittelmeer schiebt die feuchte und eher warme Luft von Süden her gegen die Alpen. Die Folge sind große Schneemengen auf der Südwestseite, mit pappigem, feuchtem und schwerem Schnee ohne Kälte, und kein Niederschlag, aber bis zu 15 ° plus, auf der Nordseite der Alpen. Auch heute wieder + 14 ° C in der Obersteiermark. Weit und breit kein Winter.
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2013/2014 erstmals ohne Winter? Weit und breit kein Schnee in Sicht!

P1000505kleinIch gehe seit Jahrzehnten im Mittel um die 100 Tage pro Jahr auf Bergtour hinaus in die Natur. 30-40 Tage davon bin ich mit Schi unterwegs. Bei uns in Ostösterreich ist zumindest noch bis vor wenigen Jahren sehr viel Schnee gefallen, Schitouren bis in den Juni hinein waren normal. Doch heuer, und das kann ich mit meiner Erfahrung sagen, liegt deutlich weniger Schnee in den ostösterreichischen Bergen, als je zu dieser Jahreszeit in den letzten Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten oder Jahrtausenden. Seit Mitte Dezember 2013 herrscht eine Südwetterlage, Föhn im Norden, Temperaturen oft bis 10 Grad auf 1500 m Höhe. Der letzte Schnee fiel Ende November. Da dachte ich noch, der Winter habe begonnen, siehe http://www.martinballuch.com/?p=3502. Keine Jagd mehr? Leider falsch. Anfang Jänner traf ich auf eine Treibjagd am Hochschwab, abends eine „Strecke“ von 2 Rehen, 2 Gemsen und 1 Hirsch. Um diese Jahreszeit habe ich so hoch oben noch nie Treibjagden erlebt!
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Weltweit beste Extrembergsteigerin ernährt sich vegan!

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Gerlinde Kaltenbrunner, weltbeste Extrembergsteigerin, ernährt sich vegan

Sie hat als einzige Frau bisher alle 14 mehr als 8000 m hohen Berge der Welt ohne die Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff erstiegen. Und dabei auch spannende Neutouren geschafft, wie z.B. im August 2011 den zweithöchsten Berg der Welt, den 8611 m hohen K2 im Karakorum, über die Nordwand von China aus. Auch die Tragödien blieben ihr nicht erspart, als 2010 am K2 auf 8300 m Höhe knapp unter dem Gipfel ihr Bergkamerad vor ihr 1000 m in den Abgrund stürzte. Ihre Nachsuche blieb ergebnislos. Ihre Vorträge werden von 2000 Menschen besucht, wie zuletzt auf der Alpinmesse in Innsbruck. Sie ist ein Weltstar aus dem Toten Gebirge in Oberösterreich: Gerlinde Kaltenbrunner.
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Herbst

P1000321kleinDer Herbst kündigt den Winter an. Diejenigen Tiere, die Winterschlaf halten, bereiten sich darauf vor, essen sich den Winterspeck an und suchen sich Schlafhöhlen. Die Blätter werden gelb, die Nadeln der Lärchen fallen ab, das Gras verdorrt. Auch im Herbst des Lebens bekommt diese Jahreszeit eine negative Bedeutung, das Ende kündigt sich an, wir verlieren die Elastizität in den Sehnen, die Regeneration nach einer Anstrengung wird immer mühsamer, die Schnelligkeit lässt nach. Doch das Glück liegt im Augenblick und da hat der Herbst wunderschöne Momente zu bieten.

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