Religion

Gekündigt, weil er nicht „das Geheimnis Jesu Christi“ verkündet hatte

Die Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz (KTU) wird mit öffentlichen Mitteln gefördert. Das ist an den Anfang dieses Berichts zu stellen, weil es diese Uni dadurch auch der Öffentlichkeit gegenüber verantwortlich macht. An dieser Uni kann man auch Kunstwissenschaften und Philosophie studieren, Fächer, die an sich nichts mit Religion oder dem Christentum zu tun haben. Tatsächlich gibt es Studierende, die keinerlei Ambitionen haben, in irgendeiner Form in die Theologie zu gehen oder gar in der katholischen Kirche eine Funktion wie das Priesteramt anzustreben. Und diese Uni, so hört man, bewirbt sich nun dafür, die Ausbildung der EthiklehrerInnen für alle Gymnasien Oberösterreichs zu übernehmen. Dabei ist ja der Ethikunterricht als Alternative zu den Religionsunterrichten in den verschiedenen Bekenntnissen gedacht.
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Genesis: Veganismus, ein 3000 Jahre altes ethisches Ideal

Für manche ist sie das Wort Gottes, mit göttlicher Inspiration geschrieben. Entstanden ist sie etwa vor 3000 Jahren, die Genesis, das erste Buch des Alten Testaments der Bibel. Eine Geschichte der Entstehung der Welt, wie sie ein Hirtenvolk aus der Wüste vermutlich über Generationen in mündlicher Überlieferung erzählt hat. Erstaunlich dabei, dass Gott anfänglich die Welt vegan erschaffen hat: Und Gott sprach: Siehe, ich habe Euch alle samentragenden Pflanzen gegeben, die auf der Erde wachsen, und jeden Baum, an dem samenbringende Baumfrucht ist: Sie sollen Euch zur Speise sein; und allen Tieren auf der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebendige Seele ist, habe ich alle grünen Pflanzen zur Speise gegeben. (Gen 1:29-30)
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Demountersagung wegen Blasphemie – und das im Jahr 2014!

§ 188 Strafgesetzbuch sieht bis zu 6 Monate Gefängnis für einen Menschen vor, der öffentlich eine Person oder eine Sache, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, oder eine Glaubenslehre, einen gesetzlich zulässigen Brauch oder eine gesetzlich zulässige Einrichtung einer solchen Kirche oder Religionsgesellschaft unter Umständen herabwürdigt oder verspottet, unter denen sein Verhalten geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen. Der Straftatbestand ist Blasphemie oder auch Gotteslästerung. Wurde nicht der österreichische Karikaturist Gerhard Haderer kürzlich in Griechenland in Abwesenheit zu fast einem Jahr Haft verurteilt, weil er in seinen Karikaturen Jesus als Haschischraucher dargestellt hat? Und jetzt soll eine ernst gemeinte Tierschutzaktion in Linz mit theologisch gut begründbarem Hintergrund Blasphemie sein?
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Die Polizei hat die diesjährige Kreuzigungsaktion in Linz untersagt!

Sie hat eine lange Geschichte, diese Aktionsform: http://www.martinballuch.com/wozu-provokation-%E2%80%93-zu-anzeigen-gegen-die-kreuzigungsaktion/. Seit mehr als 10 Jahren, 2011 auch in Linz, ziehen jeweils am Karsamstag 3 AktivistInnen im Lendenschurz mit Tiermasken und Holzkreuzen am Rücken durch die Hauptstraßen der Landeshauptstädte. Gut 100 TeilnehmerInnen folgen diesem „Kreuzweg“. An neuralgischen Punkten werden die Kreuze aufgestellt, die AktivistInnen daran angefesselt und Zahlen und Fakten über den Missbrauch der Tiere vor allem in der Agrarindustrie, zu dem auch die katholische Kirche schweigt, verlesen. Innerhalb des Christentums gibt es viele kritische Stimmen, die im Kreuzigungstod Jesu auch die Erlösung der Tiere sehen, siehe http://www.martinballuch.com/tierethik-im-christentum/. Wie FeministInnen Jesus als Frau darstellten, und BürgerrechtlerInnen Jesus mit schwarzer Hautfarbe, so zeigen nun TierrechtlerInnen, dass für die Fleischwerdung Christi nicht nur Geschlecht und Hautfarbe, sondern auch Spezies des Gottessohnes irrelevant sind.

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Colin Goldner, das Universelle Leben und der braune Rand der Tierrechtsbewegung

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Eine von UL-Gläubigen organisierte Demo in Wien gegen die Jagd

Kürzlich gehe ich mit einer Begleiterin über den Urban-Loritz Platz in Wien zur dortigen Bibliothek. Vor dem Eingang in der Winterskälte stehen 3 ältere Personen bürgerlichen Aussehens mit einem kleinen Infostand. Sie verteilen Flugblätter, die zum Vegetarismus aufrufen. „Das sind die Rechten“, sagt die Frau, mit der ich unterwegs bin, zu mir, „das Universelle Leben“. Die Rechten?, wundere ich mich und frage, woher sie das habe. Das sei doch klar, das werde doch überall erzählt, kam voller Überzeugung zurück. Genaueres konnte sie mir dazu aber nicht sagen.
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Dompfarrer Faber mag lieber 1000 Jäger als eine Handvoll Tierschützer: Kirchenaustritt

Am Jägerball in der Hofburg in Wien finden sich Adabeis aus allen Lebensbereichen. Und einer dieser „schillernden Gestalten“ ist regelmäßig Dompfarrer Toni Faber von St. Stefan. Bekannt wurde er nicht nur durch seinen Jagdschein und seine Artikel für den freien Zugang zu Schusswaffen, sondern auch, weil er wegen Trunkenheit am Steuer von der Polizei ertappt wurde. Jede freundliche Anfrage von Tierschutzseite zum Gespräch lehnt er ab. Er steht fest auf der Seite derjenigen, die Tiere töten. So wird er in der Presse zitiert, dass ihm 1000 Jäger im Stefansdom lieber seien als eine Handvoll Tierschützer auf einer Demo.

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Christlich-konservativer Extremismus

20130828_stitten-butter2kleinDer Attentäter von letzter Woche, mit Buttersäure gegen TierschützerInnen, stammt aus einem extremistischen christlich-konservativen Milieu. An und für sich halte ich die Bezeichnungen „radikal“ oder „extremistisch“ für nicht sehr sinnvoll, sie sind meist nur als Beleidigung gedacht. Wenn die christlich-konservative Presse z.B. vom Tierschutz berichtet, der über Tierschutzarbeit hinausgeht und politische Ansprüche stellt, hängt sie am liebsten ein „radikal“ oder „extremistisch“ an, um gleich klar zu stellen, was von diesem Tierschutz zu halten ist. Doch bei „extremistisch christlich-konservativ“ will ich eine Ausnahme machen. Das deshalb, weil sich christlich-konservative Personen selbst nie als radikal oder extremistisch sehen würden, ja, eigentlich überzeugt sind, dass das ein Widerspruch sei. Konservativ sei gemäßigt, christlich wiederum sei grundsätzlich gut und daher mit den negativ behafteten Eigenschaftsworten „radikal“ und „extremistisch“ nicht zu bezeichnen. Die reservieren wir lieber für den Islam. Es gibt ja auch kein Kapitel für christlich-konservativen Extremismus im Verfassungsschutzbericht. Christlich-konservativ ist eben die bürgerliche Elite, die Bewahrerin des Wahren, Schönen und Guten. Oder doch nicht?

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„Sekte“ als historischer Kampfbegriff, ein menschenrechtliches Problem

Ein hostorischer Zeitungsartikel aus DDR-Zeit: die Losung der Regierung

Ein historischer Zeitungsartikel aus DDR-Zeit: die Losung der Regierung

Wikipedia: Sekte ist eine ursprünglich wertneutrale Bezeichnung für eine philosophische, religiöse oder politische Gruppierung, die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von vorherrschenden Überzeugungen unterscheidet und oft im Konflikt mit ihnen steht. […] Aufgrund seiner Geschichte und Prägung durch den kirchlichen Sprachgebrauch bekam der Ausdruck abwertenden Charakter und verbindet sich heute mit negativen Vorstellungen, wie der möglichen Gefährdung von etablierten religiösen Gemeinschaften oder Kirchen, Staaten oder Gesellschaften. […] Im landläufigen Sprachgebrauch werden als Sekten oft religiöse Gruppen bezeichnet, die in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen werden.

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2 Volksbegehren in Österreich: Demokratie jetzt und gegen Kirchenprivilegien

Von 15. – 22. April 2013 laufen zwei Volksbegehren in Österreich gleichzeitig, die von allen Wahlberechtigten in ihrer Gemeinde bzw. mit Stimmkarte ihrer Hauptwohnsitzgemeinde in ganz Österreich unterschrieben werden können. Leider sind Volksbegehren momentan ein zahnloses Mittel der direkten Demokratie und werden daher zunehmend seltener. Das Tierschutzvolksbegehren für u.a. die Aufnahme von Tierschutz in die Verfassung wurde 1996 von 460.000 Menschen unterschrieben und trotzdem war das Parlament nicht Willens, das Anliegen umzusetzen.

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Faszination Naturwissenschaft

Als ich Astronomie zu studieren begann, war mir in meiner Schulbildung absolut nichts Relevantes aus der Naturwissenschaft vermittelt worden. Ich hielt Mathematik für langweilig bis überflüssig, Physik war für mich ein rotes Tuch. Doch was sich im Universum abspielt, hat mich schon interessiert. Bald in meinem Studium realisierte ich, dass für Astronomie eine fundamentale Kenntnis von Physik und für Physik eine fundamentale Kenntnis von Mathematik unausweichlich ist. So widmete ich mich wohl oder übel den Anfängervorlesungen in Mathematik – und eine Tür zu unfassbaren Erkenntnissen über diese Welt tat sich für mich auf. In kürzester Zeit wurde mir klar, dass nur über Mathematik und mathematische Physik ein Blick auf ewige Wahrheiten möglich ist.

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