Tierrechte

Tierethik: Antwort an Univ.-Prof. Ludwig Huber

Am 25. November 2014 fand im WUK in Wien eine Podiumsdiskussion über die Kernthesen meines neuen Buches „Der Hund und sein Philosoph“ statt. Huber kritisierte, dass ich lediglich Anekdoten von Erlebnissen mit meinem Hund wiedergegeben hätte, die aufgrund der geringen Statistik und mangelnden Überprüfbarkeit nicht überzeugend wären. Insbesondere würden manche davon naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen, wie z.B. dass Hunde kein schlechtes Gewissen haben könnten und es nicht möglich sei, mit ihnen Fluchtpläne abzusprechen, wie in meinem Fall, als wir eine Herde von Kühen gemeinsam austricksten, um zu entkommen. Nach Huber sei die Kluft zwischen Mensch und Tier nicht, wie von mir behauptet, sozial konstruiert, sondern biologisch real.
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Tierethik: Antwort an Univ.-Prof. Konrad Paul Liessmann

Am 25. November 2014 fand im WUK in Wien eine Podiumsdiskussion über die Kernthesen meines neuen Buches „Der Hund und sein Philosoph“ statt. Liessmann erinnerten dabei die Geschichten von meinem Hund Kuksi und unsere Wildnisabenteuer an Karl May oder Jack London. Wie diese wären sie zwar unterhaltsam, aber lediglich romantisierend und anthropomorph entstellt. Eine Spielform menschlicher Kultur eben. Statt also den faktischen Gehalt, und damit die große Ähnlichkeit zwischen mir und meinem Hund, ernst zu nehmen, sah Liessmann in meinen Ausführungen erst wieder nur eine menschlich-anthropozentrische Sichtweise, vermutlich psychologisch erklärbar, wenn man nur die Geschichte meiner Sozialisation kennen würde. Dass die Höhepunkte menschlicher Kultur, wie z.B. Opernarien und Atombomben, praktisch keine Gemeinsamkeit mit den Ausdrucksformen bloßer Tiere hätten, sei offensichtlich. So habe ich Liessmann jedenfalls verstanden.
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Der Tierrechtskongress Wien 2014 steht vor der Tür!

Im Jahr 2002 haben wir erstmals in Österreich einen Tierrechtskongress organisiert. Damals orientierten wir uns mit dem gesamten Format am Vorbild USA. 2 Jahre später hielten wir den zweiten Kongress in Wien ab und fragten uns, ob er nicht internationaler werden sollte. Deshalb wurde 2006, bei unserem dritten Kongress, die Vortragssprache Englisch gewählt, es kamen 150 Personen aus Ost- und Südeuropa, wohin wir unsere Einladungen orientiert hatten. Der Kongress 2008 sollte wieder auf Deutsch stattfinden, doch die Polizeiüberfälle und die U-Haft schienen uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. In diesem Jahr war im Sommer auch ein internationales Aktivismuscamp in Österreich geplant. Letzteres fiel zwar aus, doch der 4. Österreichische Tierrechtskongress ging dennoch über die Bühne. Die anschließende Repression und der große Tierschutzprozess brachten unsere Zeitplanung durcheinander, sodass wir von einem 2- zu einem 3-Jahresrythmus wechseln mussten.
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„Der Hund und sein Philosoph“ – mein neues Buch ist im Buchhandel

Ausgangspunkt ist die enge Beziehung zu meinen Freunden Kuksi und Hials, einem Hund und einem Schimpansen. Kuksi nahm ich aus dem Tierparadies Schabenreith bei mir auf, nachdem ich aus der U-Haft entlassen worden war. Für uns beide begann ein neues Leben. Trotz aller Hindernisse, die uns eine Gesellschaft in den Weg legt, die Tiere als Sachen betrachtet, haben wir eine egalitäre Beziehung. Wir haben uns gemeinsam Regeln des Zusammenlebens erarbeitet, an die wir uns beide halten. Dabei beherrscht Kuksi bewusst manchmal seine Affekte, weil ihm andere Dinge, wie die Qualität unserer Beziehung, wichtiger ist. Und das ganz ohne Dominanz, Druck oder Angst, und ohne Leckerli und andressierte Befehle.
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Vortragszyklus Tierrechte in Wien

Am 20. September 2014, also in gerade einmal 2 Wochen, wird mein neues Buch erscheinen. Anlässlich desssen und des Umstands, dass mein letztes Tierrechtsbuch schon fast 10 Jahre zurückliegt, möchte ich wieder, wie schon 2005 einmal, einen Vortragszyklus von 10 Teilen über die wesentlichen Aspekte dieses „naturwissenschaftlichen Arguments für Tierrechte“ anbieten. Alle sind herzlich willkommen, Eintritt natürlich kostenlos.

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Ein feministisches Argument gegen den ethischen Vegetarismus

Es gibt tatsächlich viele Stimmen mit feministischem Hintergrund, die sich für Veganismus aussprechen – wenn auch Tierrechte oft als patriarchales Konzept dabei abgelehnt werden. Aber es gibt auch feministische Argumente gegen Veganismus, die strukturell ähnlich sind, was in meinen Augen die Beliebigkeit sozialwissenschaftlicher Schlussfolgerungen widerspiegelt. Ein Beispiel dafür ist Kathryn Paxton George, die in zahlreichen Publikationen den ethischen Vegetarismus quasi als patriarchale Unterdrückungsstrategie gegen Frauen darstellt. Im Wesentlichen sagt sie, dass gesund vegan zu leben eigentlich nur für Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren möglich ist und durch Verbreitung der Forderung, vegan zu leben, werden Frauen, deren Körper das nicht vertragen würden, physisch geschwächt und leichter unterdrückbar gemacht. Wenn man nur genügend lange dreht und symbolisiert ist scheinbar jedes gesellschaftliche Phänomen als patriarchales Konzept zur Unterdrückung der Frauen interpretierbar.
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Ist der Mensch-Tier Vergleich extremistisch?

Bei der Podiumsdiskussion in Graz zum Vegetarismus, siehe http://www.vgt.at/presse/news/2014/news20140414es_2.php, hörte ich aus der letzten Reihe zu. Ein Fleischer erzählte davon, dass er seine Tiere respektiere und nur zwei Rinder pro Tag schlachte. Darauf antwortete Univ.-Prof. Kurt Remele, dass dieselbe Rede in Bezug auf Menschen als sehr widersprüchlich empfunden würde. Man könne niemals Menschen respektieren und sie dann „human“ töten und das als ethisch akzeptabel einstufen. Darauf griffen zwei pro-vegetarische Ärzte in die Diskussion ein und meinten, dass es purer Extremismus sei, Menschen mit Tieren zu vergleichen. Das wäre offenbar völlig absurd.
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Tierschutz im Österreich des 19. Jahrhunderts am Beispiel Peter Roseggers

Peter Rosegger ist der vermutlich bekannteste Schriftsteller der Steiermark. 1843 als Kind einer Bergbauernfamilie in den Fischbacher Alpen geboren, gelingt es ihm in zahlreichen Erzählungen und Romanen über seine Zeit als Waldbauernbub und über Charaktere aus diesem Milieu die kleinbäuerliche Welt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vor unserem geistigen Auge heute zu erhalten. Mit wenig mehr als 30 Jahren aus der obersteirischen Wildnis in Graz angekommen, schloss er sich dem dortigen Fin de siecle an und gab im Rahmen seiner Zeitschrift „Heimgarten“ auch „des Heimgärtners Tagebuch“, einen Blog des 19. Jahrhunderts, heraus. Insbesondere dort äußert er sich auch über Tierschutz und Vegetarismus und skizziert damit die Gedankenwelt der Frühphase dieser sozialen Bewegung in Österreich. Reinhard Farkas hat in seinem Buch „Rosegger für uns“, im Leopold Stocker Verlag Graz 2013 erschienen, dankenswerter Weise viele der Schriften des Heimgarten wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
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Ein kritischer Blick auf den Ökofeminismus

Viele philosophische Traditionen und sozialen Bewegungen haben einen eigenen Zugang zu Tierschutz, Tierrechten und Tierbefreiung entwickelt, und das ist gut so. Müsste man erst einer gewissen Tradition oder Bewegung angehören, bevor man sich für Tiere engagieren kann, wäre das eine völlig unnötige Einschränkung. Und so hat auch der Feminismus eine eigene Version von Tierethik entwickelt, den Ökofeminismus, wie er z.B. von Carol Adams, Josephine Donovan und Barbara Noske propagiert wird.
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