Todesstrafe

Randall Adams: ¼ des Lebens unschuldig in Haft

Ich stieß auf diesen Fall in einer Berghütte in den Ötztaler Alpen. Aufgrund von Schlechtwetter konnten wir nicht aufbrechen und so durchstöberte ich die kleine hauseigene Bibliothek. Dort stand ein dickes Buch mit dem Titel „Unschuldig“. Gerade war ich aus der U-Haft entlassen worden, ebenfalls unschuldig. In kürzester Zeit hatte ich die 415 Seiten gelesen. Danach sah ich mir den Dokumentarfilm über diesen Fall an, „The thin blue line“, sehr bemerkenswert. Darin spricht die Evidenz für sich selbst, es gibt kein Kommentar der Filmemacher, ja man hört nicht einmal ihre Fragen. 1 Jahr nach Erscheinen des Films war Adams frei – nach 12 ½ Jahren Haft. Seine Unschuld erwiesen.
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Todesstrafe: Utah will wieder Erschießungskommandos einführen

Entwickeln sich global gesehen Menschenrechte – und auch der Tierschutz – in die richtige Richtung oder gibt es nur ein ewiges Auf und Ab, ein Hin und Her, ohne fix Erreichtes, auf das man aufbauen könnte? Die Todesstrafe, z.B., habe ich für einen solchen unumkehrbaren Fortschritt gehalten. Ein Land nach dem anderen hat sie abgeschafft, natürlich mit Ausnahme der USA und ein paar anderen diesbezüglich zurückgebliebenen Ländern wie China, aber früher oder später, so die Hoffnung, sollte es auch dort soweit sein. Ein erschreckender Dämpfer für mich war die öffentliche Verbrennung eines Gefangenen in einem Käfig durch den Islamischen Staat. Ein Rückschritt ins Mittelalter! Nun geistert die Headline durch die Medienticker: der US-Bundesstaat Utah will wieder Erschießungskommandos einführen. Häftlinge sollen also wieder erschossen werden dürfen. Erschütternd. Ich dachte das sei längst überwunden.
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1938-1945: Todesstrafe im Wiener Landesgericht mit der Guillotine

Als ich im Jahr 2008 im Wiener Landesgericht in einer Zelle saß, ging das Gerücht um, es gäbe im selben Haus noch den Raum, in dem seinerzeit im Dritten Reich die Todesstrafe mit der Guillotine vollzogen worden ist. Ein gruseliger Gedanke. Damals hieß es auch, dieser Raum sei aber nicht öffentlich zugänglich. So habe ich auch am 28. Mai 2013 davon berichtet, siehe http://www.martinballuch.com/es-muss-scharfrichter-geben-wie-es-mit-vivisektionen-experimentierende-arzte-gibt/.
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Ist die Todesstrafe überwunden?

lifelineslogoFrank Stronach dachte – zumindest kurzfristig und spontan – vor laufenden ORF-Kameras über die Wiedereinführung der Todesstrafe nach, siehe http://iptv.orf.at/stories/2197326/. Mehr amerikanisch als österreichisch geprägt, ist die Todesstrafe für ihn selbstverständlich, möglicherweise war ihm gar nicht bewusst, dass es sie in Österreich und der EU schon längst nicht mehr gibt (siehe http://www.martinballuch.com/?p=2651). Zu meiner großen Freude reagierte sogar die FPÖ ablehnend auf seine These und auch Stronach begann – nach Rücksprache mit seiner Partei – mit dem Zurückrudern.

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Wenn die Henker arbeitslos werden

Um Fortschritte im Tierschutz zu erreichen, wird oft von VertreterInnen des Tierschutzes ein Vergleich zwischen Mensch und Tier gezogen. Dieser Schritt ist verständlich, leben wir doch in einer Gesellschaft, die jetzt allgemeine Menschenrechte anerkennt, die noch vor wenigen Jahrzehnten nicht anerkannt waren, und so soll mit dem Vergleich nicht nur Mitgefühl geweckt, sondern auch daran erinnert werden, dass Menschenrechte eine Errungenschaft sozialen Fortschritts gegen den Mainstream der Gesellschaft waren. Doch irgendwie gelingt das nicht wirklich. Vergleiche von der Unterdrückung von Tieren (eigentlich nichtmenschlichen Tieren, wie es in der neuen EU-Richtlinie zu Tierversuchen heißt) mit der Unterdrückung von Menschen führen oft zu Brüskierung und Ablehnung.

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