Toxic feminism

Toxic feminism: Q & A

Fragen und Antworten:

Der Begriff „toxic masculinity“ stammt doch aus der Männerbewegung selbst und meint nicht, dass Mannsein an sich giftig wäre!

Zunächst: Begriffe werden usurpiert und verändern ihre Bedeutung. Menschenrechtsaktivist Martin Luther King nannte sich in den 1960er Jahren selbst „Neger“ (negro). Heute hat dieses Wort zweifellos einen rassistischen Unterton.

Ich selbst habe bereits in meinen Teenagerjahren verzweifelt nach Männerliteratur gesucht, die mir helfen hätte sollen, meine Geschlechtsidentität zu bewahren. Dabei las ich auch Robert Bly. Er sprach von toxic masculinity als einem gesellschaftlichen Anspruch an Männer, der sie selbst schädigt. Für Bly war toxic masculinity z.B., dass Männer von der Gesellschaft und auch von Frauen die Erwartung spüren, dass sie viel riskieren müssen, um männlich zu sein. Die Folge ist bis heute, dass über 90 % der Toten in Österreichs Bergen jedes Jahr männlich sind. Männer riskieren offenbar mehr – und sterben deshalb viel häufiger an Unfällen – um dem gesellschaftlichen Anspruch an Männlichkeit zu genügen. Dem stellt Bly selbst als Gegensatz die „deep masculinity“ gegenüber, das Besinnen auf die Innere Männlichkeit, die er ausschließlich positiv bewertet. Von der toxic zur deep masculinity zu kommen, entgegen der gesellschaftlichen Ansprüche – und ich füge hinzu: entgegen der toxic feministischen Verachtung alles Männlichen – ist der Weg, den Bly und seine Mitstreiter den Männern nahegelegt haben. Leider hat mich das auch nicht gerettet.

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