Ulrich Seidl

Wenn „Stücke“ „zeichnen“ – der Film „Safari“ von Ulrich Seidl

„Stücke“ ist der jagdliche Terminus für „Tiere“ und „Zeichnen“ ist das Aufbäumen, wenn sie getroffen werden. Das lernt man in Ulrich Seidls Film. Und noch mehr. Er schieße in einer Afrikanischen Hunting Lodge in Namibia auf Gnus und Gazellen mit besonders großen Hörnern, um sie zu „erlösen“, erklärt ein junger Mann seiner Schwester vor laufender Kamera. Jaja, sterben müssen wir alle, fügt er an. Und der Besitzer der Farm, beim fröhlichen Füttern von Warzenschweinen zu sehen, die dann auch bald zahlenden Jagdgästen zugeführt werden, meint, er müsse sich nicht rechtfertigen. Menschen seien nun einmal schlecht und der Natur würde es viel besser ohne sie gehen, sagt er noch, und führt sich auf wie der ärgste Barbar. Die Farm stammt aus der deutschen Kolonialzeit, die Meinung des Betreibers passt dazu. Scharze seien nun einmal anders. Im Film kommen sie nicht zu Wort. Regisseur Seidl stellt eine Afrikanerin zwischen die Trophäen und die ZuschauerInnen wissen warum.

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