Vegetarismus

Gibt es „Sexual Politics of Meat“?

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Auch zum Verzehr bestimmt? Eine aktuelle Werbung für den Mucha-Verlag mit einem sexuell präsentierten Männerkörper ohne Gesicht, den Frauenhände abgreifen. Ich vermute allerdings, dass der Mann stolz auf dieses Bild ist und dadurch an Selbstvertrauen gewonnen hat, und sich nicht abgewertet und objektiviert fühlte.

Was hat das Leben von Supermodel Heidi Klum mit dem eines Schweins aus einer Tierfabrik gemeinsam? Nicht viel, würde man meinen. Heidi Klum ist reich, bekannt, sehr beliebt und bewundert, hat 2,5 Millionen Likes auf Facebook und wirkt selbstbewusst und lebenslustig. Im Gegensatz dazu ist ein Schwein in einer Tierfabrik völlig unbekannt, leidet und stirbt hinter verschlossenen Türen, vegetiert auf Vollspaltenböden über dem eigenen Kot dahin, in ständigem Gedränge, ohne frische Luft, ohne Sonne, ohne auch nur irgendeine Lebensqualität. Wenn es männlich ist wurde es ohne Betäubung kastriert, in jedem Fall wurden ihm routinemäßig der Schwanz und die Zähne kupiert. Die Liste der schrecklichen Lebensumstände ließe sich verlängern.
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Sensationell: bereits 9% bzw. 760.000 VegetarierInnen in Österreich!

Anfang 2005 führte die EU-Kommission eine Umfrage unter allen EU-BürgerInnen über ihr Kaufverhalten in Sachen Tierschutz durch. Im Juni 2005 wurde das Ergebnis als Eurobarometer veröffentlicht: http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/euro_barometer25_en.pdf. Damals deklarierten sich 2,9% der ÖsterreicherInnen als vegetarisch, also 230.000 Menschen. Immerhin lag Österreich da schon hinter Großbritannien, Luxemburg und Irland auf Platz 4 in der EU. Erstaunlich für ein Land mit Wurst- und Schnitzeltradition. Laut österreichischem Ernährungsbericht ist dieser Prozentsatz offenbar seit einigen Jahren unverändert gewesen.

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Zoodirektorin Schratter: „Vegetarier stellen sich über die Tiere“

Dagmar Schratter, Direktorin des Zoos Schönbrunn, hält Vegetarismus für vernunftwidrig

Dagmar Schratter, Direktorin des Zoos Schönbrunn, hält Vegetarismus für vernunftwidrig

Dagmar Schratter ist Direktorin des Zoos Schönbrunn in Wien und Präsidentin des Vereins „Tierschutz macht Schule“, der, mit allen finanziellen Ressourcen aus öffentlicher Hand ausgestattet, LehrerInnen ausbildet, um ihnen die Thematisierung von Tierschutz in ihren Klassen oder auch anderen Schulen zu ermöglichen. Sie nahm an der AGES Akademie zu „Tier – Mensch – Gesellschaft“ am 3. und 4. Juni 2013 an der veterinärmedizinischen Uni Wien teil. Und dort verkündigte sie obere Weisheit im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion.

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Wenn ein begeisterter Jäger Vegetarier wird!

TT 404kleinRudolf Winkelmayer ist praktizierender Tierarzt in Bruck an der Leitha, NÖ. Er ist auch Amtszierarzt, dabei trägt er den Titel „wirklicher Hofrat“, und Professor, wenngleich nicht an der Universität, vielmehr hat ihm der derzeitige Bundespräsident Heinz Fischer diesen Titel laut Wikipedia im Jahr 2006 für „besondere kulturelle Leistungen“ verliehen. Aber Winkelmayer ist für seine jagdliche Tätigkeit bekannt, als deren Vertreter ich auch mit ihm in argumentative Konflikte geriet. Er stammt aus einer Jägerfamilie, wie er selbst sagt, hat die Jagd selbst sehr lange praktiziert und viel darüber geschrieben. Zu den Publikationen in diesem Bereich, siehe http://www.winkelmayer.at/pub.htm, gehören Bücher über Jagdsafaris und die Jagd auf Büffel in Afrika genauso, wie viele Artikel in den einschlägigen Jagdzeitschriften. Man kann Winkelmayer sicher als einen Sprecher der Jägerschaft bezeichnen. (mehr …)

Christopher McCandless und das Leben in der Wildnis

Christopher McCandless vor dem Bus in der Wildnis von Alaska

Christopher McCandless vor dem Bus in der Wildnis von Alaska

Jon Krakauers Buch „In die Wildnis“ hat mir Christopher McCandless schon vor vielen Jahren näher gebracht. Jetzt habe ich kürzlich diese sehr empfehlenswerte Rekonstruktion der letzten 2 Jahre des Lebens dieses jungen Mannes wieder gelesen. McCandless möchte sich selbst finden, verbrennt sein gesamtes Geld und verschwindet ohne ein Wort zu sagen aus seiner gut situierten Familie in Virginia, USA, um ein Leben auf der Straße zu führen und Gelegenheitsjobs anzunehmen. Zuletzt wandert er im April 1992 mit lediglich ein paar Kilo Reis als einziger Verpflegung und einem Gewehr den Stampede Trail in die Wildnis von Alaska, um dort dann 113 Tage später an Entkräftung zu sterben. Durch Krakauers Buch wurde McCandless weltbekannt, der Ort seines Todes, ein verlassener Bus in der Wildnis, ist zur Pilgerstätte geworden.

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Der Veggieboom: ein positiver Schritt für Tierschutz?

 

Es gibt ihn tatsächlich, den „Veggieboom“. Vegetarismus und Veganismus feiern eine nie geahnte Aufmerksamkeit. Ob sich das in einer signifikanten Erhöhung der Zahl von VegetarierInnen oder VeganerInnen niederschlagen wird, müssen Statistiken zeigen, die dafür ausreichend genau sind. In jedem Fall findet man momentan in vielen Buchhandlungen ganze Vegan-Vegetarisch Abteilungen, von Wien bis Innsbruck. Mit den Büchern von Foer und Duve wurde Vegetarismus salonfähig. Das öffentliche Interesse ist da, sogar der Falter titelte mit „Wien wird vegan“. Vegane Restaurants, vegane Supermärkte, vegane Pizzerien, vegane Produktlinien in Supermärkten, vegane Kleidergeschäfte und sogar vegane Kosmetiksalons wachsen wie Schwammerln aus dem Boden.

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Ist Vegetarismus wirklich „zu viel verlangt“?

Ich habe ein Verständnis dafür, dass es vielen Menschen schwerfällt, vegetarisch oder vegan zu leben, siehe z.B. http://www.martinballuch.com/?p=878. In einem Interview mit der Neuen Züricher Zeitung hat sich der Theologe und Ethiker Univ.-Prof. Markus Huppenbauer zu Vegetarismus geäußert. Huppenbauer arbeitet im Ethik-Zentrum der Uni Zürich an den Themen Umweltethik und ethische Lebensführung, ist aber auch Privatdozent für Ethik an der Theologischen Fakultät.

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Vegetarismus“boom“ und Geflügelfleischproduktion

 

Gestern war ich an der Handelsakademie in Traun zunächst zur Präsentation eines Tierschutzprojekts zweier Maturantinnen und dann zu einer Diskussion über Vegetarismus mit SchülerInnen dieser Schule eingeladen, die ein Journalist der Kirchenzeitung organisiert hatte. 10% der TeilnehmerInnen des Gesprächs ernährten sich vegetarisch, das ist wahrscheinlich kein repräsentativer Schnitt. Zwei Burschen meinten, sie hätten zwar Verständnis für Vegetarismus, würden aber selbst nicht vegetarisch leben wollen, weil die Gesellschaft sich sowieso nicht verändern werde, das wäre sozusagen verlorene Liebesmüh. Ein Mädchen erklärte, dass sie nur noch weißes Fleisch von Geflügel, aber kein rotes von Schwein oder Rind esse.

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Zu Jonathan Safran Foers Buch „Tiere Essen“

 

Es gibt wirklich sehr viele Bücher zum Thema Vegetarismus, Veganismus und Nutztierhaltung. Ein neues österreichisches Buch, „Mitleid unangebracht“ von Daniela Friedl, habe ich z.B. gerade gelesen. Thematisiert werden die persönliche Entwicklung zum Vegetarismus bzw. Veganismus und die Situation der Nutztiere, die dafür getötet oder eben benutzt werden. Doch Foers Buch sticht insofern heraus, weil es nicht nur sehr bekannt wurde und weltweit Verbreitung fand, sondern auch, weil verschiedene Personen, die Tierschutz und Vegetarismus überhaupt nicht positiv gegenüber stehen, es all jenen, die sich für Vegetarismus politisch engagieren, als Gegenbeispiel, wie man Vegetarismus thematisieren sollte, entgegen halten. Daraus könnte man ja fast ableiten, dass dieses Buch wohl nicht wirklich für Vegetarismus plädieren werde. Grund genug, es einmal zu lesen.

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