Wildnis

3 Wochen in den verschneiten Bergen

Zu Weihnachten war noch alles aper, bis über 2000 m hinauf. Noch nie, bisher, habe ich sowas erlebt. Das Jahr 2014 war in allen Regionen der Erde das wärmste, das bisher jemals gemessen wurde. Doch dann kam der Schnee. Tagelang fiel er in dicken Flocken vom Himmel, über 1,5 m in einer Woche. Die Landschaft verwandelte sich in ein Wintermärchen, die Wildtiere zogen sich zurück und warteten ab. Kein Laut, keine Spuren. Nur über der Baumgrenze blies der Wind die Karstböden ab. Die Wasserfälle begannen einzufrieren.
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Bieszczady-Nationalpark, Polen: Warum haben wir in Österreich die Natur zerstört?

Viele Jahre lang, seit meinem vierten Lebensjahr, war ich in Österreich wandern und bewunderte die scheinbar unberührte Natur. Klar, es gab viele Forststraßen und Kahlschläge, noch mehr Wildtierfütterungen und Gatter, längst keine Bären, Wölfe oder Luchse und schon gar keine Bisons mehr, und die Wälder bestanden in erster Linie aus Fichtenmonokulturen. Aber musste das nicht so sein? Ist das nicht die logische Konsequenz von Zivilisation? Ist es nicht verständlich, wenn GroßgrundbesitzerInnen aus ihren Wäldern Gewinn schlagen wollen? Ist das nicht überall so?
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Auf Bärenjagd in der Taiga

Eine halbwegs menschenleere Wildnis findet man nur in jenen Gegenden, die schwierig zu besiedeln sind, z.B. die nördliche Tundra mit Permafrostboden oder die hohen, schroffen Gebirge. Selten daher, dass sich die Wildnis auf einen ebenen Wald erstreckt. Doch das bietet die Taiga. Einen schier grenzenlosen Wald mit Föhren, Birken und Fichten auf sumpfigem Boden. Meinem mitteleuropäischen Blick nach scheinen die Bäume nur 2-3 Jahrzehnte alt zu sein, so klein und dürr wirken sie. Doch das täuscht, das kalte Klima erlaubt nur kurze Wachstumsphasen pro Jahr. Vom völlig überwachsenen Boden und den dort verrottenden Bäumen zu schließen, könnte es sich um einen Urwald handeln.
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Wildniswanderung: wenn Kühe wild werden

Endlich haben mein Hundefreund Kuksi und ich wieder Zeit gefunden, in die Wildnis zu gehen. Was heißt Wildnis, wir waren 4 Tage in den Niederen Tauern in der Obersteiermark. Urwald gab es keinen, aber es ist durchaus auch heute noch möglich, 4 Tage lang in Österreich unterwegs zu sein, und weder eine Forststraße zu betreten, noch mehr als 3 Menschen zu treffen – und die nur am Anfang der Tour. Wir hörten zwar kein Wolfsrudel heulen und sahen keine Spuren von Bären – die hat man hier leider schon vor langer Zeit ausgerottet, aber wir begegneten Raben, Rehen, Gemsen, insgesamt 4 Schlangen (davon eine Kreuz- und eine Höllenotter) und einem Mäuschen auf 2300 m Seehöhe. Ja, und Kühen.
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Mit blutendem Herzen im Urwald

Gestern habe ich einem kleinen, echten Urwald in Niederösterreich einen Besuch abgestattet. Auf 900 m Seehöhe gelegen, ein klassisch alpines Klima. Im 19. Jahrhundert hat Graf Hoyos dem Raxkönig den Auftrag erteilt, dieses Eckerl Wald für die Nachwelt zu erhalten, damit diese Menschen auch noch sehen können, wie ein Urwald in diesen Breiten ausgesehen hat. Vielen Dank, Herr Graf, aber etwas größer, sagen wir 1000 x, hätte die Fläche schon ausfallen können!

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Wildnis Teil 1: Wo haben wir noch unberührte Natur?

Wild Culture’s heißt Christophe Boeschs neuestes Buch über den Vergleich von Schimpansen- mit Menschenkulturen. Er wird darüber auch auf unserem Tierrechtskongress im Oktober 2014 in Wien sprechen, www.tierrechtskongress.at. So spannend die Inhalte, so sehr macht dieses Buch depressiv. Boesch erzählt davon, wie er vor 17 Jahren in der Elfenbeinküste in Afrika in unübersehbarem, undurchdringlichem Dschungel gestanden ist, überall Spuren von SchimpansInnen und ihren Werkzeugen. Und heute ist an derselben Stelle kein einziger Baum mehr zu sehen, soweit das Auge reicht nur noch Felder, Häuser und Menschen. Alle SchimpansInnen und ihre Kulturen sind für immer von dieser Region verschwunden, sogar 90% aller im ganzen Land.
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15 Tage in den Bergen!

P1000483kleinEndlich, endlich sind wir wieder hier heraußen, mein Hund und ich. Jeden Tag, den er nicht im Freien verbrachte, nannte Rudi Lindner, das Kind aus dem Hochschwab, Kletterer, Bergführer und Buchautor, einen verlorenen Tag. Und ich kann es ihm nachfühlen. Wie grässlich die Enge der Stadt, der Beton, der Lärm, das Neonlicht überall, die Autoabgase, Menschen neben Menschen, wohin man schaut. Wie anders hier in den Bergen. Jetzt gerade im Winter kein Laut. Die kühle Luft. Ich brauche das zum Leben, den eigenen Körper zu spüren, die Bäume, den Schnee. Ich fühle mich so verbunden mit allem hier, und so fremd in dieser Stadt.
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Herbst

P1000321kleinDer Herbst kündigt den Winter an. Diejenigen Tiere, die Winterschlaf halten, bereiten sich darauf vor, essen sich den Winterspeck an und suchen sich Schlafhöhlen. Die Blätter werden gelb, die Nadeln der Lärchen fallen ab, das Gras verdorrt. Auch im Herbst des Lebens bekommt diese Jahreszeit eine negative Bedeutung, das Ende kündigt sich an, wir verlieren die Elastizität in den Sehnen, die Regeneration nach einer Anstrengung wird immer mühsamer, die Schnelligkeit lässt nach. Doch das Glück liegt im Augenblick und da hat der Herbst wunderschöne Momente zu bieten.

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