„Toxic masculinity“ und „supertoxic black masculinity“ – oder eher toxic feminism

„Toxic masculinity“. Diesen Begriff, der bei gewissen Feminist_innen gerade en vogue zu sein scheint, muss ich mir auf der Zunge zergehen lassen. Die giftige Männlichkeit. Männer, das Gift für die Gesellschaft. Vor 20 Jahren war noch von „demonic males“ die Rede, vom Dämon Mann.


Begriffe dieser Art zu verwenden ist völlig abwertend und diskriminierend Männern gegenüber. Damit werden Männer verbal zu einem giftigen Dreck degradiert, den es zu beseitigen gilt. In meinen Augen ist die Verwendung eines solchen Begriffs gegenüber einer Menschengruppe hart an der Grenze, unter das Verbot der Verhetzung zu fallen.

Eines ist jedenfalls klar: wer von toxic masculinity spricht, will keinen konstruktiven Dialog. Der-, die- oder deyjenige will andere kränken und verletzen. Will vielleicht auch Widerspruch hervorrufen, um sich dann in einer Art self-fullfilling prophecy bestätigt zu fühlen, wie wenig kritikfähig und wie Feminismus-kritisch und daher sexistisch diese Männer doch sind, die solche Beleidigungen nicht einfach hinnehmen.

Gibt es toxic femininity? Oder toxic transgender? Ich fürchte nein. Aber ist das nicht die Definition von Sexismus, ein biologisches Geschlecht pauschal zu diffamieren? Emanzipatorisch ist das jedenfalls nicht, von toxic masculinity zu sprechen. Mir scheint das eher toxic feminism zu sein.

Intersektionalität: supertoxic black masculinity. Amnesty International berichtet regelmäßig von der Praxis der Todesstrafe in den USA. Wer eine schwarze Hautfarbe hat, wird für dieselbe Tat unter denselben Umständen viel eher zum Tod verurteilt, als wer eine weiße Hautfarbe hat. Genauso wird ein Mann für dieselbe Tat unter denselben Umständen viel eher zum Tod verurteilt, als eine Frau. In der Kombination schwarze Hautfarbe und Mann potenziert sich die Wahrscheinlichkeit. Umgekehrt, wenn das Opfer weiß und nicht schwarz oder weiblich und nicht männlich ist, steigt ebenso die Wahrscheinlichkeit für die Todesstrafe. Schwarze Männer sind also „supertoxic“, oder wie?

Warum nehmen Männer das eigentlich hin, derart abgewertet zu werden? Warum lasst man sich das gefallen? Hat man Angst vor der Sexismuskeule?

Warum nehmen Frauen das hin, die eine enge Beziehung zu Männern haben, oder denen Gerechtigkeit wichtig ist? Ist das die Angst vor dem Vorwurf mangelnder weiblicher Solidarität?

Spätestens Eltern von männlichen Kindern müssten zu deren Schutz energisch einschreiten. Was soll ein 8 oder 10-jähriger Bub fühlen, wenn er von toxic masculinity hört? Mama, was ist das? Na das heisst, dass Mann-sein giftig für die Gesellschaft ist. Toll, der erste Schritt zu einer zufriedenen Geschlechtsidentität – not! Wenn Eltern nicht gegen diese Begrifflichkeiten aufstehen und ihre männlichen Kinder verteidigen, dann haben sie in meinen Augen gegenüber ihren Schutzbefohlenen versagt.

Ich möchte das toxic feminism nennen. Toxic feminism ist ein Feminismus,
–  der männerverachtende Begriffe verwendet,
–  der am biologischen Mann-Sein diskriminierende Vorurteile aufhängt,
–  der behauptet, dass Frauen grundsätzlich nicht sexistisch sein können,
–  und der leugnet, dass es auch sexistische Diskriminierung von Männern in der Gesellschaft gibt.

Fuck toxic feminism!

9 thoughts on “„Toxic masculinity“ und „supertoxic black masculinity“ – oder eher toxic feminism

  1. Martin Balluch sagt:

    @Marie

    Mein Seelenheil ist mir wichtiger als Ihre Zustimmung. Und es geht mir subjektiv persönlich viel besser, wenn ich diese Dinge niederschreiben kann, die mich belasten.

  2. Martin Balluch sagt:

    @Basti

    Nur so viel, im Vorbeifliegen: Diskriminierung von Männern sehe ich überall, und nicht nur ich. Wie ich jahrzehntelang verfolgt wurde, weil man mich als Mann in das Bundesheer zwingen wollte, z.B., oder wenn ich jetzt 5 Jahre später in Pension gehen kann als die Frauen um mich gleichen Alters. Das ist eindeutig diskriminierend. Ich saß 3 1/2 Monate in Haft, sicherlich auch deswegen, weil sich die Verfolgungsbehörden davon, dass ich männlich sei, versprochen haben, dass man mich leichter kriminalisieren kann. Oder wie anders lässt sich erklären, dass viel mehr Frauen als Männer im Tierschutz aktiv sind, und trotzdem 90 % der U-Häftlinge und 85 % der Angeklagten im Tierschutzprozess männlich waren? Unschuldig waren wir alle, und es hat sicher nicht nur Führungskräfte in Vereinen getroffen, im Gegenteil, fast keine.

    Stolz auf das Männlichsein? Da muss ich lachen. Meine Genderidentität habe ich dank Begriffen wie toxic masculinity schon im Alter von 10 Jahren verloren! Seitdem will ich kein Mann sein, und mittlerweile bin ich es auch nicht mehr. Und das ist kein leichter Prozess.

  3. Hugo sagt:

    Seite dem Zwangsheirat abgeschaffen wurde, tragen viele Frauen selber dazu bei welche Art von Mann sich vermehrt und wie er erzogen wird. Toxic Masculinity ist somit auch Toxic Female Motherhood. Bei deb Bonobos sind nicht zuerst Männer zahmer geworden sondern Frauen haben sich besser organsiiert und emanzipert. Der Ausdruck Toxic Male hilft nicht diesen starken Zusammenhang aufzuzteigen imo.
    .
    Ich leide persönlich darunter wie Sexualität sprachlich schlecht gemacht wird. Du Pussy heist Angsthase, nicht dass Hase besser ist. Du Schwanz bedeutet Arschloch, obwhol der Arsch auch nichts schlechtes ist. Fick dich dedeutet schleich dich. Etc. Warum verdereben wir uns unserer eigene Welt? In der Antike war man auch schon sehr vulgär, aber man hat sich nicht über Vaginas oder Schwänze lustig gemacht oder sie schlecht gemacht. Der Akt des Sexes war eine schöne Sache und nicht im Alltag und allgemein was schlechtes. Wenn dann hat man sich darüber lustig gemacht, dass jemand seine Natur nicht gut ausleben konnte, also der mentalen und nicht der angeborenen natuürlichen seite des Tieres. https://www.youtube.com/watch?v=DeZIPfQ_2tA
    .
    Religon hat uns imo dazu gebracht sexuelles abfällig zu betrachten. Uns von den Tieren zu entfernen. Das gleiche gilt für Gender Thematik. Wir mögen es nicht. Im antiken Rom haben 12 von 14 Kaisern auch gleichgeschechtlich geheiratet. Nero, ein toxic male nach heutugen Standards, hat einmal als Mann einen Mann geheiretet und einmal als Frau. Eine Butller selbst plagt sich mit der Idee das Menschen Tiere sind. Was soll man dazu noch sagen?

  4. Marie sagt:

    Ich schließe mich da Reinhard an. Ihre Tierrechtsarbeit und Ihr Aktivismus sind toll aber bei diesem Text (und auch anderen in der Kategorie Feminismus) dreht sich mir ebenfalls der Magen um

  5. Martin Balluch sagt:

    @Basti

    Rechten Spendern? Redest du von unserer Regierung, die erstmals in der Geschichte gleich viel Frauen wie Männer für Ämter von Minister_innen und Staatssekretär_innen ernannt hat, die Plätze in Frauenhäusern um 10 % erhöht und das Strafausmaß zum Schutz von Frauen vor Gewalt ausweitet? Achtung vor der feministischen Folklore, dass Feminismus genuin links wäre. Nicht darauf hereinfallen!

    Was hieltest du davon, wenn jemand von „toxic blackness“ spricht und Menschen mit schwarzer Hautfarbe meint? Klingt das nach rassistischer Hetze? Würde das wegen Verhetzung verurteilt? Und selbst wenn nicht – würdest du dann von Gedankenfreiheit philosophieren?

    Vor dem Gesetz sind wir alle gleich, steht in der Verfassung.

  6. Basti sagt:

    Das war ein sogar durch ein 😉 gekennzeichneter offensichtlicher Scherz, tut mir Leid, wollte keine Diskussion über rechts und links entfachen, das führt zu wenig. Wenn jemand den Begriff „toxic blackness“ benutzen würde dann würde ich ihn wahrscheinlich ähnlich wie „toxic masculinity“ auffassen, also dass er sich mit für die Gesellschaft schädlichen Effekten eines eingebildeten, übertriebenen, falschen Kultes darum, was „blackness“ ist beschäftigt..?

    „Was hieltest du davon, wenn jemand von „toxic blackness“ spricht und Menschen mit schwarzer Hautfarbe meint?“
    Wenn jemand von „toxic blackness“ sprechen würde wie von „toxic masculinity“ dann meint er mit „toxic blackness“ nicht „Menschen mit schwarzer Hautfarbe“, so wie „toxic masculinity“ nicht „Männer“ meint.

    „Klingt das nach rassistischer Hetze?“
    Nein, das klingt wie ein Begriff den sich irgendwer ausgedacht hat und über den sich sicher irgendwer aufregen kann weil er zu uneindeutig ist 😉

    „Würde das wegen Verhetzung verurteilt?“
    Ist alles was irgendwer verurteilt schlecht? Betreten eines Stallgebäudes…

    „Und selbst wenn nicht – würdest du dann von Gedankenfreiheit philosophieren?“
    Ja

    „Vor dem Gesetz sind wir alle gleich, steht in der Verfassung.“
    Negiert die Gleichheit die Meinungsfreiheit? Auch wenn es mir nicht gefällt wenn es wer tut aber es ist doch noch erlaubt Scheiße zu reden, ob ernst gemeint oder nicht? Gerade du als Tierrechtler solltest doch zustimmen dass ein Mordstrara um Begriffe die grundlegende Beseitigung der eigentlichen Probleme oft nur behindert. Natürlich sind dir als Philosoph Begriffe unheimlich wichtig, das seh ich ein aber deshalb gleich so beleidigt zu sein…

    „Warum nehmen Männer das eigentlich hin, derart abgewertet zu werden?“
    Wovon redest du? Wenn du ein spezielles Männlichkeitsideal hast das jetzt oft angegriffen wird, ok dann bitte erklär konkret wo’s weh tut aber ich sehe einfach nie Diskriminierung gegenüber Männern, wirklich, und der Begriff tut mir auch nix, dass Frauen nicht ernstgenommen und wie Kinder behandelt werden seh ich dauernd. Wahrscheinlich fehlt mir einfach dein Stolz, deine Ehre als Mann. Ich seh mich einfach nicht primär als Mann. Oder Mensch…

  7. Basti sagt:

    Wow!
    „In meinen Augen ist die Verwendung eines solchen Begriffs gegenüber einer Menschengruppe hart an der Grenze, unter das Verbot der Verhetzung zu fallen.“ Geh bitte! Ernsthaft? Nur weil Leute philosophieren? Gedankenverbrechen oder wie? Du tust nur so um den rechten Spendern zu gefallen oder? 😉

  8. Martin Balluch sagt:

    Hallo Reinhard,
    zu Deinem Einwand werde ich einen eigenen Blog schreiben.
    Aber soviel zum letzten Absatz: ich kritisiere nicht den Feminismus generell, sondern jenen, der obigen 4 Kritierien genügt. Und der ist definitionsgemäß männerverachtend und kränkend. Nun kannst Du einwenden, dass es den gar nicht gibt. Ich würde Dir widersprechen, aber selbst wenn Du recht hättest, ginge Dein Einwand ins Leere. Wenn ich nämlich eine Art von Feminismus kritisieren würde, die es gar nicht gibt, ist auch nichts verbongt.
    PS: Schau Dir die Webseite von Carol Adams an. Da ruft sie dazu auf, nur Tierschutzvereine zu unterstützen, die eine weibliche Leitung haben. Erstens ist das die Definition von Sexismus und zweitens ist es wohl nachvollziehbar, dass das kränkend ist. Dazu habe ich mich geäußert. Ich denke das ist legitim.

  9. Reinhard sagt:

    Hallo Martin,
    eigentlich bin ich ein Fan deiner Tierrechtsarbeit aber bei dem Text dreht es mir den Magen um. Du schrammst auch völlig am Thema vorbei. „Toxic Masculinity“ hat einfach nichts mit „bösen Männern“ zu tun.
    Dieser Wikipedia Artikel fasst es eigentlich ganz gut zusammen:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Toxic_masculinity
    Bitte beschäftige dich doch in Zukunft mehr mit solchen Themen bevor du darüber schreibst. Gerade wenn es um Feminismus geht fühlen sich Männer immer wieder sehr leicht gekränkt und angegriffen. Und das obwohl es (so gut wie immer) keinen Grund dafür gibt. Man muss sich einfach nur mal mehr mit der Materie beschäftigen.

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