Umverteilung a la FPÖVP-Regierung: von Arm zu Reich

Gute Neuigkeiten, so dachte man, als die neue Regierung von FPÖ und ÖVP u.a. verkündete, dass ab jetzt Familien einen „Familienbonus“ pro Kind von € 1.500 im Jahr zusätzlich bekommen würden. Ist das nicht nett!? Naja, aber da hatte man das Kleingedruckte noch nicht gelesen.

Diese Zahlung von € 1.500 pro Jahr und Kind ist progressiv vom Einkommen abhängig. Wie? Die ÖVP sollte ernsthaft ärmeren Familien mehr Beihilfe als reichen Familien geben? Nein, nein. Progressiv wird dahingehend ausgezahlt, dass eine Familie umso mehr bezahlt bekommt, je reicher sie ist. Ernsthaft!

Der Gatterjägermeister Max Mayr-Melnhof mit Schloss, Großgrundbesitz und Jagdgatter bekommt vom Steuerzahler, und damit mehrheitlich den Ärmeren im Land, dann also € 1.500 pro Jahr und Kind nachgeschmissen, macht bei 5 Kindern 5×1500=€7.500 pro Jahr, damit er sich noch mehr Wildschweine für sein Gatter leisten kann. Umgekehrt, eine Angestellte beim VGT, die € 1.250 pro Monat verdient und ein Kind hat, bekommt nichts. Richtig gelesen: gar nichts. Sie verdienen leider zu wenig, deshalb bekommen Sie auch keine Beihilfe für Ihr Kind. Ist doch logisch. Schönen Gruß von der ÖVP. Wir sind halt so, Mayr-Melnhof und Consorten stehen uns näher als irgendwelche idealistischen MinimalverdienerInnen, die sich an der Ausbeutung dieser Erde nicht beteiligen wollen.

Ja, tatsächlich, die vollen € 1.500 pro Jahr für 1 Kind bekommt nur jemand, der mindestens € 2.000 pro Monat verdient. Darunter wird es progressiv weniger, bis man bei einem Gehalt von € 1.250 pro Monat gar nichts mehr bekommt. Das ist Progression, wie sich das die ÖVP so vorstellt. Aber damit nicht genug. Hat man 2 Kinder, würden einem 2×1.500=€3.000 pro Jahr zustehen. Aber die bekommt man nur, wenn man bereits ein Supergehalt von etwa € 2.500 pro Monat bezieht. Mit noch mehr Kindern cashen nur noch die Superreichen wie Mayr-Melnhof diesen „Familienbonus“ ein.

Äh, warum sollte es uns eigentlich interessieren, die Großfamilien von Superreichen zu fördern? Das ist eine nicht zugelassene Frage, die in Hinkunft von berittener Polizei verhindert werden soll. Das garantiert uns Herr Kickl.

Ein ambitioniertes Programm zur Umverteilung von Arm zu Reich! Angesichts des Faktums, dass neben dem Klimawandel die ständig erweiterte Schere zwischen Arm und Reich das allergrößte Problem ist, das die Zukunft dieser Erde bedroht, ein selten dummer Vorschlag. Vielen Dank an die Herren Strache und Kurz für diese zukunftsweisende Idee!

One thought on “Umverteilung a la FPÖVP-Regierung: von Arm zu Reich

  1. Sandra says:

    Bei diesem Satz:
    „Aber damit nicht genug. Hat man 2 Kinder, würden einem 2×1.500=€3.000 pro Monat zustehen.“

    Ist wohl eher gemeint:
    *Aber damit nicht genug. Hat man 2 Kinder, würden einem 2×1.500=€3.000 pro JAHR zustehen.*

    LG

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