Zu Wildfütterungen und angeblich so „tierlieben“ Hirschflüsterern

Bauernfängerei nennt man so etwas, wenn jemand ein emotional leicht eingängliches Motiv vortäuscht, und dabei in Wahrheit das Gegenteil im Schilde führt. Und genau darum geht es bei den angeblich so „tierlieben“ Wildfütterungen der Jägerschaft. Die Jäger_innen sagen, die Tiere seien so arm im Winter, es sei ihnen kalt und sie würden nichts zu essen finden (abgesehen davon, dass sie vom Wolf bedroht werden). Und da würden sich die Jäger_innen nun tapfer auf den Weg machen, die Heuballen schultern und den armen bedrohten Tieren die Rettung bringen. Klingt großartig, oder? Und am besten, das wird noch mit dem Vorwurf an die Tierschützer_innen garniert, die Tiere da draußen hungern zu lassen. Wer seien also die wahren Tierschützer_innen?

Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Die Fütterungen für Hirsche und Rehe, manchmal auch für Gemsen, und immer öfter sogar für extra zur Jagd importierte Wildtiere wie Damhirsche und Mufflons, gibt es erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie wurden eingeführt, um möglichst viele jagdbare Tiere mit möglichst großen Trophäen zu züchten. Die Fütterungen im Winter gehen mit dem Abschussmassaker im Herbst Hand in Hand.

Aber sind Fütterungen im Winter überhaupt notwendig? Was war mit den Tieren bevor die Fütterungen begonnen haben? Sind sie bis dahin verhungert? Nein. Rehe und Hirsche sind an den Winter angepasst. Sie sind die letzten Millionen Jahre ohne menschliche „Hilfe“ ausgekommen, und sie würden das auch jetzt können. Wissenschaftliche Studien bestätigen das.

Das fängt schon einmal damit an, dass sie nicht frieren. Rehe und Hirsche sind auf der Nordhalbkugel evolviert und haben daher einen anderen Blutkreislauf als wir Menschen, die ursprünglich vom Äquator stammen. Winterangepasste Tiere können die Körpertemperatur in ihren Extremitäten stark absenken, ohne zu frieren. Während wir Äquatortiere jede Zehenspitze auf 37 °C aufwärmen müssen, kommen Rehe und Hirsche in ihren Beinen mit unter 15 °C aus. Ein großer Unterschied, weil die hohe Temperatur unserer Zehen den Schnee schmelzen lässt. Das Schmelzwasser transportiert wieder Wärme ab und wir frieren selbst bei bester Konstitution bloßfüßig sehr bald im Schnee. Bei Rehen und Hirschen ist das nicht so. Ja, sie brauchen sogar viel weniger Energie und damit Nahrung, weil sie eben ihren Körper nicht so aufheizen müssen. Abgesehen davon haben sie ein dichtes Fell, das natürlich isoliert. Also, nein, Rehe und Hirsche frieren nicht draußen im Wald. Man denke nur an die Paarhufer in Skandinavien, wo es viele Monate hindurch deutlich unter – 20 °C hat!

Natürlich ist der Winter ein Nahrungsengpaß, aber auch darauf sind diese Tiere durch die Evolution vorbereitet. Die Folge ist lediglich, dass sich nur diejenigen mit der besten physischen Konstitution fortpflanzen. Die Rehe z.B. werden schon im Sommer schwanger, der Embryo entwickelt sich aber erst im Frühjahr. Hat die Mutter über den Winter eine zu schwache körperliche Konstitution, dann geht der Embryo einfach wieder ab. Eine natürliche Geburtenkontrolle also.

Und genau deshalb füttert die Jägerschaft. Sie will, dass sich Rehe und Hirsche (und Gemsen) möglichst maximal fortpflanzen, damit es möglichst viele Tiere später zum Abschuss gibt. Wird gut gefüttert, dann ist zu erwarten, dass jedes fruchtbare weibliche Tier auch ein Kind austragen wird. Abgesehen davon bieten zahlreiche Firmen – auf Jagdmessen kann man das Angebot kaum überblicken – Kraftfutter für besonders große Geweihe an. Alle 70 Hirsche im Mittel, so sagt die Statistik, tritt ein außergewöhnliches Geweih auf. Und das ist es letztlich, um was es der Jägerschaft bei der Fütterung geht: kapitale Hirsche und Rehböcke mit großen Trophäen. Wenn die Jäger_innen füttern, dann sehen sie nicht notleidende Tiere, sondern wandelnde Trophäen, deren Schädeldecke sie dereinst absägen, auskochen und an die Wand hängen wollen. Nicht umsonst sprechen sie von „Stücken“, wenn sie von Tieren reden, nicht von Individuen. Kann man zu jemandem „Stück“ sagen und ihn trotzdem respektieren? Nein. Sie meinen keine Tiere, sie meinen Trophäen, „kapitale Stücke“ eben.

Fütterungen bedeuten immer zwangsläufig große Populationsdichten. Und dann erklären uns die Jäger_innen, dass jetzt „leider“ zum Schutz des Waldes viele Tiere geschossen werden müssen. Füttern im Winter ist gleich Massaker im folgenden Herbst. Und das ist definitiv ein Tierschutzproblem. Wenn in einem Talschluss im Winter 160 Hirsche und Hirschkühe an einer Fütterung stehen, wie im Angerertal, dann werden die im Herbst auf 250 Tiere angewachsen sein. Sollen es 160 bleiben, dann müssen 90 abgeknallt werden. Das ist die andere Seite der angeblich so „tierlieben“ Fütterungsmedaille der „Hirschflüsterer“.

Abgesehen davon gibt es noch eine Reihe weiterer Probleme durch die Futterstellen, an denen unnatürlich viele Tiere ständig eng zusammenkommen:

  • Stress unter den Tieren aufgrund der unnatürlichen Nähe viel zu vieler Artgenossen.
  • Krankheiten, die dadurch ausbrechen können.
  • Übertragung von Parasiten, gegen die wiederum Medikamente in das Futter gemischt werden.
  • Schädigung ihres natürlichen Lebensraums, des Waldes, durch Übernutzung.

Dass es der Jägerschaft nur um Trophäen geht, und nicht um Tierliebe, ist leicht nachzuweisen:

  • Zahlreiche offizielle Vertreter_innen der Jagd, wie einmal der Landesjägermeister von Tirol, geben ehrlich zu: es geht nicht um Naturschutz, es geht bei der Jagd darum, Beute zu machen. Ein Bezirksjägermeister in der Steiermark hat das Aussetzen von Zuchtfasanen ungeniert genau so begründet.
  • Wir haben in Österreich die allerhöchsten Populationsdichten an Hirschen und Rehen weltweit. Und damit einhergehend weltweit die größten Waldschäden durch Verbiss. Warum geht es in anderen Ländern anders? In den rumänischen Südkarpaten z.B. werden überhaupt keine Reviere an Jäger_innen verpachtet und deshalb wird überhaupt nicht gefüttert. Der Wald ist praktisch nicht verbissen.
  • Warum füttern die Jäger_innen nur jene Tiere, deren Geweihe sie erbeuten wollen? Warum füttern sie keine Eichhörnchen, Biber, Fischotter, Dachse, Singvögel, Krähen, Wildschweine, Marder, Wiesel, Schneehasen, Tauben, Eichelhäher oder Füchse? Und wie weit geht die Tierliebe bei Wölfen? Diesen Tieren und vielen anderen setzt der Winter genauso zu. Das Interesse an gerade Reh und Hirsch lässt sich nur durch deren Trophäen erklären.
  • Füchse werden von den Jäger_innen rücksichtslos verfolgt. Es gibt für sie keine oder kaum Schonzeiten, gejagt wird bei Tag und bei Nacht. Österreichweit sterben dadurch jährlich mehr Füchse als Hirsche. Warum erstreckt sich die Tierliebe der Jägerschaft nicht auf die Füchse, zumal diese Fuchsjagd völlig sinnlos und unökologisch ist? Müsste nicht jemand, der ohne eigene Interessen zu verfolgen tierlieb ist, Rehe und Füchse gleich behandeln? Wer Rehe bis zum Abwinken füttert, aber Füchse brutalst verfolgt, hat seine Glaubwürdigkeit tierlieb zu sein verspielt.

Wenn Wildtiere ständig gefüttert werden, dann verlieren sie ihre Unabhängigkeit. Sie können nicht mehr autonom leben. Sie sind eigentlich keine Wildtiere mehr sondern halbzahm oder semidomestiziert. Wer Tiere liebt, und insbesondere Wildtiere, müsste also auch darauf achten, sie nicht abhängig und hilflos zu machen. Der Normalfall sollte also sein, Wildtiere nicht zu füttern.

Gerechtfertigte Ausnahmen davon sind:

  • Katastrophensituationen, wie tagelanger Schneefall mit mehreren Metern Neuschnee oder eine besonders lange, besonders brutale Kälte, bei der alles überfroren ist.
  • Der Übergang von Wintern mit ständigen Fütterungen zu einem endgültigen Fütterungsende: Wenn Wildtiere von den Fütterungen abhängig sind, kann man diese nicht einfach über Nacht abstellen. Eine Übergangszeit von vielleicht 5 Jahren ist vorzusehen. Aber danach muss jede Fütterung, außer in Katastrophensituationen, beendet sein.

17 thoughts on “Zu Wildfütterungen und angeblich so „tierlieben“ Hirschflüsterern

  1. Zukunftsängstlich says:

    grundsätzlich beißt sich bei diesem Thema und bei vielen anderen die Katze in den Schwanz…
    Was war zuerst? Das Ei oder die Henne?
    Wildfütterungen begannen im 20. Jahrhundert… Wildstände erhöhten sich, dann kam der schnöde Mammon hinzu und man bemerkte, mit Jagd kann man auch Geld verdienen oder zumindest einen Deckungsbeitrag in seinem Land und Forstwirtschaftlichen Betrieb lukrieren… und was nun?
    Jagd an sich wird noch lange bestehen, vielleicht nur noch von professionellen Jägern, aber was machen dann die Genossenschaften? Wer haftet für Schäden usw… Der Wolf ist leider nicht das Allheilmittel.
    Die Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten auch dramatisch verändert… Viele Bio Betriebe sind entstanden – aber nicht weil all diese Firmen so Naturlieb sind, sondern wiederum nur wegen des schnöden Mammons… Kein Bauer würde einen Blühstreifen stehen lassen, um den Bienen oder den bodenbrütenden Vögeln zu helfen! Er macht es nur, wenn er dafür bezahlt bekommt und dann auch nur das aller nötigste!
    Manche Jäger versuchen wirklich aktiv an Habitatsverbesserungen zu arbeiten, natürlich auch des Jagens wegen aber immerhin ist die Folge eine bessere Biodiversität…
    Was wäre wenn wir all die landwirtschaftlichen Förderungen einstellen, die Jagd komplett verbieten…
    90% der Landwirte würde aufhören und wir, auch vegan ernährende, müssten sich nur noch von irgendwelchen Importierten Waren ernähren…
    Soja der in Österreich angebaut wird, steht im Wettbewerb mit den wie auch immer produzierten Soja in Amerika… Genmanipuliert oder nicht, der österreichische Soja ist nicht mehr wert, auch wenn er noc so natürlich produziert wird!
    Die Konsumenten sind nicht fähig österreischische Produkte zu kaufen – die großen Handelsketten manipulieren den Konsumenten (auch veganer) und die Lebensmittelindustrie versucht nur den größten Gewinn zu Lasten der Konsumenten und vorallem zu Lasten der rohstoffproduzierenden Landwirte zu erzielen!
    Also stellt sich die Frage, welches Thema das Wichtigste ist und wie wir die Gesellschaft endlich dazu bewegen können, den österreichischen Rohstoff und deren Produkte besser zu schätzen, also mehr zu bezahlen, damit der Landwirt mehr verdient!
    Klimawandel – Eine Herauforderung, die wir Land und Forstwirte nicht ohne der Konsumenten bewältigen können! Der Konsument muss erst die Natur mehr schätzen und für Lebensmittel mehr bezahlen!
    Es gibt unendliche Themen… und als Land und Forstwirt und Jäger kann ich mir noch so viele Gedanken machen, alles noch so natürlich wie möglich gestalten dun bewirtschaften – am Ende ist man immer der zweite (oder Letzte)!

  2. sabri says:

    Peter Wohlleben, dessen Bücher über den Wald in 34 Ländern Millionenauflagen erreicht haben, schreibt als Förster in seinem Buch „Der Wald“: „HAUSTIERHALTUNG IM WALD. … Dieses Management nach Zahl, Alter und Geschlecht nennt sich Hege. An deren Ende stehen sogenannte Ernteböcke, Erntehirsche und reife Keiler. Letztlich handelt es sich bei diesem Verfahren um einen Tierhaltungsbetrieb im Wald, der die Tiere zu Mast- und Schlachtvieh verkommen lässt. Wie scheinheilig das Zuchtgeschäft verbrämt wird, können Sie am Beispiel der Wildfütterung erkennen. … Ein Akt der Selbstlosigkeit? Wohl kaum, denn tatsächlich gilt diese Versorgung immer nur den Arten, deren Schmuck später über dem Wohnzimmersofa landen soll. … Die Zeitschrift Ökojagd kam auf 12,5 Kilogramm Mais pro Kilogramm erlegtem Wildbret, das die Jäger in den Wald streuen – das ist dreimal mehr Futter, als die Fleischindustrie bei ihrer Massentierhaltung verbraucht. Die Nahrung wird sofort in Reproduktion umgesetzt, sodass die Individuenzahl explosionsartig in die Höhe schießt. Vonseiten der Jägerschaft bemüht man sich, die eigentliche Ursache zu verschleiern.“ (Peter Wohlleben: Der Wald, S. 90ff.) Bei dieser „MASSENTIERHALTUNG IM WALD“ geht es nicht nur dem überzüchteten Wild schlecht, sondern auch dem Wald selbst.

  3. amor says:

    Das ist das Lächerliche dabei.

    Die Technik hat sich Jahrzenten lang bemüht die Kommunikation um die Welt zu ermöglichen und jetzt nützt jener Hanswurst dieses Mittel, um uns zu erzählen wie manch einer die Entwicklung ihrer Artgenossen verpasst haben und immer noch auf den Bäumen leben.

    Amor

  4. Hans says:

    Ich finde die Jagd super ich jage selber sehr gerne.
    Das schießen macht mir spaß da ich das Wildbret (Fleisch) sehr gerne esse.
    Natürlich gefallen mir auch die Trophäen genau so gut. Natürlich füttere ich um mehr schießen zu können. Das ist Jagd. Das ist zu akzeptieren ich akzepiere auch die Veganer.

  5. Martin Balluch says:

    @Hans
    Sie wirken auf mich wie ein 10 Jähriger, der provozieren will. Ohne Argumente keine Diskussion. Nicht jeder Unsinn muss „akzeptiert“ (Sie meinen: toleriert) werden. Tierquälerei und Zerstörung der Natur ohne jeden Sinn und Zweck jedenfalls nicht.

  6. Hugo says:

    Jäger haben ein perverses Vergnügen daran zu töten, ohne es zum Überleben zu brauchen. Guter Umwelt- und Tierschutz für Jäger bedeutet diese blutige Hobby fortführen zu können. Die Jägerschaft versteht Umweltschutz und Tierschutz nicht. Sie nimmt an Umweltschützer aus dem urbanen Raum haben romantische oder ästhetische Vorstellungen von der Nature ohne sie wirklich zu verstehen. Diese Argumente treffen natürlich selber auf die Jägerschaft zu. Aber beide Seiten wollen so tun als ob es hier um Altruismus geht, wenn das gar nicht so zu trifft.
    .
    Wir wissen wissenschaftlich inzwischen, dass alles Leben auf der Erde von Kreisläufen und Bio-Services der Natur abhängt. Ohne dem Carbon-Cycle (Pflanzen Photosynthese, und dem Nitrogen-Cycle (Bakterien zersetzen und Pilze fördern) oder aber auch dem Potassium- und Wasser-Cycle gibt es keine amino acids (Proteine), Lipide (Fette) oder glucose (Lebensenergie). Wir wissen, wissenschaftlich, dass wir von diesen Kreisläufen abhängen aber wissen nicht wie sie wirklich funktionieren. ZB Bakterien zersetzten Nitrogen (für zB Protein) aber wir kennen nur 10% der Bakterien und von denen wissen wir nur von einem Bruchteil was sie machen, selten wie. https://www.youtube.com/watch?v=e-txR1WSPBs
    .
    Umweltschutz ist nicht altruistisch sondern wissenschaftlicher Egoismus. Tiere sind im Gegensatz zu Pflanzen und Pilzen und Bakterien nicht Produzenten sondern Konsumenten (aka Parasiten). Insekten sind Ausnahmen da sie wegen der Symbiose mit Pflanzen zu den Produzenten gehören. Wir Konsumenten (Parasiten) brauchen eine gesunde Wildnis um zu überleben. Es wäre gefährlich für einen Parasiten zu vergessen was er wirklich ist und zu glauben, wir können unsere Hosts selber „bauen“.
    .
    Unser künstlicher Nitrogen Dünger (Bosch Method) und Pestizide töten alle Bio-Kreisläufe auf dem Acker. Gemähter Rasen in unseren Gärten haben kein Bio-Service. Exotische Pflanzen wie Tomaten, Kartoffel oder Sonnenblumen in Europe oder Soya in Südamerika sind giftig für native Lebensformen und tragen nicht zu den Bio-Kreisläufen bei. Umso wichtiger ist es weniger Acker zu benötigen und mehr dem Wald und der Wildniss zurückzugeben, ganz ohne Intervention vom Menschen. Wenn wir frische Luft, frisches Wasser und gute Proteine und Nährstoffe wollen, muss die Wildniss stark bleiben. Die Wälder erhalten die Menschheit, nicht die Bauern und Jäger.
    .
    Wieviel Wildnis gibt es noch? Ca 4% aller Säugetiere leben wild. 30% aller Vögel. https://www.theguardian.com/environment/2018/may/21/human-race-just-001-of-all-life-but-has-destroyed-over-80-of-wild-mammals-study
    .
    Das ist viel zu wenig um 7-9 Milliarden Menschen ein gutes Leben zu bieten. Ja, Hobbies wie töten haben es kulturell geschafft sich ein zu bürgern, aber gutes Wasser und gute Luft und nährstoffreicher Boden sind auch wichtig. Die älteren unter uns können sich denken, das betrifft mich alles nicht, ich leben eh nicht lang genug und möchte bevor ich sterbe so viel zerstören wie mir Spass macht. Aber viele haben selber Kinder, und sollten sich um den Motor des Lebens sorgen. Der Motor ist in der Wildnis, und Jäger zerstören Österreichs Motor mit ihrem Hobby.

  7. Martin Balluch says:

    Was es nicht alles gibt! GERATI!?! Abkürzung für GEgen RAdikalen TIerschutz. :))))
    Also gegen schädliche Fütterungen zu sein ist auch radikaler Tierschutz?
    Füchse brauchen auch Hilfe im Winter. In einigen Regionen ist ihre Hauptmahlzeit Regenwürmer, siehe David MacDonald „Running with the fox“, zumeist essen sie Mäuse. Beides finden sie im Winter nicht. Abgesehen davon haben sie, wie alle anderen größeren Säugetiere, bei meterhoch frisch gefallenem Pulverschnee große Probleme sich überhaupt fortzubewegen.
    Aber nichts für ungut.

  8. Anonymous says:

    Früher konnte das – vorallem Reh- und Rotwild – was auf dem Berg gelebt hat runter ins Tal ziehen und von dort aus in die Schneeärmeren Regionen z.b. Donauauen und dort nach Futter suchen. da wir aber immer dichter gesiedelt haben überall Strassen sind etc. geht das nicht mehr und das Wild bleibt am Berg. Und jetzt kommt der Jäger der nicht nur jagt sondern auch hege betreibt und bringt dem Wild, welches natürlich locker unter 2m Schnee, wo es selber kaum mehr durchkommt, noch Futter findet noch mehr Futter damit es dann im Frühjahr richtig schön fett ist *ne Sarkasmus*
    Füttert der Jäger die Tiere über den Winter dass sie nicht verhungern. Wenn allerdings die Jäger ja so böse sind dürften diese Arbeit gerne mal sämtliche Veganer und Tierrechtler übernehmen welche ich witzigerweise noch nie bei solchen Aktionen mitmachen hab sehen.

  9. Martin Balluch says:

    @Anonymous
    Die Rehe sind noch nie irgendwohin gezogen, liebe_r Anonymous, die leben sogar in sehr kleinen Revieren. Da liegen Sie ganz falsch.
    Hirsche ziehen viel herum, man sagt sie haben Reviere von 16.000 ha. Aber das können sie eh noch immer! Von mir zu Hause im Wald in der Obersteiermark gehe ich 7 Tage bis an den Stadtrand von Wien, immer nur im Wald, ohne je einen Zaun zu übersteigen. Ich habe das schon zweimal gemacht. Die Hirsche können das auch. Tiefer als das Wiener Becken gehts dann hierzulande nicht mehr.
    Aber Hirsche ziehen auch gerade im Winter auf den Berg, wenn sie nicht gefüttert werden. Auf den abgeblasenen Hochwiesen findet sich den ganzen Winter hindurch etwas zu essen. Und insbesondere auf den Südhängen, die auch im Hochwinter apern. Und dort kommen auch genau deshalb, weil der Schnee so schlecht ist, keine Schitourengeher_innen vorbei.
    Wenn den Jäger_innen ernsthaft Tierfütterungen am Herzen liegen würden, dann würden sie doch alle Tiere füttern. Dass sie das nicht tun, sondern nur die trophäentragenden, sagt alles. Ich würde mir ein Fütterungsverbot für diese Tiere wünschen.
    Wenn Sie – aus welchem Grund auch immer – Veganer_innen Nahrung zu Winterfütterungen hintragen sehen wollen, dann müssen Sie das Jagdgesetz ändern: es ist ihnen nämlich verboten auf 200 m an solche Fütterungen heran zu gehen. Ein Grund mehr, warum sie abgeschafft gehören. Bei mir zu Hause befinden sich 3 Reh- und eine Hirschfütterung innerhalb von 500 m von meiner Hütte. Da kann man ja rein rechtlich keinen Schritt mehr vor die Türe gehen!
    Noch etwas: die Schneetiefe machts nicht aus. Bei uns liegt jeden Winter 3 m Schnee. Das Problem der letzten Wochen war nur, dass der Schnee innerhalb weniger Tage gefallen ist. Dann ist er zu locker, als dass Tiere darauf gehen könnten. Jetzt trägt er und die Tiere haben dieses Hauptproblem nicht mehr. Jetzt sollten sie nicht mehr gefüttert werden.

  10. Corinna says:

    Ihr verzapft so viele Halbwahrheiten und Unsinn nur um an Spendengelder von Leute zu kommen die keine Ahnung von Jagd haben oder nur das töten dabei sehen (wollen). Anstatt in Schweineställe einzubrechen und den Leuten was vorzujammern legt lieber euren Laptop und die veganen Gummibärchen beiseite und geht die Wildvögel füttern, das würde wenigstens etwas Sinn machen!

  11. Martin Balluch says:

    @Corinna
    Gähn, ich habe noch keine Tierausbeuterfraktion gesehen, die nicht diese alte Leier von sich gegeben hat. Nur Jäger_innen haben eine Ahnung von Wildtieren, nur Schweinefabriksbetreiber_innen von Schweinen und nur Pelzfarmer_innen von Pelztieren. Oder doch nicht. Pelzfarmen wurden jedenfalls abgeschafft, obwohl die Pelzfarmer_innen ständig wiederholt haben, dass ein Tier, das einen schönen Pelz hat, sich wohl fühlen muss bladibla. Wer die Realität vor lauter €-Zeichen im Auge bzw. Trophäenträumen nicht sehen kann, wird sich von jenen belehren lassen müssen, die mit offenen Augen, Herzen und Hirnen durch die Welt gehen. Wie kommt es, dass Jäger_innen Elektroschockgeräte zur Hundedressur einsetzen? Weil sie im Hund nur ein Werkzeug für ihre Passion sehen. Bordellbetreiber_innen sind ja auch keine anerkannten Expert_innen für das Wohlbefinden von Prostituierten. Niemand, der ein eigenes Nutzungsinteresse an gewissen Tieren hat, kann als unabhängige_r Expert_in für diese Tiere gelten.

  12. Konrad Liebchen says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Balluch!
    Schade, dass sie als Experte so unqualifiziert viele Menschen falsch beeinflussen. Warum füttern Häuslbauer nur Vögel und keine Marder oder Hasen oder Igel? Jäger füttern bevorzugt Rauhfutter an Rauhfutterverzehrer, als Hirsch und Hirschkuh, Reh und Rehbock und Kitz, da trägt nicht jedes Tier eine Trophäe, auch der Hase nascht davon. Und auch Eichelhäher, Krähen, oder andere Vögel sind Gäste an Wildfütterungen, falls dort auch Getreide oder Apfeltrester etc. vorgelegt wird. Wo was und wann gefüttert wird, darüber zerbrechen sich die Jäger selbstverständlich den Kopf. Ihre pauschale Verunglimpflichung der Jäger aber auch der Bauern und der immer wiederkehrende Vorwurf, Jäger würden dies alles nur wegen der Trophäenjagd unternehmen, zeigen für mich, dass ihnen wirklich stichhaltige und gute Argumente fehlen. Ich jedenfalls lasse mich als gut ausgebildeter Naturfreund, Jäger, Bauer und Reiter nicht von ihrer unqualifizierten Pauschalkritik überzeugen und mir ist es wichtig, dass auch andere Menschen erkennen und darauf hingewiesen werden, dass auf ihrer Seite viele einseitige und teils falsche Argumente die unwissenden Konsumenten und Pseudotierschützer auf gänzlich falsche Gedankenpfade locken. Gerne stehe ich als Praktiker interessierten Menschen Rede und Antwort. Was sie aber hier über Jahre als radikaler Tierschützer an Meinungen verbreiten, stimmt so einfach nicht. Das sollen die Menschen wissen, und sich mal draussen, bei Bauern, Tierhaltern, Jägern und anderen seriösen Naturschützern nach der Wahrheit erkundigen.

  13. Martin Balluch says:

    @Liebchen
    Menschen, die die Natur für Ihren Vorteil benutzen und die Wildtiere „ernten“, wie die Jägerschaft nicht müde wird von sich zu betonen, sind keine Tier- oder Naturschützer_innen. Wer Wildtiere ernten will, hat schon einen sehr ideologischen Zugang und lebt nicht _mit_ der Natur, sondern benützt sie. Ihr „Häuslbauer“ hängt sich weder Hirnschalen von Vögeln an die Wand, noch isst er sie.
    Lustig, dass Sie als Ausrede meinen, Hirschkühe hätten ja kein Geweih. Naja, aber ohne Hirschkuh gibts auch keinen geweihtragenden Hirsch. Daher muss man selbstredend gerade die Hirschkühe gut füttern, will man große Trophäen „ernten“.
    Aber Sie behaupten nicht, dass Jäger_innen ohne jedes persönliche Interesse diese Fütterungen durchführen, oder? Das wäre schon sehr blauäugig – oder durchschaubare Propaganda.

  14. karin wolf says:

    Danke für diesen tollen Artikel

Leave a Comment

Your email address will not be published.

Spamschutzrätsel *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Verwaltungsgerichtshof bestätigt Urteil: Mayr-Melnhof hat Tierschützer misshandelt

Am 20. November 2017 hat Maximilian Mayr-Melnhof rechtswidrig Gewalt gegen einen Tierschützer ausgeübt, diesem mit Gewalt seine Videokamera entwendet, ihn...

Mayr-Melnhof sperrt sein Jagdgatter für 2 Monate!

November und Dezember ist die Zeit der großen, tierquälerischen Treibjagden im Jagdgatter Mayr-Melnhof. Dafür sperrt er an den jeweiligen Tagen...

Mein neues Buch: „Im Untergrund“, Promedia Verlag, € 19,90

Im Alter von 25 Jahren ging ich an die Uni Cambridge in England, um am Institut von Stephen Hawking in...

Schließen