Alexandra Benedik: Tierschutzsprecherin der KPÖ als Spitzel für die Jägerschaft im VGT!

SpitzelAlexandraBenedik2detailSie ist mit Beginn der Jagdkampagne zu uns gestoßen, mit Informationen über das Aussetzen von Fasanen bei Hohenau im Weinviertel, als Tierschutzsprecherin der KPÖ. Dort hat sie im Dezember 2014 zufällig eine Treibjagd auf Zuchtfasane angetroffen und Fotos gemacht. Die netten JägerInnen nahmen ihr daraufhin mit Gewalt die Kamera weg. Wir haben für Sie auf Ihre Bitte hin Anzeige erstattet.


Im Frühjahr 2015 nahm sie an vielen VGT-Kundgebungen vor dem Lainzer Tiergarten in Wien gegen die Gatterjagd teil. Diese Demos führten zu einer Übereinkunft mit der Stadt Wien, sodass das Jagdgatter Lainzer Tiergarten jetzt bis 2021 aufgelöst wird.

P1040531detailIm Herbst 2015 unterstützte sie uns bei der Dokumentation einer Reihe von Gatterjagden in NÖ. Sie hielt danach den Kontakt aufrecht, schrieb persönliche Emails und wollte immer wieder Informationen bekommen, z.B. zu Vorfällen bei den Gatterjagden. Zu dieser Zeit war sie auch auf unseren internen Mailinglisten für AktivistInnen. Jetzt wissen wir, dass sie diese Informationen und die privaten Emails an Max Mayr-Melnhof weitergegeben hat. Vielleicht stammen auch die Emails von diesen Listen, die Mayr-Melnhof gegen mich bei verschiedenen Klagen als Beweismittel vorgelegt hat, ebenfalls von ihr. Jedenfalls dürfte sie spätestens ab Jänner 2016 engeren Kontakt zur Jägerschaft aufgenommen haben. Aber noch im Juli 2016 fragte sie beim VGT um Informationen an. Ein Spitzel der Jägerschaft also.

Faktum ist jedenfalls, dass Mayr-Melnhof in dieser Zeit mit großer Selbstzufriedenheit zu unseren Demos kam und alle Aktiven mit vollem Namen ansprach. Er wusste sogar, dass die Eltern eines Aktivisten Milchbauern sind. Ebenso wurde offenbar weitergegeben, welche Facebook-Namen gewisse AktivistInnen hatten. Nur jene Aktiven, die Alexandra Benedik nicht kannte, die kannte er auch nicht. Besonders perfide: Spitzel Alexandra Benedik fragte sogar ganz harmlos beim VGT an, wer denn in Salzburg Pickerl gegen die Gatterjagd aufgeklebt hätte. Daraus wurde dann später eine Privatanklage.

Gatterjäger Mayr-Melnhof hat erst kürzlich eine Klagsausweitung auf € 100.000 Schadenersatz gegen mich vor Gericht eingebracht. Seine abstrusen Behauptungen gipfelten im Vorwurf, es ginge mir nicht um Tierschutz, sondern um persönliche Bereicherung, weil ich, wenn er sein Jagdgatter in ein Fleischgatter umwandeln würde, dieses gegen Geld kontrollieren könnte. Der VGT ist nämlich Mit-Gesellschafter einer Kontrollstelle für Tierhaltung. Dass der VGT aus diesen Kontrollen keinerlei Geld bezieht – ich persönlich schon gar nicht – und dass die Kontrollkosten genau den Aufwand decken, wird natürlich, wie immer, verschwiegen. Abgesehen davon kann die Kontrollstelle nur Betriebe kontrollieren, die diese Kontrolle beauftragen. Also wieder einmal ein totaler Unsinn, wie wir es in diesen Verfahren schon gewohnt sind.

Aber bei der Verhandlung vor Gericht zu dieser Klage wachelte Anwalt Maximilian Schaffgotsch plötzlich mit einem Konvolut von Zetteln in der Luft herum und sagte verheißungsvoll, er habe eine Überraschungszeugin. Mit Sicherheit war dieser Schachzug von langer Hand geplant, man wollte nur, dass ich mich auf diese Zeugin nicht vorbereiten könne. Jedenfalls sagte er, die tapfere Dame habe sich zur Aussage durchgerungen, obwohl sie nun um ihre Sicherheit fürchten müsse. Auch das natürlich nur Propaganda.

Und dann betrat Alexandra Benedik den Zeugenstand. Als Tierschutzsprecherin der KPÖ und sogar im Bundesvorstand der Kommunistischen Partei, genierte sie sich nicht, für einen Großgrundbesitzer und Großindustriellen, einen Gatterjäger und Landesjägermeister, einen Jäger, der auf Zuchtenten ballert und auf Trophäenjagd ins Ausland geht, gegen einen Tierschutzverein die Kronzeugin zu spielen und ihm interne Informationen weiter zu geben.

Das Papierkonvolut in den Händen von Anwalt Schaffgotsch stellte sich als ein Sammelsurium von Emails heraus, die sie mit mir über die Frage von Radikalität und politischer Propaganda ausgetauscht hatte. Privat, wie gesagt. Jetzt lagen sie vor Gericht. Nicht, dass mich meine damaligen Aussagen besonders kompromittieren würden. Aber dennoch ist das ein wirklich schändliches Vorgehen.

Im Zeugenstand behauptete sie dann, durch mich würden „Unschuldige zum Handkuss“ kommen, ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Menschen möglichst Gehässiges gegen Mayr-Melnhof posten und würde das absichtlich provozieren. Und dann meinte Spitzel Alexandra Benedik, dass ich bei drei Vorfällen in der Vergangenheit nicht die Wahrheit gesagt hätte. Einmal der Film vom Reh, das, von Jagdhunden gehetzt, verzweifelt in den Gatterzaun sprang und sich dabei verletzte. Benedik behauptete, da sei gar keine Jagd gewesen und das Reh wäre vor den filmenden TierschützerInnen geflüchtet. Der zweite Fall betraf die Schüsse aus dem Jagdgatter direkt auf mich. Da meinte sie, ich hätte das erfunden. Und beim dritten Fall wurde ich von JägerInnen gestoßen, während ich eine Treibjagd auf Zuchtfasane dokumentierte. Sie meinte, diese Attacke hätte nie stattgefunden.

Bei genauerer Analyse und Befragung als Zeugin unter Wahrheitspflicht stellte sich heraus, dass sämtliche Vorwürfe die Unwahrheit waren. Beim Filmen des Rehs war sie gar nicht anwesend. Ihre Angaben hat sie nur nach Anschauen des Videos gemacht. Davon war freilich bei ihrer Präsentation keine Rede, der Richter sollte glauben, sie sei Augenzeugin gewesen. Den Schuss aus dem Jagdgatter auf mich hat sie ebenfalls nicht erlebt. Im Juli 2016, also 6 Monate nach dem Vorfall, ließ sie sich, nach einer harmlos wirkenden Anfrage, die Information vom VGT geben, wo das Ganze stattgefunden hatte, und dann schaute sie sich die Situation vor Ort an. In Wahrheit hatte sie also keinerlei persönliches Wissen über den Vorfall selbst. Und bei der Jagd auf Zuchtfasane, bei der ich gestoßen wurde, hat sie mich den gesamten Tag über gar nicht gesehen. Den Schluss, ich müsste gelogen haben, zog sie aus Angaben der JägerInnen, die ihr versichert hatten, dass ich gar nicht gestoßen worden wäre.

Trotz bester Bemühungen scheint mir auch diese Spitzeloperation letztlich ein Eigentor zu sein, wie schon im Tierschutzprozess. Damals wie heute müssen die Spitzel zugeben, mir rein gar nichts vorhalten zu können, was ich widerrechtlich getan hätte. Es bleibt dennoch der traurige Beigeschmack, betrogen worden zu sein. Erschütternd, dass es Menschen gibt, die zu so etwas fähig sind. Die Tierschutzseite setzt sich für die bei diesen Zuchttierjagden misshandelten Tiere ein, völlig idealistisch, zum eigenen persönlichen Nachteil. Gatterjäger Mayr-Melnhof dagegen massakriert jährlich hunderte gefangene Wildschweine in großangelegten Abschießbelustigungen zu seiner Unterhaltung und zur persönlichen Bereicherung. Welcher der Kontrahenten also auf der moralisch richtigen Seite steht, ist offensichtlich. Und dennoch versucht hier eine Person, den idealistischen Einsatz zum Schutz der Tiere mit unredlichen Mitteln zu sabotieren, um jenen einen Freibrief zur Tierquälerei zu verschaffen, denen das Tierleid komplett egal ist. Und so eine Person nennt sich Tierschutzsprecherin der KPÖ!

8 thoughts on “Alexandra Benedik: Tierschutzsprecherin der KPÖ als Spitzel für die Jägerschaft im VGT!

  1. Sabri sagt:

    Je undemokratischer und intoleranter Gemeinschaften und Staaten sind, desto näher scheint ihnen ein Spitzelwesen zu sein. In der DDR haben Familienmitglieder gedacht, sie können einander nur helfen, wenn sie in die Bespitzelung eines Verwandten einwilligen und über ihn nur Gutes aussagen. Das ist ein Irrtum. Das Hintergehen der Bespitzelten zerstört für immer das Vertrauensverhältnis. Gemeinschaften, die bespitzeln lassen, sind per se nicht vertrauenswürdig. Man kann sie nicht heilen, es ist besser, wenn sie untergehen.

  2. Franz Sölkner sagt:

    Über das Motiv der Frau Benedik für Ihre Spitzeldienste kann man natürlich endlos spekulieren.
    Ideologisch ist sie offensichtlich verwirrt. Ist sie darüber hinaus von der Jägerlobby/Mayr-Melnhof irgendwie abhängig? Wenn ja, wie? Ist sie geltungssüchtig? usw, usw. ……
    Ich hoffe, die KPÖ reagiert wegen parteischädigenden Verhaltens mit einem unverzüglichen Parteiausschluss!

  3. Probst sagt:

    Ist das nicht Hetze und aufsticheln gegen eine Person? Können Sie damit umgehen, wenn einer Ihrer Mitglieder jetzt Rot sieht und sich an der Frau rächt????

  4. Martin Balluch sagt:

    Herr Probst,

    ist es nicht wichtig, die Wahrheit zu diesem Skandal zu sagen? Soll ich das vertuschen? Und damit in Kauf nehmen, dass Frau Benedik den nächsten Tierschützer hintergeht? Alle sollten vor dieser Person gewarnt sein.

    Und, nein Herr Probst, ich habe keine Angst, dass TierschützerInnen irgendwem etwas antun. Wir sind die friedlichen Menschen, die sogar nicht einmal Tierprodukte konsumieren, um niemanden zu verletzen. Ich bin mir sicher, dass keine TierschützerInnen gefährlich sind. Ganz im Gegensatz dazu die neuen KameradInnen der Frau Benedik aus der Jägerschaft. Das sind ja ganz nette ZeitgenossInnen, allesamt schwer bewaffnet, cholerisch und jederzeit zum tödlichen Schuss bereit. Ich glaube, dass ich wesentlich gefährlicher lebe, als Frau Benedik.

  5. Martin C. sagt:

    Sieht ganz nach einer ideologischen Geisterfahrt der Genossin und „Tierschutzsprecherin“ A.B. aus!
    Nachdem kaum anzunehmen ist, dass ein solch widerwärtiger Verrat (am VGT und vor allem an den Tieren) aus reiner Sympathie gegenüber der Tierquälerfraktion stattgefunden hat, wird es hier wohl auch zu einer entsprechenden, wie auch immer gearteten, Gegenleistung gekommen sein …

  6. Der „Dame“ sind wohl die ursprünglichen Ziele der KPÖ nicht bewusst, wenn sie einen Feudalherren unterstützt. Zum Spitzelwesen: Ich denke, hier muss man nichts dazu sagen ausser: armselig. Dieses blinde und wütende Umsichschlagen ist letztklassig. Und wird die Talfahrt dieser tierquälerischen Auslaufmodelle der Jagd (die an sich eins ist) nicht aufhalten.

  7. Maier sagt:

    siehe oben: Gatterjäger Mayr-Melnhof hat erst kürzlich eine Klagsausweitung auf € 100.000 Schadenersatz gegen mich vor Gericht eingebracht.

    Der Salzburger Großgrundbesitzer Max Mayr-Melnhof fordert vom Tierschutz-Aktivisten Martin Balluch 100.000 Euro wegen Beleidigung. (siehe: http://www.heute.at/oesterreich/news/story/Mayr-Melnhof–Riesenklage-gegen-Tierschuetzer-45126661 )

    Bub (14) aus Wien totgefahren: 720 Euro Geldstrafe: ( siehe: http://www.krone.at/salzburg/bub-14-aus-wien-totgefahren-720-euro-geldstrafe-strafe-reduziert-story-311163 )

    Zusammenfassung:

    MMM beleidigen: Forderung 100,000.-
    Bub totfahren: Strafe 720.-

    Ich möchte doch höflichst um ein bisserl Verständnis ersuchen, dass ein Landesjägermeister ein besonders wertvolles Mitglied unserer Gesellschaft ist !

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