Asexualität und die Bevölkerungsexplosion

Bis vor wenigen Jahren hatte ich noch nie etwas von Asexualität gehört. Mittlerweile kenne ich 4 bekennende Asexuelle persönlich. Das sind Menschen, männlich wie weiblich, die einfach überhaupt keine sexuellen Gefühle verspüren. Sie können sich verlieben, sie mögen unter Umständen auch das Kuscheln, aber sie finden Sex in jeder Form abstoßend. Auch im ORF ist mittlerweile ein Asexueller aufgetreten und hat seine Gefühlslage beschrieben. Das ist offenbar ein Phänomen, das entweder jetzt sein coming out hat, oder das neu auftritt und gesellschaftlich an Bedeutung gewinnt.


Im New Scientist las ich einen Bericht darüber aus Japan. Dort soll die Asexualität mittlerweile so weit verbreitet sein, dass viele Ehepaare überhaupt nie Sex miteinander hatten und die Fortpflanzungsrate stark zurückgeht. Letzteres, das wurde im Artikel betont, explizit wegen der Asexualität eines zunehmend größer werdenden Anteils der Bevölkerung.

Der Autor des Artikels im New Scientist konnte dem viel Positives abgewinnen, zumal die Bevölkerung der Menschen auf der Erde zunehmend explodiert. Wäre damit eine Trendumkehr möglich? Faktum ist, so der Artikel weiter, dass immer größere Teile der Erde von menschlichen Gesellschaften bewohnt werden, deren Fortpflanzungsrate pro Frau unter 2 Kinder gefallen ist, d.h. also deren Bevölkerung abnimmt. De facto habe es noch nie eine Gesellschaft gegeben, deren Rate von Kindern pro Frau, wenn sie unter 2 gefallen ist, wieder auf über 2 angestiegen wäre. Das hänge direkt mit der Bildung der Frauen in der Gesellschaft zusammen. Je höher der Bildungsgrat, desto niedriger die Fortpflanzungsrate. Dazu kommt offenbar in manchen Gesellschaften jetzt auch noch die Asexualität, wie in Japan.

In Österreich liegen wir im Mittel irgendwo bei 1,3 Kinder pro Frau. Interessant: der moslemische Anteil der Bevölkerung hat zwar mit 1,76 eine deutlich höhere Fortpflanzungsrate von Kindern pro Frau, aber immer noch weniger als 2. Auch der moslemische Bevölkerungsanteil reduziert sich also.  Die Geburtenrate in Österreich ist etwa ein Fünftel der höchsten der Welt, die wir in verschiedenen afrikanischen Ländern finden. Überhaupt wächst die Erdbevölkerung momentan hauptsächlich wegen der Geburtenraten in Afrika, sogar in Asien und Südamerika ist das Bevölkerungswachstum rückläufig. Würde also auch in Afrika der Bildungsgrat der Frauen angehoben, ließe sich das abfangen.

Der Artikel im New Scientist schließt mit dem positiven Gedanken, dass zunehmend mehr Länder unter die magische 2 Kinder pro Frau Rate absinken. Da es von dort kein Zurück mehr gibt, würde sich in wenigen Jahrzehnten eine Maximalbevölkerung der Erde von rund 10 Milliarden einstellen, die ab dann abnehmen wird.

Erstmals, dass ich in dieser Frage eine mit Zahlen unterlegte, so positive Zukunftsaussicht präsentiert bekomme.

3 thoughts on “Asexualität und die Bevölkerungsexplosion

  1. Sebastian Ortner sagt:

    ja genau, kinder kriegen ist böse und asexuell leben gut. bildung ist ganz toll und der westen zeigt der restlichen welt vor was richtig ist. ich glaubs auch…immer diese dummen ungebildeten die nur bumsen. die zerstören den planeten…. gut ist wer gebildet ist und keinen sex hat. brave new world we are coming…..

  2. Konrad sagt:

    Wenn Geburtenraten zwar sinken aber niemals wieder höher werden, ist die logische Konsequenz allerdings ein Aussterben der Menschen. Was auch immer wir davon halten …

  3. Sabri sagt:

    Bildung ist das beste Mittel, um Kindern und Frauen in den ärmsten Teilen der Welt, mit denen wir nicht teilen, zu helfen- so gehen die Menschenrechtsorganisationen ja vor. Dass Bildung auch der beste Weg ist, um alle anderen Wesen der Welt und sie selbst vor noch mehr von uns zu schützen, gibt wirklich Hoffnung: Wir sind zu viele hier. – Alle Kinder sind bekennend asexuell, wenn man so will. Wölfe ja zum Beispiel auch, elf Monate im Jahr. In den Lebens- und Jahreszeiten ohne Sexualität sind viele Kanäle offen und Ressourcen frei. Wenn wir so eine Art weltweites Lemmingprogramm hätten, nicht mit uns selbst, aber mit den Kindern aufzuhören, bevor alles zerstört ist, wäre das eine Rettung. Allerdings ist es für kinderliebe Menschen auch sehr traurig, ohne Kinder durchs und aus dem Leben zu gehen.

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