Die Polizei hat die diesjährige Kreuzigungsaktion in Linz untersagt!

Sie hat eine lange Geschichte, diese Aktionsform: http://www.martinballuch.com/wozu-provokation-%E2%80%93-zu-anzeigen-gegen-die-kreuzigungsaktion/. Seit mehr als 10 Jahren, 2011 auch in Linz, ziehen jeweils am Karsamstag 3 AktivistInnen im Lendenschurz mit Tiermasken und Holzkreuzen am Rücken durch die Hauptstraßen der Landeshauptstädte. Gut 100 TeilnehmerInnen folgen diesem „Kreuzweg“. An neuralgischen Punkten werden die Kreuze aufgestellt, die AktivistInnen daran angefesselt und Zahlen und Fakten über den Missbrauch der Tiere vor allem in der Agrarindustrie, zu dem auch die katholische Kirche schweigt, verlesen. Innerhalb des Christentums gibt es viele kritische Stimmen, die im Kreuzigungstod Jesu auch die Erlösung der Tiere sehen, siehe http://www.martinballuch.com/tierethik-im-christentum/. Wie FeministInnen Jesus als Frau darstellten, und BürgerrechtlerInnen Jesus mit schwarzer Hautfarbe, so zeigen nun TierrechtlerInnen, dass für die Fleischwerdung Christi nicht nur Geschlecht und Hautfarbe, sondern auch Spezies des Gottessohnes irrelevant sind.

Die Linzer Polizei sieht das anders und hat gestern die diesjährige Kreuzigungsaktion mit der Begründung untersagt, dass es sich um eine Herabwürdigung religiöser Lehren handle und daher § 188 StGB übertreten werde. Aus dem Behördenbescheid:

Untersagung1

Untersagung2

Untersagung3

Untersagung4

Untersagung5

Untersagung6

Der zuständige Beamte ist Amtsdirektor Christian Wöß: Christian.Woess@polizei.gv.at

Unsere Presseaussendung dazu: http://www.vgt.at/presse/news/2014/news20140418y.php

8 thoughts on “Die Polizei hat die diesjährige Kreuzigungsaktion in Linz untersagt!

  1. Regina says:

    habe mail an Wöß geschickt …..

  2. Josef Zika says:

    Allein die Aussage. „Herabwürdigung religiöser LEHREN“ ist unglaublicher Schwachsinn. Religionen sind keine LEHREN, Theologie ist keine Wissenschaft, sondern Schwachsinn, der seit Jahrtausenden die Menschheit spaltet. Es sind mehr Menschen von Religioten gefoltert und getötet worden, als von allen anderen faschistoiden, menschenverachtenden Systemen. Allein wie die sogenannte „Krone der Schöpfung“, besser als homo demens bezeichne, mit den anderen Tieren umgeht, und das natürlich mit Billigung und Gutheißen der sogenannten christlichen Moraltheologie (Ethik und Moral hat mit Religionen nicht das Geringste zu tun, alle ethischen Fortschritte wurden gegen den Widerstand der Kirchen erkämpft) ist erbärmlich. Dass es in einem säkulären Staat,und das sollte Österreich im 21. Jhdt eigentlich endlich sein, überhaupt den Blasphemieparagraphen gibt und der noch angewendet wird, um wichtige Proteste, wie den geplanten „Kreuzzug“ zu verbieten, ist ein Skandal sondergleichen. .Religion ist Privatsache und nicht vom Staat finanzierens- und schützenswert. LERNT ENDLICH GESCHICHTE anstatt an Mythen und anderen Schwachsinn zu glauben! Jede Frau und jeder Mann, der sich wie die bewundernswerten Menschen des VGT für unsere Mitlebewesen gegen die Staatsmacht (diehier missbraucht wird) einsetzt, ist wichtiger und wertvoller als alle kirchlichen „Würdenträger“ der Geschichte zusammen, wovon sowieso ein Großteil Schwerverbrecher waren.

  3. Martin Balluch says:

    Natürlich findet die Veranstaltung trotzdem statt, ich gehe sogar extra nur wegen der Untersagung hin. Wegen so etwas lassen wir uns doch nicht einschüchtern. Wir haben das auch auf der VGT-Webseite, die oben verlinkt ist, gleich unter der Überschrift angekündigt, wann und wo die Aktion beginnt!

  4. Jochen Krieger says:

    Die Veranstaltung findet in jedem Fall statt. Bitte verunsichert die Menschen nicht! Treffpunkt: Samstag, 13 Uhr, Hauptbahnhof Linz.

  5. Martin C. says:

    Laut RespekTiere findet die Aktion nun doch statt, wenn auch in abgeänderter Form (ohne Kreuze).

    http://www.respektiere.at/news700px.php?catid=&newsid=1293

  6. E.Stampfl says:

    Derartig martialische Aktionen stoßen in der Bevölkerung eher auf Ablehnung, kaum auf Zustimmung. Daher bringen derartige Aktionen nichts für die Sache des Tierschutzes und der Tierrechte, sondern sind kontraproduktiv. Das Thema ‚unschuldig für uns gelitten und gestorben‘ wäre durchaus für eine Aktion geeignet, da gibt es sogar Zustimmung aus klerikalen Kreisen. Man könnte also durchaus Menschen für die Sache gewinnen, die aber stattdessen durch diese Aktion zu erklärten und erbitterten Gegnern gemacht werden.
    Dass gegen diese Aktionsform der Blasphemie – Paragraph bemüht wurde, halte ich genauso für bedenklich, noch schlimmer finde die Zustimmung weiter Teile -vermutlich der Mehrheit- der Bevölkerung, für diese Aktion Blasphemie als strafrechtlichen Tatbestand anzuwenden. So wird man aber gegen die öffentliche Meinung nicht überzeugen können.

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