Mayr-Melnhof sperrt sein Jagdgatter für 2 Monate!

November und Dezember ist die Zeit der großen, tierquälerischen Treibjagden im Jagdgatter Mayr-Melnhof. Dafür sperrt er an den jeweiligen Tagen das Gatter. Von außen erkennt man dann, dass drinnen eine Jagd stattfindet. Möglicherweise will der Gatterjägermeister aber nicht, dass die Menschen wissen, wann die Jagd stattfindet. Möglicherweise will er auch nicht, dass andere Dinge, die zu dieser Zeit im Gatter passieren, an die Öffentlichkeit kommen. Anders ist schwer zu erklären, wie jemand einen 500 ha großen Wald aus forstlichen Gründen für 2 (!) Monate vollständig sperren will. Ich habe bei Forstleuten nachgefragt: so etwas ist völlig unbekannt. Normalerweise gibt es forstliche Sperren von vielleicht 2 ha Wald über 1 Woche. Aber 500 ha! Und noch dazu 2 volle Monate! Die Ausrede sind die Eschen, die ja jetzt überall von einem Pilz befallen sind, und plötzlich sollen sie gefährdet sein, umzustürzen und Wanderer zu verletzen. Just in der Zeit der Treibjagden. 2 Monate lang. Und danach nicht mehr. Wers glaubt wird selig.

Hier jedenfalls ein Schrieb von Mayr-Melnhof, den er in bereits am 19. November 2018 überall um sein Jagdgatter herum ausgehängt hat:

Die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung – wir kennen sie ja schon vom Verfahren vor dem Landesverwaltungsgericht Salzburg, wo sie Mayr-Melnhof bis zum Untergang die Stange gehalten hat – stellte dann auch tatsächlich eine entsprechende Verordnung aus. Mit einem kleinen Unterschied! In Mayr-Melnhofs Schrieb ist von einer Sperre des öffentlichen Treppelweges die Rede, die er beantragt habe. Man erinnert sich: auf diesem Treppelweg ist es am 20. 11. 2018 (also genau 1 Jahr davor) zu dem Vorfall gekommen, von dem das Landesverwaltungsgericht Salzburg festgestellt hat, dass Mayr-Melnhof einem Tierschützer rechtswidrig mit Gewalt eine Videokamera abgenommen und ihn dabei am Körper verletzt hat. Doch der Treppelweg ist nicht gesperrt. Zwar gab die Polizei auf Anfrage bekannt, dass Mayr-Melnhofs Anträgen stattgegeben worden ist, aber bei einem Lokalaugenschein wurde klar: der Treppelweg ist offen. Also hat die Behörde immerhin in diesem Punkt nicht nach Mayr-Melnhofs Pfeife getanzt.

6 thoughts on “Mayr-Melnhof sperrt sein Jagdgatter für 2 Monate!

  1. Eschenprinz says:

    Stimmt das Gerücht, dass Sie bereits von einem Gericht verurteilt wurden? Also ich habe keine Ahnung warum Sie verurteilt wurden.. es ist mir auch eigentlich egal, was Sie genau verbrochen haben. Trotzdem versuche ich mit einer gewissen Höflichkeit und mit Respekt Ihnen gegenüber zu treten!
    Ich prangere Sie nicht an, ich schwärze Sie nicht an, ich verbreite auch keine Fake News über Sie…
    Aber wenn ich mir so die Historie Ihrer Tätigkeiten durchlese, bin ich traurig, dass Sie genau dieses mit anderen Menschen machen…
    Ihre Arbeit bzw. Ihr Einsatz ist lobenswert – doch bin ich gegen jegliche Art der Intoleranz und des Fanatissmus. Wenn jeder so „agressiv“ handeln würde, hätten wir in Österreich ständig Zustände wie in Hamburg beim Gipfel … oder in Chemnitz…
    Daher wäre es mir ein großes Anliegen, dass Sie sich das zu Herzen nehmen und vielleicht auch Ihren „Gegner“ etwas gemäßigter Auftreten!

    Wenn nur ein einziger kranker Baum an einem öffentlichen Weg steht, muss ein Grundeigentümer handeln und so wie in den Auen, zB die Wege sperren… da die Gesetzeslage für die Grundeigentümer leider sehr nachteilig ist.

    Ich bin übrigens kein Jäger und dennoch lebe ich in und vorallem mit der Natur!!

    Schönen herrlichen Wintertag!

  2. Martin Balluch says:

    @Eschenprinz (oha, Sie sind offenbar vom Pilz zum Prinz aufgestiegen – meine Gratulation)
    Sie brauchen nicht so neutral zu tun, weil das sind Sie ganz offensichtlich nicht. Faktum ist, dass Tierschützer_innen wahnsinnig einseitig als Personen zweiter Klasse behandelt werden, und zwar von Politik, Behörde, Polizei und Justiz, in jedem Land dieser Welt. Kein Wunder, treten sie doch gegen die Mächtigen im Land an.
    Sie müssen Kritik und Aggression unterscheiden. Alle, gegen die wir bisher Kampagnen geführt haben, sahen sich ungerechtfertigt verfolgt. Das dürfte in der Natur der Sache liegen. Ob Pelzfarm, Wildtierzirkus, Tierversuchslabor, Pelzhandel, Legebatterie usw. Und bisher war es immer so, dass diese Personen uns gegenüber persönlich aggressiv und gewalttätig wurden, nie umgekehrt. Unsere Kritik ist sachlich und sachbezogen. Aber das sind die Mächtigen eben nicht gewöhnt, weshalb sie um sich zu schlagen beginnen. Das ist die objektive Sicht der Dinge.

  3. Eschenpilz says:

    Wers glaubt wird seeling?
    Es ist bei Gott nicht unüblich ein Waldgebiet für längere Zeit zu sperren!
    Waldbesitzer haben diverse Wegehaftungen!
    Ich erinnere nur an die Sperre der Wälder in den Tullner Auen bis Korneuburg!!! Und warum – wegen dem Eschensterben!!!!

    Ich denke oder befürchte, Sie leiden bereits an Paranoia, dass Sie jede Aktivität des Herrn MM gegen sich auslegen …

    Jemanden in der Öffentlichkeit wegen einer Waldsperre anzuprangern ist für mich einfach nicht verständlich!

  4. Martin Balluch says:

    @Eschenpilz: na dann nennen Sie mir eine andere forstliche Sperre von 500 ha Wald über 2 Monate. Da fällt Ihnen nichts ein. Na sehen Sie.
    Und hat Mayr-Melnhof in der Zeit der Sperre im Gatter gejagt? Natürlich. Musste er ja. Und warum gabs da keine Gefahr durch den Eschenpilz? Aha! Man muss nur ein bisschen denken können.
    Und warum wollte Mayr-Melnhof den Treppelweg gesperrt haben? Stehen dort Eschen, die eine Gefahr darstellen? Nein. Also warum dann? Der Weg wurde nicht gesperrt. Das sagt allein schon alles.
    Putin bezahlt ja auch eine Heerschar von Typen, die im Internet ständig nur Fake News verbreiten oder obskuren Zweifel an Offensichtlichkeiten zu streuen versuchen. Ist da ein ähnliches Vorgehen bei anderen Oligarchen durchzufühlen?

  5. eschenpilz says:

    Sichtlich reicht Ihnen nicht die Sperre der Auwälder von Tulln bis Korneuburg auf Grund der Gefahr!
    Siehe : https://noe.orf.at/news/stories/2815896/

    und im Februar noch immer gesperrt…
    siehe https://noe.orf.at/news/stories/2826327/

    also ich würde sagen, dass dies schon eine lange Zeit ist, oder?

    dort wurde übrigens während der Sperre auch gejagt… um den behördlichen verfügten Abschuss zu erfüllen!

    Die örtliche Begebenheit in Salzburg kenne ich nicht, aber dass es eine Sperre mit der Begründung der Eschen gibt, finde ich nicht so aufregend… Ausser wenn man es eben sehr persönlich nimmt…

    Ob er gejagt hat oder nicht – keine Ahnung, dass müssen sie wissen… Ihre „Spitzel“ beobachten ja sichtlich alles…

    Ich würde auch die Familie MM nicht mit Oligarchen oder Putin vergleichen – das steht keinem Menschen zu, das zu tun! Abgesehen, dass sie womöglich die „Macht“ eines österreichischen Landwirtes überschätzen… im Vergleich zu Putin 😉

    Ich würde Sie ja auch nicht mit irgendwelchen linksradikalen Aktivisten vergleichen, die in Hamburg alles kurz und klein geschlagen haben und Menschen verletzt haben… oder?

    apropos – helfen Sie derzeit den vielen leidenden Wildtieren in den tiefstverschneiten Gebirgsregionen?
    Die sind doch so arm diese Tiere? oder hört da Ihr Tierschutz auf?

  6. Martin Balluch says:

    @eschenpilz
    Der Korneuburger Auwald ist deutlich kleiner und hat vor allem 70 % (!) Eschenbesatz. Was also dort eine Notwendigkeit sein mag, ist in der Antheringer Au nur eine willkommene Ausrede. Dort ist der Eschenbesatz unter 10 %.
    Apropos leidende Wildtiere füttern. Da Sie ja offenbar Jäger_in sind, die Frage: welche Wildtiere zählen für Sie denn? Komischerweise füttern die ach so tierlieben Jäger_innen nur Reh und Hirsch, vielleicht manchmal irgendwo auch Gemse. Und alle anderen Wildtiere sind ihnen/Ihnen egal? Wo bleibt die Tierliebe für das Wildschwein, den Dachs, die Krähen, das Eichhörnchen, den Schneehasen, den Marder und vor allem den Fuchs, um nur einige zu nennen? Wie Sie sicherlich wissen töten die „tierlieben“ Rehfütterer und Hirschflüsterer nämlich die Füchse bei jeder Gelegenheit, ohne Schonzeit und ohne Rücksicht auf Schwangerschaften und gesäugte Kinder. Und das in viel größerer Zahl als Hirsche. Also weit ist es offenbar mit der Tierliebe bei der Jägerschaft nicht her, wenn man nur diejenigen Tierarten füttert, deren Schädeldecke mit einem durch Fütterung aufgepeppten Geweih man sich gerne an die Wand hängen würde!
    Ich füttere gerade Fink, Fichtenkreuzschnabel, Blaumeise, Rotkelchen, Stieglitz und Amsel. Das sind doppelt so viele Tierarten wie die Jägerschaft. Und ich mach das nicht mit dem Hintergedanken, möglichst viele dieser Tiere später töten zu können.

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