Replik an Florian Klenk

Florian Klenk hat sich im Falter wieder zur Tierschutzcausa zu Wort gemeldet. Das war nicht sein erster Erguss zu diesem Thema, unmittelbar nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft sah sich Klenk bereits genötigt, ohne mit mir auch nur ein Wort zu wechseln gleich 4 Artikel über mich zu schreiben. In diesen Artikeln wurde mir direkt unterstellt, ich würde Terror ausüben.

Nicht viel anders liest sich der neue, nach 1½ Jahren Pause jetzt wiederum im Falter erschienene Artikel von Klenk. Diesmal hat Klenk mich immerhin vorher interviewt. Doch war das eine vergebliche Liebesmüh, denn das, was ich dabei mitgeteilt habe, schien ihm offenbar nicht relevant genug, um es in seinem Artikel zu erwähnen. Wiederum werde ich als Schwerverbrecher hingestellt und die über alle Zweifel erhabene SOKO habe tapfer und mit gutem Recht für Demokratie und Freiheit gekämpft. SOKO-Leiter Zwettler wird sogar als Held im Kampf gegen gewalttätige Neonazis dargestellt, der jetzt quasi seinen gerechten Krieg gegen terroristische TierschützerInnen fortsetzt. Gewalttätige Neonazi Attacken und Stinkbomben in Pelzgeschäften, nach Klenk offenbar vergleichbare Aktivitäten. Schon Univ.-Prof. Kurt Remele wunderte sich 1992 in seiner Dissertation „Ziviler Ungehorsam“, wie es Menschen geben kann, die nicht zwischen den Gewalttaten des Ku Klux Klan und den Kampagnen von Martin Luther King unterscheiden können. Beide würden schließlich das Gesetz brechen, die Motive seien dann egal. Klenk kann hier offenbar auch keinen Unterschied erkennen.

Klenks Motive

Zunächst muss man also einmal fragen, wie es möglich ist, dass ein „Außenstehender“ wie Klenk solche wirren Vergleiche ziehen und so unseriöse Unterstellungen vorbringen kann. Nun, vielleicht ist Klenk nicht so „außenstehend“ in dieser Sache, wie er sich gibt. Gerüchte wollen nicht verstummen, dass er direkte Kontakte mit unseren KampagnengegnerInnen pflegt. Weiters hat er von der SOKO gesetzwidrig den Strafantrag ausgehändigt bekommen. Die SOKO hat sich in diesem Verfahren ja nie an irgendwelche Gesetze gehalten und Klenk zeigt dafür vollstes Verständnis und erfreut sich offenbar eines intimen Nahverhältnisses.

Aber besonders entlarvt die Überschrift von Klenks Artikel „Nichtmenschliche Tiere“. Dieser Begriff ist eine direkte Übersetzung aus dem Englischen, wo man in der Wissenschaft längst erkannt hat, dass Menschen biologisch Tiere sind und daher Tiere als „non-human animals“ bezeichnet werden. Gerade eben ist eine Studie der EU-Kommission über „Nichtmenschliche Primaten in Forschung und Unbedenklichkeitsprüfung“ erschienen (siehe http://ec.europa.eu/health/opinions/de/nichtmenschliche-primaten/nichtmenschliche-primaten-greenfacts.pdf). Aber Klenk stößt dieser Begriff sehr negativ auf. Für ihn sind Tier und Mensch zwei grundverschiedene Wesen und Tier-Mensch Vergleiche, die in dieser Begrifflichkeit mitschwingen, eine unzulässige Vermischung, die strikt abzulehnen ist.

In dem Gespräch mit ihm in meinem Büro ist Klenk sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Er hat deutlich gemacht, dass er Tierschutzaktivität überhaupt als Zeitverschwendung ablehnt. Tatsächlich wichtige politische Themen im zwischenmenschlichen Bereich hätten absolute Priorität und Tierschutz wäre mehr oder weniger nur eine Belästigung der Gesellschaft durch  Personen, deren Prioritätenkompass durcheinander gekommen sei. Entsprechend selten werden Tierschutzfragen im Falter thematisiert.

Unzulässige SOKO-Methoden „übersehen“

Nur so lässt sich erklären, wie Klenk wider bessres Wissen die völlig unzulässigen Methoden der SOKO einfach nicht erwähnt, obwohl ich sie ihm langsam und deutlich erklärt habe. Einige wenige Beispiele einer schier endlosen Liste mögen genügen:

Am 11. November 2007 brennt eine kleine Jagdhütte im Burgenland ab. Ein Polizist entdeckt den Brand am Nachmittag desselben Tages. Der Brandsachverständige schließt messerscharf, dass das Feuer durch einen überhitzten Ofen zustande kam, der nicht gegen das Holzdach isoliert war. Die SOKO erkennt darin eine Möglichkeit, mich mit diesem Vorfall zu belasten und gleichzeitig in der Öffentlichkeit den Tierschutz als gewalttätig diffamieren zu können: Sie fälscht einfach die Akten und verändert den Brandzeitpunkt 2 Tage nach hinten, weil ich am 13. November in der Region illegale Fasanerien gefilmt hatte. Zusätzlich erfindet sie kurzerhand ein „Bekennerschreiben“ und fertig ist der Terroranschlag des Mafiapaten Balluch.

Durch Observationen und Abhören von Telefongesprächen realisiert die SOKO, dass TierschützerInnen an einem gewissen Wochenende am Vormittag eine Störaktion gegen eine illegale Treibjagd auf ausgesetzte Zuchtfasane planen. Am selben Wochenende wird anderswo in der Nacht ein 30 Jahre alter Drahtgitterkäfig für Fasane beschädigt. In meinen Fotoarchiven finden sich Bilder illegaler Fasanerien, die eine Woche später aufgenommen und für eine Anzeige von mir samt Datum der Bezirkshauptmannschaft übergeben worden waren. Daraus konstruiert die SOKO einen Tierschutzanschlag. Die Fotos würden den beschädigten Drahtgitterkäfig zeigen, das Arrangieren der Jagdstöraktion wäre die Planung einer Sachbeschädigung. Zur Untermauerung werden die Telefongespräche so selektiv zitiert, dass einer unbedarften Person nicht klar ist, was eigentlich geplant wurde.

Die SOKO findet im Internet ein Interview mit mir auf Englisch. Darin spreche ich davon, dass ich vor mehr als 15 Jahren in England Hundehetzjagden auf Nerze verhindert habe. Die SOKO übersetzt das „versehentlich“ falsch und schreibt, ich hätte Nerzfarmen zerstört. Weiters übersetzt sie den Bericht von einer bedingten Geldstrafe mit einer bedingten Haftstrafe von 2 Jahren.

Der Gerichtsakt ist voll von „dirty tricks“ dieser Art. Liest man z.B. das Protokoll des Gesprächs der SOKO-Führung mit der Richterin, die seinerzeit für die U-Haft zuständig war, dann sieht man, dass jede einzelne Information, die die SOKO der Richterin über die U-Häftlinge gab, einfach falsch war. Die Haft wurde lediglich auf der Basis völlig falscher Informationen durch die SOKO ausgesprochen. 10 Personen saßen also 105 Tage in U-Haft, weil die SOKO eine Richterin falsch informiert hatte. Zusätzlich erfindet die Polizei Belastungszeugen, Decknamen, dass VGT-Treffen strengen Zutrittskontrollen unterliegen würden, dass die Beschuldigten auf Kundgebungen vermummt wären oder dass Tierschutzgütesiegel eine Schutzgelderpressung wären usw.

Aufklärung von Straftaten?

Klenk erwähnt diese ganzen rechtswidrigen Schachzüge der SOKO mit keiner Silbe. 10 Personen sitzen deswegen ungerechtfertigt in U-Haft, aber „die Polizei hat zu Recht ermittelt“. Klenks Prämisse ist, dass es entsetzliche Straftaten gab und die Polizei aktiv werden musste. So hätte alles begonnen. Doch schon diese, von Klenk nie hinterfragte Prämisse ist falsch. Tatsächlich gab es am Anfang den lästigen VGT und die SOKO wurde gegründet, um diesem Verein und insbesondere mir als dessen Obmann irgendetwas anhängen zu können. Der Auftrag war nie, Straftaten aufzuklären, sondern, im Gegenteil, Straftaten zu finden und zur Not zu erfinden, um irgendwie  den Balluch und seinen VGT aus dem Verkehr zu ziehen.

Diese Schlussfolgerung ist unausweichlich, wenn man alle Fakten zusammenfasst. So gab es im Juni 2008 eine eigene Sitzung der SOKO zum Thema, wie man den VGT ausschalten könne. Es wurde erwogen, nachzuschauen, ob Erbschaftssteuer gezahlt wurde. Dann kam man auf die glorreiche Idee, zu versuchen dem Verein die Gemeinnützigkeit zu nehmen. In einem eigenen SOKO-Bericht wird dazu ausführlich die Buchhaltung analysiert. Tatsächlich wurde dann ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Das Finanzministerium forderte in einem Brief an das zuständige Finanzamt Anfang März 2009 dieses auf, dem VGT die Gemeinnützigkeit zu nehmen. Was so harmlos klingt, ist ein tödlicher Schachzug: bei Entzug der Gemeinnützigkeit fallen 30% Steuern auf die Spenden der letzten 7 Jahre an, was also den völligen Bankrott des Vereins zur Folge hat!

Die Emails der Spitzen der Polizei zur SOKO-Gründung, wie sie von Peter Pilz vorgelegt wurden, sprechen Bände. Man müsse etwas gegen den VGT tun, auch wenn man ihn mit keinen Straftaten in Verbindung bringen könne. Man solle daher versuchen, die Kundgebungen des VGT zu untersagen. In einem SOKO-Bericht fordert deren operativer Leiter alle Polizeidienststellen auf, bei jeder Tierschutzkundgebung völlig überproportional präsent zu sein, um dem Tierschutz ein radikales Image zu geben. Dem Tierschutz und insbesondere dem VGT wird in deutlichen Worten der Krieg erklärt.

In keiner dieser Fälle geht es um die Aufklärung von Straftaten. Immer geht es darum, gewachsene Proteststrukturen im Tierschutz, wie den VGT, zu zerschlagen. Es geht um eine politisch motivierte Vendetta. Klenk weiß das sehr genau, spricht es aber in seinen Artikeln nie an. Für ihn ist immer der Tierschutz der Böse, der mit verlogener Propaganda die arme Polizei in den Schmutz zieht und dabei eine besorgte Zivilgesellschaft verführt. Für Klenk ist klar, auf welcher Seite er zu stehen hat.

Terror gegen den Tierschutz

Klenk versucht die SOKO-Gründung durch eine „Psychoterrormaschine“ im Tierschutz zu erklären. Er lässt SOKO-Chef Zwettler sich darüber wundern, dass es so viele Straftaten im Tierschutz gäbe. Der Verfassungsschutzbericht listet seit 1998 alle Straftaten des Tierschutzes auf. Er wird von den Ämtern für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung erstellt und Zwettler ist der Leiter einer davon. Und er soll nicht über die Straftaten im Tierschutz informiert gewesen sein? Liest er die eigenen Berichte nicht?

Fakt ist, dass es in Österreich im Verhältnis zu anderen Ländern sehr wenige Straftaten mit möglichem Tierschutzbezug gibt. Aber auch im Verhältnis zu anderen sozialen Bewegungen ist der Tierschutz hier nicht auffällig. Abgesehen davon ist nicht jede Straftat mit Tierschutzbezug von TierschützerInnen begangen worden. Im Herbst 2007 wurden in Steyr Jugendliche beim Umwerfen von 30 Hochständen erwischt. Sie hatten nichts mit Tierschutz zu tun. Und viele der Straftaten, die die SOKO aufzählt, sind überhaupt keine Straftaten, wie z.B. der Brand einer Jagdhütte wegen eines überhitzten Ofens oder der Brand einer Daunenfabrik im Jahr 1999.

Strafgesetzwidrige Tierquälerei ist jedenfalls ein ungleich häufigeres Delikt als Straftaten mit möglicher Tierschutzmotivation. Während die SOKO von 224 Straftaten angeblich durch TierschützerInnen in 13 Jahren spricht, gab es allein im Jahr 2007 insgesamt 711 Anzeigen wegen krimineller Tierquälerei. Verwaltungsübertretungen des Tierquälereiparagraphen gehen jedes Jahr in die Tausende.

Sachbeschädigungen, gefährliche Drohungen und Gewalttaten gegen den Tierschutz sind viel häufiger und schwerwiegender als durch den Tierschutz. Ich wurde im Laufe meiner vielen Jahre Tierschutzaktivität mehr als 10 Mal überfallen und zusammengeschlagen. Man hat mir im Park in Purkersdorf aufgelauert, Angestellte eines Zirkus haben mich zu fünft niedergeschlagen, Jäger schlugen mir ins Gesicht und sogar der seinerzeitige Agrarsprecher der ÖVP-Kärnten hat mir im Jahr 2004 durch einen Schlag ins Gesicht eine Narbe zugefügt, die mich lebenslang an diesen Vorfall erinnern wird. Er bekannte sich in einem Strafverfahren zu dieser Tat und musste 700 Euro Schadenersatz leisten. Man hat mir auch zu Hause die Fensterscheibe eingeschlagen und Morddrohungen erhalte ich mit großer Regelmäßigkeit. Klenk erklärt die Gründung einer SOKO, weil schließlich einem reichen Firmenchef, der pro Tag mehr verdient als ich in einem Jahr, sein teurer Mercedes mit Farbe überschüttet wurde. Dabei verschweigt Klenk, obwohl ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe, dass unser Vereinsauto bereits 3 Mal mit Lack übergossen worden ist. Man hat uns auch oft schon Sachbeschädigungen zugefügt, die Schlösser mit Superkleber verklebt, mehrmals die Autoreifen aufgestochen und einmal sind sogar gedungene Schläger in unser Büro eingedrungen und haben die beiden anwesenden Mitarbeiterinnen bedroht.

Gewalt gegen TierschützerInnen scheinen weder Klenk noch die Polizei besonders zu irritieren. Dabei sind im Laufe der letzen Jahre Täter mit 30 Euro pro Person dafür bezahlt worden, friedliche TierschützerInnen vor der Firma Kleider Bauer anzugreifen und ins Gesicht zu schlagen. Das geschah sowohl in Innsbruck, als auch in Graz und Wien. Allein im Jahr 2007 griff ein maskierter Gänsemäster filmende Tierschützer mit der Axt an, Jäger schlugen filmende Tierschützer nieder und zerstörten ihre Kameras, ein in flagranti erwischter Singvogelfänger brach mit einem Prügel einem Tierschützer den Mittelhandknochen und ein Standelbetreiber trat einem Tierschützer, der für ein vegetarisches Weihnachtsfest plädiert hatte, mit dem Fuß mehrmals ins Gesicht. Wo bleibt hier die SOKO? Warum spricht hier niemand von Terror und Verbrechen? Warum wird mit zweierlei Maß gemessen? Die Antwort ist einfach: Wirtschaftstreibende haben eben einen besseren Kontakt zu Spitzen in Politik und Polizei als TierschützerInnen.

§278a für Klenk kein Problem

Klenk suggeriert, ich hätte nur selektiv Aktenteile zur Verfügung gestellt, um die Öffentlichkeit falsch zu informieren. Genau das Gegenteil ist richtig. Von Anfang an haben wir mit offenen Karten gespielt, weil wir nichts zu verbergen haben. Kaum waren die bösartigen polizeilichen Abschlussberichte da, wurden sie von uns bereits auf der Webseite vollständig allen zugänglich gemacht:

http://www.vgt.at/hinweise/20090417Abschlussberichte/index.php

Dasselbe gilt für den Strafantrag:

http://www.vgt.at/presse/konferenz/20090909strafantrag/PKStrafantragKommentiert.pdf

wobei diesbezüglich zu bedenken war, dass laut Gesetz die Angeklagten selbst einer Weitergabe ihrer Strafanträge zustimmen müssen, weshalb nur jene Teile des Strafantrags auf unsere Webseite gesetzt werden konnten, die die angeklagten VGT-Mitarbeiter betrafen. Und heute wurde auch meine komplette Verteidigungsschrift online gestellt:

http://www.vgt.at/presse/news/2010/news20100301m_1.php

Im Gegensatz zum Falter haben die anderen Medien die Tragweite dieses Falles sehr wohl erkannt. Geht es doch um folgenden zentralen Satz in der Anklage:

Die Beschuldigten haben sich an den Aktivitäten der kriminellen Organisation mit dem Wissen beteiligt, dass sie dadurch die Organisation oder deren strafbare Handlungen fördern, nämlich auf andere, die Ziele der Organisation fördernde Weise, indem sie legale Tierschutzkampagnentätigkeiten gesetzt haben.

Dass ein Paragraph des Strafrechts, nämlich §278a, derart ausgelegt wird, dass legale politische Kampagnenarbeit kriminalisierbar ist, wenn man den politischen AktivistInnen nur eine entsprechend böse Gesinnung und Zielsetzung vorwerfen kann, ist tatsächlich eine Bedrohung des Rechtsstaates und der Demokratie. Dieser Blickwinkel ist Klenk in seinem Eifer völlig verstellt. Mit keinem Wort erwähnt er die Kritik an der Anwendung von §278a in der Tierschutzcausa z.B. durch SPÖ-Justizsprecher Jarolim, oder einer Reihe von UniversitätsprofessorInnen der Rechtswissenschaften, wie z.B. Eva-Maria Maier, Petra Velten, Bernd-Christian Funk, Stefan Hammer oder Ingeborg Zerbes. Auch Amnesty International, eine breite Koalition von NGOs und praktisch ausnahmslos alle Tierschutzorganisationen haben das Vorgehen der Behörden heftig kritisiert, obwohl sie selbst – momentan noch – mehrheitlich nicht betroffen sind.

Klenk verteidigt die Anwendung von §278a. Er sagt, die Polizei hätte geahnt, dass sie keine konkreten TäterInnen finden werde (warum eigentlich?), deshalb hätte sie – offenbar zu Recht – §278a angewandt. Die Polizei habe durch die invasiven Ermittlungsmöglichkeiten, die dieser Paragraph biete, „wertvolle Strukturermittlungen“ vorgenommen, „egal“ ob das zu strafrechtlichen Verurteilungen führen werde oder nicht. Mit anderen Worten, Klenk sieht kein Problem darin, wenn die Polizei 3½ Jahre lang Menschen abhört, observiert, mit Videofallen filmt, mittels Peilsendern verfolgt und in ihre Wohnungen und Büros einbricht, um sie zu belauschen, sie dann mit gezogenen Schusswaffen überfällt und ins Gefängnis sperrt, auch wenn kein Schuldnachweis dabei herauskommt, solange die Polizei dadurch mehr über die Art herausfindet, wie sich die jeweilige politische Bewegung in ihren legalen Kampagnen und Strukturen organisiert. Das ist bereits der Polizeistaat, was Klenk hier schön redet!

Liest man Klenks Artikel, so gewinnt man den Eindruck, es ginge eigentlich zentral um eine Kampagne gegen die Firma Kleider Bauer. Das ist aber falsch. Der Staatsanwalt datiert die Gründung der angeblichen kriminellen Tierschutzorganisation auf Ende der 1980er Jahre und identifiziert 35 Tierschutzkampagnen, die von der Organisation durchgeführt worden sein sollen. Und diese Kampagnen sind ganz normale Tierschutzkampagnen, wie gegen Käfigeier, Lebendhummerverkauf, Gänsestopfleber, Tierfabriken, Schlachthöfe, Zirkus, Zoo, Jagd, Tierversuche usw. Klenk verschweigt diese Kampagnen, weil sie nicht in das Bild einer „Psychoterrormaschine“, das er malen will, passen. Was für ein „Psychoterror“ sind umgeworfene Jagdstände, freigelassene Zuchtfasane, aufgeschnittene Poster für eine Reptilienshow oder eine Schweinebefreiung? Die große Mehrheit der Straftaten dieser angeblichen kriminellen Organisation setzt sich aber aus derartigen kleinen Straftaten zusammen, die man in allen sozialen Bewegungen findet. Und deshalb könnten jederzeit alle sozialen Bewegungen Opfer dieser von Klenk hochgelobten Art von SOKO werden.

Ein „belastendes Email“

Alle von Klenks Artikeln bisher hatten nur ein Ziel: mich und den VGT als kriminell darzustellen. Dazu verschweigt Klenk z.B., dass die angeklagten TierschützerInnen mehreren völlig verschiedenen Gruppen angehören, die z.T. sogar völlig zerstritten sind und niemals zusammenarbeiten würden. Ich kenne jedenfalls ein Drittel der Mitangeklagten nicht und das angeblich belastende Material, wie Sturmhauben, Spraydosen oder Adressen von Firmenchefs, wurde bei keinem der Personen, mit denen wir beim VGT zusammenarbeiten, gefunden.

Die Oberstaatsanwaltschaft hat offiziell festgestellt, dass den Überwachungen zu entnehmen ist, dass ich persönlich in die Kampagne gegen die Bekleidungsgeschäfte nicht involviert war. Ich habe den entsprechenden Text Klenk übergeben. Ich war also dezidiert an jener Kampagne, die Klenk als die definierende Kampagne der angeblichen kriminellen Organisation ansieht, nicht beteiligt. Laut Staatsanwaltschaft sind meine diesbezüglichen „Unterstützungshandlungen“ also lediglich Diskussionsbeiträge auf Internetforen und das Filmen in skandinavischen Pelzfarmen. Klenk verschweigt diese wichtige Information.

Stattdessen liefert er ein Email, das meine Mitschuld beweisen soll. Ein Email, im Übrigen, das Klenk mangels anderer „Beweise“ in allen seinen Artikeln immer wieder zitiert. Die Freude über dieses Email teilt er mit der Staatsanwaltschaft, die dasselbe Email im Strafantrag an 4 Stellen anführt. Beide verheimlichen natürlich den Hintergrund der damaligen Email-Diskussion am Internet. Wir waren damals gerade sehr unter Druck, weil die Polizei damit begonnen hatte, uns die Kundgebungen in Graz und Wien zu verbieten. In dieser Situation kam es zu einer Stinkbombenaktion gegen ein Geschäft, vor dem demonstriert wurde. Die betroffenen DemonstrantInnen wollten deshalb mit ihren Kundgebungen aufhören.

Ich selbst war nicht Teil dieser Kampagne, brachte mich aber in die Diskussion ein, um einen Streit und das Ende der Kundgebungen zu verhindern. Ich sprach dabei zu mir bekannten Personen, von denen ich wusste, dass sie selbst keine Stinkbomben benutzen und von denen ich auch wusste, dass sie wussten, dass ich das ebenfalls nicht tue. Mein Ziel war, die DemonstrantInnen davon abzubringen, alles hinzuschmeißen. Dazu sagte ich in dem Email, dass insbesondere nach einer Stinkbombenaktion die friedlichen Kundgebungen besonders wichtig seien, weil die Kampagne sympathisch und friedlich bleiben müsse, und dass diese Stinkbomben vielleicht gar nicht so schädlich wären, immerhin ginge es ja nur um Stinkbomben und nicht um wirklichen Sachschaden. Derartige Aktionen könnten der Kampagne der betroffenen AktivistInnen vielleicht sogar nützen, sie sollten jedenfalls in der öffentlichen Wahrnehmung in der Masse der friedlichen Aktionen untergehen.

Bei emotionalen Diskussionen wirft man die eigenen Worte nicht auf die Goldwaage. Es ist daher besonders problematisch, wenn diese Diskussionen von der Behörde abgehört und dann vor Gericht plötzlich gegen einen verwendet werden. Man erinnert sich überhaupt nicht an die Diskussion und die eigene Wortwahl, weil es sich dabei um eine völlige Nebensache gehandelt hat. Muss man in der Zukunft wirklich bei jeder Internetdiskussion oder im privaten Gespräch immer damit rechnen, wegen der eigenen Meinung vor Gericht gezerrt zu werden? Diesen äußerst problematischen Aspekt des Überwachungsstaates thematisiert Klenk wiederum nicht.

Ich habe übrigens im Jahr 2006 ein Kapitel im Buch „In Defence of Animals“ geschrieben, das sich an AktivistInnen wendet, und in dem ich für Gesetzesänderungen und gegen strafbare Handlungen eintrete. In diesem Buch schreibe ich auf Seite 166 wörtlich:

„No realistic level of guerrilla attacks of the kind carried out by the Animal Liberation Front could have hurt the battery farming industry as much as the new Austrian law does. I hope that the kinds of campaigns favoured by people in the movement are not determined by what is cool and makes you feel better, but rather by what is most effective in achieving animal rights. A law banning a whole industry does far more economic damage to the animal abuse industry than anything else the animal movement could do.“

Auch dieses Zitat ist Klenk bekannt, aber keine Silbe in seinem Artikel wert.

Klenks Unterstellungen

Drei weitere Vorwürfe sollen meine Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation belegen. Klenk erwähnt, dass ich Bekennerschreiben auf meinem Datenstick gehabt hätte, als wäre ich damit herumgelaufen, um sie anonym an Medien zu schicken. In Wahrheit – und Klenk ist darüber völlig informiert – ist die Technologie des 8GB-Datensticks etwa 8 Jahre jünger als das Datum, an dem diese Bekennerschreiben in den Medien erschienen sind. Als Verantwortlicher für die Tierrechtsradiosendung auf Radio Orange:

http://o94.at/programs/tierrechtsradio/

speichere ich alle objektiven Nachrichten ab, die in der Sendung verlesen werden. In jeder Sendung werden in fünf Minuten die tierschutzrelevanten Ereignisse der letzten Woche vorgelesen. Darunter eben auch Medienmeldungen über Straftaten mit möglichem Tierschutzbezug, im gegebenen Fall mit dem veröffentlichten Bekennerschreiben. Diese Nachrichten werden seit Bestehen dieser Sendung, also seit 11 Jahren, archiviert und befanden sich auf meinem Datenstick, weil ich sie von einem alten zu meinem neuen Computer übertragen hatte.

Und Klenk wirft mir vor, ich hätte den „Schwerverbrecher“ und „Gewalttäter“ Keith Mann am Flughafen Wien für einen Vortrag über sein neues 600 Seiten starkes Buch, das von der Geschichte der internationalen Tierrechtsbewegung handelt, abgeholt. Keith Mann ist aber weder ein Gewalttäter noch ein Schwerverbrecher. Er ist hauptsächlich dafür bekannt, dass er Tiere aus Versuchslabors befreit hat, darunter 600 Mäuse, an denen Tests für Kosmetika (Botox) durchgeführt werden hätten sollen. Sehr viele Menschen bewundern diese Art der Aktivität, wie auch die ALF hauptsächlich für ihre Tierbefreiungen bekannt ist und deswegen z.B. auf einer Myspace-Fanseite mehr als 20.000 Fans hat. Für die Befreiung der 600 Mäuse ging Mann für 6 Monate ins Gefängnis. Niemand kann bestreiten, dass es ein erstaunlich selbstloser Akt eines Menschen ist, wenn er für diese Tiere 6 Monate seines Lebens opfert. Ich bezweifle, dass Klenk zu einer derartigen Handlung bereit wäre. Keith Mann lockt deswegen hunderte Menschen zu seinen Vorträgen, die er weltweit hält. Im Übrigen hat er 1991 seine Straftaten gesetzt, für die er ins Gefängnis musste und ist seit 2000 wieder ein freier Mann. Es ist sogar strafgesetzwidrig, einem rehabilitierten Straftäter seine Straftaten insbesondere fast 20 Jahre später noch vorzuhalten.

Drittens suggeriert Klenk, dass mit der Festnahme der TierschützerInnen die Sachbeschädigungen mit möglichem Tierschutzbezug aufgehört hätten. Tatsächlich gab es bereits mehr als 5 Monate vor der Festnahme keine Sachschäden bei Kleider Bauer mehr und erst nach den Verhaftungen kam es zu dem Brand des Jagdhauses eines Pharmaunternehmers in Tirol sowie zu einer Bombendrohung in Sölden gegen die Lawinenversuche an Schweinen. Es kam also zu schwereren Straftaten, als in den meisten Jahren zuvor. Interessant wird es sein, zu hören, ob der Staatsanwalt diese Straftaten ebenfalls den Angeklagten vorwerfen wird.

Schuld trotz Freispruch?

Bei seinem Besuch in meinem Büro erklärte Klenk frei heraus, dass er mit einem Freispruch rechne. Er kenne die Beweislage und erachte sie für nicht ausreichend. Ich hoffe, dass er nicht auch hier die Objektivität und Integrität des Justizsystems in Österreich überschätzt. Aber lassen wir uns überraschen.

Befremdlich ist allerdings, dass Klenk seinen Artikel mit der Aussage enden lässt, auch ein Freispruch würde nichts an seiner Ansicht ändern. Die angeklagten TierschützerInnen wären eben schuldig, auch wenn die Polizei durch ihre drastischen Ermittlungsmaßnahmen in 3½ Jahren keinen Beweis dafür liefern konnte. Ein Freispruch mangels Beweisen wäre eben keine Rehabilitation.

Am Tag der Veröffentlichung von Klenks Artikel erhielt ich eine Morddrohung per anonymem Email. Der Schreiber meinte, wir vom VGT wären alles Irre und gehörten aufgehängt. Klenks Artikel geht also mit Morddrohungen einher. Jetzt könnte man genauso §278a gegen Klenk anwenden: wenn er seine legale Handlung – das Schreiben des Artikels – im Bewusstsein gesetzt hat, dass es ernsthaft möglich ist, dass er so eine strafbare Handlung wie eine Morddrohung auslösen könnte, dann müsste er zusammen mit dem Autor der Morddrohung als eine gemeinsame kriminelle Organisation aufgefasst werden. Aber wahrscheinlich war es nur Zufall, dass diese Morddrohung am selben Tag der Veröffentlichung des Artikels abgeschickt wurde. Es gilt nämlich natürlich die Unschuldsvermutung.

29 thoughts on “Replik an Florian Klenk

  1. ich says:

    „Aber wahrscheinlich war es nur Zufall, dass diese Morddrohung am selben Tag der Veröffentlichung des Artikels abgeschickt wurde. Es gilt nämlich natürlich die Unschuldsvermutung.“

    oder – um es mit den Worten von Klenk selber auszudrücken:

    „Im Zweifel ist auch das nur Zufall.“

  2. Dirk Gently says:

    Also nach Klenks Meinung sind nicht gesetzeskonforme Tierschützer mit Neonazis gleichzusetzen, da sie beide das Gesetz gebrochen haben.
    Nun so gesehen sind dann auch alle Widerstanzkämpfer im 3. Reich inklusive der Resistance Verbrecher das sie die Gesetze des 3. Reichs gebrochen haben. Ist Herr Klenk auch der Meinung, dass sie zu Recht hingerichtet wurden?

  3. Besonderheiten beim Landesgericht Wiener Neustadt:
    In einem Prozess gegen den Betrüger RA Gernot Hain
    hat das Landesgericht Wr.Neustadt Verfahrenshilfe gewährt, welcher vom Betrüger Hain als Mitglied der
    Rechtsanwaltskammer NÖ. BESCHEID Vz, 1026/1999
    selbst “ bewilligt “ wurde, der Betrüger Hain also den
    gesetzlichen Vertreter bestimmte,in der Folge das gesamte Vermögen beim OGH 1 Ob 156/01z, 1O 277/03 x
    verloren wurde.

  4. justaname says:

    @ADMINISTRATOR:

    warum wurde der gesamte text des e-mails mit dem vermeintlich aufrufenden zu kriminellem nicht veröffentlicht in ihrem posting? oder war das der gesamte text?

  5. Tony says:

    ich waere sehr froh, wenn hr. balluch oder irgendein insider in obiger causa zu einem anderen zentralen punkt in klenks „anklage“ stellung nehmen wuerde…einen punkt, den balluch hier voellig ignoriert

    naemlich dass der angebliche vgt-mann felix h., als verbindungsstelle zwschen schafs- und wolfskostuem der vgt agieren koennte und v.a. WIE MANN/FRAU die drohmails an die kleiderbauer interpretieren sollte?

    „So ersparen Sie sich einiges! Mit ernsthaften Grüßen!“

    v.a. diesen abschnitt haette ich gerne von vgt-seite kommentiert gesehen:

    „VGT-Mitarbeiter Felix H. spielt in dem Akt eine wichtige Rolle. Laut Anklage ist der Vereinskollege Balluchs der Verbindungsmann zwischen legalen Tierschutzvereinen und gewaltbereiten Fanatikern. Er bot Kleiderbauer während der Kampagne immer wieder ein „friedliches und konstruktives Gesprächsklima“ an. Einen Entschluss zum Stopp des Pelzhandels würde man „unverzüglich weiterleiten“, so sein Angebot. Hatte er es also in der Hand, den Terror zu stoppen? Felix H. schrieb: „Wir treten als seriöser Verein auf, die Offensive gegen die Pelztierindustrie als Netzwerk von Autonomen mit ALF-Drohwirkung.“ Er könne gerne als „Kontakt fungieren, falls jemand eine Ansprechperson sucht“.

    HOEREN WIR HIER NOCH WAS

  6. Don says:

    ich waere sehr froh, wenn hr. balluch oder irgendein insider in obiger causa zu einem anderen zentralen punkt in klenks „anklage“ stellung nehmen wuerde…einen punkt, den balluch hier voellig ignoriert

    naemlich dass der angebliche vgt-mann felix h., als verbindungsstelle zwschen schafs- und wolfskostuem der vgt agieren koennte und v.a. WIE MANN/FRAU die drohmails an die kleiderbauer interpretieren sollte?

    „So ersparen Sie sich einiges! Mit ernsthaften Grüßen!“

    v.a. diesen abschnitt haette ich gerne von vgt-seite kommentiert gesehen:

    „VGT-Mitarbeiter Felix H. spielt in dem Akt eine wichtige Rolle. Laut Anklage ist der Vereinskollege Balluchs der Verbindungsmann zwischen legalen Tierschutzvereinen und gewaltbereiten Fanatikern. Er bot Kleiderbauer während der Kampagne immer wieder ein „friedliches und konstruktives Gesprächsklima“ an. Einen Entschluss zum Stopp des Pelzhandels würde man „unverzüglich weiterleiten“, so sein Angebot. Hatte er es also in der Hand, den Terror zu stoppen? Felix H. schrieb: „Wir treten als seriöser Verein auf, die Offensive gegen die Pelztierindustrie als Netzwerk von Autonomen mit ALF-Drohwirkung.“ Er könne gerne als „Kontakt fungieren, falls jemand eine Ansprechperson sucht“.

    HOEREN WIR HIER NOCH WAS

  7. Joseph says:

    ich waere sehr froh, wenn hr. balluch oder irgendein insider in obiger causa zu einem anderen zentralen punkt in klenks „anklage“ stellung nehmen wuerde…einen punkt, den balluch hier voellig ignoriert

    naemlich dass der angebliche vgt-mann felix h., als verbindungsstelle zwschen schafs- und wolfskostuem der vgt agieren koennte und v.a. WIE MANN/FRAU die drohmails an die kleiderbauer interpretieren sollte?

    „So ersparen Sie sich einiges! Mit ernsthaften Grüßen!“

    v.a. diesen abschnitt haette ich gerne von vgt-seite kommentiert gesehen:

    „VGT-Mitarbeiter Felix H. spielt in dem Akt eine wichtige Rolle. Laut Anklage ist der Vereinskollege Balluchs der Verbindungsmann zwischen legalen Tierschutzvereinen und gewaltbereiten Fanatikern. Er bot Kleiderbauer während der Kampagne immer wieder ein „friedliches und konstruktives Gesprächsklima“ an. Einen Entschluss zum Stopp des Pelzhandels würde man „unverzüglich weiterleiten“, so sein Angebot. Hatte er es also in der Hand, den Terror zu stoppen? Felix H. schrieb: „Wir treten als seriöser Verein auf, die Offensive gegen die Pelztierindustrie als Netzwerk von Autonomen mit ALF-Drohwirkung.“ Er könne gerne als „Kontakt fungieren, falls jemand eine Ansprechperson sucht“.

    HOEREN WIR HIER NOCH WAS

  8. Tony says:

    SG Herr Balluch,

    danke für Ihre ausführliche Stellungnahme. In Einem haben sie absolut recht: Extremisten finden sich auch unter den Tierschutz-Gegnern. Und diese gehören genauso bestraft wie militante Tierschützer wegen Sachbeschädigungen und Stalking. Und wie Personen der Justiz und Exekutive, die ihre Macht falsch einsetzen. Das wäre für mich die große Hoffnung, dass in diesem Prozess auf beiden Seiten ein Aufräumen stattfindet. Denn so eine gerechte Sache wie der Tierschutz hat es nicht verdient, dass sie in Misskredit gebracht wird. Und der Verdacht einer Verschwörung innerhalb der Exekutive schädigt den Ruf derselben.

    Sich in juristische und soziale Grauzonen hineinzuwagen ist gut. Ein Hausfriedensbruch ist hinnehmbar, wenn er der Aufdeckung einer größeren Straftat dient. Aber bitte bedenken Sie, dass man sich in Grauzonen auch zu nahe an der schwarzen Grenze bewegen kann. Was auch für die SOKO gilt…

  9. Patrick says:

    Werter Herr Klenk!

    In Ihrem Artikel „Das Schweinesystem“ vermisse ich die unparteiische Darstellung.

    Sie erwähnen mit keinem Wort den Schweinemäster Entenfellner, die Legebatterien vom schwarzen Bürgermeister Latschenberger. Sie leiden nur mit den betroffenen Unternehmern mit.

    Kann es sein, dass die Farbe des Falters (Hauptfarbe des Artikels schwarz) ein Synonym für Ihre Gesinnung ist?

    Auch ich bin gegen Gewalt, aber ohne die Aktivisten, wäre meine Arbeit nicht möglich, da ich die Missstände gar nicht kennen würde, weil sie hinter verschlossenen Türen stattfinden.

    Zeitungen wie Ihre tragen auch nicht dazu bei, die tatsächlichen Hintergründe zu beleuchten.

    Die Welt wird nicht von den angepassten verändert denen nur der eigene Profit wichtig ist – komisch da fällt mir eine Frage ein „ist der Großteil Ihrer Leser im ÖVP-Bereich angesiedelt?“

    Klar ist zu verurteilen, wenn Jägerstände umgesägt werden, Leute bei Pelzen Mörder schreien und sonstige Aktivitäten stattfinden die der tatsächlichen Sache nicht dienlich sind. Auch ich halte nichts davon und versuche mich des Gesetzes zu bedienen. (können Sie in den Anhängen nachvollziehen)

    Man darf aber nicht vergessen, dass diese „Verrückten“ die verachtet werden vielen die Beweise liefern um gesetzlich etwas zu unternehmen.

    Im Anhang können Sie sich an Hand meiner Unterlagen bzgl. Schweinezüchter informieren, wie wichtig die Aktivisten sind um die Fleischkonsumenten aufzuklären.

    Sie haben bei einer Pressekonferenz gesagt „Herr Balluch nehmen Sie mich an der Hand, zeigen Sie mir die Ungerechtigkeiten und ich werde darüber schreiben.

    Vielleicht konnte er Sie nicht an der Hand nehmen, weil Sie vielleicht gerade in einer „Kleiderbauer“ Filiale waren.

    Ich habe mich im Parlament an Dr. Jarolim gewandt, von dem die Worte stammten „Wenn ein Tierschützer 10mal jemand wegen eines Deliktes anzeigt und die Justiz handelt nicht, dann darf man sich nicht wundern, wenn er zur Selbstjustiz greift.

    Schade, Sie waren ein fantastischer Journalist aber als Chefredakteur dürfte Sie die Abhängigkeit des Geldes kastriert haben.

    Marianne Jellasitz

  10. Simon says:

    ich waere sehr froh, wenn hr. balluch oder irgendein insider in obiger causa zu einem anderen zentralen punkt in klenks „anklage“ stellung nehmen wuerde…einen punkt, den balluch hier voellig ignoriert

    naemlich dass der angebliche vgt-mann felix h., als verbindungsstelle zwschen schafs- und wolfskostuem der vgt agieren koennte und v.a. WIE MANN/FRAU die drohmails an die kleiderbauer interpretieren sollte?

    „So ersparen Sie sich einiges! Mit ernsthaften Grüßen!“

    v.a. diesen abschnitt haette ich gerne von vgt-seite kommentiert gesehen:

    „VGT-Mitarbeiter Felix H. spielt in dem Akt eine wichtige Rolle. Laut Anklage ist der Vereinskollege Balluchs der Verbindungsmann zwischen legalen Tierschutzvereinen und gewaltbereiten Fanatikern. Er bot Kleiderbauer während der Kampagne immer wieder ein „friedliches und konstruktives Gesprächsklima“ an. Einen Entschluss zum Stopp des Pelzhandels würde man „unverzüglich weiterleiten“, so sein Angebot. Hatte er es also in der Hand, den Terror zu stoppen? Felix H. schrieb: „Wir treten als seriöser Verein auf, die Offensive gegen die Pelztierindustrie als Netzwerk von Autonomen mit ALF-Drohwirkung.“ Er könne gerne als „Kontakt fungieren, falls jemand eine Ansprechperson sucht“.

    HOEREN WIR HIER NOCH WAS

  11. Eric says:

    ich waere sehr froh, wenn hr. balluch oder irgendein insider in obiger causa zu einem anderen zentralen punkt in klenks „anklage“ stellung nehmen wuerde…einen punkt, den balluch hier voellig ignoriert

    naemlich dass der angebliche vgt-mann felix h., als verbindungsstelle zwschen schafs- und wolfskostuem der vgt agieren koennte und v.a. WIE MANN/FRAU die drohmails an die kleiderbauer interpretieren sollte?

    „So ersparen Sie sich einiges! Mit ernsthaften Grüßen!“

    v.a. diesen abschnitt haette ich gerne von vgt-seite kommentiert gesehen:

    „VGT-Mitarbeiter Felix H. spielt in dem Akt eine wichtige Rolle. Laut Anklage ist der Vereinskollege Balluchs der Verbindungsmann zwischen legalen Tierschutzvereinen und gewaltbereiten Fanatikern. Er bot Kleiderbauer während der Kampagne immer wieder ein „friedliches und konstruktives Gesprächsklima“ an. Einen Entschluss zum Stopp des Pelzhandels würde man „unverzüglich weiterleiten“, so sein Angebot. Hatte er es also in der Hand, den Terror zu stoppen? Felix H. schrieb: „Wir treten als seriöser Verein auf, die Offensive gegen die Pelztierindustrie als Netzwerk von Autonomen mit ALF-Drohwirkung.“ Er könne gerne als „Kontakt fungieren, falls jemand eine Ansprechperson sucht“.

    HOEREN WIR HIER NOCH WAS

  12. Dave says:

    SG Herr Balluch,

    danke für Ihre ausführliche Stellungnahme. In Einem haben sie absolut recht: Extremisten finden sich auch unter den Tierschutz-Gegnern. Und diese gehören genauso bestraft wie militante Tierschützer wegen Sachbeschädigungen und Stalking. Und wie Personen der Justiz und Exekutive, die ihre Macht falsch einsetzen. Das wäre für mich die große Hoffnung, dass in diesem Prozess auf beiden Seiten ein Aufräumen stattfindet. Denn so eine gerechte Sache wie der Tierschutz hat es nicht verdient, dass sie in Misskredit gebracht wird. Und der Verdacht einer Verschwörung innerhalb der Exekutive schädigt den Ruf derselben.

    Sich in juristische und soziale Grauzonen hineinzuwagen ist gut. Ein Hausfriedensbruch ist hinnehmbar, wenn er der Aufdeckung einer größeren Straftat dient. Aber bitte bedenken Sie, dass man sich in Grauzonen auch zu nahe an der schwarzen Grenze bewegen kann. Was auch für die SOKO gilt…

  13. Rick says:

    SG Herr Balluch,

    danke für Ihre ausführliche Stellungnahme. In Einem haben sie absolut recht: Extremisten finden sich auch unter den Tierschutz-Gegnern. Und diese gehören genauso bestraft wie militante Tierschützer wegen Sachbeschädigungen und Stalking. Und wie Personen der Justiz und Exekutive, die ihre Macht falsch einsetzen. Das wäre für mich die große Hoffnung, dass in diesem Prozess auf beiden Seiten ein Aufräumen stattfindet. Denn so eine gerechte Sache wie der Tierschutz hat es nicht verdient, dass sie in Misskredit gebracht wird. Und der Verdacht einer Verschwörung innerhalb der Exekutive schädigt den Ruf derselben.

    Sich in juristische und soziale Grauzonen hineinzuwagen ist gut. Ein Hausfriedensbruch ist hinnehmbar, wenn er der Aufdeckung einer größeren Straftat dient. Aber bitte bedenken Sie, dass man sich in Grauzonen auch zu nahe an der schwarzen Grenze bewegen kann. Was auch für die SOKO gilt…

  14. Terrific work! This is the type of information that should be shared around the web. Shame on the search engines for not positioning this post higher!

  15. Michelle says:

    SG Herr Balluch,

    danke für Ihre ausführliche Stellungnahme. In Einem haben sie absolut recht: Extremisten finden sich auch unter den Tierschutz-Gegnern. Und diese gehören genauso bestraft wie militante Tierschützer wegen Sachbeschädigungen und Stalking. Und wie Personen der Justiz und Exekutive, die ihre Macht falsch einsetzen. Das wäre für mich die große Hoffnung, dass in diesem Prozess auf beiden Seiten ein Aufräumen stattfindet. Denn so eine gerechte Sache wie der Tierschutz hat es nicht verdient, dass sie in Misskredit gebracht wird. Und der Verdacht einer Verschwörung innerhalb der Exekutive schädigt den Ruf derselben.

    Sich in juristische und soziale Grauzonen hineinzuwagen ist gut. Ein Hausfriedensbruch ist hinnehmbar, wenn er der Aufdeckung einer größeren Straftat dient. Aber bitte bedenken Sie, dass man sich in Grauzonen auch zu nahe an der schwarzen Grenze bewegen kann. Was auch für die SOKO gilt…

  16. justaname says:

    @ e.f gerber,

    warum wurde der gesamte text des mails mit dem vermeintlich aufrufenden zu kriminellem nicht veröffentlicht in ihrem posting? oder war das der gesamte?

    richten Sie balluch aus: gutes buch (widerstand…) + durchhalten auch an seine familie + alles gute!

  17. marianne jellasitz says:

    Werter Herr Klenk!

    In Ihrem Artikel „Das Schweinesystem“ vermisse ich die unparteiische Darstellung.

    Sie erwähnen mit keinem Wort den Schweinemäster Entenfellner, die Legebatterien vom schwarzen Bürgermeister Latschenberger. Sie leiden nur mit den betroffenen Unternehmern mit.

    Kann es sein, dass die Farbe des Falters (Hauptfarbe des Artikels schwarz) ein Synonym für Ihre Gesinnung ist?

    Auch ich bin gegen Gewalt, aber ohne die Aktivisten, wäre meine Arbeit nicht möglich, da ich die Missstände gar nicht kennen würde, weil sie hinter verschlossenen Türen stattfinden.

    Zeitungen wie Ihre tragen auch nicht dazu bei, die tatsächlichen Hintergründe zu beleuchten.

    Die Welt wird nicht von den angepassten verändert denen nur der eigene Profit wichtig ist – komisch da fällt mir eine Frage ein „ist der Großteil Ihrer Leser im ÖVP-Bereich angesiedelt?“

    Klar ist zu verurteilen, wenn Jägerstände umgesägt werden, Leute bei Pelzen Mörder schreien und sonstige Aktivitäten stattfinden die der tatsächlichen Sache nicht dienlich sind. Auch ich halte nichts davon und versuche mich des Gesetzes zu bedienen. (können Sie in den Anhängen nachvollziehen)

    Man darf aber nicht vergessen, dass diese „Verrückten“ die verachtet werden vielen die Beweise liefern um gesetzlich etwas zu unternehmen.

    Im Anhang können Sie sich an Hand meiner Unterlagen bzgl. Schweinezüchter informieren, wie wichtig die Aktivisten sind um die Fleischkonsumenten aufzuklären.

    Sie haben bei einer Pressekonferenz gesagt „Herr Balluch nehmen Sie mich an der Hand, zeigen Sie mir die Ungerechtigkeiten und ich werde darüber schreiben.

    Vielleicht konnte er Sie nicht an der Hand nehmen, weil Sie vielleicht gerade in einer „Kleiderbauer“ Filiale waren.

    Ich habe mich im Parlament an Dr. Jarolim gewandt, von dem die Worte stammten „Wenn ein Tierschützer 10mal jemand wegen eines Deliktes anzeigt und die Justiz handelt nicht, dann darf man sich nicht wundern, wenn er zur Selbstjustiz greift.

    Schade, Sie waren ein fantastischer Journalist aber als Chefredakteur dürfte Sie die Abhängigkeit des Geldes kastriert haben.

    Marianne Jellasitz

  18. Erich F. Gerber says:

    Gestraffte Version des Texts als Leserbrief an: leserbriefe@falter.at

    Betreff: Nichtmenschliche Tiere

    Sehr geehrte Falter Redaktion,

    entweder hat Herr Klenk keine Ahnung von zivilgesellschaftlichem Engagement oder irgendein anderes Interesse bringt ihn dazu irrsinnige Schmähschriften gegen normale Tierschutzarbeit zu verfassen.

    Einerseits pickt er äußerst selektiv feinste Details aus den Prozessakten und andererseits lässt er essentielle Aspekte völlig weg wo sie einer möglichst schlechten Darstellung der Angeklagten im Wege stehen würden.
    Dies tun zwar trauriger Weise auch Polizei und Staatsanwaltschaft, aber dennoch verstört es zu erleben, dass sogar der stellvertretende Chefredakteur des Falters derart unprofessionell und unethisch vorgeht.

    Das vermeintliche Drohmail an Kleider Bauer war eine höfliche Einladung zu Verhandlungen mit Ankündigung von gewöhnlichen Demonstrationen wenn nicht auf das Gesprächsangebot eingegangen wird. Natürlich war das keine anonyme Drohung. Wer wäre so dumm schriftlich im eigenen Namen kriminelle Drohungen zu machen? (Herr Graf hätte solch ein Vorgehen zweifellos sofort geklagt).

    Klenk wertet dabei einen Link auf eine Newsseite als schwere Nötigung weil dort unter tausenden Berichten von legalen Protesten vereinzelt auch vorgefallene Sachbeschädigungen vor kommen.

    Eine zornige Kleider Bauer Angestellte versuchte einer Demonstrantin mit Gewalt deren Fotoapparat zu entwenden weil diese sich nicht weiterhin tatenlos gegen ihren Willen von ihr photographieren lassen wollte und ihrerseits begann Aufnahmen von der Angestellten zu machen. Die Demonstrantin folgte der Angestellten kurz um deren Identität für eine spätere Anzeige herauszufinden. Herr Klenk erweckt den falschen Eindruck die Angestellte wäre zu Hause aufgelauert worden weil einer der Angeklagten ihre Wohnadresse ausspioniert hätte.

    Weiters zitiert Klenk ein aus dem Zusammenhang gerissenes Mailfragment, dass zwar ausdrücklich nur zu völlig legaler Tierschutzarbeit aufruft, aber „böser Weise“ gleichzeitig anmerkt, dass illegale Aktionen anderer unter besonders viel legalem Tierschutzengagement verschwinden könnten. Dieses Mail sollte friedliche Aktivist_innen überzeugen ihre Arbeit nicht einzustellen. Diese waren demotiviert weil ihnen auf legalen Kundgebungen immer wieder ALF-Aktionen vorgeworfen wurden. Das Mail betonte wie wichtig gerade beim Vorliegen von Sachbeschädigungen vorbildlich gemeinnützige Tierschutzarbeit ist um das gemeinsame Anliegen der Tierrechte fördern.

    Gerade im Angesicht illegaler Aktionen zu ausschließlich legaler Tierschutzarbeit aufzurufen soll bestraft werden?

    Ich hoffe der Falter bleibt nicht bei dieser verzerrten Berichterstattung und gibt künftig auch ausgewogeneren Darstellungen zum Thema Raum.

  19. tomson says:

    danke lieber administrator,

    das waere dann aber ein starkes stueck, woher nimmt klenk dann die phrasen, worauf stuetzt er sich? …werde mal bei klenk nachfragen und mich wieder melden…vielen dank fuer die schnelle antwort im voraus

  20. Erich F. Gerber says:

    Folgende Rückmeldung zum Klenk-Artikel ging auch an den Falter. (Klenk hat seit Tagen keine Kommentare in seinem Blog frei geschalten.)

    Betreff: Nichtmenschliche Tiere

    Sehr geehrte Falter Redaktion,

    ich bin sehr enttäuscht von Herrn Klenks neuerlicher Diffamierung der vom äußerst fragwürdigen Tierschutzprozess betroffenen Personen.

    Entweder hat Herr Klenk erschreckend wenig Ahnung von völlig legitimer NGO-Arbeit oder irgendein anderes Interesse bringt ihn dazu in diesem Kontext erschreckend einseitige Schmähschriften zu verfassen.

    Einerseits beruft sich Herr Klenk äußerst selektiv auf feinste Details aus den Prozessakten und andererseits lässt er essentielle Themenkomplexe völlig weg, wo sie einer möglichst schlechten Darstellung der Angeklagten im Weg stehen würden.

    Wie schon bei „Wertekompass verloren“ rekombiniert er einzelne Details in einer Weise, die aus normaler zivilgesellschaftlicher Kampagnenarbeit gefährliche Drohungen und Stalking machen. Dies tut zwar trauriger Weise auch die Staatsanwaltschaft, aber dennoch verstört es zu erleben, dass ein vermeintlich unabhängiger Journalist Ihres Blattes auf die selbe Weise vorgeht.

    Herr Klenk erwähnt bei der von ihm so oft eingesetzten Geschichte des Drohmails an Kleider Bauer bewusst nicht den restlichen Mailtext, der klar aufzeigen würde, dass es höflich formuliert und natürlich keine anonyme Drohung war. Der Verfasser hat sich klar zu erkennen gegeben und einen Dialog angeregt. Natürlich musste er dazu auch kontaktierbar sein.
    Wer wäre so dumm jemandem im eigenen Namen schriftlich kriminelle Drohungen zu machen? Herr Graf hätte solch ein Vorgehen zweifellos sofort geklagt.

    Des Weiteren leitet Klenk die vermeintlich gefährliche Nötigung allein von dem Umstand ab, dass unter tausenden Artikeln einer im Mail zur Information verlinkten Seite zu Geschehnissen rund um den Pelzhandel und die Proteste dagegen auch vereinzelt Berichte über Sachbeschädigungen zu finden waren.

    Auch führt er ins Feld, dass Leute verfolgt worden wären und private Anschriften von Kleider Bauer Angestellten bei einem der Angeklagten gefunden wurden. Er erweckt den Eindruck, dass diese Informationen für Angriffe gegen diese Personen gesammelt worden wären. Er lässt aus, dass diese Informationen lange vor den beschädigten Autos vorlagen und keinerlei Verbindung zum Stalking-Vorwurf haben, da es sich dabei um ganz andere Personen handelt. Der angebliche Stalking Fall, den er geschickt mit dem Vorhandensein dieser Anschriften in gedanklichen Kontext bringt ohne das tatsächlich zu schreiben, ist in Wirklichkeit bei einer Kundgebung passiert. Die vermeintlich gestalkte Angestellte hatte auf einer Kundgebung eine Aktivistin angegriffen, die von einem Freund am Telefon den Tipp bekam die Identität der Angreiferin festzustellen indem sie ihr folgt, damit sie später eine Chance hat sich rechtlich gegen diesen Angriff zur Wehr zu setzen. Die bei einer anderen Person gefundenen Adressdaten hatten damit natürlich nichts zu tun, da eine Verfolgung hinfällig gewesen wäre, wenn die Anschrift sowieso bekannt gewesen wäre.

    Besonders zu feuen scheint sich Herr Klenk auch über ein unglücklich formuliertes Mailfragment, dass zwar eine erklärungswürdige Gesinnung illustriert, aber unter keinen Umständen als Beleg für irgendwelche illegalen Taten des Autors gesehen werden kann:

    „Unser Job scheint mir im Wesentlichen zu sein, derartigen Aktionen und AktivistInnen Deckung zu geben. Das heißt, sie sollen sich in der Masse sicher verstecken können, ihre Aktionen sollen in der Masse unserer Friedlich-Aktionen untergehen.“

    Als Mitglied einer Tierschutz-Mailingliste war auch ich damals Empfänger von diesem oft zitierten E-Mail. Leider klingt es aus dem Zusammenhang gerissen tatsächlich fragwürdig. Im folgenden Originalkontext hatte es allerdings ganz und gar nicht diesen Effekt:

    Einige Tierschützer_innen kündigten an ihre legale Tierschutzarbeit einstellen zu wollen weil ihnen auf Kundgebungen immer wieder ALF-Aktionen Unbekannter zum Vorwurf gemacht wurden. Das Mail hat betont wie essentiell gerade in dieser Situation legale, gesellschaftlich anerkannte Tierschutzarbeit ist. Sein Ziel war es ALF-Aktionen nicht zum allgemeinen Synonym für Tierrechtsaktivismus werden zu lassen, denn dieses Bild würde nicht der Realität entsprechen und die bei Weitem überwiegende legitime Tierschutzarbeit erheblich behindern. Da es selbstverständlich das größte Anliegen von Tierrechtlern ist Tieren in unserer Gesellschaft bessere Lebensbedingungen zu verschaffen, war es natürlich wichtig diese gefährliche Rufschädigung zu verhindern.

    Gewalt gegen Personen ist mit ALF-Ideen unvereinbar. Aktionen im Namen der ALF werden meist nur begangen wenn in besonders schweren Fällen von Tierqual alle rechtsstaatlichen Mittel versagen. Die konkrete Wortwahl im Mail zeigt zwar ein Verständnis für ALF-Aktionen, aber dennoch wurde darin eindeutig nicht dazu aufgerufen kriminelle Taten zu begehen. Im Gegenteil war das Argument viel mehr, dass nur möglichst viel zivilgesellschaftlich legitimes Engagement verdeutlichen kann, dass vereinzelte ALF-Aktionen Unbekannter nichts mit gesellschaftlich anerkannter Arbeit von Tierschutz-NGOs zu tun haben.

    Dieses Mail sollte verhindern helfen, dass seltene über Medien kolportierte Einzeltaten die gesamte Tierrechtsbewegung in Verruf bringen obwohl am Rande der wachsenden Tierrechtsbewegung letztlich wesentlich weniger kriminelle Taten passieren als bei den meisten anderen sozialen Bewegungen. So erklären sich auch Worte wie jene, dass ALF-Aktionen in der Masse gesellschaftlich anerkannter friedlicher Tierschutzaktionen untergehen sollen.

    Das Mail rief dazu auf gerade im Angesicht von ALF-Aktionen Unbekannter durch eine vorbildliche Praxis öffentlich zu zeigen, dass wir mit anerkannten Methoden wichtige Arbeit im Sinne der Gesellschaft und für die misshandelten Tiere leisten. Je mehr gute Praxisbeispiele wir durch unser Engagement liefern können, umso deutlicher wird gezeigt, dass die Tierrechtsbewegung eben nicht aus Leuten besteht, die Gesetze brechen.

    Martin Balluch wird international von diversen wesentlich radikaler denkenden Personen immer wieder für sein Abraten von ALF-Methoden kritisiert. Es ist absurd ihm genau das zu unterstellen, wogegen er sich immer wieder ganz klar positioniert.

    Gerade im Angesicht illegaler Aktionen zu ausschließlich legaler Tierschutzarbeit aufzurufen soll bestraft werden?

    Ich hoffe der Falter bleibt nicht bei dieser verzerrten Berichterstattung und gibt künftig auch ausgewogeneren Darstellungen dieses Falls Raum.

  21. Administrator says:

    Zu tomson:

    “VGT-Mitarbeiter Felix H. spielt in dem Akt eine wichtige Rolle. Laut Anklage ist der Vereinskollege Balluchs der Verbindungsmann zwischen legalen Tierschutzvereinen und gewaltbereiten Fanatikern. Er bot Kleiderbauer während der Kampagne immer wieder ein „friedliches und konstruktives Gesprächsklima“ an. Einen Entschluss zum Stopp des Pelzhandels würde man „unverzüglich weiterleiten“, so sein Angebot. Hatte er es also in der Hand, den Terror zu stoppen? Felix H. schrieb: „Wir treten als seriöser Verein auf, die Offensive gegen die Pelztierindustrie als Netzwerk von Autonomen mit ALF-Drohwirkung.“ Er könne gerne als „Kontakt fungieren, falls jemand eine Ansprechperson sucht“.

    Felix H. ist kein Mitarbeiter des VGT.
    Die Emails von Felix H. an Kleider Bauer und Fürnkranz waren durchwegs freundlich und höflich. Angedroht wurde eine legale Kampagne und weitergeleitet würde ein Pelzverkaufstopp an alle jene Gruppierungen, die bei der angedrohten legalen Kampagne mitmachen wollten.
    Die letzten beiden Sätze stehen nicht in den Emails von Felix H.

  22. 0nce says:

    „obwohl ich sie ihm langsam und deutlich erklärt habe.“
    Scheinbar nicht langsam genug.

  23. tomson says:

    ich waere sehr froh, wenn hr. balluch oder irgendein insider in obiger causa zu einem anderen zentralen punkt in klenks „anklage“ stellung nehmen wuerde…einen punkt, den balluch hier voellig ignoriert

    naemlich dass der angebliche vgt-mann felix h., als verbindungsstelle zwschen schafs- und wolfskostuem der vgt agieren koennte und v.a. WIE MANN/FRAU die drohmails an die kleiderbauer interpretieren sollte?

    „So ersparen Sie sich einiges! Mit ernsthaften Grüßen!“

    v.a. diesen abschnitt haette ich gerne von vgt-seite kommentiert gesehen:

    „VGT-Mitarbeiter Felix H. spielt in dem Akt eine wichtige Rolle. Laut Anklage ist der Vereinskollege Balluchs der Verbindungsmann zwischen legalen Tierschutzvereinen und gewaltbereiten Fanatikern. Er bot Kleiderbauer während der Kampagne immer wieder ein „friedliches und konstruktives Gesprächsklima“ an. Einen Entschluss zum Stopp des Pelzhandels würde man „unverzüglich weiterleiten“, so sein Angebot. Hatte er es also in der Hand, den Terror zu stoppen? Felix H. schrieb: „Wir treten als seriöser Verein auf, die Offensive gegen die Pelztierindustrie als Netzwerk von Autonomen mit ALF-Drohwirkung.“ Er könne gerne als „Kontakt fungieren, falls jemand eine Ansprechperson sucht“.

    HOEREN WIR HIER NOCH WAS

  24. SG Herr Balluch,

    danke für Ihre ausführliche Stellungnahme. In Einem haben sie absolut recht: Extremisten finden sich auch unter den Tierschutz-Gegnern. Und diese gehören genauso bestraft wie militante Tierschützer wegen Sachbeschädigungen und Stalking. Und wie Personen der Justiz und Exekutive, die ihre Macht falsch einsetzen. Das wäre für mich die große Hoffnung, dass in diesem Prozess auf beiden Seiten ein Aufräumen stattfindet. Denn so eine gerechte Sache wie der Tierschutz hat es nicht verdient, dass sie in Misskredit gebracht wird. Und der Verdacht einer Verschwörung innerhalb der Exekutive schädigt den Ruf derselben.

    Sich in juristische und soziale Grauzonen hineinzuwagen ist gut. Ein Hausfriedensbruch ist hinnehmbar, wenn er der Aufdeckung einer größeren Straftat dient. Aber bitte bedenken Sie, dass man sich in Grauzonen auch zu nahe an der schwarzen Grenze bewegen kann. Was auch für die SOKO gilt…

  25. margot says:

    ich hatte auf meiner seite den VGT verlinkt. ich fand die informationen gut. nein, diese infos finde ich immer noch gut. aber die gewaltbereitschaft so mancher „tierschützer“ schreckt mich massiv ab.

    ich lese klenks artikel seit langem und schätze seine umfassenden recherchen. wer seine artikel zum thema als einseitige hetze interpretiert – muss eine leseschwäche haben.

    für mich hat sich jetzt der VGT erledigt. und zwar nicht wg. klenk, sondern wg. diesem elaborat von hrn. balluch. das problem des VGT scheint die differenzierung zu sein. und das auf allen ebenen.

  26. johannes says:

    Operation Spring 2.0

  27. hadwig says:

    Lieber Martin Balluch, – wünsche Dir und allen anderen AktivistInnen viel Kraft für den Prozess und dass die Lügengebäude der Anklage einstürzen. Was Ihr da durchmachen müsst ist beängstigend für jeden engagierten Menschen und zeigt wieder, wo Österreich wirklich steht – und wer die Macht im Land ausübt.

  28. franziska says:

    Schließe mich Onsemeliot an, übersichtlich und klar geschrieben. Hoffe, Klenk liest das noch vor heute Abend, bin schon sehr gespannt, wie die Diskussion ablaufen wird.
    http://blog.atv.at/ampunkt/

  29. Onsemeliot says:

    Gute Zusammenfassung. Allerdings schade, dass Klenk sich mal wieder vor einer angemessenen Konfrontation damit drücken kann…

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